In einem durchaus lesenswerten laola1-Interview stand Salzburg-Trainer Ricardo Moniz Rede und Antwort. Ein sehr schönes Interview mit einem durchaus bemerkenswerten Menschen. Moniz gibt dabei nicht nur über sich Auskunft, sondern geht mit den Spielern hart – aber durchaus gerechtfertigt – ins Gericht:

Ich habe langsam keine Geduld mehr und muss mir überlegen, ob ich die richtigen Leute habe.

Ist Moniz zu ungeduldig oder sind die Salzburger Kicker einfach „nicht gut genug“? Ketzerische Frage, ist mir bewusst. Ich behaupte – ein wenig von beidem.

Ricardo Moniz löste Huub Stevens ab und führte in Salzburg den für die Fans so wichtigen „Spaßfußball“ erneut ein. Ein offensiveres System sorgt zur Zeit immerhin für die knappe Tabellenführung. Um dieses System zu perfektionieren und die nötige Stabilität zu sichern, wurden in der Transferperiode einige neue Spieler verpflichtet: Stefan Maierhofer,  Rasmus Lindgren, Petri Pasanen und Leonardo wurden geholt, andere wurden abgegeben. Größtenteils waren diese Neuerwerbungen alle kostenlos. Aber waren sie auch alle die richtigen? Zumindest Lindgren und Pasanen stehen aktuell sehr in der Kritik der Fans. „Zu fehleranfällig, zu schwach“ ist in den einschlägigen Foren zu lesen.

Dennoch denke ich, dass sich auf Dauer diese Spieler in das Moniz’sche System einfügen werden. Durch die Verpflichtung von Stefan Maierhofer sieht man auch wieder „Flanken“ in der Salzburger Mannschaft. Der „Lange“ in der Mitte ist ein dankbarer Abnehmer – wenn sie ankommen. Das gab’s in Salzburg zuletzt, als ein Marc Janko noch im Bullendress spielte.

Auffällig hingegen ist, dass der Mannschaft zum Teil der Wille zu kämpfen fehlt. Zuletzt gesehen beim Spiel gegen die Admira. Das war von Spaßfußball so weit entfernt, wie der Teufel von der Kirche. Ebenso sind die Formschwankungen der Salzburger Kicker ins Auge gestochen. Mal kicken Cziommer, Jantscher, Svento und Co. wie aus dem Bilderbuch, andererseits dominieren dann wieder Fehlpässe, Unsicherheit und Standfußball. Ist das der „Mangel an Persönlichkeit“, wie es Moniz im Interview nennt?

Moniz ist ein Profi. Ohne Zweifel. Er hat Salzburgs Fußball im Großen und Ganzen attraktiver gestaltet, als man es in der Ära Stevens gesehen hat. Und er fordert – richtigerweise – von seinen Spielern das letzte. Auch wenn es hier in Österreich keinen „Messi“ gibt, den Moniz als Beispiel heranzog, müssen die Salzburger (nein, eigentlich alle Österreichischen Kicker) verstehen, dass es in jedem Beruf darum geht, das Letzte aus sich herauszuholen. Jegliche Entwicklung der heimischen Kicker geht in diesem Land zu langsam. So Moniz und mit dieser Aussage hat er zumindest meine 100%ige Zustimmung.

Die Kicker müssen lernen zu jeder Zeit ihr volles Potential abzurufen. In der Liga, im Cup, bei europäischen Wettbewerben und in der Mega-Baustelle Nationalmannschaft. Wenn ihnen das gelingt, dann haben sie unter Moniz das Stammleiberl. Wenn nicht? Die nächste Transferperiode kommt. Und bis dahin dauert es nicht mehr so lange…

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