Größere Zuschaueranzahl ab September möglich!

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Eine frohe Botschaft verkündete Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler bei seiner Pressekonferenz: Ab Anfang September dürfen bis zu 10.000 Zuschauer wieder in die heimischen Stadien. Allerdings unter bestimmten Voraussetzungen.

Tausende Babyelefanten

Für die Besucher müssen zugewiesene Sitzplätze zur Verfügung stehen und die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Für unsere Red Bull Arena, die ja knapp über 30.000 Plätze hat, würde dies bedeuten, dass man das Stadion genau zu einem Drittel „voll“ machen darf. Neben jedem Zuschauer sitzt dann der imaginäre Babyelefant.

Wer darf?

Die Frage stellt sich der Fan wohl gleich zu Beginn. Und diese sollte – wenn der Verein nicht seine eigenen Prinzipien über Bord wirft – rasch geklärt sein. „Treue lohnt sich“ titelte der FC Red Bull Salzburg in der Vergangenheit und sprach damit vorallem die Dauerkarteninhaber an. Dieses Motto sollte sich auch nicht ändern. Zumal der FC Red Bull Salzburg auch seine Dauerkarte so bewirbt:

Treue lohnt sich

Sturm auf Abokarten?

Der FC Red Bull Salzburg hält bei 8500+ Dauerkartenbesitzern. Um in der erlauchten Kreis zu kommen, der ab September in die Stadien darf, sollte man also Inhaber einer solchen Abocard sein. Da die Neuregelung der Regierung erst heute bekannt wurde, darf man erwarten, dass die Damen und Herren im Ticketing in der Red Bull Arena nun wirklich Arbeit bekommen.

Mehr Infos über die Dauerkarte und die Preise gibt’s direkt beim Verein.

Ändert das Präventionskonzept! Jetzt! (mit Umfrage)

Fußball ohne Fans ist nichts! 

Wir erleben heute den 3. Spieltag „nach Corona“. Sturm Graz gegen FC Red Bull Salzburg lautet das für uns interessante Duell. Und die Stadien sind weiterhin leer. Geisterspiel Nummer 3. Emotionen gibt’s maximal am Spielfeld.

Wir sind alle ausgesperrt (ja auch wir, denn die „herkömmlichen“ Akkreditierungen gelten alle nicht mehr). Nahezu täglich gibt es Pressekonferenzen der Regierung, wo Lockerungsmaßnahmen für die Bevölkerung präsentiert werden. So darf man beispielsweise ab kommenden Montag wieder ohne Maske zu seinem „Wirt’n“, die 4-Personen-pro-Tisch-Regel gibt’s dann auch nicht mehr, in den Schulen tummeln sich mittlerweile wieder hunderte Kinder. Ab nächster Woche herrscht auch großteils wieder Reisefreiheit in Europa (mit wenigen Ausnahmen).

Ja, es ist uns gemeinsam gelungen die Auswirkungen dieses heimtückischen Virus in Schach zu halten. Österreich kam sehr glimpflich davon. Deswegen auch die Lockerungen. Gut so.

(Nicht nur) Fußball bleibt außen vor

Lockerungen an allen Ecken und Enden. Die meisten dieser „spürbaren“ Lockerungen betreffen alles Aktivitäten, die sich in geschlossenen Räumen abspielen. Wenn man Virologen glauben darf, dann verbreitet sich gerade dort das Virus stärker als im Freien. Im Freien! Also auch im Stadium. Doch da darf niemand außer der „Gelb-Orange-Roten-Gruppe“ rein, die das Präventionskonzept beschreibt. Da kommen nicht einmal wir vor (was unsere Arbeit für euch Fans nicht leichter macht).

Änderung! Jetzt!

Ich darf also gleich wieder bis 1.00 Uhr früh beim Wirt meines Vertrauens mit allen meinen Freunden rumhängen, Kinder dürfen sich zu hunderten in Schulen frei bewegen (ohne Maske), aber ins Stadion darf ich nicht? Ja, das Präventionskonzept war wichtig. Wichtig, damit unser Lieblingssport überhaupt wieder starten darf (was ein gewisser oberösterreichischer Verein fast „vergeigt“ hätte). Doch dieses Konzept kommt aus der Vergangenheit. Zu einer Zeit, wo es tatsächlich Sinn machte.

Doch heute schreiben wir den 10.6. Ein Tag, an dem im ganzen Bundesland Salzburg gerade mal 3 Personen an diesem heimtückischen Virus erkrankt sind. Und genau deswegen gehört dieses Konzept überdacht und sofort geändert.

