Der Start in Brügge war sehr verheißungsvoll. Salzburg ging nach einer Viertelstunde in Führung und nahm diese auch mit in die Pause. Doch die Gastgeber kamen besser in die zweite Halbzeit und drehten das Spiel noch um. Für die Mannschaft von Marco Rose setzte es die erste Pflichtspiel-Niederlage in der Saison 2018/19. Somit muss die Entscheidung über den Aufstieg nächsten Donnerstag in der Salzburger Festung fallen.

Nach einer tadellosen Winter-Vorbereitung stand für den FC Salzburg das erste Pflichtspiel im Kalenderjahr 2019 auf dem Programm. Im Jan-Breydel-Stadion des FC Brügge fanden sich knapp 22.000 Zuschauer ein, die in den ersten Minuten ein gut eingestelltes Salzburg zu sehen bekamen. Marco Rose wagte – entgegen vieler Gerüchte und Spekulationen – keinerlei personelle Experimente und setzte in der Startelf auf bewährte Kräfte des im Herbst so erfolgreichen Europa-League-Teams.

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at
Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

„Beach-Soccer“ in Belgien

Der Rasen im Stadion des belgischen Meisters war in einem desolaten Zustand, was schnelle Kombinationen und präzise Zuspiele sehr schwierig machte. Mit einer Unmenge an Sand wurde versucht, die gröbsten Beschädigungen auszugleichen.

Der schlechte Rasen sollte in Spielminute 17 der Heimmannschaft zum Verhängnis werden. Ulmer bediente Junuzovic mit einem Steilpass, Brügge-Keeper Horvath wollte dem Salzburger entgegenlaufen, blieb dabei jedoch im Rasen hängen und stolperte. Salzburgs Mittelfeldmotor überzuckerte die Situation blitzschnell und lupfte das Leder technisch perfekt über den Keeper hinweg in die Maschen.

Der Start hätte nicht besser sein können und Salzburg hatte sogar die Gelegenheit, vor der Pause das Ergebnis höher zu gestalten. Eine Flanke segelte durch den Strafraum und landete beim völlig freistehenden Ramalho, dessen Volley-Versuch jedoch kläglich scheiterte (34.). Der Verteidiger bekam nur kurze Zeit später noch eine Chance, doch dieses Mal war Horvath auf dem Posten und machte den Schuss ebenso zunichte, wie kurz vor der Pause einen Gulbrandsen-Versuch aus 20 Metern.

Von den Hausherren kam in Halbzeit eins herzlich wenig, dies änderte sich jedoch mit Beginn der zweiten Hälfte schlagartig. Gleich in der ersten Offensivaktion von Brügge musste Dabbur auf der Linie retten, konnte den Gegentreffer jedoch vorerst verhindern.

Junuzovic bejubelt sein wunderschönes Führungstor / © GEPA
Junuzovic bejubelt sein wunderschönes Führungstor / © GEPA

Brügge wie verwandelt

Die Hausherren fanden über den Kampf immer mehr ins Spiel und scheiterten in Persona Emmanuel Bonaventure mit einem strammen Schuss aus kurzer Distanz am Lattenkreuz (63.). Doch nur eine Minute später sollte es Teamkollege Stefano Denswil besser machen: Nach einem Vormer-Eckball setzte der Innenverteidiger der Gastgeber einen Kopfball präzise an die Innenstange. Dabbur kratzte das Leder noch von der Linie, doch zuvor hatte das Spielgerät eben diese bereits mit vollem Durchmesser überschritten. Der bulgarische Schiedsrichter Georgi Kabakov bekam via Goal Control ein Signal auf seine Uhr und bestätigte den Ausgleich.

Gleich im Gegenzug hatte Dabbur die Chance auf die erneute Führung für Salzburg, allerdings brachte der Israeli nicht mehr genug Druck hinter einen Kopfball, welchen Xaver Schlager mit einer Flanke ermöglichte. Horvath packte sicher zu und verhinderte das 1:2.

Brügge war anzumerken, dass sie unter allen Umständen mit einem Heimsieg zum Rückspiel nächste Woche reisen wollen – und so traten sie auch auf. Über den robusten Wesley liefen viele gute Aktionen und die Salzburger Hintermannschaft hatte Mühe, den Mittelstürmer der Gastgeber in Schach zu halten.

Leerer Blick des Kapitäns: Andi Ulmer ist nach der Niederlage bedient / © GEPA
Leerer Blick des Kapitäns: Andi Ulmer ist nach der Niederlage bedient / © GEPA

Kein Déjà-Vu

Der aggressive Auftritt der Hausherren machte sich in der 81. Minute schließlich bezahlt. Eben erwähnter Wesley war es, der eine von Junuzovic unglücklich abgefälschte Flanke aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie bugsierte. Die Heimfans rasteten aus, während sich im Salzburger Lager Ernüchterung breit machte.

Nach diesem Nackenschlag passierte ergebnistechnisch nichts mehr. Kein Déjà-Vu der Sociedad-Partie vom Vorjahr, wo Salzburg in der Nachspielzeit – ebenfalls nach Führung und anschließendem Rückstand – ein spätes 2:2 gelang. Somit muss am kommenden Donnerstag in der Red Bull Arena ein Heimsieg her, will man die Europa League nicht schon im Sechzehntelfinale verlassen müssen. Doch die heutige Partie hat gezeigt: Schwierig wird das allemal!

Spielinfo

Club Brugge KV

 

FC Salzburg

2:1FC-Salzburg-Logo
UEFA Europa League
Sechzehntelfinale, Hinspiel
Anpfiff
Donnerstag, 14. Februar 2019, 21:00 Uhr
AustragungsortJan-Breydel-Stadion, 22.000 Zuschauer
Schiedsrichter
Georgi Kabakov (BUL)
 Torfolge 

Denswil (64.)
Wesley (81.)
0:1
1:1
2:1
Junuzovic (17.)

Vanaken, Vormer, WesleyGelbe KartenRamalho, Ulmer, Lainer, Schlager
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

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