Alle wollen ihn: Erling Haaland im Fokus von Top-Klubs – und Leipzig

Haaland erwischte heute einen Sahnetag / © GEPA

Erling Braut Haaland. Knackige 19 Jahre, aktuell führender der österreichischen und der UEFA Champions League Torschützenliste. 26 geschossene Tore in 18 Pflichtspielen. Groß, schnell, technisch versiert, schwer zu verteidigen und immer gut für ein Tor. Unzählige Scouts beobachten den Shootingstar des FC Red Bull Salzburg – und das nicht seit gestern.

England, Italien oder Deutschland

Die Liste der Vereine, die das „Wunderkind“ auf dem Radar haben ist groß, die Gerüchteküche brodelt wie nie zuvor. Und darunter befinden sich Top-Vereine wie Juventus Turin, Real Madrid, SSC Napoli, Borussia Dortmund, Bayern München oder Manchester United. Hier werden Summen genannt, die aus einer Fußballsimulation am heimischen PC stammen könnten. Eines ist jedem Salzburg-Fan heute schon klar: „Big Earl“ ist zwar mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet, wird aber nicht auf Ewigkeiten zu halten sein.

Einige Medien sprachen von einem möglichen Wechsel im Winter. Dem hat RBS-Sportdirektor Christoph Freund zumindest medial einen Riegel vorgeschoben:

Ein Transfer im Winter ist für uns kein Thema. Klar ist aber, dass Erling ein spektakulärer Typ ist.

Laut Medienberichten hat der junge Norweger keine Ausstiegsklausel, aber – so die deutsche Sport Bild heute – eine festgelegte Ablösesumme in der Höhe von € 30 Millionen ab Sommer 2020. Kurier Redakteur Stephan Blumenschein glaubt allerdings nicht an diese Art von Vertragszusatz:

Das wohl spannendste Gerücht machte dieser Tage die mediale Runde: Manchester United will für Haaland satte € 100 Millionen schon im Winter auf den Tisch legen, ihn aber bis Sommer 2020 wieder an Salzburg zurückverleihen. Dies berichtete die englische Zeitung „The Sun“ letztes Wochenende. Mit diesem Erlös würde die hervorragende Scoutingabteilung der Salzburger wohl einige „neue Haalands“ in der Fußballwelt verpflichten können.

Schon wieder Leipzig?

Der Traum von Erling Haaland ist es in der Premier League zu spielen. Das kann ihm auch niemand verübeln. Stadien, Zuschauer, Interesse am Fußball… alles viel größer und besser als im kleinen Land Österreich. Und auch lukrativer.

Erling Haalands Traum ist die Premier League
Erling Haalands Traum ist die Premier League

Diesen Schritt auf die Insel würde wohl jeder verstehen. Doch nun kommen die Sachsen von RB Leipzig ins Spiel, die – no na – ein gewisses „Naheverhältnis“ haben und sich schon des Öfteren in Salzburg „bedient“ haben. Mehr als eine komplette Mannschaft, genauer 16 Spieler, wanderten von Salzburg nach Leipzig.

Mit einem Artikel der heutigen Sport Bild verdichten sich die Gerüchte, dass Erling Haaland Spieler Nummer 17 sein könnte, der nach Leipzig wechselt. Geht es nach der deutschen Zeitung, war „Big Earls“ Vater Alf-Inge Haaland, der auch sein Berater ist, bereits in Leipzig zu Gast, um sich den Verein und die Infrastruktur anzusehen.

Leipzig-Manager Markus Krösche befeuert diese Gerüchte:

Der Junge ist ein sehr guter Spieler. Sowohl in der Liga als auch in der Champions League macht er einen außergewöhnlich guten Job. Wir schauen uns natürlich schon jetzt für den Sommer um.

