„Lucky Punch“ in Skopje: Salzburg schlägt Shkendija auch auswärts

Große Freude nach dem Lucky Punch / © GEPA

Gastbeitrag von Karl Kriechbaumer

Im Rückspiel der CL-Quali wartet auf Red Bull Salzburg Shkendija Tetovo. Die Bullen können die Reise nach Mazedonien mit einem komfortablen 3:0-Vorsprung im Gepäck antreten. Trotzdem verspricht Salzburg-Coach Marco Rose volle Konzentration, um im Herbst auf internationaler Bühne auftreten zu können, quasi zumindest die Europa-League-Gruppenphase einzutüten. Der Erfolgscoach muss auf den gesperrten Zlatko Junuzovic verzichten. Stattdessen kehrt Haidara in die Startelf zurück.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Dabbur vergibt frühe Vorentscheidung

Vor dem Rückspiel wurde abermals vor dem mazedonischen Meister gewarnt, denn der Außenseiter entpuppte sich schon im Hinspiel als spielstarker und ernstzunehmender Gegner. Die Bullen gaben sich vor der Partie angriffslustig und wollten durch ein Auswärtstor nichts dem Zufall überlassen. Die Spannung hätte Dabbur kurz nach Spielbeginn direkt im Keim ersticken können. Denn Lainer überraschte die gegnerische Abwehr mit einem schnellen Einwurf auf Ray Yabo, der den Ball quer auf Dabbur legte. Der österreichische Torschützenkönig kommt im Fünfmeterraum zum Abschluss, trifft den Ball nicht richtig und schiebt das Leder ins Toraus.

Danach kommen die Mazedonier besser in die Partie und drücken aufs Tempo. Salzburg ist großteils mit Defensivarbeit beschäftigt und lässt dabei wenig zu. Konkrete Chancen bleiben Mangelware. Für eine kleine Schrecksekunde sorgte Amadou Haidara, denn der Dauerläufer geht ohne Fremdeinwirkung zu Boden und fasst sich ans Knie. Nach einer kurzen Behandlungspause kann der Salzburger aber weitermachen. Vor der Pause passiert dann nicht mehr viel. Cican Stankovic lässt sich bei zwei Freistößen aus der Distanz nicht überraschen, ebenso kann sich der Goalie der Hausherren bei einem Yabo-Distanzknaller auszeichnen. Danach bläst der Unparteiische zur Halbzeit.

Hannes Wolf ließ zwei Sitzer aus / © GEPA
Hannes Wolf ließ zwei Sitzer aus / © GEPA

Powerplay in 2. Halbzeit

Beide Mannschaften dürften mit den gezeigten Leistungen in der ersten Halbzeit nicht zufrieden gewesen sein, den die Teams kommen wie ausgewechselt aus der Kabine. Es folgt ein offener Schlagabtausch mit Großchancen auf beiden Seiten. Den Chancenreigen eröffnet der Kapitän der Hausherren, der aus ca. 18 Meter volley abzieht, doch sein satter Schuss verfehlt das Salzburger Tor knapp. Im Gegenzug hätten die Bullen in Führung gehen müssen. Xaver Schlager schickt mit einem perfekt getimten Steilpass Ray Yabo auf die Reise, der alleine auf den Torwart zuläuft. Der Bullen-Stürmer legt auf den mitgesprinteten Hannes Wolf quer, der schießt über das leere Tor.

Gleich darauf hätten die Hausherren beinahe diese Unkonzentriertheit bestraft. Am rechten Flügel setzt sich ein Mazedonier durch, legt zurück und so kommt ein Stürmer wenige Meter vom Tor zum Abschluss. Im letzten Moment kann ein Abwehrspieler den Schuss noch blocken. In Minute 50 bekommt Hannes Wolf die nächste Chance auf den Führungstreffer. Der Salzburger läuft wieder alleine auf den gegnerischen Torwart zu, doch kann auch diesmal das Runde nicht im Eckigen unterbringen.