Corona 10.06.2020
Die Corona-Zahlen des heutigen Tages. Einzig die Bundeshauptstadt fällt „negativ“ auf. Quelle: https://info.gesundheitsministerium.at/

Drei Szenarien

Für uns wären drei Szenarien zumindest theoretisch möglich.

  1. Totale Öffnung der Stadien.
    Gut, das wäre die freundlichste, aber wahrscheinlich unwahrscheinlichste Lösung. Aber theoretisch denkbar.
  2. Bundeslandspezifische Öffnung
    Man einigt sich auf eine gewissen Anzahl der Infektionen, die es maximal pro Bundesland geben darf und öffnet dann die Stadien. Wir hören die Wiener schon „schreien“, denn die sind aktuell der „Bad Boy“ der Corona-Pandemie in Österreich.
  3. Öffnung für die treuesten Fans
    Alternativ wäre auch möglich, dass die Stadien nur für Inhaber einer Abocard geöffnet werden. Kein Verein hat sein komplettes Stadion mit Dauerkarteninhabern gefüllt, damit wäre auch ein gewisser Abstand zwischen den Besuchern garantiert.

Faktum ist aber: So kann das nicht weitergehen. Die Liga und die Regierung müssen – am besten gestern – das Konzept neu bewerten und eine rasche Lösung finden. Das Konzept entspricht nicht (mehr) dem Status Quo. Und wenn unsere Regierung Lockerungsmaßnahmen für das tägliche Leben präsentiert, dann sollten diese auch den Fußball umfassen.

Was ist eure Meinung?

Jetzt wollen wir wissen, wie ihr darüber denkt! Postet eure Meinung bitte direkt in die Kommentare unten! DANKE!

Fahrplan: So ist der zeitliche Ablauf für Cup und Bundesliga

Bundesliga Cup Fahrplan

Heute Vormittag kam im Rahmen einer Pressekonferenz von Gesundheitsminister Anschober, Sportminister Kogler, ÖFB-Präsident Windtner und Bundesliga-Vorstandsvorsitzenden Ebenbauer die „Frohbotschaft“: Die Fortführung von Bundesliga und Cup wird seitens der Regierung erlaubt! Der Wermutstropfen: Zuschauer sind nicht zugelassen, die Teilnehmer beschränken sich auf die Spieler, den Staff, Vereinsverantwortliche und Journalisten.

Wie sieht nun der Zeitplan aus?

Die Klubkonferenz

Am morgigen Mittwoch findet eine Klubkonferenz statt, bei der der Rahmenterminplan festgelegt wird. Die Saison muss mit Ende Juli abgeschlossen werden, daraus resultiert, dass es wohl einige „englische Wochen“ geben wird. Bereits heute sickerte allerdings durch, dass das Cup-Finale zwischen dem FC Red Bull Salzburg und Austria Lustenau die erste Partie nach dem Lockdown sein wird.

Das Mannschaftstraining

Bereits diesen Freitag ist wieder ein volles Mannschaftstraining erlaubt. Somit bleiben den Bundesligisten (und Austria Lustenau) rund 2 Wochen für die Vorbereitung auf den Neustart. All dies und auch die kommenden Spiele unterliegen einem durchaus strengen Präventionskonzept, das regelmäßige Testungen beinhaltet, aber auch klare Regeln, wenn es zu einem positiven Vorfall innerhalb der Mannschaft kommen sollte.

Was passiert bei einem positiven Corona-Test eines Spielers?
Sollte ein Spieler positiv auf das Virus getestet werden, muss er in häusliche Quarantäne und muss dem Trainingsbetrieb fernbleiben. Alle Mannschaftskollegen werden getestet und dürfen – im Falle des negativen Tests – weiter trainieren bzw. Spiele absolvieren.

Das Cup-Finale

Stand heute wird am 30. Mai das Cup-Finale zwischen dem FC Red Bull Salzburg und Austria Lustenau ausgetragen. Genaue Details sind bislang noch nicht bekannt.

Anfang Juni: Spielbetrieb

Je nach dem wie sich die morgige Klubkonferenz entscheidet, startet die Liga mit der 23. Runde entweder Dienstag, 2.6. bzw. Mittwoch 3.6. oder am Wochenende darauf – also 6. bzw. 7.6.2020.

Wir halten euch natürlich am Laufenden und versprechen euch heute schon eine intensive Live-Berichterstattung von den kommenden Begegnungen!

„Gnadenstoß“ für den professionellen Mannschaftssport?

Leeres Stadion

Seit wenigen Tagen dürfen die Teams der Bundesliga (und Cup-Finalist Austria Lustenau) wieder in Kleingruppen trainieren. Das ist aber schon die einzig positive Nachricht, die es für die „schönste Nebensache“ der Welt zu vermelden gibt. 

