Die Mannschaft des FC Red Bull Salzburg im Februar 2017
Zweiter und Letzter zugleich. Halbzeitbilanz der Tipico Bundesliga
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Nach 18 Runden zog die Bundesliga eine Halbzeitbilanz. Im Fokus: Der Zuschauerschnitt und der Anteil an Österreichern. Der FC Red Bull Salzburg schnitt hier sehr unterschiedlich ab, doch ein Ergebnis überrascht.

Zuschauerschnitt

Lang und breit wurde in den Medien die Zuschauerzahl in der Red Bull Arena diskutiert. Doch Zahlen lügen nicht. Wohlgemerkt, es geht nicht um die Gesamtzahl. Die muss/müsste bei den Hauptstadtklubs – Dank rund 2 Mio. Einwohnern – deutlich höher liegen. Es geht um den Schnitt pro Spiel. Wie im Vorjahr steht auch nach den ersten 18. Runden der Saison 2017/18 der SK Rapid Wien mit durchschnittlich 19.879 Zuschauern an der Spitze des Zuschauer-Rankings, dahinter folgen der SK Puntigamer Sturm Graz mit 10.504 bzw. der FK Austria Wien mit 7.472 Zuschauern im Schnitt. Die Zuschaueranzahl ist gegenüber dem Vergleichszeitraum aus der Vorsaison um 3,48% leicht zurückgegangen. Erfreulich ist jedoch, dass drei Klubs ihren Zuschauerschnitt gegenüber der Herbstsaison 2016 steigern konnten.

Aufsteiger LASK konnte die Besucherzahlen im Vergleich zur vorigen Herbstsaison in der Sky Go Ersten Liga zwar mehr als verdoppeln, aber da es natürlich noch keine Vergleichswerte in der Liga gibt, nehmen wir den Aufsteiger hier mal aus der Wertung. Beim SV Mattersburg (+22,0%) und Herbstmeister FC Red Bull Salzburg (+4,9%) kamen – man höre und staune – mehr Zuschauer ins Stadion:

Klub

Gesamt

Ø Spiel

Diff. 17/18 zu 16/17

 

SK Rapid Wien 

178.908

19.879

-8,8%

 

SK Puntigamer Sturm Graz

94.539

10.504

-3,4%

 

FK Austria Wien

67.246

7.472

-0,4%

 

FC Red Bull Salzburg

65.344

7.260

+4,9%

 

LASK

46.800

5.200

+105,9%

(Aufsteiger)

CASHPOINT SCR Altach

41.936

4.660

-11,5%

 

SV Mattersburg

29.765

3.307

+22,0%

 

RZ Pellets WAC

28.103

3.123

-17,7%

 

SKN St. Pölten

26.263

2.918

-25,8%

 

FC Flyeralarm Admira

20.476

2.275

-13,9%

 

Gesamt

599.380

6.660

-3,48%

 

Österreicheranteil

Hier kam es wie zu erwarten war. Der FC Red Bull Salzburg nimmt hier den letzten Platz ein. Aber das ist nichts neues. Dazu die Bundesliga in ihrer Aussendung: Auf einem Rekord-Hoch befindet sich nach 18 Runden der Österreicher-Anteil in der Tipico Bundesliga. 76,1 % aller Einsatzminuten in dieser Saison wurden von österreichischen Spielern absolviert – das ist der höchste Wert seit Einführung des Österreicher-Topfes in der Saison 2004/05. An der Spitze dieser Rangliste steht wie in der Vorsaison der FC Flyeralarm Admira mit einem Österreicher-Anteil von 95%, dahinter folgen der CASHPOINT SCR Altach mit 93% und der RZ Pellets WAC mit 88%.

Einsatzminuten Österreicher

 

Runden

in %

Verein

1. – 18.

von Spielzeit/Verein

FC Flyeralarm Admira

16.911

95%

CASHPOINT SCR Altach

16.558

93%

RZ Pellets WAC

15.756

88%

SK Puntigamer Sturm Graz

14.702

83%

SKN St. Pölten

14.377

81%

SV Mattersburg

14.122

79%

LASK

13.483

76%

SK Rapid Wien

12.875

72%

FK Austria Wien

11.504

65%

FC Red Bull Salzburg*

5.324

30%

Gesamt

135.612

76,10%

*Teilnahmekriterien nicht erfüllt, somit keine Partizipation am Österreicher-Topf.

Zahlen und Fakten

Doch es gibt noch weitere interessante Fakten zur Hinrunde:

  • Der FC Red Bull Salzburg ist zum 6. Mal Herbstmeister. Nur in der Saison 2005/06 holten die Salzburger im Anschluss nicht den Meistertitel.
  • In den vorangegangenen 22 Saisonen seit Einführung der 3-Punkte-Regel wurde der Herbstmeister 12-mal am Ende Meister. Der letzte Herbstmeister, der auch am Ende der Saison die Tabelle anführte, war der FC Red Bull Salzburg 2014/15.
  • Der FC Red Bull Salzburg holte aus den ersten 18 Spielen 41 Punkte – erstmals holten die Salzburger so viele in der 3-Punkte-Ära.
  • Der FC Red Bull Salzburg verlor unter Marco Rose nur eines der ersten 32 Pflichtspiele. Das gelang zuvor keinem Trainer der Salzburger.
  • Sturm holte aus den ersten 18 Spielen 41 Punkte – erstmals in diesem Jahrtausend. Mehr Punkte holten die Grazer zuvor erst 1-mal, damals gab es danach den Meistertitel zu bejubeln (43 Punkte in der Saison 1997/98).
  • Der SK Puntigamer Sturm Graz holte 13. Siege in der Hinrunde. Das gelang den Steirern zuvor nur 1997/98 und 1998/99 (ebenfalls je 13).
  • Der FC Flyeralarm Admira beendet die Hinrunde mit 28 Punkten aus 18 Runden. Mehr Punkte aus den ersten 18 Spielen holte die Admira in der 3 Punkte-Ära nie.
  • Der FC Flyeralarm Admira erzielte in dieser Saison 31 Tore. Die Niederösterreicher erzielten in der Tipico Bundesliga in der 3-Punkte-Ära erstmals so viele Tore nach 18 Spielen.