Minamino sorgte doch noch für den Sieg / © GEPA
Minamino sorgte doch noch für den Sieg / © GEPA

Last-Minute Sieg durch Gastgeschenk

Nach einer Stunde klopfte dann die Mannschaft aus Mazedonien noch mal kräftig an, denn die Heimmannschaft dringt zweimal gefährlich in den Strafraum vor, doch der Abschluss fällt jeweils zu schwach aus und Stankovic kann seinen Kasten sauber halten. In der Schlussphase bekamen die Hausherren nach einem Samassekou-Handspiel einen Freistoß an der Strafraumgrenze zugesprochen, doch der Abschluss landet in der Mauer. Daraufhin hätte der eingewechselte Patson Daka nach seinem Debüt-Tor in der Bundeliga auch in diesem Spiel den Ball versenkt, allerdings konnte ein Abwehrspieler ihm entscheidend am Abschluss hindern.

Und gerade als sich wohl die meisten Bullen-Fans schon mit einem Remis abgefunden haben dürften, bekommen sie durch ein Gastgeschenk der Mazedonier den Sieg überreicht. Ein verunglückter Rückpass des Heimteams landet beim eingewechselten Takumi Minamino, der das Gastgeschenk dankend annimmt und den Ball aus zehn Metern in die Maschen knallt. Kurz danach ist dann auch Schluss. Die Bullen mühen sich gegen einen spielerisch ansprechenden mazedonischen Meister und gewinnen, wie schon zuletzt in der Bundesliga in Mattersburg, durch ein Tor in der letzten Minute. Die Rose-Elf erledigte den Auftritt ohne zu glänzen, verteidigte fehlerlos und holte dabei noch wichtige Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung.

Spielinfo

KF Shkendija

 

FC Salzburg

KF Shkendija0:1FC-Salzburg-Logo
UEFA Champions League
3. Qualifikationsrunde, Rückspiel (Hinspiel 0:3)
Anpfiff
Dienstag, 14. August 2018, 20:15 Uhr
AustragungsortAllianz Stadion, 17.120 Zuschauer
Schiedsrichter
Tamas Bognar (HUN)
 Torfolge 
0:1Minamino (90.+2)
Bejtulai, Musliu, AdiliGelbe KartenSamassekou, Schlager, Dabbur
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

Alle Neune! Salzburg prolongiert Champions-League-Fluch

Eigentlich war alles angerichtet zum erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League in der Ära Red Bull. 23.500 Fans haben sich zum Entscheidungsspiel in die Kleßheimer Arena eingefunden und waren heiß auf das Match. Vor Spielbeginn gab es eine frohe Botschaft zu verkünden, wurde der bis zuletzt fragliche Kapitän Soriano doch rechtzeitig fit und konnte im Sturmzentrum beginnen. Damit schickte Coach Òscar die idente Mannschaft vom Hinspiel in Zagreb in die Schlacht.

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at
Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

Guter Start der Hausherren

Die Salzburger kamen gut in die Partie und wären nach acht Minuten beinahe in Führung gegangen. Sigali beförderte einen Salzburg-Corner beinahe ins eigene Tor und konnte sich bei Keeper Eduardo bedanken, dass man nicht das frühe 1:0 hinnehmen musste.

Nur eine Minute später hatte Berisha eine Topchance auf die Führung. Der Norweger wurde von Schwegler aus dem rechten Halbfeld flach angespielt und kam aus 18 Metern frei zum Abschluss, verfehlte das Ziel jedoch klar und manövrierte das Spielgerät über die Querlatte.

Nach dem guten Start belohnten sich die Kicker des FC Salzburg in der 22. Minute in Persona Valentino Lazaro selbst. Soriano bediente den Teamspieler am Mittelkreis mit einem schönen Zuspiel, Lazaro legte sich das Spielgerät an einem Gegenspieler vorbei und ab ging die wilde Fahrt. Der Torschütze aus dem Hinspiel drückte auf die Tube, drang in den Sechzehner ein, ließ einen weiteren Gegenspieler mit einer Körpertäuschung aussteigen und beförderte die Kugel mit Hilfe der Querlatte in den Winkel. Die 23.500 Fans in der Red Bull Arena waren völlig aus dem Häuschen.

