Japanische Nacht in Wien

Es war alles für ein Spitzenspiel angerichtet. Auf der einen Seite eine Rapid-Mannschaft, die nach zwei mehr als schlechten Saisonen den Bann brechen und zurück auf die Erfolgsspur wollte. Auf der anderen Seite der Serien- und Rekordmeister des 21. Jahrhunderts Salzburg, die nach dem mittlerweile traditionellen Aderlass am Anfang einer Saison, zeigen wollten, dass sie wieder der Titelfavorit Nummer eins sind.

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Souveräner Cup-Auftakt: Salzburg siegt klar in Parndorf

Nach einer intensiven Vorbereitung samt forderndem Trainingslager startete der FC Red Bull Salzburg am Freitag Abend im Burgenland in die Saison 2019/20. In der ersten Runde des Uniqa ÖFB Cups musste die Mannschaft von Neo-Trainer Jesse March beim SC/ESV Parndorf antreten – und absolvierte die Aufgabe bravourös.

Mit Spannung war Marschs erste Startelf erwartet worden. Der US-Amerikaner setzte auf eine 4-2-2-2-Formation. Die Viererkette wurde von Ulmer, Ramalho, Onguene und Farkas gebildet, davor gaben Bernede und Junuzovic die Doppelsechs. Szoboszlai und Minamino flankierten das Sturmduo, bestehend aus Haaland und Daka. Stankovic im Tor komplettierte das Line-Up.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Minamino eröffnet den Torreigen

Das Spiel vermochte zu gefallen und viele Spielzüge wirkten schon sehr gut einstudiert, auch wenn der Gegner aus der Burgenland-Liga nur über begrenzte, spielerische Mittel verfügte. Nachdem Haaland das Leder bereits nach wenigen Sekunden an die Stange beförderte, wurde Salzburg seiner Favoritenrolle gerecht und ging nach sechs Minuten in Führung. Ramalho flankte einen nur dürftig geklärten Junuzovic-Freistoß erneut in die Gefahrenzone, wo Minamino goldrichtig stand und das Leder in die Maschen beförderte.

Salzburg drückte weiterhin auf die Tube und überzeugte mit einem konzentrierten Auftritt. Es brauchte aber einen umstrittenen Elfmeter, nachdem Daka von Parndorf-Keeper Weidinger gelegt wurde, um das Ergebnis zu erhöhen. Haaland trat an, nachdem er inzwischen ein zweites Mal die Stange traf, und verwandelte mit etwas Glück zum 2:0.

Farkas glänzte mit einem Doppelpack / © GEPA

Der Final-Held in Torlaune

Vor der Pause erhöhte Patrick Farkas noch auf 3:0 und machte bereits zur Halbzeit einen imaginären Strich unter die Begegnung. Zu groß waren die Unterschiede, als dass im Burgenland für die Truppe von Jesse Marsch noch etwas anbrennen könnte.

Im Gegenteil: Gleich nach Wiederbeginn erzielte Daka Treffer Nummer vier (48.) und nur kurze Zeit später Patrick Farkas das wohl schönste Tor des Tages. Der Rechtsverteidiger spielte vor seinem Treffer nämlich einen doppelten Doppelpass, zunächst mit Haaland und dann mit Minamino, ehe er den Ball konzentriert in der langen Ecke versenkte. Nach seinem Final-Treffer aus der vergangenen Saison geigte der Defensivakteur auch heute wieder auf.

Hee-Chan Hwang kam in der Schlussphase des Spiels zu seinem Comeback im Salzburg-Dress / © GEPA

Haaland fixiert Endstand

Nachdem Parndorf in Minute 71 durch Urgela zum umjubelten Ehrentreffer kam, folgte die erneute Salzburg-Antwort nur zwei Minuten später. Keeper Weidinger klärte einen Onguene-Kopfball vor die Beine von Haaland, der das Spielgerät über die Line drückte. Und in der Schlussphase fixierte der Norweger mit seinem dritten Treffer den Endstand von 7:1 in einer Partie, die gänzlich ohne gelbe Karten ausgekommen war.

Spielinfo

SC/ESV Parndorf

 

FC Red Bull Salzburg

SC/ESV Parndorf1:7FC-Red-Bull-Salzburg-Meisterstern
Uniqa ÖFB Cup1. Runde
AnpfiffFreitag, 19.7.2019, 20.30 Uhr
AustragungsortHeidebodenstadion, 2.000 Zuschauer
SchiedsrichterGerhard Grobelnik
 Torfolge 





Urgela 71.

0:1
0:2
0:3
0:4
0:5
1:5
1:6
1:7
Minamino 6.
Haaland 34./Elfmeter
Farkas 38.
Daka 48.
Farkas 54.

Haaland 73.
Haaland 89.
Gelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

„Lucky Punch“ in Skopje: Salzburg schlägt Shkendija auch auswärts

Große Freude nach dem Lucky Punch / © GEPA

Gastbeitrag von Karl Kriechbaumer

Im Rückspiel der CL-Quali wartet auf Red Bull Salzburg Shkendija Tetovo. Die Bullen können die Reise nach Mazedonien mit einem komfortablen 3:0-Vorsprung im Gepäck antreten. Trotzdem verspricht Salzburg-Coach Marco Rose volle Konzentration, um im Herbst auf internationaler Bühne auftreten zu können, quasi zumindest die Europa-League-Gruppenphase einzutüten. Der Erfolgscoach muss auf den gesperrten Zlatko Junuzovic verzichten. Stattdessen kehrt Haidara in die Startelf zurück.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Dabbur vergibt frühe Vorentscheidung

Vor dem Rückspiel wurde abermals vor dem mazedonischen Meister gewarnt, denn der Außenseiter entpuppte sich schon im Hinspiel als spielstarker und ernstzunehmender Gegner. Die Bullen gaben sich vor der Partie angriffslustig und wollten durch ein Auswärtstor nichts dem Zufall überlassen. Die Spannung hätte Dabbur kurz nach Spielbeginn direkt im Keim ersticken können. Denn Lainer überraschte die gegnerische Abwehr mit einem schnellen Einwurf auf Ray Yabo, der den Ball quer auf Dabbur legte. Der österreichische Torschützenkönig kommt im Fünfmeterraum zum Abschluss, trifft den Ball nicht richtig und schiebt das Leder ins Toraus.

