Alle Neune! Salzburg prolongiert Champions-League-Fluch

Eigentlich war alles angerichtet zum erstmaligen Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League in der Ära Red Bull. 23.500 Fans haben sich zum Entscheidungsspiel in die Kleßheimer Arena eingefunden und waren heiß auf das Match. Vor Spielbeginn gab es eine frohe Botschaft zu verkünden, wurde der bis zuletzt fragliche Kapitän Soriano doch rechtzeitig fit und konnte im Sturmzentrum beginnen. Damit schickte Coach Òscar die idente Mannschaft vom Hinspiel in Zagreb in die Schlacht.

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at
Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

Guter Start der Hausherren

Die Salzburger kamen gut in die Partie und wären nach acht Minuten beinahe in Führung gegangen. Sigali beförderte einen Salzburg-Corner beinahe ins eigene Tor und konnte sich bei Keeper Eduardo bedanken, dass man nicht das frühe 1:0 hinnehmen musste.

Nur eine Minute später hatte Berisha eine Topchance auf die Führung. Der Norweger wurde von Schwegler aus dem rechten Halbfeld flach angespielt und kam aus 18 Metern frei zum Abschluss, verfehlte das Ziel jedoch klar und manövrierte das Spielgerät über die Querlatte.

Nach dem guten Start belohnten sich die Kicker des FC Salzburg in der 22. Minute in Persona Valentino Lazaro selbst. Soriano bediente den Teamspieler am Mittelkreis mit einem schönen Zuspiel, Lazaro legte sich das Spielgerät an einem Gegenspieler vorbei und ab ging die wilde Fahrt. Der Torschütze aus dem Hinspiel drückte auf die Tube, drang in den Sechzehner ein, ließ einen weiteren Gegenspieler mit einer Körpertäuschung aussteigen und beförderte die Kugel mit Hilfe der Querlatte in den Winkel. Die 23.500 Fans in der Red Bull Arena waren völlig aus dem Häuschen.

Da war die Welt noch in Ordnung: Lazaro bringt Salzburg in Führung / © GEPA
Da war die Welt noch in Ordnung: Lazaro bringt Salzburg in Führung / © GEPA

Salzburg mit Rückenwind

Mit der Führung im Rücken erspielten sich die Salzburger weitere gute Gelegenheiten, die Beste fand Soriano nach einem Schwegler-Stanglpass vor, welchen der rechtzeitig vor dem Match fit gewordene Kapitän beinahe mit der Ferse in Richtung Tor befördert hätte. Allerdings kommt er einen Wimpernschlag zu spät.

Die Gäste fanden im ersten Durchgang keine nennenswerte Gelegenheit vor, sodass die Partie mit einer knappen 1:0-Führung der Hausherren in die Pause ging.

Der bis dato beste Mann am Feld, Christian Schwegler, konnte verletzungsbedingt im zweiten Durchgang nicht mehr mitmachen – und das sollte sich im weiteren Spielverlauf noch rächen.

Elfmeteralarm! Und dann grüßt das Murmeltier…

Die Hausherren begannen den zweiten Durchgang etwas verhaltener, doch Dinamo wurde auch zu Beginn nicht sonderlich gefährlich. Im Gegenteil, nach einer knappen Stunde wurde der Elf von Òscar Garcia ein klarer Handelfmeter verweigert. Nach einem Corner köpfelte Hinteregger aufs Tor, wo Sigali das Spielgerät an den ausgefahrenen Arm bekommt. Absicht hin oder her – aber bei unnatürlicher Bewegung des Armes samt einer Verbreiterung des Körpers ist das ein Strafstoß.

Danach wurden die Gäste jedoch stärker und es brauchte eine Glanzparade von Walke, um den Ausgleich zu verhindern. Stojanovic flankte zur Mitte, Fernandes köpfelte aus kurzer Distanz und Walke verhinderte den Einschlag.

In der 80. Minute hatte Berisha die Chance, alles klar zu machen. Nach einem Lochpass lief der Norweger alleine auf Eduardo zu, schaffte es jedoch nicht, das Spielgerät am Brasilianer vorbeizubefördern.

So kam es, wie es kommen musste. Schildenfeld legte eine Flanke für Fernandes ab, der zog von der linken Seite ab und Lainer fälschte unhaltbar für Walke ab. Der so bittere Ausgleich war passiert.

Fassungslosigkeit bei Walke: Fünf Minuten haben gefehlt / © GEPA
Fassungslosigkeit bei Walke: Fünf Minuten haben gefehlt / © GEPA

Dinamo hat den längeren Atem

Die Partie ging mit diesem Ausgleich in die Verlängerung und die Hausherren hatten hier ob der drei relativ frühen Wechsel ohnedies schon schlechtere Karten.

Es dauerte auch nicht lange, bis die Kroaten die endgültige Entscheidung herausspielten. Fernandes setzte sich gegen Lainer durch und schickte Soudani auf die Reise, der zwar zunächst an Walke scheiterte, den zweiten Versuch jedoch zum 1:2 in die Maschen setzte.