Das Konzept

Die Bundesliga hat in einer Klubkonferenz ein Konzept erarbeitet, dass den verantwortlichen Gremien in den Ministerien übermittelt wurde. Dies gliedert sich in drei wesentliche Punkte:

Medizin: Ziel ist, das Risiko von Übertragungen über ein engmaschiges Testschema mit PCR-Tests zu minimieren. Diese Tests zeigen, ob ein Spieler aktuell mit Corona-Virus infiziert ist. Wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Möglichkeit, im Falle eines positiven Tests nur den betroffenen Akteur zu isolieren.

Sport: Aktuell gibt es eine behördliche Genehmigung für Kleingruppentraining, das seit Anfang dieser Woche stattfindet. Für Mannschaftstraining und Spielbetrieb sind behördliche Genehmigungen noch ausständig. Zum aktuellen Zeitpunkt muss die Saison 2019/20 bis 30.06 abgeschlossen sein. Sofern dieser Zeitpunkt nach hinten geschoben wird, wird der Rahmenterminplan unter Berücksichtigung sämtlicher Herausforderungen wie bspw. der Spielerverträge evaluiert.

Organisation: In Punkto Organisation von Spielen ohne Zuschauer beruht das Konzept auf drei Gruppen.

Gruppe Rot umfasst Spieler und alle Personen, die direkt Kontakt mit ihnen haben wie Trainer, Betreuer, Schiedsrichter. Diese Personen sollen regelmäßigen Testungen in kurzen Abständen unterzogen werden.

Die Gruppe Orange bewegt sich im Stadioninnenraum und besteht unter anderem aus TV-Produktion, Organisation und teilweise Medienvertretern. Hier wird auf Abstand zur Roten Gruppe sowie allgemein gültige Maßnahmen wie Handhygiene oder das Tragens des Nasen-Mund-Schutz gesetzt.

Die Gruppe Gelb befindet sich im Tribünenbereich. Sie umfasst Vertreter aus Medien und Organisation. Auch hier wird auf Nasen-Mund-Schutz und Abstand halten gesetzt sowie auf die räumliche Trennung zu den anderen Gruppen.

In Summe sollen bei Spielen ohne Publikum maximal 200 Personen im Stadion sowie 40 weitere Personen (bspw. Ordner) im Außenbereich tätig sein.

Die Verlängerung

Vorausschauend fasste ein paar Tage später das ÖFB-Präsidium noch den Beschluss der Verlängerung des Ligabetriebes:

Das ÖFB-Präsidium hat in seiner heutigen Sitzung dem Antrag der Österreichischen Fußball-Bundesliga insofern stattgegeben, dass die Bundesliga ermächtigt wird, aufgrund der Corona-Pandemie die Meisterschaft der Tipico Bundesliga in der Saison 2019/20 für den Fall der Notwendigkeit über den 30.06.2020 hinaus bis zum 31.07.2020 fortzusetzen.

Der Hoffnungsschimmer

Am selben Tag stellte Sportminister und Vizekanzler Kogler dann bei seiner Pressekonferenz fest:

Dass das Konzept die gesundheitspolitischen Vorgaben erfüllt, kann – glaube ich – gelingen.

Das Gespräch

Tags darauf kam es zu einem Gespräch mit Vertretern des Ministeriums und dem ÖFB. Es war keiner der zuständigen Minister anwesend. Das Ergebnis war „ernüchternd“:

Die Österreichische Fußball-Bundesliga hat dem Sportministerium vergangene Woche ein detailliertes Konzept zur Wiederaufnahme des Trainings- und Spielbetriebs übermittelt. Dieses wurde heute Nachmittag bei einem gemeinsamen Termin von Vertretern von Bundesliga, Sport- und Gesundheitsministerium besprochen.
Das vorgelegte Konzept wurde dabei grundsätzlich als gut durchdacht bewertet. Im Laufe des Termins wurden dazu vom Gesundheitsministerium insbesondere folgende Punkte festgehalten:
 
Ein volles Mannschaftstraining für die Teams der Tipico Bundesliga und SC Austria Lustenau ist frühestens mit der nächsten Verordnung des Gesundheitsministers am 15.05.2020 denkbar. Für die Klubs der Tipico Bundesliga und den Cupfinalisten SC Austria Lustenau ist aktuell Kleingruppentraining erlaubt.
 
Das Training für die HPYBET 2. Liga wird ab 15.05.2020 unter Maßgabe der in der Verordnung definierten Rahmenbedingungen möglich sein.
 
