In den letzten Tagen konnte man meinen, der FC Salzburg stecke in einer veritablen Krise. Zahlreiche Schreckensbotschafter krochen aus ihren Löchern und attestierten der Rose-Elf, die Leichtigkeit und Spielfreude verloren zu haben, die sie in den letzten eineinhalb Jahren ausgezeichnet hat. Auch wenn es „nur“ ein knappes 1:2 in Brügge und ein relativ dürftiges Cupspiel war, so konnte Salzburg in der Tat im Jahr 2019 noch nicht völlig überzeugen.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz zog sich die Mannschaft heute mit einem traumhaften Auftritt selbst aus einem kleinen Loch, das in Wahrheit gar keines war. Aber der Reihe nach.

Die heutige Aufstellung der Salzburger / © SALZBURG12.at
Die heutige Aufstellung der Salzburger / © SALZBURG12.at

Dämpfer nach Elfmeterpfiff

Der erste große Aufreger passierte gleich in der 11. Spielminute. Patson Daka tauchte nach einem Zuckerpass von Junuzovic völlig frei vor Brügge-Keeper Horvath auf, dieser konnte sich nur noch mit einem Foul helfen. Die Folge: Gelb für den Belgier, Elfmeter für Salzburg. Dabbur nahm sich die Kugel und trat an, verschoss jedoch kläglich. Halb mittig, halbhoch und ohne Druck. Schade, dies hätte die schnelle Initialzündung für das Spiel sein können.

Auf der Gegenseite hatte Salzburg Glück. Nach einem Steilpass auf den bulligen Wesley ließ dieser Pongracic aussteigen und nahm Bonaventure mit. Dessen Schuss aus 14 Metern wurde noch entscheidend abgeblockt.

Nach etwas mehr als einer Viertelstunde konnte Salzburg schließlich den Elfmeter-Lapsus ausbügeln. Einen Steilpass aus der eigenen Hälfte erlief Junuzovic kurz vor der Torauslinie. Die Hereingabe erreichte zwar den lauernden Dabbur nicht, dafür kam Wolf über Umwege an die Kugel. Der scheidende Youngster der Salzburger legte das Leder mustergültig für Schlager auf, der aus 18 Metern zum Abschluss ansetzte und das Leder sauber in den Maschen versenkte. Entscheidender Aspekt, wenngleich auch Randnotiz: Der Ball wurde noch etwas abgefälscht.

Schlager eröffnete den Torreigen / © GEPA
Schlager eröffnete den Torreigen / © GEPA

Erste Halbzeit wie aus dem Bilderbuch

Mit dieser 1:0-Führung wäre Salzburg virtuell im Achtelfinale, doch die Hausherren ruhten sich keinesfalls auf diesem Spielstand aus, im Gegenteil. Wir schrieben die 29. Minute. Marin Pongracic drang mit einem Energieanfall weit in die gegnerische Hälfte vor und bediente den für den verletzten Gulbrandsen spielenden Daka. Der spielte am rechten Sechzehnereck einen Doppelpass mit dem noch immer in der Offensive lauernden Pongracic. Salzburgs Nummer 20 bekam den Ball zurück, kam aus spitzem Winkel zum Abschluss und legte dem Schlussmann der Gäste das Leder in die kurze Ecke. Großer Jubel und tosender Applaus der knapp 25.000 Zuschauer.

Auf der Gegenseite fand Brügge die wohl beste Chance der ersten Hälfte in Minute 33 vor. Bonaventure dribbelte sich an zwei Gegenspielern vorbei und spielte quer auf Wesley. Der schien jedoch leicht überrascht von diesem guten Zuspiel zu sein und schoss frei vor dem Tor knapp daneben.

Brügge konnte nicht anschreiben, dafür legte Salzburg noch einen Treffer nach. Schlager steckte, zentral vor dem Tor, das Leder für den sich optimal von seinen Bewachern lösenden Daka durch und der Torschütze zum 2:0 erzielte seinen zweiten Treffer des Abends. Nun gab es fast kein Halten mehr und die Freude auf den Rängen kannte zur Pause keine Grenzen.

Brügge kommt besser aus der Pause

Doch Brügge kam, ähnlich wie im Hinspiel, ungleich aggressiver und bissiger vom Pausentee zurück. Die Gäste waren gefordert und kamen auch zu mehreren Abschlüssen. Doch Salzburg stand gut in der Defensive und hielt die Belgier weitestgehend vom eigenen Tor fern. Bei einem Schuss Wesleys aus der Drehung hatte die Rose-Elf dennoch großes Glück, denn das Leder verfehlte das rechte Kreuzeck nur knapp.

Salzburg ließ die Gäste kommen und setzte selbst von Zeit zu Zeit Nadelstiche in der Offensive. Daka stand in Minute 73 kurz vor seinem dritten Treffer. Er kam unmittelbar nach einem Minamino-Dribbling an das Spielgerät und jagte es nur knapp an der rechten, unteren Ecke vorbei.

In den Schlussminuten wurde der Druck von Brügge immer größer und es brauchte gleich mehrmals einen glänzend aufgelegten Alex Walke, der seinen Kasten mit guten Paraden sauber halten konnte.

Daka traf doppelt und Dabbur knipste in der Nachspielzeit / © GEPA
Daka traf doppelt und Dabbur knipste in der Nachspielzeit / © GEPA

Dabbur setzt den Schlusspunkt

Nachdem Brügges Spielfreude langsam aber sicher der Verzweiflung wich, schloss Dabbur in der Nachspielzeit einen Konter zum 4:0 ab. Nun war Brügge gebrochen und im Lager der Salzburger gab es kein Halten mehr. Die Mannschaft hatte sich nach der knappen 1:2-Niederlage vom vergangenen Donnerstag selbst aus der Affäre gezogen und überzeugte mit einem sehr starken Auftritt.

Morgen um 13:00 Uhr erfolgt die Auslosung des Achtelfinales.

Spielinfo

FC  Salzburg

 

Club Brugge

FC-Salzburg-Logo 4:0
UEFA Europa League Sechzehntelfinale, Rückspiel
Anpfiff Donnerstag, 21.2.2019, 18.55 Uhr
Austragungsort Red Bull Arena, 24.717 Zuschauer
Schiedsrichter Daniel Siebert (GER)
  Torfolge  
Schlager (17.)
Daka (29.)
Daka (43.)
Dabbur (90.+4)
1:0
2:0
3:0
4:0
 
Samassekou, Vallci Gelbe Karten Horvath, Denswil, Vanaken, Bonaventure
  Gelb-Rote Karten  
  Rote Karten  

Empfohlen

1 Comment


hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.