Ex-Coach rät zu bleiben

Vor kurzem gab auch Erlings Ex-Jungstrainer Alf Ingve Berntsen, der ihn in der Jugend von Bryne FK neun Jahre lang trainierte, eine Empfehlung an seinen ehemaligen Schützling ab:

Haaland war vor Kurzem nicht einmal Stammspieler bei Salzburg. Bis August dieses Jahres hat er so gut wie gar nicht gespielt. Er hat durch seine Tore einen Hype ausgelöst, aber es wäre ratsam, sich noch ein Jahr bei Salzburg weiterzuentwickeln. Er hat das Potenzial, einer der Besten der Welt zu werden, aber diverse Beispiele aus der Vergangenheit zeigen: Dafür braucht es Ruhe und Behutsamkeit.

Ja, es gibt Beispiele in der Vergangenheit. Da wäre zum Beispiel ein Bernardo. Im Sommer 2016 nach Leipzig gelotst, 2018 nach England zu Brighton & Hove Albion verliehen. Dort kam er in der aktuellen Saison auf 2 Ligaeinsätze (von 12 möglichen). Oder ein Stefan Ilsanker. Oder ein Haidara mit einer Startelf-Quote von 18% bei den Sachsen. Ein Riesentalent auf dem spielerischen Abstellgleis, da er auf seiner Wunschposition nicht an Marcel Sabitzer „vorbeikommt“.

Was passiert nun? Oder was sollte passieren?

Erling Haaland kommentiert all diese Gerüchte nicht wirklich und ist um einen „Sager“ nicht verlegen:

Es ist fucking langweilig. Ich bin mittlerweile gelangweilt. Wie gelangweilt auf einer Skala von 1 bis 10? 9,9!

Als Salzburg-Fan muss man sich gedanklich von Erling Haaland verabschieden. Nicht heute, vielleicht auch nicht im Winter, aber wohl ziemlich sicher im Sommer 2020. Einen Spieler wie Haaland kann man in Österreich nicht halten. Ein Wechsel zum „Schwesterverein“ – wie RB Leipzig gerne medial im Bezug zu Salzburg genannt wird – würde noch tiefere Kluften innerhalb der ohnedies schon gespaltenen Fanszene (was das Verhältnis zwischen Leipzig und Salzburg betrifft) aufreissen. Und dieser Transfer wäre für den 19-jährigen Norweger auch nicht logisch. Denn Haaland hat das Portential SOFORT in einer englischen oder auch italienischen Liga in eine Startelf zu kommen.

Das Leben ist kein Wunschkonzert. Fußball noch viel weniger. Aber wenn wir dürften, dann würden wir uns wünschen, dass „Big Earl“ in der englischen Premier League landet. Am besten aber erst im Sommer 2021. Und Salzburg kassiert so richtig ab und holt neue „Haalands“ in die Mozartstadt. Aber bis das soweit ist freuen wir uns auf viele weitere Spiele (und Tore!!!) von Erling „Big Earl“ Haaland!

Kommentar: „Bitte am Boden bleiben!“

FC Red Bull Salzburg Nordkurve

Unbenommen, das erste Auftreten des FC Salzburg in der UEFA Champions League gegen KRC Genk entwickelte sich zur einer „magischen Nacht“. Dieser gingen fast ebenso „magische“ 7 Bundesligarunden voran und auch das Cup-Spiel wollen wir nicht vergessen. Und die Salzburger machen Tore wie am Fließband. Nach 7 Runden Bundesliga steht der FC Red Bull Salzburg mit 7 Siegen und geschossenen 34 Toren da. Wenn man die Tordifferenz der Vereine von den Plätzen 2 bis 6 zusammenrechnet, kommt man genau auf die Tordifferenz der Salzburger. Wahnsinn oder?

Überheblich?

