Corona-Saison 2020: Wie es nun weitergehen muss!

Red Bull Arena Salzburg

Gestern verlautbarte Vizekanzler und Sportminister Kogler, dass man regierungsseitig die Möglichkeit für sogenannte „Geisterspiele“ für die Bundesliga und 2. Liga sowie den Cup ermöglichen werde. Man darf als Fan also davon ausgehen, dass man zumindest in dieser Saison kein Stadion in Österreich mehr von innen sehen wird. „Dank“ Corona.

Schlimmer trifft es alle Ligen unter der 2. Liga, denn egal ob Männer, Frauen oder Nachwuchs – hier wurde die Saison abgebrochen. Es gibt weder Meister bzw. Cupsieger, noch Auf- oder Absteiger. Die Saison wurde seitens des ÖFB gestern annulliert – aus dem Kalender gestrichen. In den unteren Ligen gibt es bereits massiven Widerstand – besonders aus der Ecke der potentiellen Aufsteiger. So ist von Mirko Sraihans, Obmann der 1. Simmeringer SC, dessen Verein auf Aufstiegskurs war, zu hören, dass man auch juristisch gegen diesen Beschluss vorgehen werde:

Es wird wieder nur auf die Großen geschaut. Ich sehe schon ein, dass die Bundesliga wichtig ist, aber auf die Kleinen wird total vergessen. Wir werden uns juristisch damit auseinandersetzen und uns auch anschauen, was andere Vereine machen – etwa die Vienna, die damit sicher auch nicht einverstanden ist. Wir werden sicher nichts auslassen, zu unserem Recht zu kommen, wenn es möglich ist.

Ähnliches ist von anderen Vereinen auch zu hören.

Trainingsstart ab Montag

Ab kommenden Montag darf im Profi-Fußball wieder trainiert werden. In Kleingruppen, deren Personen nicht wechseln dürfen. Der FC Red Bull Salzburg will „so schnell wie möglich“ wieder auf den Trainingsplatz, betonte Geschäftsführer Stephan Reiter. Reiter ergänzt:

Wir halten aber die Umsetzung der uns bisher bekannten Vorgaben, die wir ja schon aus Deutschland kennen, für herausfordernd, aber gemeinsam lösbar.

Auch der LASK verkündete bereits, am Montag wieder mit dem Training zu starten.

Der FC Red Bull Salzburg will sobald wie möglich wieder mit dem Training in Taxham starten.
Der FC Red Bull Salzburg will sobald wie möglich wieder mit dem Training in Taxham starten.

Klub-Konferenz

Heute tagt der ÖFB mit den Vertretern der Vereine erneut – natürlich per Videokonferenz. Der ÖFB zeigte sich willig, die Saison unter den behördlichen Auflagen fertig zu spielen. Dazu wären aber auch Tests auf das Corona-Virus nötig, die nicht nur die gesamte Mannschaft, sondern auch den „Staff“ betreffen. Rund € 100,– soll so ein Test pro Person kosten, der von der Bundesliga bezahlt werden muss. Wie diese Spiele nun stattfinden können – das erste „Pflichtspiel“ wäre das Cup-Finale unseres FC Red Bull Salzburg gegen Austria Lustenau – wird zu diskutieren sein. Denn am Meisterschaftsausgang und an diesem Cup-Finale „hängen“ auch die internationalen Startplätze. Nur wenn Meisterschaft und Cup ausgespielt werden, kann der ÖFB die österreichischen Vertreter der UEFA nennen. Sollte es nicht möglich sein, Meisterschaft und Cup sportlich zu beenden, wird das ÖFB-Präsidium unter Anwendung der diesbezüglich im Gutachten festgelegten Grundsätze entsprechende Beschlüsse fassen.

Lieber Geisterspiele, als Abbruch!

Auch wenn Geisterspiele von jedem Fan gehasst werden, sind sie einem Abbruch der Saison unbedingt vorzuziehen. Auch wenn man bereits gegen jeden Verein zweimal gespielt hat, ist noch lange nichts entschieden. Einer der wenigen, die mit einem Saisonabbruch liebäugeln, ist LASK-Präsident Gruber, der mit der Entscheidung der belgischen Liga (diese wurde bereits abgebrochen) sympathisiert. Kunststück, denn dann wäre der LASK wohl Meister. Die UEFA hat die Entscheidung der Belgier bereits heftig kritisiert, ob dies auch ein Nachspiel haben wird, bleibt abzuwarten. In Österreich haben sich bereits Salzburg-Sportdirektor Freund und Rapids Christoph Peschek medial gegen einen Liga-Abbruch ausgesprochen. Christoph Freund:

Unser Job ist, wenn es geht, Fußball zu spielen. Die Leute wollen gerade in schwierigen Zeiten unterhalten werden. Zumindest im Fernsehen.

