„Und immer immer wieder geht die Sonne auf…“, dieser weise Satz ist über 40 Jahre alt, stammt aus der Feder von Udo Jürgens.

Als „Salzburger“ dachte ich nach der 0:1-Niederlage gegen den LASK, dass man jetzt am ultimativen Tiefpunkt angelangt sei. Und genau in diesem Moment tönte der Klassiker von Udo Jürgens aus dem Radio. Ein Zeichen?

Am Samstag steigt jedenfalls das Spiel der letzen Chance. Der Chance, den Titelkampf nicht vorzeitig aus der Hand zu geben. Im Stadion des letzten Titelgewinnes im Mai 2010. Wenn das kein gutes Omen ist…

Dusan Svento im Kampf um den Ball mit Joachim Standfest  |  © GEPA

Am Samstag, nachdem die Mannschaften kurz vor 18:30 Uhr in die ausverkaufte UPC-Arena eingezogen sind, gibt’s für die Bullen nur eine Devise – ein Sieg muss her! Und dieser „Schlachtruf“ steckt noch in vielen Köpfen von uns drin, wenn man knapp elf Monate zurückdenkt, an den 13. Mai 2010. Damals schaffte man mit 2:0 den „Meistersieg“. Allerdings gibt es zu dieser Parallele einen kleinen Haken – Sturm hat kein Cupfinale vor der Brust, wird alles geben, ist in Topform. Salzburg dagegen ist von der Form des Vorjahres weit weg.

Aber dies soll uns allen weder die Hoffnung rauben, keinesfalls den Glauben nehmen, schon gar nicht einschüchtern. Die Bullen müssen endlich wieder mal beweisen, wie man ein Bundesligaspiel optimal bestreitet. Wie man mit 100 Prozent Einsatz versucht, die Partie an sich zu reißen. Der Knoten muss endlich mal platzen, je früher desto besser. Eine ganze Stadt sehnt sich nach einem Sieg, er wäre nie wichtiger als jetzt. „Wenn wir noch eine kleine Chance auf die Meisterschaft haben wollen, dann müssen wir gewinnen. Wir müssen das LASK-Spiel abhaken und uns von Spiel zu Spiel jetzt steigern!“ so Christoph Leitgeb bei der Pressekonferenz vor dem Sturm-Spiel.

Ricardo Moniz hat sich zwar nicht viele Informationen zur Aufstellung entlocken lassen, nur dass er durchaus den einen oder anderen „Jungen“ mitnehmen könnte. Er sucht die Spieler „nicht nach Namen, nicht nach Alter, einzig und alleine durch Leistung aus“. Dies ist eine Ansage die Hoffnung macht. Ein Experiment wäre zwar sicher nicht die schlechteste Lösung, auch um endlich mal „frischen Wind“ ins Team zu bekommen, allerdings sollte die Startaufstellung relativ unverändert im Vergleich zu den letzten Wochen aussehen. Im „Expertentalk“ mit Karl Kriechbaumer, einem befreundeten Salzburg-Fan (welchem ich versprochen habe ihn namentlich zu erwähnen), haben wir über mögliche Aufstellungsvarianten gesprochen, herausgekommen ist diese:

Gustafsson

Bodnar – Sekagya – Afolabi – Ulmer

Mendes da Silva – Leitgeb

Zarate – Cziommer – Svento

Wallner

Zur Erklärung: Berücksichtigt man die starke Offensivabteilung der Grazer, die über zwei schnelle, mit Namen Imre Szabics dazu noch einen technisch brillanten Stürmer verfügt, so ist eine Aufstellung mit zwei „Sechsern“ sinnvoll. Aufgrund des Fehlens von Fränky Schiemer würde ich Mendes da Silva und Christoph Leitgeb mit dieser Position betreuen. Rechts in der Abwehr setzen wir auf die offensive Durchschlagskraft und die Flanken von Laszlo Bodnar, denn Sturm spielt ohnedies mit dem von einer Gelbsperre zurückkehrenden Patrick Wolf meist über unsere linke Seite. Wolf’s Druck kann man entweder mit Andreas Ulmer oder Martin Hinteregger begegnen. Hierbei wurden wir uns bis zuletzt nicht einig, mussten uns schließlich für den routinierteren Ulmer entscheiden.

Die Offensivabteilung wird mit Svento und Zarate an den Flügeln, Simon Cziommer zentral und Roman Wallner als Solospitze vorne belegt.

Man darf in jedem Fall auf die Aufstellung von Coach Ricardo Moniz gespannt sein, gegen den LASK tauschte er lediglich die zwei Außenverteidiger aus. Wobei man in einem Heimspiel gegen Linz nicht unbedingt auf den defensiveren Dudic setzen müsste, ein Laszlo Bodnar bringt bei weitem gefährlichere Situationen zu Wege.

Vielleicht spielen die Bullen, diesmal definitiv nicht Favorit auf den Sieg, eben mit dieser kleinen „Außenseiterrolle“ befreiter auf als zuletzt. Zu wünschen wäre es, schließlich hat man heuer gegen Sturm noch nicht verloren. Hoffentlich ist dies auch nach Samstag um 20:30 Uhr so, im besten Fall sogar mit drei Punkten aus der steirischen Landeshauptstadt.

Let’s go Red Bulls!

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