Wolf traf unmittelbar nach Wiederbeginn / © GEPA
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Starke zweite Hälfte bringt Kantersieg gegen St. Pölten
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In der fünften Runde geht es für die Salzburger Bullen gegen den SKN St. Pölten. Um am SK Sturm Graz dran zu bleiben, bedarf es, wie zuletzt in Altach, eines Dreiers der Salzburger. Auch für St. Pölten ist die Partie gegen die Salzburger eine wichtige: für den Tabellenletzten geht es um den ersten Saisonsieg 2017/18.

Wirft man einen Blick auf die Aufstellung der Salzburger fällt auf, dass Trainer Marco Rose diese im Vergleich zum Europa League Playoff kräftig umkrempelt. Nicht weniger als sieben Umstellungen gibt es, so ist Ray Yabo wieder in der Startelf zurück, nachdem er gegen Viitorul nicht im Kader aufschien. Besonders erfreulich ist auch die Rückkehr von Keeper Alex Walke, vorerst sitzt er aber noch auf der Bank der Salzburger.

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Die heutige Startelf / © SALZBURG12.at

Bei den Gegnern aus St. Pölten steht mit Martin Rasner ein Ex-Salzburger in der Startelf. Dieser sieht bereits kurz nach Anpfiff den ersten Schuss seiner Mannschaft auf das Gehäuse von Keeper Cican Stankovic. Kapitän Lukas Thürauer schießt den Ball aber über das Tor. Nach kurzer Eingewöhnungsphase wird aber auch Salzburg vor dem Tor der Niederösterreicher vorstellig: Haidara trifft in der achten Spielminute die Stange nach schöner Kombination mit Stefan Lainer. Salzburg wird nun immer stärker und übernimmt zusehends das Kommando in der Partie. Das sieht man auch in der nächsten Situation, doch Minamino steht knapp im Abseits: Der Japaner wäre alleine vor SKN-Keeper Riegler gewesen. Auch Munas Dabbur probiert es in der 16. Minute mit einem Schuss von außerhalb des Strafraums, stellte Riegler dabei aber vor keine Probleme.

Nach dem druckvollen Beginn der Salzburger verflacht das Spiel nach 15 Minuten etwas, doch in der 21. Minute sorgt Salzburg-Keeper Stankovic für einen kurzen Schock bei den Heimfans: Bei einem Stoppversuch springt ihm der Ball zu weit vom Fuß, doch er kann noch rechtzeitig vor dem heranstürmenden SKN-Stürmer klären. Die Niederösterreicher haben nun ihre beste Phase. Ein scharf gespielter Stanglpass von Devante Parker geht aber an Freund, Feind und dem Salzburger Gehäuse vorbei. Es entwickelt sich nun ein munterer Schlagabtausch: Munas Dabbur trifft den Ball nicht voll und setzt ihn, nach flacher Hereingabe von Gulbrandsen, neben das Tor.

Generell ist Salzburg in Halbzeit eins vor allem über die Seiten anfällig, St. Pölten kommt so zu einigen Flankenmöglichkeiten, die sie aber nicht in Zählbares ummünzen können.

Gerade in einer Phase als beide Mannschaften etwas das Anfangstempo zurückfahren, fällt in der 31. Minute das erlösende 1:0 für die Salzburger. Amadou Haidara spielt auf Minamino, der den Ball Dabbur in den Lauf spielt, dieser lässt im Eins-gegen-Eins Riegler keine Chance und trifft.

Wolf und Dabbur hamonierten in der Offensive / © GEPA

Wolf und Dabbur hamonierten in der Offensive / © GEPA

Kurz darauf bricht Minamino durch, wird von Petrovic aber gelegt, Schiedsrichter Lechner lässt Gnade walten und zeigt nur die gelbe Karte.

St. Pölten lässt aber nicht die Köpfe hängen und bleibt ein unangenehmer Gegner, der immer wieder seine Gefährlichkeit aufblitzen lässt. Die letzten Minuten vor Halbzeit wird die Gangart härter, worunter merklich der Spielfluss leidet. Ein Opfer der vermehrten Fouls ist Takumi Minamino, der noch vor der Pause verletzungsbedingt ausgewechselt werden muss. Für den Japaner kommt Youngster Hannes Wolf in die Partie. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte landet der Ball dann nochmal im Tor der St. Pöltner, allerdings zählt der Treffer von Gulbrandsen nicht – Abseits, eine richtige Entscheidung. Doch auch St. Pölten kommt nochmals zu einer sehr guten Möglichkeit, Devante Parker hebt den Ball zwar über Stankovic, aber auch über das Tor. Folgerichtig lautet der Halbzeitstand 1:0 für die Salzburger.