Da war die Welt noch in Ordnung: Lazaro bringt Salzburg in Führung / © GEPA
Da war die Welt noch in Ordnung: Lazaro bringt Salzburg in Führung / © GEPA

Salzburg mit Rückenwind

Mit der Führung im Rücken erspielten sich die Salzburger weitere gute Gelegenheiten, die Beste fand Soriano nach einem Schwegler-Stanglpass vor, welchen der rechtzeitig vor dem Match fit gewordene Kapitän beinahe mit der Ferse in Richtung Tor befördert hätte. Allerdings kommt er einen Wimpernschlag zu spät.

Die Gäste fanden im ersten Durchgang keine nennenswerte Gelegenheit vor, sodass die Partie mit einer knappen 1:0-Führung der Hausherren in die Pause ging.

Der bis dato beste Mann am Feld, Christian Schwegler, konnte verletzungsbedingt im zweiten Durchgang nicht mehr mitmachen – und das sollte sich im weiteren Spielverlauf noch rächen.

Elfmeteralarm! Und dann grüßt das Murmeltier…

Die Hausherren begannen den zweiten Durchgang etwas verhaltener, doch Dinamo wurde auch zu Beginn nicht sonderlich gefährlich. Im Gegenteil, nach einer knappen Stunde wurde der Elf von Òscar Garcia ein klarer Handelfmeter verweigert. Nach einem Corner köpfelte Hinteregger aufs Tor, wo Sigali das Spielgerät an den ausgefahrenen Arm bekommt. Absicht hin oder her – aber bei unnatürlicher Bewegung des Armes samt einer Verbreiterung des Körpers ist das ein Strafstoß.

Danach wurden die Gäste jedoch stärker und es brauchte eine Glanzparade von Walke, um den Ausgleich zu verhindern. Stojanovic flankte zur Mitte, Fernandes köpfelte aus kurzer Distanz und Walke verhinderte den Einschlag.

In der 80. Minute hatte Berisha die Chance, alles klar zu machen. Nach einem Lochpass lief der Norweger alleine auf Eduardo zu, schaffte es jedoch nicht, das Spielgerät am Brasilianer vorbeizubefördern.

So kam es, wie es kommen musste. Schildenfeld legte eine Flanke für Fernandes ab, der zog von der linken Seite ab und Lainer fälschte unhaltbar für Walke ab. Der so bittere Ausgleich war passiert.

Fassungslosigkeit bei Walke: Fünf Minuten haben gefehlt / © GEPA
Fassungslosigkeit bei Walke: Fünf Minuten haben gefehlt / © GEPA

Dinamo hat den längeren Atem

Die Partie ging mit diesem Ausgleich in die Verlängerung und die Hausherren hatten hier ob der drei relativ frühen Wechsel ohnedies schon schlechtere Karten.

Es dauerte auch nicht lange, bis die Kroaten die endgültige Entscheidung herausspielten. Fernandes setzte sich gegen Lainer durch und schickte Soudani auf die Reise, der zwar zunächst an Walke scheiterte, den zweiten Versuch jedoch zum 1:2 in die Maschen setzte.

Salzburg rannte an, hatte jedoch nur mehr eine richtige Torchance. Nach einer Ecke kam Lainer aus vier Metern völlig frei stehend zum Abschluss, schaffte jedoch das Kunststück, das Leder über das Gehäuse zu jagen.

Somit macht der FC Salzburg den Kegelabend perfekt und scheitert zum neunten Mal in der Ära Red Bull an der Qualifikation zur UEFA Champions League. Bitterer als heute geht es kaum, heute haben wenige Minuten gefehlt, um den großen Traum endlich zu realisieren.

Der FC Salzburg darf sich zumindest mit der Gruppenphase der UEFA Europa League trösten, wenngleich das nur ein sehr schwacher Trost am heutigen Abend ist.

