Freud und Leid ist oft nahe beisammen / © GEPA
Ex-Bulle trifft in Verlängerung: Sturm beendet Salzburger Cup-Serie
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Gastbeitrag von Karl Kriechbaumer

Auch wenn es nicht das Finale ist, das man sich aus Salzburger Sicht so sehnlich gewünscht hat, oder vielleicht auch gerade deswegen, gieren die Bullen auf den zweiten Titel in dieser Saison. Bereits vergangenen Sonntag konnte der Meistertitel unter Dach und Fach gebracht werden. Gegner war damals der SK Sturm Graz, welcher mit 4:1 aus der Bullen-Arena gefegt wurden. Vier Tage danach stehen sich die Mannschaften im Finale des ÖFB-Cups abermals gegenüber. Die Grazer, welche an der Liga spitze überwinterten, musste diese den Bullen nach einem starken Frühjahr überlassen. Umso mehr brennen die Grazer im heutigen Spiel nach einer starken Saison darauf, doch noch einen Titel einfahren zu können.

Der Salzburger Erfolgstrainer Marco Rose kehrt zur gewohnten Formation mit einer Raute im Mittelfeld zurück. Allerdings muss er Andreas Ulmer vorgeben, der nach muskulären Problemen nicht rechtzeitig fit geworden ist. Im Tor schenkt er, wie im Cup üblich, Cican Stankovic das Vertrauen. Der Keeper hatte die Bullen quasi im Alleingang ins Finale befördert, als er im Halbfinalspiel gegen den SV Mattersburg alle vier Elfmeter gegen sich parieren konnte. Die Blackies müssen auf ihren Shootingstar Emeka Eze verzichten, der sich zuletzt einen Wadenbeinbruch zuzog. Somit ruhen die Offensivhoffnungen der 20.000 mitgereisten Grazer auf dem Sturmduo Edomwonyi und Deni Alar.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Dezenter Start von beiden Teams

Nach 15-minutiger Verzögerung, aufgrund eines nicht konformen Transparents der Sturm-Fans, wird das Cupfinale von Schiedsrichter Harald Lechner eröffnet. Beide Mannschaften beginnen mit viel Respekt und tasten sich mit hohen Bällen heran. Nach sechs Minuten zappelt der Ball plötzlich im Tor der Bullen. Der Treffer wurde allerdings zu Recht aberkannt, da Hierländer bei seinem Kopfball zu energisch gegen Stankovic agiert hat. Nach 15 ereignislosen Minuten überschlagen sich die Ereignisse.

Der Grazer Abwehrchef Spendlhofer vertändelt als letzter Mann den Ball. Dabbur geht dazwischen, hebt denn Ball über den hochstehenden Sturm-Keeper, doch der zurückeilende Spendlhofer kann per Kopf noch rechtzeitig klären. Kurz darauf bekommen auch die Bullen ein Tor aberkannt. Ray Yabo steckt durch auf Dabbur, der den Ball geschickt auf Gulbrandsen weiterleitet. Dieser bugsiert den Ball ohne Mühe ins leere Tor, doch Dabbur stand beim Zuspiel bereits knapp im Abseits.

Sturm übernimmt die Kontrolle

Nach etwa einen halben Stunde ist dann wieder Stankovic gefordert, denn plötzlich wird Edomwonyi auf die Reise geschickt. Der Stürmer setzt sich gegen Caleta-Car durch und zieht im Strafraum ab. Doch der Salzburger Schlussmann kann seine Mannschaft von einem Rückstand bewahren. Auch wenige Minuten danach kann sich der Keeper bei einem Alar-Kopfball behaupten.

Danach findet der frischgebackene Meister etwas besser in die Partie. Die Grazer fallen in dieser Phase des Spiels hauptsächlich durch Fouls auf, ehe es torlos in die Halbzeit geht. Marco Rose muss in der Kabine einen Spielertausch vornehmen. Der nach einem Foul an Hierländer bereits verwarnte und seither stark ausschlussgefährdete Duje Caleta-Car wird durch Onguene ersetzt.

Sturm kommt besser in die zweite Halbzeit. Zuerst wird ein gefährlicher Zulj-Abschluss zur Ecke abgefälscht. Aus der darauffolgenden Ecke hätten die Grazer beinahe den Führungstreffer erzielt, doch Onguene blockt zweimal hervorragend gegen Röcher aus nur wenigen Metern. Den Nachschuss befördert Edomwonyi auf den Oberrang.