Salzburg rannte an, hatte jedoch nur mehr eine richtige Torchance. Nach einer Ecke kam Lainer aus vier Metern völlig frei stehend zum Abschluss, schaffte jedoch das Kunststück, das Leder über das Gehäuse zu jagen.

Somit macht der FC Salzburg den Kegelabend perfekt und scheitert zum neunten Mal in der Ära Red Bull an der Qualifikation zur UEFA Champions League. Bitterer als heute geht es kaum, heute haben wenige Minuten gefehlt, um den großen Traum endlich zu realisieren.

Der FC Salzburg darf sich zumindest mit der Gruppenphase der UEFA Europa League trösten, wenngleich das nur ein sehr schwacher Trost am heutigen Abend ist.

Spielinfo

FC Salzburg

 

GNK Dinamo Zagreb

FC-Salzburg-Logo1:2 nV.Dinamo Zagreb
UEFA Champions League
Play Off, Rückspiel
Anpfiff
Mittwoch, 24. August 2016, 20:45 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena, 23.451 Zuschauer
Schiedsrichter
Craig Thomson (SCO)
 Torfolge 
Lazaro (22.)

1:0
1:1
1:2

Fernandes (87.)
Soudani (95./ET)
Caleta-Car, Lazaro, SamassekouGelbe KartenSigali, Stojanovic, Jonas
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

Dinamo Zagreb steht mit dem Gesamtscore von 3:2 in der Gruppenphase der UEFA Champions League.

Showdown Part 1: Salzburg gastiert in Zagreb

Duje Caleta Car Dinamo Zagreb FC Salzburg

Bereits am gestrigen Feiertag reiste der FC Red Bull Salzburg nach Kroatien, wo es heute Dienstag, den 16. August 2016, gegen GNK Dinamo Zagreb im UEFA Champions League-Play-off um eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geht.

In den bisherigen Qualifikationsspielen präsentierten sich die Salzburger durchwegs kompakt. Sie sind die einzige Mannschaft in der Play-off-Runde, die in allen Spielen ohne Gegentreffer blieb.

Serienmeister

GNK Dinamo Zagreb wird aktuell von Ex-Österreich-Legionär Zlatko Kranjcar trainiert, der erst im März dieses Jahres von Red Bull Salzburg-Kapitän Jonatan Soriano als bester ausländischer Bundesliga-Torschütze abgelöst wurde. Dinamo ist nicht nur Tabellenführer der kroatischen Liga (5 Spiele, 13 Punkte, Torverhältnis 12:3) sondern bereits seit elf (!) Jahren in Folge Meister. Den Aufstieg ins Play-off schafften die Kroaten mit Erfolgen über FK Vardar (2:1, 3:2) und Dinamo Tiflis (2:1, 1:0).

In den letzten Duellen mit dem 22-fachen kroatischen Titelträger gab es allerdings stets Tore. Die beiden Spiele der Gruppenphase der Europa League 2014 gewannen die Salzburger mit 5:1 bzw. 4:2. Und in der Champions League-Qualifikation 2009 stieg man mit 2:1 bzw. 1:1 in die nächste Runde auf.
Andreas Ulmer, der bei beiden Duellen schon mit dabei war und mittlerweile bereits 351 Spiele im Red Bull Salzburg-Dress (193 Bundesliga, 31 Cup, 53 EC, 74 Testspiele) absolviert hat, meint jedoch:

Die Gesichter beider Mannschaften haben sich seit damals deutlich verändert, ein Rückblick auf diese Spiele hat nur statistischen Wert. Für uns geht es im Play-off gegen eine Topmannschaft, die uns in beiden Duellen alles abverlangen wird.

Auch Trainer Oscar Garcia weiß, dass es sehr schwierig wird:

Wir haben Dinamo genau analysiert und wissen, dass es kein Zufall war, dass sie zuletzt in der Champions League-Gruppenphase mit dabei waren. Vor kurzem haben sie das zweitbeste Team der kroatischen Liga mit 4:0 besiegt. Das sagt viel über ihre Stärke aus.

Personelles

Nicht einsatzbereit sind Smail Prevljak (Knie), Paulo Miranda (Knöchel) und Marc Rzatkowski (Oberschenkel).  Außerdem fehlt Hee Chan Hwang, der mit seiner Nationalmannschaft beim Olympischen Fußball-Turnier engagiert sind. Takumi Minamino ist heute wieder ins Mannschaftstraining der Salzburger eingestiegen.

Spielinfo

GNK Dinamo Zagreb

 

FC Salzburg

Dinamo Zagreb FC-Salzburg-Logo
Champions League
Play-Off Hinspiel
Anpfiff
Dienstag, 16. August 2016, 20.45 Uhr
AustragungsortStadion Maksimir
LivetickerWenn ihr am PC oder Tablet mitlesen möchtet, empfehlen wir die Desktopansicht unseres Livertickers, Smartphone-Benutzer sind mit unserer kostenlosen App für iPhone, Android und Windows Phone am Besten bedient. Infos zum Spiel wie Aufstellung und Tore erfahrt ihr auch direkt auf unserer Facebookseite oder via Twitter. Für dieses Spiel nutzen wir den Hashtag: #DINRBS

 

Nach Auswärtssieg: Salzburg am Weg ins Play-Off!

