Nachdem die Mannen von Peter Zeidler für das wenig ruhmreiche Remis im Derby einiges an Schelte einstecken mussten, bekamen die Salzburger nur drei Tage danach die Chance zur Wiedergutmachung. Der WAC war zu Gast und von der Papierform (Erster gegen Letzter) sollte dies eigentlich eine klare Angelegenheit werden. Wurde es aber ganz und gar nicht.

Vor dem Spiel sorgte Martin Hinteregger wieder mal, abseits des Spielfeldes, für Aufregung. Der Teamspieler wurde nicht in den Kader für das heutige Spiel berufen, Trainer Zeidler sprach von ‚Unkonzentrierten Trainingsleistungen nach dem Grödig-Spiel seitens Hinteregger‘. Dies lassen wir hier einfach mal so stehen.

Die Innenverteidung bildeten daher Caleta-Car und Miranda, die Startelf sah heute wiefolgt aus:

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at
Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

Gute Chancen – nur zu Beginn

Den ersten Warnschuss des Spiels gab Silvio ab, der nach einem Einwurf den Ball volley aufs Dach des Salzburg-Gehäuses beförderte. Auf der Gegenseite spielte Minamino Damari die Kugel in den Lauf, der Israeli kam zum Abschluss, hatte jedoch Pech. Der Ball landete an der rechten Stange.

Damari war Minuten später wieder im Zentrum des Geschehens. Der Israeli wurde im Sechzehner zur Strecke gebracht, allerdings verzichtete Schiedsrichter Lechner auf den fälligen Elfmeterpfiff.

Riesenglück hatten die Hausherren nach einer guten Viertelstunde. Der WAC fuhr einen Konter und nach Zuspiel von Wernitznig stand Ouedraogo abschlussbereit im Sechzehner frei, ließ Caleta-Car aussteigen und feuerte in Richtung Walke. Der blieb jedoch cool und parierte den zentral angetragenen Schuss.

Die Partie gestaltete sich in weiterer Folge sehr langatmig und war über weite Strecken arm an Höhepunkten. Salzburg mühte sich und fand nicht ins Spiel, die Gäste, die seit einer guten Woche von Heimo Pfeifenberger trainiert werden, kamen zusehends besser ins Spiel.

Der WAC schreibt an

Da verwunderte es auch nicht, dass Wernitznig einen Gästekonter, welcher aus einem Ballverlust von Minamino resultierte, zur Führung für den WAC verwerten konnte. Dass der Kärntner minimal im Abseits stand, ist kein Vorwurf an den Schiedsrichter. Da ging’s um wenige Zentimeter.

Die Hausherren mussten nach dem Rückschlag gehörig schlucken und konnten in den verbleibenden Minuten bis zur Pause keinen der Angreifer gefährlich in Szene setzen, sodass die Bullen mit einem Rückstand den Gang in die Kabinen antreten mussten. 

Das Spiel konnte Peter Zeidler nicht gefallen und der Salzburg-Coach reagierte zur Pause. Für Pehlivan, der im ersten Durchgang um Haaresbreite an einer roten Karte vorbeigeschrammt war, kam Tino Lazaro zu seinem Comeback nach langer Verletzungspause. Allerdings konnte dieser das Spiel der Salzburger zu Beginn der zweiten Hälfte nicht mal im Ansatz bereichern. Ein Minamino-Schuss kurz nach Wiederanpfiff war für längere Zeit die einzig nennenswerte Möglichkeit der Hausherren.

Bereits eine Stunde war vergangen, da kam wieder etwas mehr Schwung in die Salzburger Angriffsbemühungen. Ein Schuss von Lazaro aus spitzem Winkel war ein erster Warnschuss für WAC-Schlussmann Dobnik, doch dieser ging noch knapp vorbei.

Soriano glich den Rückstand mit einem satten Schuss aus / © GEPA
Soriano glich den Rückstand mit einem satten Schuss aus / © GEPA

Ausgleich der ‚Lebensversicherung‘

Dafür machte es Soriano nach 63 gespielten Minuten besser. Schwegler flankte von der rechten Sechzehnerecke quer durch den Strafraum, Keita verlängerte, Soriano kam aus spitzem Winkel an die Kugel und beförderte diese, wohl mit etwas Wut im Bauch, staubtrocken in die Maschen.

Doch auch die Gäste versteckten sich nicht und hatten durch Silvio die Chance, erneut in Führung zu gehen. Caleta-Car verpasste einen Flankenball knapp und der Brasilianer stand plötzlich acht Meter zentral vor Walke, der den Abschluss des Wolfsbergers im Nachfassen parieren konnte.

In der Schlussphase erwies sich Christian Dobnik als sicherer Rückhalt für seine Mannschaft. Zunächst parierte er einen Minamino-Schuss mit Bravour und tief in der Nachspielzeit verhinderte er den Lucky Punch des eingewechselten Hany Mukhtar, sodass der Unparteiische nach 93 gespielten Minuten beim Stand von 1:1 die Partie beendete.

Das Auftreten der Salzburger über weite Strecken des Spiels gibt Anlass zur Sorge. Angriffsbemühungen verpuffen im Ansatz, die Akteure wirken verunsichert und nicht in der Lage, gefährliche Situationen generieren zu können. Mit dem heutigen Remis dürften die Hausherren die erst am Samstag, etwas glücklich, zurückeroberte Tabellenführung wieder verlieren, da beide Wiener Vereine mit einem Dreier am morgigen Mittwoch an den Mozartstädtern vorbeiziehen können.

Spielinfo

FC Red Bull Salzburg

 

Wolfsberger AC

FC Red Bull Salzburg

1:1

RZ Pellets WAC
Tipico Bundesliga Bewerb
TIPICO BUNDESLIGA, 18. RUNDE
Spieltermin
DIENSTAG, 1. DEZEMBER 2015, 19.00 UHR
Stadion
RED BULL ARENA SALZBURG
4.632 ZUSCHAUER
Schiedsrichter
HARALD LECHNER
  Torfolge  
– 
Soriano (63.)
0:1
1:1
Wernitznig (34.)
Schwegler, Pehlivan Gelbe Karten Dobnik
Gelb-Rote Karten
Rote Karten

Empfohlene Beiträge