Hwang hatte mehrmals die Führung am Fuß / © GEPA
Herbstmeister gibt in letzter Sekunde Sieg aus der Hand
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Gastbeitrag von Karl Kriechbaumer

Gegensätzlicher war wohl die Ausgangssituation zwischen Salzburg und der Austria wohl lange nicht mehr: Während die Bullen mit breiter Brust zum Auswärtspiel antreten, mussten die Hausherren letzte Runde eine herbe Niederlage gegen das Tabellenschlusslicht St. Pölten hinnehmen.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Meister von Beginn weg gefährlich

Die Gäste nehmen von Beginn an das Heft in die Hand. Und gleich zu Beginn steht, wie kann es nach den Ereignissen dieser Woche auch anders sein, der Schiedsrichter im Blickpunkt des Geschehens. Nach nur wenigen Minuten gab es Elfmeteralarm im spärlich besuchten Happel-Oval. Munas Dabbur setzt sich im Strafraum gegen zwei Gegenspieler durch und wird von Raphael Holzhauser gelegt, doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus.

Danach landet der Ball erstmals im Tor der Austria, doch der Linienrichter hat eine Abseitsstellung von Minamino erkannt, als er den Ball zum vermeintlichen Torschützen Hwang quer legte. Und die Zeitlupe gibt ihm Recht, denn der Japaner steht deutlich im Abseits.

Die Salzburger drücken weiter aufs Tempo, Chancen von Hwang, Yabo, Dabbur und Ulmer werden jedoch nicht genutzt. Die Austria hingegen findet in der ersten Hälfte nur eine Halbchance durch Christoph Monschein vor, dessen Schuss das Gehäuse von Alex Walke deutlich verfehlt.

Die erste Halbzeit ist quasi ein Spiel auf ein Tor. Dabbur überlupft die Wiener Abwehrreihen, Austria-Goalie Patrick Pentz kann sich bei dem Abschluss von Hwang auszeichnen. Außerdem haben Hwang und Berisha zwei Halbchancen.

Danach kommt es zum Privatduell zwischen Pentz und Hwang. Der Koreaner wird zweimal auf die Reise geschickt und scheitert beide Male am glänzend agierenden Austria-Schlussmann. Danach werden die Bullen nochmals über einen Eckball gefährlich, ehe Schiedsrichter Oliver Drachta zum Pausentee bittet.

Ein sehr gutes Spiel der Gäste, einzig die Chancenverwertung muss Marco Rose in der Kabine ansprechen.

Es roch bereits nach Sieg: Die Salzburger jubeln über das 1:0 von Ulmer / © GEPA

Es roch bereits nach Sieg: Die Salzburger jubeln über das 1:0 von Ulmer / © GEPA

Neue Halbzeit- neues Glück

Ohne neues Personal nehmen die beiden Mannschaften die zweite Halbzeit in Angriff. Und es geht so weiter, wie es in der ersten Halbzeit geendet hat: Hwang scheitert an Pentz. Der Bullen-Stürmer wird perfekt von Dabbur in Szene gesetzt, doch der Koreaner scheitert wiederum am starken Austria-Torwart. Auch Ray Yabo versucht, den Goalie zu überwinden, doch auch hier bleibt der Schlussmann Sieger.

Salzburger verzweifeln und so bleibt Partie offen

Die Salzburger verzweifeln wie schon im ersten Saisonduell gegen den Keeper der Violetten. Die Austria hingegen schöpft aus den vergebenen Chancen Mut und erkämpft sich ein paar Standardsituationen, die aber nichts einbringen. Danach dribbelt sich Ex-Bulle Felipe Pires durch die Abwehrreihen und zieht vom Sechzehner ab, doch dieser knallt den Ball über die Latte. Die Bullen erkennen aber die Lage und bleiben am Drücker.

Wiederum steht Hwang alleine vor Pentz, der Koreaner legt zurück auf Minamino doch der Japaner verfehlt das Ziel. Es war zum verzweifeln. Den Bullen läuft allmählich die Zeit davon und so gerät ein allfälliger, hochverdienter Sieg in weite Ferne. Noch dazu wittern die Veilchen ihre Chancen und kommen durch Prokop und Pires zu guten Tormöglichkeiten.

Pentz geschlagen – Urgestein avanciert zum Torjäger

Und gerade wo die Austria-Defensive gefestigt erschien, wird der Bann gebrochen. Eine Salzburger Ballstafette landet beim aufgerückten Andreas Ulmer. Das Salzburger Urgestein fasst sich ein Herz und zieht aus spitzen Winkel ab und der Schuss findet über die Innenstange den Weg ins Austria Tor. Damit avanciert der 32-jährige Linksverteidiger im Herbst seiner Karriere zum Torjäger, konnte er sich in den letzten vier Spielen dreimal in die Schützenliste eintragen.

Die Austria bläst nun spät aber doch zum Angriff und geht aufs Ganze. Für dieses Unterfangen beordert Austria Coach Thorsten Fink mit Friesenbichler und Venuto neue Offensivspieler aufs Geläuf. Und tatsächlich gelingt der Austria der „Lucky Punch“. In der sprichwörtlich letzten Sekunde findet ein langer Ball von Holzhauser über Umwegen zu Christoph Monschein der den Ball wuchtig unter die Latte knallt. Zuvor hatte Bullen-Coach Marco Rose vehement den Schlusspfiff gefordert. Als hätte er es kommen sehen.

Herbstmeister, aber…

Das Unentschieden reicht dem FC Red Bull Salzburg zum Herbstmeistertitel, aufgrund der unzähligen Topchancen schmerzt der in letzter Sekunde aus der Hand gegebene Sieg jedoch besonders. Vor allem die Chancenauswertung wird den Bullenverantwortlichen sauer aufstoßen, denn man muss sich fragen, wie man das Happelstadion nicht als Sieger verlassen konnte. Trotzdem darf man auf eine anständige spielerische Leistung zurückblicken. Und von der Tabellenspitze lässt sich ohnehin schön lachen.

Spielinfo

FK Austria Wien

 

FC Red Bull Salzburg

FK Austria Wien 1:1 FC Red Bull Salzburg
Tipico Bundesliga
18. Spieltag
Anpfiff
Sonntag, 3. Dezember 2017, 16:30 Uhr
Austragungsort Ernst-Happel-Stadion, 6.150 Zuschauer
Schiedsrichter
Oliver Drachta
  Torfolge  

Monschein (90.+4)
0:1
1:1
Ulmer (79.)
Serbest
Holzhauser
Friesenbichler
Gelbe Karten Hwang
Caleta-Car
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: „SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!“

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