FC Salzburg gegen FK Partizani Tirana

Der Auswärtssieg – so glücklich er gewesen sein mag – bei FK Partizani Tirana war für den FC Salzburg ein wichtiger Schritt ins Play-Off der UEFA Champions League. Am Mittwoch können die Salzburger den Sack zu machen!

Mauerwerk

Der FK Partizani Tirana „glänzte“ beim Hinspiel weniger mit spielerischen Gustostückerln, mehr mit einer sehr kompakten Verteidigung, die es den Salzburgern extrem schwer machte, den wichtigen Treffer zu erzielen. Doch Dank eines Elfmetertreffers von Kapitän Jonny Soriano gelang den Salzburgern der wichtige Auswärtstreffer. Ebenso wichtig: Die Null stand! Würde alles mit gerechten Dingen zugehen, würde bei den Gästen aus Albanien wohl der eine oder andere Spieler mehr fehlen, doch der Schiedsrichter im Hinspiel hielt viele Attacken nicht für „Karten-würdig“.

Zumindest Renaldo Kalari wird den Albanern fehlen, der für sein Brutalo-Foul an Soriano mit Rot vom Platz flog. Agustin Torassas übertrieben hartes Foul an Schwegler fand hingegen beim englischen Referee keine Beachtung. Gottlob war Sorianos Verletzung nicht so gravierend – der Kapitän stand schon im nächsten Spiel wieder zur Verfügung.

Lehrreich

Das Hinspiel in Albanien war erfolg- und lehrreich zugleich. Denn wie Oscar Garcia schon vorab gewarnt hatte, war der Gegner keinesfalls leicht. Mit dieser Warnung im Hinterkopf gehen die Salzburger auch ins Rückspiel, so der Salzburger Trainer:

Auch wenn der Gegner in Europa nicht sehr bekannt ist und er deshalb von so manchem unterschätzt wurde, ist er nicht zufällig in der 3. Runde. Überhaupt sieht man an den bisherigen Ergebnissen deutlich, dass in dieser Phase des Bewerbes alles extrem eng beisammen liegt.

Ein Blick auf die Hinspiele dieser 3. Champions League-Qualifikationsrunde bestätigt dies. Bei den insgesamt 15 Duellen gab es lediglich zwei Auswärtssiege (Red Bull Salzburg und Legia Warschau mit 1:0), generell waren zwei Tore Unterschied das Maximum.
„Der letzte Auswärtssieg einer Salzburger Mannschaft in der Champions League lag bereits sieben Jahren zurück (Anm.: am 4. August 2009 bei Dinamo Zagreb mit 2:1). Uns sind jetzt zwei Auswärtserfolge in Serie gelungen“, ergänzt Garcia. Daheim sind die Salzburger seit elf Qualifikationsspielen (Champions League und Europa League) ungeschlagen (Anm.: letzte Niederlage am 18. August 2010 mit 2:3 gegen Hapoel Tel Aviv) und haben dabei neun Siege und zwei Remis errungen.

Wir haben für das Retourmatch eine gute Ausgangsposition und wollen auch die Heimserie unbedingt verlängern

meint Mittelfeldmann Konrad Laimer. „Aber das geht nur, wenn wir auch im Rückspiel hart arbeiten und unsere taktischen Vorgaben exakt umsetzen.“

Soriano erzielte in Tirana das wichtige Auswärtstor mit einem Elfmeter
Soriano erzielte in Tirana das wichtige Auswärtstor durch einen Elfmeter

Personelles

Nicht einsatzbereit sind Reinhold Yabo und Smail Prevljak (beide Knie) bzw. Paulo Miranda und Christoph Leitgeb (beide Knöchel). Der Einsatz von Dayot Upamecano (Knieprobleme) ist fraglich. Diadie Samassekou ist nach der Gelb-Roten Karte im Hinspiel diesmal gesperrt. Außerdem fehlen Takumi Minamino und Hee Chan Hwang, die sich mit ihren Nationalmannschaften auf das Olympische Fußball-Turnier vorbereiten.

Spielinfo

FC Salzburg

 

FK Partizani Tirana

FC-Salzburg-Logo FK Partizani Logo
CL Qualifikation
3. Runde Rückspiel
Anpfiff
Mittwoch, 3. August 2016, 20.30 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena
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Volle Konzentration gefragt: Salzburg verteidigt knappen Vorsprung in Lettland

Für den Meister geht es bereits in einer so frühen Phase der Meisterschaft „um die Wurst“, denn packt man die Hürde Liepaja nicht, gibts keinen Fallschirm, keinen Rettungsanker, keinen doppelten Boden – dann ist man aus dem Europacup draußen. Den Teufel wollen wir jedoch nicht an die Wand malen. Volle Konzentration, dann sollte sich, trotz der starken Defensiv-Leistung von Liepaja im Hinspiel, die Klasse der Salzburger durchsetzen.

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