Umfassendere Berichterstattung

Wenn es der Klub-Konferenz heute gelingt einen Konsens zu erreichen, dass die Spiele unter den behördlichen Bedingungen abgehalten werden, braucht es aber mehr, als das „0-8-15“-Fernseherlebnis, um den „Heißhunger“ der Fans zu stillen. Unter Einhaltung der Auflagen wie „Abstandhalten“ und möglicherweise auch „Masken-Pflicht“ für Journalisten sind alle Medien – egal ob Print, Online oder Fernsehen – gefordert, ein wahres „Feuerwerk“ an Berichterstattung abzubrennen, das über den normalen Spieltagsalltag, wie wir das vor Corona gewohnt waren, hinaus geht. Mehr Kameras (vielleicht auch Body-Cams), mehr Liveticker, mehr Fotos, mehr Social Media. Einfach alles „mehr“ und kreativer.

Das Mixed-Zone-Interview nach dem Spiel könnte etwas schwieriger werden, hier sollten tatsächlich nur TV-Sender Zutritt bekommen. Hier hat man bereits aus dem Alltag Erfahrungen mit Interviews „auf Distanz“.

Entscheidender Tag

Bei der heutigen Klub-Konferenz fällt die Entscheidung. Darauf wartet ganz Fußball-Österreich. Das Resultat kann und darf nur ein sportliches sein. Dazu steht viel zu viel auf dem Spiel. Für viele Vereine auch finanziell, die zwar um die Eintrittsgelder und Konsumation „sterben“ würden, aber zumindest die Gelder aus den TV-Übertragungen erhalten würden.

Was kommt danach?

Auf die UEFA kommen schwere Zeiten zu. Denn auch wenn die Ligen regulär beendet werden, bleibt die Frage wann und vor allem wie eine Champions- oder Europa League stattfinden können. Was nützt einem ein CL-Quali-Spiel gegen einen (beispielsweise) italienischen Verein, wenn es zum Zeitpunkt der potentiellen Austragung noch eine Reisewarnung bzw. sogar ein Einreiseverbot gibt? Wie sieht es mit der Sicherheit vor Ort aus? Und da gäbe es noch viele Detailfragen, die es zu lösen gilt. Doch hier liegt der Ball nicht in Österreich. Lasst uns die Meisterschaft und den Cup sportlich beenden. Das ist allemal besser, als den Profifußball einfach abzubrechen.

Eine richtungsweisende Woche steht bevor

Red Bull Arena leer

Die Corona-Pandemie hat nicht nur das tägliche Leben, sondern auch unser aller Lieblingssportart fest im Griff. Ob und wie der Fußball in Österreich weitergeht, wird wohl in dieser Woche entschieden werden.

Der ÖFB und die Klubs tagen

Am Mittwoch findet die Präsidiumssitzung des ÖFB statt. Dort geht es um alle Fußballbewerbe – egal ob Frauenfußball, Nachwuchsbewerbe oder Amateure. Sportminister Kogler verhängte schon vor einiger Zeit ein Veranstaltungsverbot. Zumindest im Amateurbereich scheinen Geisterspiele keine Option zu sein, also darf mit einem Abbruch der Amateurligen am Mittwoch gerechnet werden. Diese Option ist auch eine für die anderen Ligen. Doch wie wird dann diese „Seuchen-Saison“ (sic!!!) gewertet?

Es scheint Tendenzen zu geben, dass die Saison komplett annulliert und im Sommer neu gestartet wird. Wenn man im Sommer überhaupt schon spielen kann bzw. darf.

Doch wer steigt aus der 2. Liga auf? Wer steigt ab? Wie geht man mit den internationalen Plätzen um?

Würde die Liga nun gestopppt und gewertet werden, wäre St. Pölten abgestiegen. Das werden die Niederösterreicher sicher so nicht hinnehmen und juristische Mittel dagegen ergreifen. Deswegen scheint es wahrscheinlicher, dass aus der Bundesliga niemand absteigt, die Liga dafür aber aufgestockt wird. Hier wird von einer Liga mit 13 oder 14 Vereinen (statt 12) gesprochen.

