Ocampos und Miranda im Infight / © GEPA
Bullen auch in Marseille nicht zu biegen
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Gastbeitrag von Karl Kriechbaumer

Die letzte Station dieser Europa League Gruppenphase führt den FC Salzburg zum französischen Traditionsklub Olympique Marseille und somit ins ehrenwerte Stade Velodrome. Die Reise an die Cote d’Azur können die Bullen getrost antreten, konnte sich der österreichische Meister den Gruppensieg bereits zuletzt im Heimspiel gegen Vitoria Guimaraes sichern. Weniger entspannt können die Hausherren an die Sache herangehen. Denn der Tabellenzweite der Gruppe I hat sich noch nicht das Ticket für die K.O. Phase buchen können und blickt daher gespannt aufs Fernduell nach Portugal der anderen Gruppengegner. Trotz dieser angenehmen Ausgangssituation ist von Schonung bei den Bullen nicht viel zu sehen. Allerdings weiß Trainer Marco Rose zu überraschen und setzt wie schon gegen Rapid Wien auf eine Fünfer-Abwehrkette. Auf der Gegenseite finden sich einige Stars, wie z.B. Dimitri Payet, Valere Germain oder Kostas Mitroglou vorerst nur auf der Bank wieder.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Gastgeber bemüht aber nicht zwingend

Die Hausherren scheinen die Hinspielniederlage persönlich zu nehmen und drücken gleich einmal ordentlich aufs Tempo, kommen zu einigen gefährlichen Distanzschüssen, die jedoch allesamt das Gehäuse von Alex Walke verfehlen. Als Unruheherde tun sich besonders Ocampus, Anguissa und Sanson hervor. Großchancen bleiben aber auf beiden Seiten aus. Nach einer halben Stunde nimmt  der Anfangsdruck der Heimmannschaft ab, stattdessen setzen die Franzosen vermehrt auf Konter. Zugleich haben sich die Bullen mit dem neuen System akklimatisiert und können sich nun besser auf das Spiel der Heimelf einstellen. Somit schickt der Schiedsrichter Kulbakov die Mannschaften nach mäßigen 45 Minuten in die Kabinen und hofft wohl auch auf ein spannenderes Spiel in der zweiten Hälfte.

Mehr Spannung in Halbzeit 2?!

Nach dieser ersten Halbzeit dürften sich die knapp 24.000 französischen Fans wohl schon gefragt haben, ob sich der Weg ins Stade Velodrome wirklich ausgezahlt hat. Und tatsächlich geht es flott los. Zunächst taucht Gulbrandsen gefährlich vor dem Tor von Steve Mandanda auf, doch der Schuss des Norwegers fällt zu harmlos aus. Ganz anders auf der Gegenseite. Maxime Lopez fasst sich ein Herz und zieht aus halbrechter Position ab, doch Walke ist hellwach und fischt den Ball mit einer sehenswerten Parade aus der Ecke. Es entwickelt sich nun ein offener Schlagabtausch, denn auch die Bullen kommen zu einer guten Einschussmöglichkeit. Berisha wird am linken Flügel freigespielt, sein Stanglpass findet Ulmer, der den Ball aus etwa elf Metern deutlich neben das Tor setzt.

Doch die Hausherren schalten nun einen Gang höher und produzieren einige gute Tormöglichkeiten. Die beste findet Bouna Sarr vor, doch seinen Schuss aus spitzen Winkel konnte Walke abermals nicht in Verlegenheit bringen. Der Kapitän der Mozartstädter kann mit einem guten Reflex den Ball zur Ecke klären.

Imposante Kulisse: Das Stade Vélodrome in Marseille / © GEPA

Imposante Kulisse: Das Stade Vélodrome in Marseille / © GEPA

Salzburg in Bedrängnis – Einwechslungen sollen es richten

Die Angriffe der Franzosen prasseln nun auf die Salzburger Defensive ein. Das dürfte auch Marco Rose nicht entgangen sein, denn der Bullen-Coach bringt den konterstarken Hwang für Gulbrandsen sowie Ray Yabo anstelle von Samassekou. Und die Einwechslungen beleben auf Anhieb das Salzburger-Spiel und können für die nötige Entlastung sorgen, auch wenn hochkarätige Chancen ausbleiben. Am gefährlichsten wurde es bei einem Freistoß von Valon Berisha, der aber zu zentral ausfällt.

Starauflauf im Stade Velodrome notwendig

Der Offensivdrang der Bullen bringt Olympique Marseille zum Nachdenken, denn die Franzosen wären bei einem Sieg der Bullen aufgrund des Standes beim Parallelspiel (Konya führte mit 1:0) zu diesem Zeitpunkt aus dem Bewerb ausgeschieden. Aufgrund des Ernstes der Lage müssen sich nun auch die Stars der Franzosen aufs Feld bequemen. Dimitri Payet eröffnet den Wechselreigen bei den Gastgebern. Danach beordert Marseille-Coach Rudi Garcia auch Valere Germain aufs Spielfeld.

Marseille übernimmt wieder die Kontrolle über das Spielgeschehen und wären beinahe durch einen Alleingang von Bouna Sarr in Führung gegangen. Doch abermals kann sich Alex Walke auszeichnen. Der Deutsche taucht stark ab und hält die Null fest. Der Kapitän ist auch bei der nächsten Aktion gefordert. Germain taucht aus spitzem Winkel vor dem Kapitän der Bullen auf, doch auch hier lässt sich der Salzburger Schlussmann nicht übertölpeln und behält erneut die Oberhand.

Entlastung aus Portugal – Berisha mit Matchball

Erleichternde Nachrichten für Marseille kommen aus Portugal, denn aufgrund des Ausgleichstreffers der Portugiesen sind die Franzosen fix Tabellenzweiter und überwintern in der Europa League. Danach stellen die Franzosen die Offensivbemühungen weitgehend ein. Aber dann hätten die Bullen kurz vor Schluss etwas entgegen den Spielverlauf doch noch in Führung gehen können. Stefan Leiner kommt am rechten Flügel am Ball und spielt einen Querpass hinter die Abwehr, doch Berisha wird in letzter Sekunde noch entscheidend am Abschluss gehindert.

Ungeschlagen – 5 Spiele ohne Gegentor

Die Mozartstädter waren also auch für Olympique Marseille nicht zu knacken. Die Bullen spazierten geradeso durch die Gruppenphase, zumindest wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft. Denn Marco Rose kann auf eine hervorragende Bilanz zurückblicken: Der österreichische Meister blieb in allen sechs Spielen ungeschlagen, bei je drei Siegen und drei Unentschieden. Darüber hinaus musste man in den letzten fünf Begegnungen kein Gegentor hinnehmen – dies hat zuvor nur eine Mannschaft in der Europa League geschafft. Kurz gesagt: Das Frühjahr kann kommen.

Die Auslosung zum Sechzehntelfinale findet am kommenden Montag statt.

Spielinfo

Olympique Marseille

 

FC Salzburg

Olympique_Marseille 0:0 FC-Salzburg-Logo
UEFA Europa League
Gruppe I, 6. Spieltag
Anpfiff
Donnerstag, 7. Dezember 2017, 21:05 Uhr
Austragungsort Stade Vélodrome, 24.000 Zuschauer
Schiedsrichter
Aleksey Kulbakov (BLR)
  Torfolge  
Ocampos Gelbe Karten Caleta-Car, Hwang
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: „SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!“

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