Test-Pooling (gemeinsames Auswerten mehrerer Testpersonen) kann für die Teststrategie berücksichtigt werden, wobei max. 5 Personen in einer Gruppe zusammengefasst werden dürfen. Dies senkt die Kosten.
 
Hinsichtlich der Quarantänemaßnahmen wurde festgehalten, dass positiv getestete Personen und deren Kontaktpersonen in Quarantäne müssen.
 
Die Bundesliga soll das aktuelle Konzept auf Basis der heute angesprochenen Informationen überarbeiten und bis spätestens Ende nächster Woche erneut übermitteln, um eine Aufnahme der angedachten Maßnahmen in der nächsten Verordnung des Gesundheitsministeriums (15.05.2020) zu ermöglichen.
 
Bundesliga-Vorstandsvorsitzender Christian Ebenbauer:
Mit den Ergebnissen des heutigen Termins ist eine sportliche Beendigung der Saison 2019/20 schwieriger geworden. Damit ist jedenfalls klar, dass ein Saisonende bis 30.06. nicht möglich ist. Die zusätzlichen Herausforderungen, die sich heute ergeben haben und alle weiteren Schritte werden wir nun mit unseren Klubs besprechen, um im Laufe der kommenden Woche das überarbeitete Konzept abermals übermitteln zu können.

Herber Rückschlag

Markus Kraetschmer (Austria Wien) meldete sich enttäuscht zu Wort:
Es gibt keine vernünftige Planbarkeit, so kommen wir nicht weiter. Es wird existenzbedrohend – nicht nur für den Fußball, für den gesamten Mannschaftssport. Es geht um unsere Kinder. Wir müssen langfristig denken, nicht in 14-Tages-Abschnitten, fordern Planbarkeit. Im Prinzip sind alle Mannschaftssportarten in Gefahr. Aber das ist kein Spezifikum der Austria, das betrifft viele andere Klubs ebenso. Mit jedem Tag wird wirtschaftlich noch mehr zerstört. Zusätzlich werden Karrieren vernichtet. Wir brauchen Klarheit, Planbarkeit und Perspektive. Es geht ja um eine volkswirtschaftliche Gesamtrechnung.
 
Red Bull Salzburgs Stephan Reiter nannte das Problem beim Namen:
Man kann keine Saison seriös zu Ende spielen, wenn zwei Mannschaften, die Betreuer, Schiedsrichter & Co für zwei Wochen in Quarantäne gehen müssen. Wir haben unser Anliegen in Form des Konzeptes mit entsprechender Sorgfalt erstellt. Mit dem aktuellen Feedback der Ministerien muss man klar sagen, dass Mannschaftssport, egal ob Fußball, Beachvolleyball, Handball, etc., so erst dann möglich sein wird, wenn es eine Impfung gibt. Das wäre das Ende vieler Strukturen, Klubs und Sportarten. Man darf nicht aus Sicht der Ministerien uns  eine Karotte vor die Nase hängen und diese dann wegziehen. Wenn die Regierung die Lage so beurteilt, sollte sie es klar sagen und nicht Hoffnung machen, wo es keine gibt. Möglicherweise sind aber auch nicht alle Vorteile unseres Konzeptes bei den beiden Ministerien so angekommen. Es stellt sich für mich eine zentrale Frage: Wenn wir es jetzt nicht hinbekommen, was soll dann im September anders sein? Wir haben aktuell weniger als 2.000 Infektionen, irgendwann müssen wir damit lernen, umzugehen und eine Perspektive für den Mannschaftssport schaffen. Man darf ja auch nicht vergessen, welche Wirtschaftsleistung mit zehntausenden Arbeitsplätzen hinter dem Fußball steckt.

Das nächste Gespräch

Diese Woche soll nun das nächste Gespräch mit Minister Anschober folgen. Und dies könnte sich als folgenschwer für den gesamten Mannschaftssport auswirken. Für die Bundesliga würde ein Abbruch der Saison bedeuten, dass wohl nur drei Mannschaften bis September 2020 überleben würden. Salzburg, der LASK und Sturm. Damit wäre die Bundesliga, wie wir sie kennen, endgültig Geschichte.