Aufholjagd

  • Die Mannschaften holten 16 Siege nach 0:1-Rückständen. Das sind jetzt schon mehr als in der gesamten letzten Saison der Tipico Bundesliga (15 Siege).
  • Dem SK Puntigamer Graz gelang dieses Kunststück 5-mal in dieser Saison und damit am häufigsten. Den Steirern gelang das zuletzt in der Saison 1999/2000 in einer gesamten(!) Saison so häufig.
  • Damit hat der SK Puntigamer Sturm Graz 71% der Spiele gewonnen, in denen die Steirer den 1. Treffer im Spiel kassierten. Den höchsten Wert in einer gesamten Saison der 3-Punkte-Ära hält der FC Red Bull Salzburg mit 50% aus der Saison 2012/13.
  • Den einzigen Sieg nach 2-Tore-Rückstand in dieser Saison holte der SK Puntigamer Sturm Graz in der ersten Runde mit einem 3:2-Heimsieg gegen den SKN St. Pölten.

Saisonen im Vergleich

  • Besonders mit den linken Füßen sind die Spieler treffsicherer geworden. 40% der Treffer wurden mit links erzielt – der höchste Anteil in den letzten 15 Saisonen.
  • Der SK Puntigamer Sturm Graz erzielte 50% der Treffer mit links – der höchste Anteil. Schon in der Saison 2016/17 waren die Grazer mit 33 Treffern mit links ligaweit am erfolgreichsten.
  • Bei hohen Hereingaben waren die Teams gut gerüstet. Nur 14,9% der Treffer wurden per Kopf erzielt.
  • Der LASK war in dieser Disziplin die stärkste Mannschaft und kassierte per Kopf nur einen Gegentreffer.
  • Bei Weitschüssen waren die Torhüter gerüstet. Nur 13,3% der Treffer wurden von außerhalb des 16ers erzielt – der niedrigste Anteil seit 2012/13.
  • 11,4% der Treffer wurden kurz nach gegnerischen Ballverlusten erzielt – der deutlich höchste Anteil in den letzten 7 Saisonen.
  • Der SK Rapid konnte bei 18% der Treffer gegnerische Ballverluste zu seinem Vorteil nutzen – der höchste Anteil.

Teams

  • Der FC Red Bull Salzburg hatte 468 Ballaktionen im gegnerischen Strafraum – mit Abstand die meisten.
  • Der SK Puntigamer Sturm Graz spielte 7-mal zu null (wie der SK Rapid Wien) – kein Team häufiger.
  • Die Spieler des SK Rapid Wien ging in 502 Dribblings – ligaweit die meisten.
  • Der FC Admira Wacker Mödling gab 74,1% der Schüsse von innerhalb des 16ers ab – der höchste Anteil.
  • Der FK Austria Wien brachte 81,5% der Pässe zu einem Mitspieler – die höchste Quote.
  • Der LASK kassierte keinen Gegentreffer durch eingewechselte Spieler – wie sonst nur der SK Puntigamer Sturm Graz.
  • Der CASHPOINT SCR Altach kassierte in den ersten 15 Minuten keinen Gegentreffer – als einziges Team in dieser Hinrunden-Saison der Tipico Bundesliga.
  • Der SV Mattersburg erzielte 31,6% der Treffer per Kopf – ligaweit der höchste Anteil.
  • Der RZ Pellets WAC brachte 17 Kopfbälle auf das gegnerische Tor – die meisten.
  • Der SKN St. Pölten kassierte nur ein Gegentor aus der Distanz – ligaweit die wenigsten.

Bestwerte

Die 5 Top-Torschützen

Dabbur, Munas (FC Red Bull Salzburg), 12 Tore
Knasmüllner, Christoph (FC Flyeralarm Admira), 12 Tore
Alar, Deni (SK Puntigamer Sturm Graz), 10 Tore
Friesenbichler, Kevin (FK Austria Wien), 8 Tore
Aigner, Hannes (CASHPOINT SCR Altach), 7 Tore

Die 5 Top-Vorlagengeber

Ulmer, Andreas (FC Red Bull Salzburg) 7 Vorlagen
Schaub, Louis (SK Rapid Wien) 5 Vorlagen
Berisha, Valon (FC Red Bull Salzburg) 5 Vorlagen
Kalajdzic, Sasa (FC Flyeralarm Admira) 4 Vorlagen
Hierländer, Stefan (SK Puntigamer Sturm Graz) 4 Vorlagen

Die 5-Top-Scorer

Knasmüllner, Christoph (FC Flyeralarm Admira) 15 Punkte
Dabbur, Munas (FC Red Bull Salzburg) 14 Punkte
Alar, Deni (SK Puntigamer Sturm Graz) 11 Punkte
Friesenbichler, Kevin (FK Austria Wien) 10 Punkte
Aigner, Hannes (CASHPOINT SCR Altach) 10 Punkte

Quelle: Österreichische Bundesliga, Opta

Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs – mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen.

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