Unbenommen, der FC Red Bull Salzburg steckt in einer veritablen Krise. Da gibt es nichts schönzureden. In der Liga gab es im Frühjahr einen matten Punkt von neun möglichen. Der einstige Verfolger LASK ist vom Jäger zum Gejagten geworden. Auch in der Europa League ist der FC Salzburg Geschichte. Zwar konnte man beim Rückspiel gegen die Eintracht eine Besserung bemerken, aber die 4:1-Klatsche in Frankfurt war nicht mehr aufzuholen. Aus drei Bewerben wurden zwei. Ob es dabei bleibt, wird das kommende Halbfinale im ÖFB Cup zeigen, wo man (wieder) auf den LASK trifft.

Defizite

Der sympathische Trainer der Salzburger – Jesse Marsch – ist durch seine Dauerrotation in die Kritik der Fans und der Medien geraten. Marsch hingegen sieht die Begründung für das schlechte Abschneiden der letzten Wochen in der ersten Niederlage des Jahres 2020:

Das Ergebnis aus dem LASK-Spiel hat sich mehr in den Köpfen festgesetzt, als wir vielleicht gedacht haben.

Nun, dies mag zum Teil richtig sein. In Salzburg hat man das Verlieren verlernt. Niederlagen sind keine Schande. Es wird nicht die letzte gewesen sein, mit der Mannschaft und Trainer zu kämpfen haben. Marsch analysiert den Dämpfer gegen Altach so:

Es war nicht genug Tempo im Spiel, in der Defensive bekommen wir einfach zu viele Gegentore, das Umschaltspiel funktioniert nicht. Ganz viele Sachen, die im Herbst funktioniert haben, sind jetzt weg.

Ja, man muss neben der Aufstellung des Trainers auch die Mannschaft in die Pflicht nehmen. Verteidiger Andre Ramalho ortet die Probleme beim Team und sieht Motivationsdefizite:

Ich glaube, wir müssen uns im gesamten Paket, vorne und hinten, als Mannschaft verbessern. Wir dürfen nicht denken, dass wir immer gewinnen können, das ist nicht so. 80 und 90 Prozent gehen auch nicht, 99 Prozent geht auch nicht, es müssen 100 Prozent sein jedes Spiel.

Es muss der Beste spielen!

Der FC Red Bull Salzburg hat einen großen Kader. Jeder will einmal spielen, doch muss auch jeder spielen? Einer, der in letzter Zeit des öfteren von den Fans kritisiert wird, ist Schlußmann Stankovic, der wenig Ruhe und Rückhalt ausstrahlt. Unbenommen ist Stankovic auf der Linie einer der besten Keeper der Liga. Aber leider nur dort. Rufe nach einer Rückkehr des erfahreneren Keepers Alex Walke werden immer lauter.

In der Verteidigung, die mehr als löchrig ist, hat Marsch wenig Möglichkeiten. Kristensen ist verletzt, Wöber ebenso, wobei letzterer ohnedies nicht immer wirklich überzeugen konnte. Bleiben „Oldie“ Andreas Ulmer, der zur Zeit fehleranfällige Onguene und der nicht-mehr-ganz-so-schnelle Ramalho. Vallci hat wenig Praxis und dann noch Patrick Farkas, der seit seinem Schlaganfall noch nicht auf 100% ist. Verzwickte Situation.

Im Mittelfeld fehlt Spielmacher Junuzovic wie kein Zweiter, Bernede ist nach seiner ewigen Verletzungspause auch noch nicht hundertprozentig auf seinem ursprünglichen Niveau. Szoboszlai läuft leider völlig neben der Spur.

Im Sturm sind Daka und Hwang wohl das Beste, was Marsch aufbieten kann. Koita ist zwar bemüht, aber dabei bleibt es meistens. Mergim Berisha hat überhaupt nicht in die Mannschaft gefunden und war auch gegen Altach extrem unauffällig. Und Okafor? Gute Frage, nächste Frage. Mehr als Minuteneinsätze gab es für die Neuerwerbung noch nicht.

Klare Reaktion gefordert

Und jetzt steht das Cup-Halbfinale an. Und der Gegner ist wieder der LASK. Genau der Verein, der die Salzburger die Krise eingeleitet hat. Bei diesem Heimspiel ist eine klare Reaktion der Mannschaft und des Trainers gefordert. Die erste Raktion der „Zuschauer“ ist bereits sichtbar. Stand heute sind die Kartenverkäufe mehr als „mager“:

Zwei Taghe vor dem Spiel gegen den LASK gibt es noch ausreichend Karten.
Zwei Taghe vor dem Spiel gegen den LASK gibt es noch ausreichend Karten.

Wenn der FC Red Bull Salzburg am Donnerstag nicht als Sieger vom Feld geht, kann man sich wohl einige Vorverkaufsphasen für die Spiele der Meistergruppe sparen. Das Salzburger Publikum war immer schon sehr erfolgsverwöhnt…

Spielinfo

FC Red Bull Salzburg

vs.

LASK

FC-Red-Bull-Salzburg-Meisterstern Donnertag, 5.3.2020
20.45 Uhr
LASK-Logo
ÖFB Cup:
Halbfinale
Austragungsort: Red Bull Arena
Spielereignisse:
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