Das Dilemma

Christian Ebenbauer von der Bundesliga spricht im Interview mit dem Standard zumindest noch von einem Hoffnungsschimmer, sieht aber auch das „Zuständigkeitsdilemma“:
Es ist halt das Gesundheitsministerium zuständig, unser Ansprechpartner ist aber das Sportministerium, und das Konzept war sogar lange vor diesem Termin öffentlich bekannt. Dass man uns nicht gesagt hat, dass es nicht möglich ist, trotz eines engmaschigen Testsystems kollektive Quarantäne zu vermeiden, ist bitter. Die Gesundheit steht an erster Stelle. Aber man braucht ein Ziel, eine Planungsmöglichkeit, eine Ahnung, wohin die Reise geht. Wenn man nicht weiß, wann und unter welchen Bedingungen wieder gespielt werden kann, wird das schnell von der Sinn- zur Existenzfrage. Und der Treffer vom Donnerstag wird zum K.-o.-Schlag für den gesamten Mannschaftssport. Wir müssen dann entscheiden, ob die Vorgaben sportlich und wirtschaftlich Sinn machen. Noch gibt es Hoffnung.

Also wieder einmal eine „spannende“ Woche für den professionellen Mannschaftssport. Wir halten es mit Cicero: 

Dum spiro spero.
Solange ich atme, hoffe ich.

Bundesliga entwickelt Konzept für Geisterspiele

Red Bull Arena Salzburg

Bei der heutigen Klubkonferenz wird es noch einmal spannend. Die Bundesliga bespricht ein von ihnen ausgearbeitetes Konzept, wie es in Sachen „Geisterspiele“ weitergehen kann. Wir erinnern uns: Zuschauer sind bis auf weiteres von den Spielen ausgeschlossen.

Rot – Orange – Gelb

Die Liga will Personen, die an einem Spieltag teilnehmen, farblich kennzeichnen. Rot für die Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Balljungen (also alle unmittelbar in den Spielbetrieb involvierte Personen), Orange für im Stadion-Innenbereich tätige Personen, die nicht in direkten Kontakt mit anderen treten (z.B. Kameraleute der TV-Sender) und Gelb für Personen auf der Tribüne, zum Beispiel Journalisten. Tatsächlich werden aber nur Personen aus der „roten Gruppe“ auf das Virus getestet. 

Möglicher Beginn Mitte Mai

Mitte Mai kann es dann soweit sein. Sollte dieser Termin – aus welchen Gründen auch immer – nicht machbar sein, könnte man das Ende des Ligabetriebs auch nach hinten schieben. Aktuell wird hier der 30.6. genannt. Eine Verschiebung müsste durch das ÖFB-Präsidium beschlossen werden. Ebenbauer sieht aber bei einer Verschiebung mögliche Probleme:

Es gibt viele Fragen bei einer Verlängerung, zum Beispiel auslaufende Spielerverträge, da haben wir derzeit keine Rechtssicherheit. Derzeit ist noch alles darauf ausgerichtet, es bis 30. Juni zu schaffen, und da ist das Zeitfenster sehr eng.

Isolation statt Abbruch

Das Konzept macht sich auch Gedanken um postivi getestete Spieler . Sollte ein Spieler positiv getestet werden, müsste der Infizierte isoliert werden. Der Spieler wäre erst dann wieder offiziell „gesund“, sobald er innerhalb von 48 Stunden zwei weitere Tests mit negativem Ergebnis abliefert. Jene Menschen, die in Kontakt mit dem Infizierten waren, würden „engmaschig getestet und genau beobachtet“, allerdings nicht aus dem Spielbetrieb herausgenommen werden. Dadurch wäre ein positiver Test nicht gleichbedeutend mit einem Meisterschafts-Abbruch.

Quelle: Kurier

FC Red Bull Salzburg startet morgen mit dem Training

Trainingsstart Corona FC Red Bull Salzburg

Am späten Samstag erreichten die Rahmenbedingen, unter denen ein Training stattfinden darf, die österreichischen Bundesligisten. Quintessenz:

Kleingruppen von maximal sechs Kaderspielern mit gleichbleibender Zusammensetzung, zwischen den Spielern bzw. Spielern und Trainern ist ein Abstand von mindestens zwei Metern einzuhalten.

Die Spieler des FC Red Bull Salzburg wurden bereits auf das Virus getestet, bis gestern kamen 60% der Tests retour – alle mit negativem Ergebnis. Nun bereitet man sich auf den morgigen Trainingsstart vor.

Wie die Krone berichtet, können die Co-Trainer jeweils fix eine dieser Kleingruppen übernehmen. Jeder dieser 4 Kleingruppen steht ein Torhüter und auch ein Physio zur Verfügung. Jesse Marsch hingegen wird wohl das Training von außen, aber in Rufweite, beobachten. 

Ein Spieler wird jedenfalls fehlen: Mohamed Camara. Camara flog wegen eines familiären Schicksalsschlags zurück nach Mali und sitzt nun dort fest. Auch wenn er wieder ausreisen darf, würde ihm wohl eine 14-tägige Quarantäne blühen.