Dann endlich mal die Salzburger. Berisha und Dabbur dribbeln den Ball schnell in die gegnerische Hälfte. Eine Yabo-Flanke hätte Gulbrandsen beinahe verwerten können, doch seine Direktabnahme wurde zur Ecke abgelenkt.

Stankovic hielt Salzburg lange im Spiel / © GEPA

Stankovic hielt Salzburg lange im Spiel / © GEPA

Salzburg tut sich schwer

Sturm zeigt sich von dieser Chance unbeeindruckt und findet durch Röcher wieder eine gute Einschussgelegenheit vor. Die Bullen können sich kaum von Sturms offensiver Umklammerung befreien, so sind die Salzburger Verteidiger ein ums andere Mal in heikle Zweikämpfe verstrickt. Einer davon wurde Ramalho zum Verhängnis, denn der bereits verwarnte Salzburger Abwehrchef kann den durchbrechenden Edomwonyi nur mehr per Foul stoppen und wird von Schiedsrichter Lechner, wohl zu Recht, vom Platz gestellt. Die Bullen sind also in den letzten 20 Minuten der regulären Spielzeit in Unterzahl.

Wenig später versucht es wiederum Deni Alar aus kurzer Distanz per Kopf, doch Stankovic hält mit einer Parade der Marke „Weltklasse“ seinen Kasten sauber.

Sturm und Drang der Steirer

In der Schlussphase der zweiten Hälfte findet Sturm im Minutentakt Chancen vor. Salzburg steht sehr tief und kann nicht für Entlastung sorgen. Der wankende Titelverteidiger hält allerdings die Null und rettet sich in die Verlängerung.

Auch nach der regulären Spielzeit ändert sich nicht an der Spielanlage. Die Grazer lassen die Bullen laufen, halten das Spielgerät in den eigenen Reihen. Die Bullen lauern auf einen Konter und haben mit Hwang, Haidara und Wolf frische Offensivkräfte hierfür aufs Feld beordert. Allerdings kommt in der ersten Halbzeit der Verlängerung keine Mannschaft zu erwähnenswerten Torchancen.

Erfolgscoach Marco Rose muss heute Sturm den Vortritt lassen / © GEPA

Erfolgscoach Marco Rose muss heute Sturm den Vortritt lassen / © GEPA

Lange nichts – und dann ein alter Bekannter

In der 112 Minute ist dann der Schaden aus Salzburger Sicht angerichtet. Potzmann zirkelt eine Flanke Richtung Salzburger Tor. Ausgerechnet Ex-Bulle Hierländer verwerte diese und bezwingt Stankovic aus kurzer Distanz. Somit muss der dezimierter Serienmeister einem späten Führungstreffer nachlaufen.

Die Bullen blasen zur Schlussoffensive, die allerdings nicht mal eine Halbchance für die Mozartstädter einbringt. Sturm nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um Zeit von der Uhr zu nehmen. Nach einer alles andere als üppigen Nachspielzeit von lediglich einer Minute beendet Schiedsrichter Lechner das Finale.

Somit lautet der Uniqa-ÖFB-Cupsieger, wie zuletzt 2010, SK Sturm Graz. Mit dieser Niederlage endet auch die stolze Serie der Salzburger im Cup. 29 Siege in Serie konnten die Mozartstädter feiern. Es ist der erste nationale Titel seit fünf Jahren, der nicht an die Salzach wandert. Heute mussten sich die Bullen gegen eine dominante, aggressive Mannschaft geschlagen geben. Die Grazer wirkten von der ersten Minute körperlich und geistig frischer und waren dadurch den Bullen immer einen Schritt voraus.

Der Salzburger Anhang muss den Kopf jedoch nicht hängen lassen, sondern darf erhobenen Hauptes auf ein äußerst erfolgreiches Jahr sowie dem fünften Meistertitel en suite blicken.

Spielinfo

SK Sturm Graz

 

FC Red Bull Salzburg

SK Sturm Graz 1:0 nV. FC Red Bull Salzburg
ÖFB Cup
Finale
Anpfiff
Mittwoch, 9. Mai 2018, 20:45 Uhr
Austragungsort Wörthersee Stadion, 27.100 Zuschauer
Schiedsrichter
Harald Lechner
  Torfolge  
Hierländer (112.) 1:0
Koch, Zulj, Röcher, Jantscher Gelbe Karten Caleta-Car, Berisha, Hwang, Haidara
Gelb-Rote Karten Ramalho
Rote Karten
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: „SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!“

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  1. […] Meistertitel ist in trockenen Tüchern, der Cup-Zug leider abgefahren. Doch noch sind in der Liga drei Runden zu spielen, das nächste Duell für den #Serienmeister FC […]

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