Kein Salzburger am Feld bei 2:2-Remis von Österreich gegen Wales

(Fast) volle Hüte im Prateroval: Über 44.000 Zuschauer wollten das Spiel gegen Wales live mitverfolgen / © SALZBURG12.at

Das österreichische Nationalteam, in welches mit Valentino Lazaro und Stefan Stangl auch zwei Salzburger berufen wurden, spielte heute Abend im Wiener Prater gegen Wales und holte nach zweimaligem Rückstand ein 2:2-Remis.

Gleich vorweg: Weder Lazaro, noch Stangl kamen in den 90 Minuten zum Einsatz. Lazaro’s Position hatte, trotz der Verletzung von Martin Harnik, Marcel Sabitzer inne und auf der Linksverteidigerposition experimentierte Marcel Koller, ließ mit Kevin Wimmer einen gelernten Innenverteidiger ran.

Munteres Unentschieden im Happel-Oval

Der Tottenham-Legionär war es auch, der maßgeblich an den zwei Treffern der Gäste beteiligt war. Bei der Führung durch Joe Allen konnte er den Ball nur unzureichend aus der Gefahrenzone schlagen, was Allen ausnutzte und aus knapp 20 Metern zur Führung traf.

Die Antwort der Österreicher konnte sich sehen lassen. Alaba spielte einen perfekten Pass in den Sechzehner, welchen Marko Arnautovic unkonventionell, allerdings genau richtig mit dem Kopf, am guten Keeper Hennessey vorbei zum 1:1 in die Maschen setzte.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte kamen die Gäste äußerst billig zur erneuten Führung. Nach einem Einwurf von Bale köpfelte Chester aufs Tor, Almer konnte noch parieren, doch Wimmer bekam das Spielgerät unglücklich an den Fuß und von dort kullerte es zum 2:1 ins Gehäuse.

Die Antwort der Österreicher ließ nach der Pause nicht lange auf sich warten. Arnautovic nutzte einen Fehler in der Hintermannschaft eiskalt aus und stellte auf 2:2, danach nahm allerdings weder die Koller-Elf, noch die Gäste aus Wales das letzte Risiko und unterm Strich war das Remis auch ein gerechtes Ergebnis.

Für das ÖFB-Team geht es am kommenden Sonntag in Belgrad gegen Serbien weiter.

Außerdem noch im Einsatz:

Valon Berisha stand beim Spiel des Kosovo gegen Kroatien in der Startelf, allerdings misslang die halbe Heimpremiere (gespielt wurde in Shkodra, Albanien) gegen den EM-Achtelfinalisten völlig. Nach einem schnellen Hattrick von Mario Mandzukic innerhalb der ersten 35 Minuten lag der Kosovo beinahe aussichtslos in Rückstand, am Ende kam Berisha’s Team sogar mit 0:6 unter die Räder.

Beim Spiel von Israel in Mazedonien, welches die Israeli mit 2:1 für sich entscheiden konnten, saß Munas Dabbur über 90 Minuten auf der Bank.

Alle Neune! Salzburg prolongiert Champions-League-Fluch

Eigentlich war alles angerichtet zum erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League in der Ära Red Bull. 23.500 Fans haben sich zum Entscheidungsspiel in die Kleßheimer Arena eingefunden und waren heiß auf das Match. Vor Spielbeginn gab es eine frohe Botschaft zu verkünden, wurde der bis zuletzt fragliche Kapitän Soriano doch rechtzeitig fit und konnte im Sturmzentrum beginnen. Damit schickte Coach Òscar die idente Mannschaft vom Hinspiel in Zagreb in die Schlacht.

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at
Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

Guter Start der Hausherren

Die Salzburger kamen gut in die Partie und wären nach acht Minuten beinahe in Führung gegangen. Sigali beförderte einen Salzburg-Corner beinahe ins eigene Tor und konnte sich bei Keeper Eduardo bedanken, dass man nicht das frühe 1:0 hinnehmen musste.

Nur eine Minute später hatte Berisha eine Topchance auf die Führung. Der Norweger wurde von Schwegler aus dem rechten Halbfeld flach angespielt und kam aus 18 Metern frei zum Abschluss, verfehlte das Ziel jedoch klar und manövrierte das Spielgerät über die Querlatte.

Nach dem guten Start belohnten sich die Kicker des FC Salzburg in der 22. Minute in Persona Valentino Lazaro selbst. Soriano bediente den Teamspieler am Mittelkreis mit einem schönen Zuspiel, Lazaro legte sich das Spielgerät an einem Gegenspieler vorbei und ab ging die wilde Fahrt. Der Torschütze aus dem Hinspiel drückte auf die Tube, drang in den Sechzehner ein, ließ einen weiteren Gegenspieler mit einer Körpertäuschung aussteigen und beförderte die Kugel mit Hilfe der Querlatte in den Winkel. Die 23.500 Fans in der Red Bull Arena waren völlig aus dem Häuschen.