Spielinfo

FC Salzburg

 

GNK Dinamo Zagreb

FC-Salzburg-Logo1:2 nV.Dinamo Zagreb
UEFA Champions League
Play Off, Rückspiel
Anpfiff
Mittwoch, 24. August 2016, 20:45 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena, 23.451 Zuschauer
Schiedsrichter
Craig Thomson (SCO)
 Torfolge 
Lazaro (22.)

1:0
1:1
1:2

Fernandes (87.)
Soudani (95./ET)
Caleta-Car, Lazaro, SamassekouGelbe KartenSigali, Stojanovic, Jonas
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

Dinamo Zagreb steht mit dem Gesamtscore von 3:2 in der Gruppenphase der UEFA Champions League.

Showdown Part 1: Salzburg gastiert in Zagreb

Duje Caleta Car Dinamo Zagreb FC Salzburg

Bereits am gestrigen Feiertag reiste der FC Red Bull Salzburg nach Kroatien, wo es heute Dienstag, den 16. August 2016, gegen GNK Dinamo Zagreb im UEFA Champions League-Play-off um eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geht.

In den bisherigen Qualifikationsspielen präsentierten sich die Salzburger durchwegs kompakt. Sie sind die einzige Mannschaft in der Play-off-Runde, die in allen Spielen ohne Gegentreffer blieb.

Serienmeister

GNK Dinamo Zagreb wird aktuell von Ex-Österreich-Legionär Zlatko Kranjcar trainiert, der erst im März dieses Jahres von Red Bull Salzburg-Kapitän Jonatan Soriano als bester ausländischer Bundesliga-Torschütze abgelöst wurde. Dinamo ist nicht nur Tabellenführer der kroatischen Liga (5 Spiele, 13 Punkte, Torverhältnis 12:3) sondern bereits seit elf (!) Jahren in Folge Meister. Den Aufstieg ins Play-off schafften die Kroaten mit Erfolgen über FK Vardar (2:1, 3:2) und Dinamo Tiflis (2:1, 1:0).

In den letzten Duellen mit dem 22-fachen kroatischen Titelträger gab es allerdings stets Tore. Die beiden Spiele der Gruppenphase der Europa League 2014 gewannen die Salzburger mit 5:1 bzw. 4:2. Und in der Champions League-Qualifikation 2009 stieg man mit 2:1 bzw. 1:1 in die nächste Runde auf.
Andreas Ulmer, der bei beiden Duellen schon mit dabei war und mittlerweile bereits 351 Spiele im Red Bull Salzburg-Dress (193 Bundesliga, 31 Cup, 53 EC, 74 Testspiele) absolviert hat, meint jedoch:

Die Gesichter beider Mannschaften haben sich seit damals deutlich verändert, ein Rückblick auf diese Spiele hat nur statistischen Wert. Für uns geht es im Play-off gegen eine Topmannschaft, die uns in beiden Duellen alles abverlangen wird.

Auch Trainer Oscar Garcia weiß, dass es sehr schwierig wird:

Wir haben Dinamo genau analysiert und wissen, dass es kein Zufall war, dass sie zuletzt in der Champions League-Gruppenphase mit dabei waren. Vor kurzem haben sie das zweitbeste Team der kroatischen Liga mit 4:0 besiegt. Das sagt viel über ihre Stärke aus.

Personelles

Nicht einsatzbereit sind Smail Prevljak (Knie), Paulo Miranda (Knöchel) und Marc Rzatkowski (Oberschenkel).  Außerdem fehlt Hee Chan Hwang, der mit seiner Nationalmannschaft beim Olympischen Fußball-Turnier engagiert sind. Takumi Minamino ist heute wieder ins Mannschaftstraining der Salzburger eingestiegen.

Spielinfo

GNK Dinamo Zagreb

 

FC Salzburg

Dinamo Zagreb FC-Salzburg-Logo
Champions League
Play-Off Hinspiel
Anpfiff
Dienstag, 16. August 2016, 20.45 Uhr
AustragungsortStadion Maksimir
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