Bei den Bundesligisten sieht der Wille weiterzuspielen unterschiedlich aus. Der FC Red Bull Salzburg will (wenn möglich) die Saison sportlich klären, der aktuelle Tabellenführer LASK ist hier zurückhaltend. Kunststück, denn sollte die Saison gewertet und nicht annulliert werden, wäre der LASK „Corona Meister 2020“. LASK-Präsident Gruber ist als Aufsichtstatsmitglied im Präsidium stimmberechtigt ist. Ebenso stimmberechtigt sind Philipp Thonhauser (Admira) und Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer, zusätzlich die neun Landeschefs und ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Der ÖFB hat ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Rolle bei einem Abbruch sehr gewichtig werden könnte.

International würde ein Abbruch bedeuten, dass der LASK im Play-off der Champions League steht, unsere Salzburger müssten CL-Quali spielen. Rapid Wien wäre in der EL-Gruppenphase, aber nur, wenn Salzburg gegen Austria Lustenau im – ebenso unsicheren – Cup-Finale gewinnt. Ob, wie oder wann dieses Cup-Finale stattfindet, wird ebenso diese Woche besprochen.

Alle Entscheidungen – egal in welche Richtung sie gehen – bringen „Sieger“ und „Verlierer“. Man darf also gespannt sein, was diese Woche für den heimischen Fußball bringt.

Quo vadis Fußball?

Das Corona Virus hat die Welt fest im Griff. Betroffen sind nicht nur das tägliche Leben, sondern natürlich auch unser aller Lieblingssportart: Der Fußball. Die Ligen wurden in ganz Österreich ausgesetzt und Testspiele abgesagt. In anderen Ländern wurden Mannschaften wurden unter Quaratäne gestellt, die UEFA diskutiert in den kommenden Tagen sogar die Europameisterschaft 2020 zu verschieben.

Auch in anderen Sportarten wie z.B. Skisport, Handball oder Basketball wurde der Betrieb gestoppt. Den „härtesten Schnitt“ hat wohl Eishockey vollzogen: Der Spielbetrieb wurde eingestellt, es gibt in dieser Saison keinen Meistertitel. Bumm.

Richtungsweisend?

Wir alle hoffen inständig, dass wir bald wieder zu einer halbwegs gewohnten Normalität zurückkehren. Derzeit sieht es allerdings nicht so aus, als würde man zu Ostern wieder seiner Lieblingsmannschaft in einem Stadion zujubeln können. Hoffentlich irren wir uns. Aber die Zeichen stehen mehr darauf, dass diese Saison ohne weiteres Spiel enden wird.

Ja, angesichts der vielen Vorfälle auf dieser Welt, ist die Sachlage im Fußball ein „Luxusproblem“. Aber auch darüber muss man reden. Diverse Fans – auch aus anderen Ligen – diskutieren seit einigen Tagen, wie ihre Saison enden könnten.

Möglichkeiten gäbe es theoretisch einige. Diese reichen von dramatischen Lösungen wie die beim Eishockey, bis hin zu sehr optimistischen nach dem Motto „Wird alles gut, der Zauber ist bald vorbei“. Nur bei dieser letzten Variante – dem „aussitzen“ – würden die (inter)nationalen Fußballverbände keine Rolle spielen. Darüber müssen sich UEFA, ÖFB und Co. nun ihre Köpfe zerbrechen. Realistisch gesehen, bleiben zwei Möglichkeiten:

Ein harter Schnitt

Man folgt dem Vorbild Eishockey, beendet die Liga ohne Meister. Keiner steigt ab, keiner steigt auf.

Sportlich gesehen, wäre dies wahrscheinlich die fairste Variante, die keinen Verein bevorzugt und keinen benachteiligt. Dazu ist aber eine genaue Absprache mit der UEFA notwendig bzw. man muss auf Entscheidungen dieses Verbandes warten. Denn es steht ja auch im Raum, die aktuelle Champions League- bzw. Europa League-Saison zu beenden. Wer spielt dann kommenden Jahr in diesen Bewerben? Auch hier müsste die UEFA die aktuelle Saison quasi „ignorieren“. Jeder beginnt 2020/21 so, als wäre es da Jahr zuvor.

Der sportlich unfaire Schritt

Dann gibt es auch Stimmen die meinen, man solle einfach nur den Grunddurchgang werten. Das würde besonders die LASK-Fans freuen, denn dann wären die Linzer auf einmal Meister. Sportlich fair wäre diese Lösung allerdings nicht. Denn eine Saison hat mehr Spiele als nur den Grunddurchgang.

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