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Tränen in der Verlängerung: Bittere Fehlentscheidung bringt Salzburg um Final-Traum
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Der große Tag war gekommen. Das Rückspiel im Halbfinale der UEFA Europa League stand auf dem Programm und man konnte die Anspannung in der Stadt und ums Stadion bereits Stunden vor Spielbeginn spüren.

Marco Rose konnte personell aus den Vollen schöpfen und sorgte dennoch für eine kleine Überraschung. Anstelle des zuletzt eigentlich gesetzten Hee-Chan Hwang begann Fredrik Gulbrandsen im Sturmzentrum neben Munas Dabbur.

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

Die heutige Aufstellung / © SALZBURG12.at

Marseille zieht die Mauer auf

Die Gäste begannen so, wie sie auch den Großteil des Hinspiels aufgetreten waren. Gleich der Anstoß wurde weit ins Seitenaus der gegnerischen Hälfte geschlagen. Ein Indikator, dass OM-Coach Garcia dem Salzburger Anfangsdruck unter allen Umständen ausweichen wollte. Dies gelang auch, erst nach etwa zehn Minuten fuhr Salzburg den ersten, kontrollierten Angriff.

Das Spiel lebte über weite Strecken der ersten Halbzeit von der Spannung, Marseille ließ so gut wie nichts zu und Salzburg verzichtete auf das letzte Risiko. Ein Abschluss von Sanson sorgte nach einer Viertelstunde ebenso wenig für Gefahr wie eine Haidara-Hereingabe von der rechten Seite, die vom Goalie der Gäste abgefangen wurde.

Ein Freistoß von Berisha wurde von Luiz Gustavo aus der Gefahrenzone befördert, damit ging die Partie torlos in die Pause. Salzburg musste im zweiten Durchgang mehr Risiko nehmen und dies wurde gleich nach Wiederbeginn beinahe bestraft.

Germain spielte einen Doppelpass mit Payet und schloss im Anschluss daran selbst ab. Das Leder ging knapp an der linken Stange vorbei.

Beeindruckender Sololauf: Haidara bringt Salzburg in Führung / © GEPA

Beeindruckender Sololauf: Haidara bringt Salzburg in Führung / © GEPA

Haidara bringt das Stadion zum Kochen

Danach begann jedoch die Zeit der Salzburger. In der 53. Minute setzte Haidara im rechten Halbfeld zu einem Sololauf an, ging unwiderstehlich an vier Gegenspielern vorbei und überraschte OM-Keeper Yohann Pelé mit einem Abschluss ins kurze Eck. Riesenjubel in der ausverkauften Red Bull Arena, nun blieb keiner mehr auf seinem Sitz.

Salzburg war nun drückend überlegen, Marseille zeigte Nerven und nachdem ein Distanzschuss von Ramalho bereits Gefahr für das Gäste-Tor erzeugte und einige Halbchancen liegen gelassen wurden, verwandelte Xaver Schlager das Stadion in der 65. Minute in ein Tollhaus.

Hereingabe von Lainer, Marseille bringt das Leder nicht weg, Schlager schießt mit dem Außenrist und mit Hilfe von Bouna Sarr schlug das Leder im Tor ein. Unfassbarer Jubel, die Fans standen wie eine Wand hinter dem Team und Salzburg drückte weiter.

Die beste Chance auf die Entscheidung in der regulären Spielzeit hatte Hwang nach einem Querpass. Der Koreaner brachte nicht mehr genug Druck hinter den Abschluss und Pelé konnte mit einer Parade das 3:0 verhindern.

Nachdem Thauvin kurze Zeit später die Querlatte traf, hatte Salzburg in der 87. Minute bei einem Handspiel von Caleta-Car sogar Glück, keinen Elfmeter gegen sich zu bekommen. Augleichende Ungerechtigkeit, bedenkt man den nicht gegebenen Foul-Penalty an Lainer beim Hinspiel.

Damit musste die Entscheidung in der Verlängerung fallen.

Schiedsrichter „entscheidet“ das Duell

Ein Volley von Anguissa ging knapp an der linken Stange vorbei, dafür bekam Caleta-Car in der 99. Minute die Topchance. Pelé kratzte den Kopfball gerade noch von der Linie.

Nachdem sich die Fans bereits Gedanken machten, wer für Salzburg die fünf Strafstöße im Elfmeterschießen treten sollte, kam die 116. Spielminute. Eine bittere Fehlentscheidung wurde Salzburg zum Verhängnis.

Anguissa zieht aus der Distanz ab und trifft dabei Ocampos, von dem das Leder ins Toraus gelenkt wurde. Schiedsrichter Karasev entschied jedoch auf Eckball, was die Salzburger zu Protesten veranlasste.

Nützte nichts, der Rest wird für immer bitterste Salzburger Fußballgeschichte bleiben. Payet flankte das Leder zur Mitte, der eingewechselte Rolando hatte zu viel Platz und traf genau in die linke, untere Ecke.

Berisha kann es nicht fassen / © GEPA

Berisha kann es nicht fassen / © GEPA

Danach war die Partie entschieden, wilde Proteste ob der Fehlentscheidung nützten nichts mehr, im Gegenteil: Haidara wurde in der Hitze des Gefechts sogar noch vom Platz gestellt und ging unter Tränen in die Katakomben der Red Bull Arena.

Nach 122 Minuten beendete der russische Schiedsrichter das Match, Salzburg muss kurz vor dem großen Final-Traum die Segel streichen und den Franzosen den Vortritt ins Finale gegen Atletico Madrid lassen.

Beeindruckende Worte von Marco Rose bei der Pressekonferenz: „Der UEFA-Schiedsrichterbeobachter ist ein Deutscher und der hat mir erzählt, dass das russische Schiedsrichterteam in der Kabine sitzt und fertig mit den Nerven ist. Daher bin ich der erste, der einen Fehler dann auch entschuldigt.“ Diese Worte zeigen wahre Größe.

Spielinfo

FC Salzburg

 

Olympique Marseille

FC-Salzburg-Logo2:1 nV.Olympique_Marseille
UEFA Europa League
Halbfinale, Rückspiel
Anpfiff
Donnerstag, 3. Mai 2018, 21:05 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena, 29.520 Zuschauer
Schiedsrichter
Sergei Karasev (RUS)
 Torfolge 
Haidara (53.)
Sarr (65./ET)
1:0
2:0
2:1


Rolando (116.)
Ramalho, Caleta-Car, Dabbur, HaidaraGelbe KartenPelé, Amavi, Rami, Payet, Lopez, Sarr, Germain, Rolando
HaidaraGelb-Rote Karten
Rote Karten
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: „SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!“

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  1. […] durch eine schwere Fehlentscheidung konnte der FC Red Bull Salzburg beim gestrigen Semifinale in der Europa League gestoppt werden. Nun […]

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