Wenn sich die Lage nicht verschlimmert, kann mit einer Weiterführung der Liga – allerdings ohne Fans – ab Mitte Mai spekuliert werden.

Corona-Saison 2020: Wie es nun weitergehen muss!

Red Bull Arena Salzburg

Gestern verlautbarte Vizekanzler und Sportminister Kogler, dass man regierungsseitig die Möglichkeit für sogenannte „Geisterspiele“ für die Bundesliga und 2. Liga sowie den Cup ermöglichen werde. Man darf als Fan also davon ausgehen, dass man zumindest in dieser Saison kein Stadion in Österreich mehr von innen sehen wird. „Dank“ Corona.

Schlimmer trifft es alle Ligen unter der 2. Liga, denn egal ob Männer, Frauen oder Nachwuchs – hier wurde die Saison abgebrochen. Es gibt weder Meister bzw. Cupsieger, noch Auf- oder Absteiger. Die Saison wurde seitens des ÖFB gestern annulliert – aus dem Kalender gestrichen. In den unteren Ligen gibt es bereits massiven Widerstand – besonders aus der Ecke der potentiellen Aufsteiger. So ist von Mirko Sraihans, Obmann der 1. Simmeringer SC, dessen Verein auf Aufstiegskurs war, zu hören, dass man auch juristisch gegen diesen Beschluss vorgehen werde:

Es wird wieder nur auf die Großen geschaut. Ich sehe schon ein, dass die Bundesliga wichtig ist, aber auf die Kleinen wird total vergessen. Wir werden uns juristisch damit auseinandersetzen und uns auch anschauen, was andere Vereine machen – etwa die Vienna, die damit sicher auch nicht einverstanden ist. Wir werden sicher nichts auslassen, zu unserem Recht zu kommen, wenn es möglich ist.

Ähnliches ist von anderen Vereinen auch zu hören.

Trainingsstart ab Montag

Ab kommenden Montag darf im Profi-Fußball wieder trainiert werden. In Kleingruppen, deren Personen nicht wechseln dürfen. Der FC Red Bull Salzburg will „so schnell wie möglich“ wieder auf den Trainingsplatz, betonte Geschäftsführer Stephan Reiter. Reiter ergänzt:

Wir halten aber die Umsetzung der uns bisher bekannten Vorgaben, die wir ja schon aus Deutschland kennen, für herausfordernd, aber gemeinsam lösbar.

Auch der LASK verkündete bereits, am Montag wieder mit dem Training zu starten.

Der FC Red Bull Salzburg will sobald wie möglich wieder mit dem Training in Taxham starten.
Der FC Red Bull Salzburg will sobald wie möglich wieder mit dem Training in Taxham starten.

Klub-Konferenz

Heute tagt der ÖFB mit den Vertretern der Vereine erneut – natürlich per Videokonferenz. Der ÖFB zeigte sich willig, die Saison unter den behördlichen Auflagen fertig zu spielen. Dazu wären aber auch Tests auf das Corona-Virus nötig, die nicht nur die gesamte Mannschaft, sondern auch den „Staff“ betreffen. Rund € 100,– soll so ein Test pro Person kosten, der von der Bundesliga bezahlt werden muss. Wie diese Spiele nun stattfinden können – das erste „Pflichtspiel“ wäre das Cup-Finale unseres FC Red Bull Salzburg gegen Austria Lustenau – wird zu diskutieren sein. Denn am Meisterschaftsausgang und an diesem Cup-Finale „hängen“ auch die internationalen Startplätze. Nur wenn Meisterschaft und Cup ausgespielt werden, kann der ÖFB die österreichischen Vertreter der UEFA nennen. Sollte es nicht möglich sein, Meisterschaft und Cup sportlich zu beenden, wird das ÖFB-Präsidium unter Anwendung der diesbezüglich im Gutachten festgelegten Grundsätze entsprechende Beschlüsse fassen.

Lieber Geisterspiele, als Abbruch!

Auch wenn Geisterspiele von jedem Fan gehasst werden, sind sie einem Abbruch der Saison unbedingt vorzuziehen. Auch wenn man bereits gegen jeden Verein zweimal gespielt hat, ist noch lange nichts entschieden. Einer der wenigen, die mit einem Saisonabbruch liebäugeln, ist LASK-Präsident Gruber, der mit der Entscheidung der belgischen Liga (diese wurde bereits abgebrochen) sympathisiert. Kunststück, denn dann wäre der LASK wohl Meister. Die UEFA hat die Entscheidung der Belgier bereits heftig kritisiert, ob dies auch ein Nachspiel haben wird, bleibt abzuwarten. In Österreich haben sich bereits Salzburg-Sportdirektor Freund und Rapids Christoph Peschek medial gegen einen Liga-Abbruch ausgesprochen. Christoph Freund:

Unser Job ist, wenn es geht, Fußball zu spielen. Die Leute wollen gerade in schwierigen Zeiten unterhalten werden. Zumindest im Fernsehen.

