Unterschiedlicher könnten die beiden Spieltage, die nur 5 Tage voneinander lagen nicht sein können. Trafen die Salzburger vergangenen Freitag im ersten Ligaspiel der Saison auf den SK Rapid Wien bei 30 Grad in Hütteldorf, mussten sie wenige Tage später gegen den Europa League Sieger Chelsea FC zuhause vor fast ausverkauftem Haus und bei weniger als 20 Grad in der Red Bull Arena antreten.

Ehe es auf dem Spielfeld fußballerisch so richtig los ging, eröffneten die Gastgeber die neue Heimspiel-Saison mit einem netten Feuerwerk: 

+++ VOR DEM ANSTOSS +++Endlich! König Fußball regiert wieder. Wenige Minuten vor dem Anpfiff der Partie gibts ein kleines Feuerwerk für die Fans.Das Spiel läuft im Moment übrigens live auf Sky Sport Austria 1 HD.

Gepostet von SALZBURG12.at am Mittwoch, 31. Juli 2019

Wie aus der Kanone geschossen

Hwang fand einige Chancen vor
Hwang fand einige Chancen vor

Die Salzburger starteten in das Spiel, wie eine Kanonenkugel, die in diesem Augenblick abgefeuert wurde. Hohes und intensives Pressing beschäftigte die Gäste aus London, die extra für dieses Spiel nach Salzburg geflogen sind, in den ersten 20 Minuten. Und das ordentlich. So hatte Hee Chan Hwang gleich in der ersten Minute die Möglichkeit die Salzburger in Führung zu bringen. Leider stand der Koreaner im Abseits. 10 Minuten später war es wieder Hwang, der nach einem herrlichen Pass ideal startete und das Spielgerät perfekt mitnahm. Luiz konnte den letzlich gefährlichen Schuss quasi von der Linie kratzen. Das allseits bekannte Sprichtwort: Wer die Tore nicht schießt, bekommt sie, sollte sich auch in diesem Spiel bewahrheiten. Ab der 20. Minute konnten die Blues Fehler der Bullen eiskalt ausnutzen und innerhalb kürzester Zeit eine Drei-Tore-Führung herstellen. 

Acht Minuten, drei Tore

Christian Pulisic
Christian Pulisic zeigte seine Klasse

Den Gästen reichten acht Minuten um die Halbzeitführung zu fixieren. Zuerst war es Neuverpflichtung Pulisic, der in der 20. Minuten – nach einem Abwehrfehler – auf 0:1 stellte. Auf 0:2 stellte Barkley, der einen Elfmeter – verursacht von Kristensen – verwandeln konnte. Den Schlusspunkt setze dann wieder US-Amerikaner Pulisic, der wieder schneller als die gesamte Salzburger Verteidigung war und Stankovic überlupfte. Kurz vor der Halbzeit gab es noch eine dicke Möglichkeit für die Salzburger einen Anschlusstreffer zu erzielen. Dominik Szoboszlai trat aus rund 25 Metern zum Freistoß an. Er drehte den Ball über die Mauer ins linke Eck. Kepa konnte den Ball nur knapp ins Aus parieren. Trotzdem ein sehenswerter Freistoß es Ungarn. 

Wunderschöner Freistoß von Dominik Szoboszlai
Wunderschöner Freistoß von Dominik Szoboszlai

Von Anschlusstreffern und herrlichen Toren

Zur Halbzeit wechselte Marsch die gesamte Elf durch. Und das zeigte auch seine Wirkung. Die Salzburger waren, wie auch zu Beginn der ersten Halbzeit, in den Zweikämpfen sehr bissig und präsent. Die Mühen wurden dann auch in der 50. Minute mit einem Tor belohnt. Luiz spielte den Ball ohne jegliche Not in das Toraus. Den Corner trat Junuzovic in den Strafraum, wo Onguéné das Spielgerät per Kopf zum zwischenzeitlichen 1:3 ins Tor beförderte. Die Freude über den Anschlusstreffer währte leider nicht lange. In einem Angriff über Barkley, flankte der Mittelfeldspieler über die gesamte Salzburger Verteidigung zum perfekt startenden Pedro, der den Ball per Ferse in den Maschen versenkte. Das war eines der schönsten Tore, die wir in diesem Stadion gesehen haben. Unfassbar. In der Wiederholung, die auf den beiden Videowalls den Fans gezeigt wurde, applaudierten nahezu alle im Stadion anwesenden über dieses Gustostückerl des Spaniers.