Da war die Welt noch in Ordnung: Lazaro bringt Salzburg in Führung / © GEPA
Da war die Welt noch in Ordnung: Lazaro bringt Salzburg in Führung / © GEPA

Salzburg mit Rückenwind

Mit der Führung im Rücken erspielten sich die Salzburger weitere gute Gelegenheiten, die Beste fand Soriano nach einem Schwegler-Stanglpass vor, welchen der rechtzeitig vor dem Match fit gewordene Kapitän beinahe mit der Ferse in Richtung Tor befördert hätte. Allerdings kommt er einen Wimpernschlag zu spät.

Die Gäste fanden im ersten Durchgang keine nennenswerte Gelegenheit vor, sodass die Partie mit einer knappen 1:0-Führung der Hausherren in die Pause ging.

Der bis dato beste Mann am Feld, Christian Schwegler, konnte verletzungsbedingt im zweiten Durchgang nicht mehr mitmachen – und das sollte sich im weiteren Spielverlauf noch rächen.

Elfmeteralarm! Und dann grüßt das Murmeltier…

Die Hausherren begannen den zweiten Durchgang etwas verhaltener, doch Dinamo wurde auch zu Beginn nicht sonderlich gefährlich. Im Gegenteil, nach einer knappen Stunde wurde der Elf von Òscar Garcia ein klarer Handelfmeter verweigert. Nach einem Corner köpfelte Hinteregger aufs Tor, wo Sigali das Spielgerät an den ausgefahrenen Arm bekommt. Absicht hin oder her – aber bei unnatürlicher Bewegung des Armes samt einer Verbreiterung des Körpers ist das ein Strafstoß.

Danach wurden die Gäste jedoch stärker und es brauchte eine Glanzparade von Walke, um den Ausgleich zu verhindern. Stojanovic flankte zur Mitte, Fernandes köpfelte aus kurzer Distanz und Walke verhinderte den Einschlag.

In der 80. Minute hatte Berisha die Chance, alles klar zu machen. Nach einem Lochpass lief der Norweger alleine auf Eduardo zu, schaffte es jedoch nicht, das Spielgerät am Brasilianer vorbeizubefördern.

So kam es, wie es kommen musste. Schildenfeld legte eine Flanke für Fernandes ab, der zog von der linken Seite ab und Lainer fälschte unhaltbar für Walke ab. Der so bittere Ausgleich war passiert.

Fassungslosigkeit bei Walke: Fünf Minuten haben gefehlt / © GEPA
Fassungslosigkeit bei Walke: Fünf Minuten haben gefehlt / © GEPA

Dinamo hat den längeren Atem

Die Partie ging mit diesem Ausgleich in die Verlängerung und die Hausherren hatten hier ob der drei relativ frühen Wechsel ohnedies schon schlechtere Karten.

Es dauerte auch nicht lange, bis die Kroaten die endgültige Entscheidung herausspielten. Fernandes setzte sich gegen Lainer durch und schickte Soudani auf die Reise, der zwar zunächst an Walke scheiterte, den zweiten Versuch jedoch zum 1:2 in die Maschen setzte.

Salzburg rannte an, hatte jedoch nur mehr eine richtige Torchance. Nach einer Ecke kam Lainer aus vier Metern völlig frei stehend zum Abschluss, schaffte jedoch das Kunststück, das Leder über das Gehäuse zu jagen.

Somit macht der FC Salzburg den Kegelabend perfekt und scheitert zum neunten Mal in der Ära Red Bull an der Qualifikation zur UEFA Champions League. Bitterer als heute geht es kaum, heute haben wenige Minuten gefehlt, um den großen Traum endlich zu realisieren.

Der FC Salzburg darf sich zumindest mit der Gruppenphase der UEFA Europa League trösten, wenngleich das nur ein sehr schwacher Trost am heutigen Abend ist.

Spielinfo

FC Salzburg

 

GNK Dinamo Zagreb

FC-Salzburg-Logo1:2 nV.Dinamo Zagreb
UEFA Champions League
Play Off, Rückspiel
Anpfiff
Mittwoch, 24. August 2016, 20:45 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena, 23.451 Zuschauer
Schiedsrichter
Craig Thomson (SCO)
 Torfolge 
Lazaro (22.)

1:0
1:1
1:2

Fernandes (87.)
Soudani (95./ET)
Caleta-Car, Lazaro, SamassekouGelbe KartenSigali, Stojanovic, Jonas
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

Dinamo Zagreb steht mit dem Gesamtscore von 3:2 in der Gruppenphase der UEFA Champions League.