Yabo nach dem zwischenzeitlichen 3:1 / © GEPA
Traumstart in Halbzeit zwei sichert Salzburg Sieg in Hütteldorf
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Gastbeitrag von Karl Kriechbaumer

Mit dem heutigen Spitzenspiel gegen den SK Rapid Wien kann der FC Red Bull Salzburg die bisherige Erfolgswoche komplettieren. Vergangenen Sonntag fegten die Bullen den Tabellenführer aus Graz mit 5:0 vom Platz. Auch den Gruppensieg in der Europa League konnte man am Donnerstag vor heimischem Publikum fixieren. Nun lädt der wiedererstarkte Rekordmeister in sein Schmuckkästchen zum Tanz um die Vormachtstellung im heimischen Fußball. Auf der anderen Seite möchte der amtierende Meister den Grazern, die sich gestern mit einem Last Minute sieg wieder an die Spitze setzen, die Tabellenführung gleich wieder abspenstig machen. Es ist also angerichtet.

Dabei verzichtet Trainer Marco Rose bei dem Unterfangen auf bewährte Stammkräfte, denn Dabbur, Gulbrandsen und Haidara nehmen zunächst auf der Bank Platz. Youngster Hannes Wolf fehlt verletzungsbedingt. Da man von den formstarken Hausherren gewarnt ist, bietet er heute eine Fünferkette auf.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Und es geht auch gleich munter los. Hwang läuft der Rapid-Verteidigung davon und hat nur noch Strebinger vor sich. Doch der Südkoreaner verzögert und so kann Hofmann noch klären. Die darauffolgende Ecke hätte Miranda beinahe zur Führung verwerten können. Die Bullen drücken weiter aufs Tempo und so kommt Berisha an der Strafraumgrenze zum Abschluss, wobei der Schuss zu ungefährlich ausfällt.

Für den ersten großen Aufreger der Partie sorgt dann der Salzburger Abwehrchef. Schobesberger wird auf die Reise geschickt und Miranda kann ihn nur mehr zu Boden reißen. Der Brasilianer sieht dafür Gelb und ist damit bestens bedient. Doch die Salzburger lassen sich dadurch nicht verunsichern und bleiben bei Standards gefährlich. So hätte Pongracic den Meister beinahe nach einer Berisha-Freistoßflanke zur Führung geköpft. Nach den ersten 15 Minuten, wo es hin und her ging, können sich die Hütteldorfer etwas vom Anfangsdruck der Bullen befreien und übernehmen die Kontrolle über das Spiel. Aber die Partie bleibt hitzig. Richtig gefährlich wird es wieder in Minute 26. Murg dribbelt sich durch die Salzburger Abwehrreihen und zieht ab. Alex Walke bleibt Sieger im Eins-gegen-eins-Duell und wehrt den Ball ab. Den Nachschuss setzt Keles an die Latte.

Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen im Blickpunkt

Danach kommt es zum brisanten Duell der Brasilianer. Sowohl Miranda als auch Joelinton kämpfen hart um den Ball unter heftigem Körpereinsatz, sodass beide zu Boden gehen. Schiedsrichter Hameter entscheidet auf Freistoß für Rapid, was man auch durchaus anders entscheiden hätte können. Schobesberger bringt den Ball zur Mitte, Yabo produziert einen Querschläger, den Ljubicic dann zur Führung verwertet.

Doch die Salzburger reagieren. Nach einer schönen Kombination wird Hwang in Szene gesetzt und steht alleine vor Strebinger. Der Rapid-Goalie pariert, doch beim Nachschuss von Minamino war er machtlos. Doch anstelle des verdienten Ausgleichs kommt es zum nächsten Aufreger. Das Schiedsrichterteam erkennt das Tor aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition nicht an. Eine glatte Fehlentscheidung, wie die Zeitlupe klar beweist. Somit dürfen sich die Rapidler doch sehr bei Schiedsrichter Hameter bedanken, könnte der Spielstand ohne seine Fehlentscheidungen anders aussehen.

Salzburg überrümpelt Rapid

Doch wer sich zu früh zum wohlverdienten Pausentee entfernte, machte einen Fehler. Den die Rapidler waren wohl gedanklich schon in der Kabine und so konnten die Bullen quasi mit dem Pausenpfiff den wichtigen Ausgleich erzielen. Und zwar über einen Konter. Berisha schickt Dauerbrenner Andi Ulmer am linken Flügel, der den Vorwärtsgang einlegt und Murg davon zieht. Mit Übersicht bedient er Hwang, der mit dem ersten Kontakt den Ball platziert neben die linke Stange setzt. Unmittelbar danach schickt Hameter die Mannschaften mit einen 1:1 in die Kabine.