Umfassendere Berichterstattung

Wenn es der Klub-Konferenz heute gelingt einen Konsens zu erreichen, dass die Spiele unter den behördlichen Bedingungen abgehalten werden, braucht es aber mehr, als das „0-8-15“-Fernseherlebnis, um den „Heißhunger“ der Fans zu stillen. Unter Einhaltung der Auflagen wie „Abstandhalten“ und möglicherweise auch „Masken-Pflicht“ für Journalisten sind alle Medien – egal ob Print, Online oder Fernsehen – gefordert, ein wahres „Feuerwerk“ an Berichterstattung abzubrennen, das über den normalen Spieltagsalltag, wie wir das vor Corona gewohnt waren, hinaus geht. Mehr Kameras (vielleicht auch Body-Cams), mehr Liveticker, mehr Fotos, mehr Social Media. Einfach alles „mehr“ und kreativer.

Das Mixed-Zone-Interview nach dem Spiel könnte etwas schwieriger werden, hier sollten tatsächlich nur TV-Sender Zutritt bekommen. Hier hat man bereits aus dem Alltag Erfahrungen mit Interviews „auf Distanz“.

Entscheidender Tag

Bei der heutigen Klub-Konferenz fällt die Entscheidung. Darauf wartet ganz Fußball-Österreich. Das Resultat kann und darf nur ein sportliches sein. Dazu steht viel zu viel auf dem Spiel. Für viele Vereine auch finanziell, die zwar um die Eintrittsgelder und Konsumation „sterben“ würden, aber zumindest die Gelder aus den TV-Übertragungen erhalten würden.

Was kommt danach?

Auf die UEFA kommen schwere Zeiten zu. Denn auch wenn die Ligen regulär beendet werden, bleibt die Frage wann und vor allem wie eine Champions- oder Europa League stattfinden können. Was nützt einem ein CL-Quali-Spiel gegen einen (beispielsweise) italienischen Verein, wenn es zum Zeitpunkt der potentiellen Austragung noch eine Reisewarnung bzw. sogar ein Einreiseverbot gibt? Wie sieht es mit der Sicherheit vor Ort aus? Und da gäbe es noch viele Detailfragen, die es zu lösen gilt. Doch hier liegt der Ball nicht in Österreich. Lasst uns die Meisterschaft und den Cup sportlich beenden. Das ist allemal besser, als den Profifußball einfach abzubrechen.

Eine richtungsweisende Woche steht bevor

Red Bull Arena leer

Die Corona-Pandemie hat nicht nur das tägliche Leben, sondern auch unser aller Lieblingssportart fest im Griff. Ob und wie der Fußball in Österreich weitergeht, wird wohl in dieser Woche entschieden werden.

Der ÖFB und die Klubs tagen

Am Mittwoch findet die Präsidiumssitzung des ÖFB statt. Dort geht es um alle Fußballbewerbe – egal ob Frauenfußball, Nachwuchsbewerbe oder Amateure. Sportminister Kogler verhängte schon vor einiger Zeit ein Veranstaltungsverbot. Zumindest im Amateurbereich scheinen Geisterspiele keine Option zu sein, also darf mit einem Abbruch der Amateurligen am Mittwoch gerechnet werden. Diese Option ist auch eine für die anderen Ligen. Doch wie wird dann diese „Seuchen-Saison“ (sic!!!) gewertet?

Es scheint Tendenzen zu geben, dass die Saison komplett annulliert und im Sommer neu gestartet wird. Wenn man im Sommer überhaupt schon spielen kann bzw. darf.

Doch wer steigt aus der 2. Liga auf? Wer steigt ab? Wie geht man mit den internationalen Plätzen um?

Würde die Liga nun gestopppt und gewertet werden, wäre St. Pölten abgestiegen. Das werden die Niederösterreicher sicher so nicht hinnehmen und juristische Mittel dagegen ergreifen. Deswegen scheint es wahrscheinlicher, dass aus der Bundesliga niemand absteigt, die Liga dafür aber aufgestockt wird. Hier wird von einer Liga mit 13 oder 14 Vereinen (statt 12) gesprochen.

