Mit dem heutigen Heimspiel gegen den WAC endete sozusagen die „Hinrunde“ in der Bundesliga-Meistergruppe. Spielberechtigt, trotz seines Ausschlusses am vergangenen Sonntag: Kapitän Andi Ulmer, dessen Sperre am Montag vom Senat 1 der Bundesliga aufgehoben wurde. Klar, dass er heute von Beginn an ran durfte. Außerdem begann Alex Walke im Tor, der Deutsche sollte Spielpraxis vor dem Cupfinale heute in einer Woche bekommen.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at
Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Gut organisierte Wölfe

Die Wolfsberger reisten mit viel Selbstvertrauen nach Wals-Siezenheim, gewannen vergangenes Wochenende beim SK Sturm. Und auch Salzburg sollte sich heute lange Zeit schwer tun. Nach einem ersten Warnschuss, den Junuzovic aus der Distanz abgab (7.), versuchte Mario Leitgeb selbiges auf der Gegenseite (10.).

Die Mannen von Christian Ilzer machten ihre Sache über weite Strecken sehr gut und überzeugten mit schnellem Umschaltspiel. Bei Ballgewinn konnte vor allem die pfeilschnelle Liefering-Leihgabe Sekou Koita überzeugen, während sich die gesamte Wolfsberg-Mannschaft nach Ballverlust blitzschnell in die Verteidigung zurückzog und es den Salzburgern somit schwer machte, Torchancen zu generieren.

Eine solche fand Munas Dabbur in Minute 31 vor, nachdem Xaver Schlager ihn sehenswert freigespielt hatte. Der Israeli legte den Ball am herausstürmenden WAC-Goalie Kofler vorbei, während Sollbauer das Leder noch von der Linie kratzen konnte.

Kurz vor der Pause hatte Junuzovic noch eine gute Gelegenheit. Nachdem er seinen Gegenspieler alt aussehen ließ, drang er von der linken Seite in den Sechzehner ein und spielte das Leder zur Mitte. Allerdings wurde die Hereingabe noch geklärt, bevor sie Dabbur erreichen konnte. Alles in allem jedoch eine chancenarme erste Hälfte.

Liefering-Leihgabe Koita überzeugte "daheim" / © GEPA
Liefering-Leihgabe Koita überzeugte „daheim“ / © GEPA

Ein Lieferinger schlägt zu

Nach Wiederbeginn konnte der WAC die erste nennenswerte Gelegenheit für sich verbuchen – und ging damit in Führung (55.). Kofler mit einem weiten Abschlag, Vallci sah dabei nicht sonderlich gut aus und ließ den flinken Koita gewähren, der den Ball an Walke vorbei in die lange Ecke legte.

Ein Kuriosum ereignete sich nur drei Minuten später. Samassekou sah nach einem Foul im Mittelfeld zurecht die gelbe Karte. Schiedsrichter Heiss blickte auf seinen Block, zeigte dem Salzburger anschließend Rot und wollte den Spieler per Ampelkarte ausschließen – ohne dass Samassekou zuvor mit einer gelben Karte verwarnt wurde. Allerdings bemerkte der Unparteiische seinen Lapsus (selbst oder via Headset sei dahingestellt) und nahm den Platzverweis zurück.

Salzburg konnte somit zu elft weitermachen und versuchte, den Rückstand aufzuholen. Zweimal hatte Jerome Onguene dazu die Gelegenheit mit einem Kopfball, doch ein Versuch verfehlte knapp sein Ziel (60.) und Chance Nummer zwei konnte Kofler parieren (64.).

Elfmeteralarm dann in Minute 66. Minamino bediente Wolf ideal, sodass der plötzlich allein vor Kofler auftauchen konnte. Der WAC-Goalie kam energisch aus seinem Tor, spielte Ball und Wolf – und sah sich danach der Unmutsbekundungen des Salzburger Anhangs ausgesetzt. Schiedsrichter Heiss blieb davon unbeeindruckt und ließ weiterspielen.

Die Uhr tickte unbarmherzig der 90 entgegen und immer noch schafften es die Salzburger nicht, den Wolfsberger Abwehrriegel zu knacken. Zu allem Unmut fand Koita in Spielminute 76 sogar die große Chance auf das 0:2 vor, doch Alex Walke verhinderte mit einem Riesenreflex den Einschlag.

Onguene leitet die Wende ein / © GEPA
Onguene leitet die Wende ein / © GEPA

Mehr Lucky Punch geht nicht!

Wir schreiben bereits die 87. Minute, eigentlich schon Lucky-Punch-Time, als die Partie eine nicht mehr geglaubte Wendung nehmen sollte. Zunächst gab es Eckball für Salzburg, den Onguene mit viel Anlauf und noch viel mehr Präzision in der langen Ecke versenkte. Somit rettete der Innenverteidiger den Salzburgern zumindest schon einmal die Serie an ungeschlagenen Heimspielen, die bereits seit November 2016 bestand hat – und die heute arg in Gefahr geriet.

Doch damit war noch lange nicht Schluss. Der WAC, der sich fast schon als Sieger vom Platz schreiten sah, zitterte plötzlich um den Punktgewinn. Salzburg nutzte dies aus und drückte, mit dem Momentum im Rücken, auf das 2:1. Und es fiel auch. Und wie!

Munas Dabbur setzte aus rund 20 Metern zum Schlenzer an und manövrierte das Spielgerät dermaßen elegant in die rechte Kreuzecke, dass der Jubel in Wals-Siezenheim kurz vor 21:00 Uhr keine Grenzen mehr kannte. Ein Treffer der Marke „Tor des Monats“. Mindestens.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! / © GEPA
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte! / © GEPA

Fast durch

Die Hausherren wurden dem Attribut „Mentalitätsmonster“ wieder einmal in aller Form gerecht und traten – natürlich nur bildlich gesprochen – auf den am Boden liegenden Gegner sogar nochmal drauf. Minamino versetzte dem Tabellen-Dritten mit dem 3:1 in der vierten Minute der Nachspielzeit endgültig den Todesstoß.

Damit – und mit der parallelen 1:2-Heimniederlage des LASK gegen den SK Sturm – beträgt der Salzburger Vorsprung auf die Linzer Athletiker mittlerweile 12 Punkte. Somit kann die Mannschaft von Marco Rose bereits am kommenden Sonntag beim „Rückspiel“ in Wolfsberg die sechste Meisterschaft in Folge klarmachen.

Spielinfo

FC Red Bull Salzburg

 

RZ Pellets WAC

FC Red Bull Salzburg 3:1 RZ Pellets WAC
Tipico Bundesliga 27. Spieltag
Anpfiff Mittwoch, 24.4.2019, 19:00 Uhr
Austragungsort Red Bull Arena, 6.181 Zuschauer
Schiedsrichter Andreas Heiss
  Torfolge  
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Onguene (87.)
Dabbur (90.)
Minamino (90.+4)
0:1
1:1
2:1
3:1
Koita (55.)
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Onguene, Samassekou Gelbe Karten Wernitznig, Novak
  Gelb-Rote Karten  
  Rote Karten  

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