Danach kommen die Mazedonier besser in die Partie und drücken aufs Tempo. Salzburg ist großteils mit Defensivarbeit beschäftigt und lässt dabei wenig zu. Konkrete Chancen bleiben Mangelware. Für eine kleine Schrecksekunde sorgte Amadou Haidara, denn der Dauerläufer geht ohne Fremdeinwirkung zu Boden und fasst sich ans Knie. Nach einer kurzen Behandlungspause kann der Salzburger aber weitermachen. Vor der Pause passiert dann nicht mehr viel. Cican Stankovic lässt sich bei zwei Freistößen aus der Distanz nicht überraschen, ebenso kann sich der Goalie der Hausherren bei einem Yabo-Distanzknaller auszeichnen. Danach bläst der Unparteiische zur Halbzeit.

Hannes Wolf ließ zwei Sitzer aus / © GEPA
Hannes Wolf ließ zwei Sitzer aus / © GEPA

Powerplay in 2. Halbzeit

Beide Mannschaften dürften mit den gezeigten Leistungen in der ersten Halbzeit nicht zufrieden gewesen sein, den die Teams kommen wie ausgewechselt aus der Kabine. Es folgt ein offener Schlagabtausch mit Großchancen auf beiden Seiten. Den Chancenreigen eröffnet der Kapitän der Hausherren, der aus ca. 18 Meter volley abzieht, doch sein satter Schuss verfehlt das Salzburger Tor knapp. Im Gegenzug hätten die Bullen in Führung gehen müssen. Xaver Schlager schickt mit einem perfekt getimten Steilpass Ray Yabo auf die Reise, der alleine auf den Torwart zuläuft. Der Bullen-Stürmer legt auf den mitgesprinteten Hannes Wolf quer, der schießt über das leere Tor.

Gleich darauf hätten die Hausherren beinahe diese Unkonzentriertheit bestraft. Am rechten Flügel setzt sich ein Mazedonier durch, legt zurück und so kommt ein Stürmer wenige Meter vom Tor zum Abschluss. Im letzten Moment kann ein Abwehrspieler den Schuss noch blocken. In Minute 50 bekommt Hannes Wolf die nächste Chance auf den Führungstreffer. Der Salzburger läuft wieder alleine auf den gegnerischen Torwart zu, doch kann auch diesmal das Runde nicht im Eckigen unterbringen.

Minamino sorgte doch noch für den Sieg / © GEPA
Minamino sorgte doch noch für den Sieg / © GEPA

Last-Minute Sieg durch Gastgeschenk

Nach einer Stunde klopfte dann die Mannschaft aus Mazedonien noch mal kräftig an, denn die Heimmannschaft dringt zweimal gefährlich in den Strafraum vor, doch der Abschluss fällt jeweils zu schwach aus und Stankovic kann seinen Kasten sauber halten. In der Schlussphase bekamen die Hausherren nach einem Samassekou-Handspiel einen Freistoß an der Strafraumgrenze zugesprochen, doch der Abschluss landet in der Mauer. Daraufhin hätte der eingewechselte Patson Daka nach seinem Debüt-Tor in der Bundeliga auch in diesem Spiel den Ball versenkt, allerdings konnte ein Abwehrspieler ihm entscheidend am Abschluss hindern.

Und gerade als sich wohl die meisten Bullen-Fans schon mit einem Remis abgefunden haben dürften, bekommen sie durch ein Gastgeschenk der Mazedonier den Sieg überreicht. Ein verunglückter Rückpass des Heimteams landet beim eingewechselten Takumi Minamino, der das Gastgeschenk dankend annimmt und den Ball aus zehn Metern in die Maschen knallt. Kurz danach ist dann auch Schluss. Die Bullen mühen sich gegen einen spielerisch ansprechenden mazedonischen Meister und gewinnen, wie schon zuletzt in der Bundesliga in Mattersburg, durch ein Tor in der letzten Minute. Die Rose-Elf erledigte den Auftritt ohne zu glänzen, verteidigte fehlerlos und holte dabei noch wichtige Punkte für die UEFA-Fünfjahreswertung.

Spielinfo

KF Shkendija

 

FC Salzburg

KF Shkendija0:1FC-Salzburg-Logo
UEFA Champions League
3. Qualifikationsrunde, Rückspiel (Hinspiel 0:3)
Anpfiff
Dienstag, 14. August 2018, 20:15 Uhr
AustragungsortAllianz Stadion, 17.120 Zuschauer
Schiedsrichter
Tamas Bognar (HUN)
 Torfolge 
0:1Minamino (90.+2)
Bejtulai, Musliu, AdiliGelbe KartenSamassekou, Schlager, Dabbur
Gelb-Rote Karten
Rote Karten