Angesichts dieser „Fantasiezahlen“ neigt man gerne dazu, dass man als Fan überheblich wird. So wurde von Fans die beworbenen Auswärtsfahrten des Vereins zum LASK bzw. Rapid im Cup als Fahrten zu „Jausengegnern“ oder als Spiele zum „aufwärmen“ betitelt:

 

Auch in zahlreichen Kommentaren in den sozialen Medien werden Spiele mit Salzburg-Beteiligung in der Bundesliga nur mehr als „Tests für größere Aufgaben“ betitelt. Leute, bleibt bitte am Boden und einen Tick demütiger! Überheblichkeit ist nicht angesagt, denn der Ball ist rund, das Tor eckig und ein Spiel dauert zumindest 90 Minuten. Und da kann vieles passieren! Gegen jeden Gegner!

Vor diesem Phänomen ist natürlich keiner gefeit. Weder Fans, noch Spieler. Es wird der Tag kommen, wo die Salzburger Mannschaft sein Spiel nicht gewinnen kann.

„Big Earl“ Haaland

Erling Braut Haaland gehört wohl zu den größten Talenten, das jemals im Salzburger Dress eingelaufen ist. Da sind sich Fans und Medien einig. Während „Big Earl“ unter Marco Rose noch eine Nebenrolle spielte, blüht der 19-jährige Mittelstürmer unter Jesse Marsch so richtig auf und knackt einen Rekord nach dem anderen. Und wenn dein Name in diesem jungen Alter durch alle Medien geistert, dich jeder lobt, du in den Fokus von 50 Scouts großer Vereine gerätst, dann musst du schon auch ein extrem besonnener Typ sein, damit dir das nicht zu Kopf steigt. In der Bundesliga schoss Haaland 15 Mal auf das gegnerische Tor, 11 Mal davon zappelte der Ball im Netz! Eine unglaubliche Quote! Dann spielst du das erste Mal Champions League und erzielst gleich einen lupenreinen Hattrick. Die Medien überschlagen sich vor Begeisterung, die UEFA nomminiert dich als Spieler der Runde in der Champions League. Das geht auf’s Ego…

Genau da hat der FC Red Bull Salzburg und seine Mitarbeiter wohl die größte Aufgabe zu bewältigen. Die Gefahr, dass ein Spieler „abhebt“ ist groß. Gerade im Fall Haaland wäre das menschlich auch verständlich, denn wohl jeder 19-jährige hätte seinen „persönlichen Höhenflug“, wenn ihm ähnliches gelingen würde. Dass Haaland ein ganz „spezieller“ Typ ist, beweist auch eine Anekdote, die aktuell die Runde macht.

Max Wöber erzählte gegenüber den Medien eine Geschichte, die sich am Tag vor dem Spiel gegen Genk zugetragen haben soll: Kapitän Andreas Ulmer ging mit seinem Kind spazieren, neben ihm hielt ein Auto, in dem sich Erling Haaland befand. Haaland ließ das Fenster hinunter, im Auto lief – zur Motivation – die Champions League Hymne.

Auch Routinier Junuzovic schwärmt in den höchsten Tönen von seinem Mitspieler:

Er hat unglaubliche Fähigkeiten in allen Belangen. Er hat die Größe, er hat die Wucht, er hat das Dribbling, er hat die Technik, er hat einen Top-Abschluss – und er ist erst 19 geworden, also er wird sich auch noch entwickeln. Er hat die richtige Einstellung, der wird seinen Weg auf jeden Fall gehen. Er hat es auch in der Champions League bestätigt.

Am Tag nach dem Spiel gab es auch schon die ersten Interessenten für Haaland. 90min will erfahren haben, dass der BVB Favorit für einen Transfer des jungen Salzburg-Spielers sein soll. Sowas kann dir schon zu Kopf steigen. Mögen wir hoffen, dass es Christoph Freund und Co. gelingt, Haaland nicht nur am Boden, sondern auch noch etwas länger in Salzburg zu halten.

Hier habe ich durchaus Hoffnungen. Und wenn uns das – trotz alle Euphorie – auch auf Fan-Seite gelingt, dann könnte das eine richtig tolle Saison werden. Mit dem LASK und dann im Cup gegen Rapid kommen durchaus schwere Spiele auf uns zu. Beide sind weder Freiwild noch Jausengegner. Also: Bitte am Boden bleiben!