Chelsea-Stürmer Pedro mit Traumtor gegen Salzburg

TRAUMTOR! Chelsea Football Club-Stürmer Pedro gelingt im Testspiel gegen den FC Red Bull Salzburg ein unglaublicher Treffer. ⚽🔥

Gepostet von Sky Sport Austria am Mittwoch, 31. Juli 2019

Heiße Schlussphase

Die Bullen versuchten in der zweiten Spielzeit mehr aus ihrem Ballbesitz zu machen und fanden auch viele Chancen vor. So auch in der 77. Minute wo Koita nach einem doppelten Doppelpass mit seinem Abschluss, wie so oft, an Kepa scheitert. Der Nachschuss aus rund 35 Metern verfehlte nur knapp das rechte Eck. Der Europa League Sieger hat die Salzburger mit seiner Defensivarbeit relativ gut im Griff. Und trotzdem zeigten die Salzburger ein tolles Spiel mit Pässen über viele Stationen, schönen Kombinationen und auch tollen Abschlüssen, die entweder von Kepa vereitelt wurden oder von einem Chelsea-Spieler abgeblockt wurden. Bei dem Aufwand, den der Meister auf dem Feld gegen die Gäste betrieben hat, ist es schade, dass man nicht mehr Tore gemacht hat. Minamino konnte in der 86. Minute kurz auf 2:4 verkürzen. Ein Hand-Elfmeter bescherte den Salzburgern das zweite Tor der Partie. Leider war die Salzburger Hintermannschaft der Meinung, dass das Spiel in der 88. Minute aufhört – denn nach einem bzw. mehreren groben und mehr als fahrlässigen Schnitzern konnte Batshuayi auf 2:5 stellen. Kurze Zeit später schien die Verteidigung der Londoner einer ähnlichen Meinung zu sein – denn aufgrund von einigen Patzern konnte Minamino in der 91. Minute das 3:5 erzielen.

Minamino traf an diesem Abend zwei Mal
Minamino traf an diesem Abend zwei Mal

Ein wichtiges Testspiel

Salzburg hat gezeigt, dass sie ob der kurzen Vorbereitung im Sommer ein gut eingespieltes Team, das aber nicht nur fehleranfällig bei Kontern ist, sondern auch manchmal das Tor einfach nicht treffen will oder kann. Hier gilt es für Trainer Marsch noch ordentlich nachzujustieren. Ob das gelingen kann, wird sich in den nächsten Spielen und vor allem im Testspiel gegen Real Madrid zeigen. Trotzdem: Das Spiel hat für viel Unterhaltung gesorgt. Nicht nur bei den Spielern auf dem Feld, sondern auf bei den Fans auf den Tribünen, die die Mannschaft nach dem Abpiff gebührend gefeiert hat. Das 3:5 war unserer Meinung einfach zu hoch – zeigt aber auch, dass man gegen solche Mannschaften einfach 90 Minuten hellwach sein muss. Und gerade deshalb sind solche Testspiele extrem wichtig: Die Mannschaft wird auf das hohe Niveau vorbereitet. Das hat auch Geschäftsführer Stephan Reiter in unserem Interview bestätigt: 

 

Diese Elf schickte Marsch auf das Feld (1. Halbzeit)

Spielinfo

FC Red Bull Salzburg

 

Chelsea FC

FC-Red-Bull-Salzburg-Meisterstern3:5
Testspiel 
AnpfiffMittwoch, 31.7.2019, 20.00 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena, 27.300 Zuschauer
Schiedsrichter 
 Torfolge 



Onguéné (50.)

Minamino (86.)

Minamino (91.)
0:1
0:2
0:3
1:3
1:4
2:4
2:5
3:5
Pulisic (20.)
Barkley (23.)
Pulisic (28.)

Pedro (57.)

Batshuayi (88.)
 Gelbe KartenMinamino
 Gelb-Rote Karten 
 Rote Karten 

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