Bei den Bundesligisten sieht der Wille weiterzuspielen unterschiedlich aus. Der FC Red Bull Salzburg will (wenn möglich) die Saison sportlich klären, der aktuelle Tabellenführer LASK ist hier zurückhaltend. Kunststück, denn sollte die Saison gewertet und nicht annulliert werden, wäre der LASK „Corona Meister 2020“. LASK-Präsident Gruber ist als Aufsichtstatsmitglied im Präsidium stimmberechtigt ist. Ebenso stimmberechtigt sind Philipp Thonhauser (Admira) und Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer, zusätzlich die neun Landeschefs und ÖFB-Präsident Leo Windtner.

Der ÖFB hat ein juristisches Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Rolle bei einem Abbruch sehr gewichtig werden könnte.

International würde ein Abbruch bedeuten, dass der LASK im Play-off der Champions League steht, unsere Salzburger müssten CL-Quali spielen. Rapid Wien wäre in der EL-Gruppenphase, aber nur, wenn Salzburg gegen Austria Lustenau im – ebenso unsicheren – Cup-Finale gewinnt. Ob, wie oder wann dieses Cup-Finale stattfindet, wird ebenso diese Woche besprochen.

Alle Entscheidungen – egal in welche Richtung sie gehen – bringen „Sieger“ und „Verlierer“. Man darf also gespannt sein, was diese Woche für den heimischen Fußball bringt.

Quo vadis Fußball?

Das Corona Virus hat die Welt fest im Griff. Betroffen sind nicht nur das tägliche Leben, sondern natürlich auch unser aller Lieblingssportart: Der Fußball. Die Ligen wurden in ganz Österreich ausgesetzt und Testspiele abgesagt. In anderen Ländern wurden Mannschaften wurden unter Quaratäne gestellt, die UEFA diskutiert in den kommenden Tagen sogar die Europameisterschaft 2020 zu verschieben.

Auch in anderen Sportarten wie z.B. Skisport, Handball oder Basketball wurde der Betrieb gestoppt. Den „härtesten Schnitt“ hat wohl Eishockey vollzogen: Der Spielbetrieb wurde eingestellt, es gibt in dieser Saison keinen Meistertitel. Bumm.

Richtungsweisend?

Wir alle hoffen inständig, dass wir bald wieder zu einer halbwegs gewohnten Normalität zurückkehren. Derzeit sieht es allerdings nicht so aus, als würde man zu Ostern wieder seiner Lieblingsmannschaft in einem Stadion zujubeln können. Hoffentlich irren wir uns. Aber die Zeichen stehen mehr darauf, dass diese Saison ohne weiteres Spiel enden wird.

Ja, angesichts der vielen Vorfälle auf dieser Welt, ist die Sachlage im Fußball ein „Luxusproblem“. Aber auch darüber muss man reden. Diverse Fans – auch aus anderen Ligen – diskutieren seit einigen Tagen, wie ihre Saison enden könnten.

Möglichkeiten gäbe es theoretisch einige. Diese reichen von dramatischen Lösungen wie die beim Eishockey, bis hin zu sehr optimistischen nach dem Motto „Wird alles gut, der Zauber ist bald vorbei“. Nur bei dieser letzten Variante – dem „aussitzen“ – würden die (inter)nationalen Fußballverbände keine Rolle spielen. Darüber müssen sich UEFA, ÖFB und Co. nun ihre Köpfe zerbrechen. Realistisch gesehen, bleiben zwei Möglichkeiten:

Ein harter Schnitt

Man folgt dem Vorbild Eishockey, beendet die Liga ohne Meister. Keiner steigt ab, keiner steigt auf.

Sportlich gesehen, wäre dies wahrscheinlich die fairste Variante, die keinen Verein bevorzugt und keinen benachteiligt. Dazu ist aber eine genaue Absprache mit der UEFA notwendig bzw. man muss auf Entscheidungen dieses Verbandes warten. Denn es steht ja auch im Raum, die aktuelle Champions League- bzw. Europa League-Saison zu beenden. Wer spielt dann kommenden Jahr in diesen Bewerben? Auch hier müsste die UEFA die aktuelle Saison quasi „ignorieren“. Jeder beginnt 2020/21 so, als wäre es da Jahr zuvor.

Der sportlich unfaire Schritt

Dann gibt es auch Stimmen die meinen, man solle einfach nur den Grunddurchgang werten. Das würde besonders die LASK-Fans freuen, denn dann wären die Linzer auf einmal Meister. Sportlich fair wäre diese Lösung allerdings nicht. Denn eine Saison hat mehr Spiele als nur den Grunddurchgang.

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