Hwang leitet Sekunden vor der Halbzeitpause mit dem 1:1 die Wende ein / © GEPA

Hwang leitet Sekunden vor der Halbzeitpause mit dem 1:1 die Wende ein / © GEPA

Und auch nach der Pause war Pünktlichkeit gefragt. Denn während der Stadionsprecher noch den Spielertausch von Rapid durchgibt (Petsos ersetzt Ljubicic), schocken die Mozartstädter die Hausherren abermals. Stefan Lainer setzt rechts am Flügel nach und leitet den Ball weiter zu Hwang. Der Koreaner setzt per Ferse Ray Yabo in Szene, der aufblickt und den Ball zurücklegt. Seine Vorlage findet halb-links (wie kann es anders sein) Andi Ulmer, der sich nicht zweimal bitten lässt und den Ball wuchtig in die Maschen knallt. Die Hausherrren wirken nun völlig verunsichert. So nützt Ray Yabo die Gunst der Stunde und stößt mit Tempo in den Strafraum vor. Die Verteidiger können den Deutschen aber nicht mehr stoppen und so schupft er den Ball über Strebinger hinweg ins Tor. Nach den Doppelschlag steht es nun 3:1 für die Bullen.

Salzburger verpassen Vorentscheidung

Goran Djuricin reagiert abermals. Er bringt statt des Torschützen Keles Fanliebling Loius Schaub. Doch die Salzburger spielen weiter konzentriert weiter und so hätte Hwang den Deckel drauf machen müssen. Die Salzburger Solospitze wird perfekt von Takumi Minamino in Szene gesetzt. Die Rapidabwehr spielte vergebens auf Abseits und so läuft der Südkoreaner alleine auf Strebinger zu, doch der Goalie kann sich auszeichnen und hält seine Mannschaft somit im Spiel.

Für die nächste unschöne Härteeinlage sorgt dann Joelinton der sich gegen Andreas Ulmer zu einen Frustfoul hinreißen ließ. Der Brasilianer sieht Gelb und ist damit bestens bedient. Marco Rose nimmt in Minute 65 den ersten Wechsel vor. Amadou Haidara soll das Mittelfeld stabilisieren. Er ersetzt den sehr engagierten Takumi Minamino.

Walke pariert einen Freistoß / © GEPA

Walke pariert einen Freistoß / © GEPA

Rapid setzt zur Aufholjagd an

Danach werfen die Rapidler alles nach vorne. In der 68. Minute bekommen die Hütteldorfer einen Freistoß an der Strafraumgrenze zugesprochen. Schobesberger legt sich den Ball zurecht, setz ihn aber in die Mauer. Die Salzburger stehen tief und verlegen sich aufs Kontern. So findet durch einen Berisha-Vorstoß Andreas Ulmer eine Topchance vor, aber sein Schuss verfehlt das Gehäuße deutlich.

Und dann passiert es. Quasi mt der Rapidviertelstunde lässt Kvilitaia die Rapidfans wieder hoffen. Der eingewechselte Rapidstürmer erzielt den Anschlusstreffer per Kopf. Das Stadion bebt und die Rapidfans peitschen ihre Mannschaft zum Angriff.

Handspiel oder Eigentor?

Und kurz darauf steht wieder einmal Schiedsrichter Hameter im Mittelpunkt des Geschehens. Nach einer Flanke der Grün-Weißen landet der Ball im Gehäuse der Bullen. Die Gäste reklamieren auf Handspiel von Kvilitaia. Nach ausführlicher Absprache mit dem Linienrichter nimmt Hameter den Ausgleichstreffer zurück. Damit lag er wohl diesmal richtig. Die Rapidler werfen in den letzten Minuten noch einmmal alles nach vorne und versuchen es über lange Bälle. Nach acht langen Minuten Nachspielzeit beendet der Schiedsrichter die Partie.

Die Bullen erklimmen also wieder die Tabellenspitze mit einem Sieg im Spitzenspiel auswärts gegen Rapid Wien, in dem der Schiedsrichter wohl öfter im Rampenlicht stand als ihm lieb war. Grundstein des Erfolgs waren definitiv die Tore unmittelbar vor bzw. nach der Halbzeit, wo man den Rekordmeister offenbar am falschen Fuß erwischte. Am Ende dürfen sich die Mozartstädter freuen, in einem sehr intensiven Spitzenspiel drei Punkte aus Hütteldorf entführt zu haben. Und natürlich auf den Abschluss einer erfolgreichen Woche.

Spielinfo

SK Rapid Wien

 

FC Red Bull Salzburg

SK Rapid Wien 2:3 FC Red Bull Salzburg
Tipico Bundesliga
16. Spieltag
Anpfiff
Sonntag, 26. November 2017, 16:30 Uhr
Austragungsort Allianz Stadion, 25.300 Zuschauer
Schiedsrichter
Markus Hameter
  Torfolge  
Ljubicic (28.)



Kvilitaia (76.)
1:0
1:1
1:2
1:3
2:3

Hwang (45.+2)
Ulmer (46.)
Yabo (51.)
Hofmann
Galvao
Joelinton
Kvilitaia
Auer
Gelbe Karten Miranda
Pongracic
Hwang
Ulmer
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: „SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!“

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