Lange sollte dieser Spielstand aber nicht auf der Anzeigetafel zu sehen bleiben, denn die Bullen starten in die zweite Halbzeit fulminant. Nach einem Einwurf kommt der Ball zu Haidara der Gulbrandsen schickt. Der Norweger legt den Ball quer auf Hannes Wolf, dieser muss den Ball nur mehr ins leere Tor schieben. Kurze Zeit später wird es am St. Pöltner Strafraum schon wieder brenzlig, doch beim Pass von Wolf steht Dabbur knapp in Abseitsposition. Die Salzburger sind nun klar feldüberlegen und in Minute 52 klingelt es wieder im Tor der St. Pöltner: Munas Dabbur schnürt seinen Doppelpack. Ray Yabo tankt sich mit Tempo über die rechte Seite durch und legt quer auf Dabbur. Der Israeli lässt sich diese Chance nicht entgehen und schiebt trocken zur Vorentscheidung ein. Gleich darauf kommt es zur nächsten Topmöglichkeit für die Salzburger: wunderschöner, weiter Pass von Caleta-Car auf Gulbrandsen, doch der Norweger nimmt sich den Ball zu ungenau mit und scheitert aus spitzem Winkel. Der Höhepunkt der Salzburger Drangphase folgt schließlich in Minute 59. Christoph Leitgeb steckt mit der Ferse auf Hannes Wolf durch, der spielt wieder den Querpass, diesmal ist Gulbrandsen der Nutznießer und kann den Ball zum 4:0 ins leere Tor schieben – ein Traumtor.

Überzeugte heute im Mittelfeld: Amadou Haidara / © GEPA

Überzeugte heute im Mittelfeld: Amadou Haidara / © GEPA

Nach diesen fulminanten 15 Minuten findet St. Pölten nun wieder etwas besser ins Spiel, doch Cican Stankovic bestätigt seine derzeitige starke Form und lässt nichts anbrennen. St. Pölten bringt nun Sandro Ingolitsch, der von den Salzburger Fans mit viel Applaus bei seiner Einwechslung bedacht wird. Ingolitsch führte Salzburg letzte Saison als Kapitän zum Youth-League Titel. Als das Spiel gänzlich einzuschlafen droht, sorgt Roope Riski für den Ehrentreffer der St. Pöltner.

Salzburg hatte sich in dieser Phase des Spiels immer weiter zurückgezogen, was Marco Rose überhaupt nicht gefiel. Nach dem Anschlusstreffer der Niederösterreicher forderte er wieder mehr Konzentration seiner Kicker ein und die Salzburger folgten aufs Wort: Hannes Wolf scheitert an Riegler, bei der darauffolgenden Ecke fehlt ebenfalls nicht viel auf das 5:1: Caleta-Car setzt einen Kopfball an die Querlatte. Besonders beim eingewechselten Hee-Chan Hwang merkte man den unbedingten Willen sein Trefferkonto ebenfalls noch zu erhöhen. Bei seiner ersten Aktion schlägt er den Ball allerdings deutlich über das Tor. Kurz vor dem Abpfiff ist es dann aber doch noch so weit, Hwang trifft nach scharfem Pass in die Mitte von Farkas, der zuvor mustergültig von Leitgeb eingesetzt wurde. Und auch mit der allerletzten Aktion sorgen die Salzburger nochmals für Gefahr, als Haidara eine Ecke direkt nimmt und diese nur knapp am Tor vorbeistreicht.

Somit bleibt es beim Endstand von 5:1, zum bereits zweiten Mal in Folge also ein deutlicher Liga-Heimsieg der Salzburger. In der Tabelle setzt sich Salzburg gemeinsam mit Sturm bereits etwas von der Konkurrenz ab: Der LASK ist nach einem 0:0 gegen Altach bereits fünf Punkte zurück. Neben dem eindrucksvollen Spiel der Salzburger besonders nach der Halbzeit kann sich Marco Rose auch darüber freuen, dass trotz sieben Umstellungen im Vergleich zum letzten Spiel kein Qualitätsabfall zu bemerken war. In der Pressekonferenz nach dem Spiel hob Rose besonders zwei Spieler hervor, die neu in die heutige Elf gekommen waren: „Es hat mich sehr gefreut, dass Patrick Farkas das letzte Tor noch vorbereitet hat und auch ein Christoph Leitgeb hat heute als Sechser eine sehr gute Partie gespielt.“ Für das kommende Rückspiel im Europa League Playoff gegen den rumänischen Meister hat Rose somit die Qual der Wahl welche Elf er aufs Feld schickt.

 

Spielinfo

FC Red Bull Salzburg

 

SKN St. Pölten

FC Red Bull Salzburg5:1SKN St. Pölten
Tipico Bundesliga
5. Runde
Anpfiff
Sonntag, 20. August 2017, 16:30 Uhr
AustragungsortRed Bull Arena, 6.170 Zuschauer
Schiedsrichter
Harald Lechner
 Torfolge 
Dabbur (31.)
Wolf (47.)
Dabbur (53.)
Gulbrandsen (59.)

Hwang (90.)
1:0
2:0
3:0
4:0
4:1
5:1




Riski (72.)
GulbrandsenGelbe KartenPetrovic, Rasner
Gelb-Rote Karten
Rote Karten
Sebastian Reiter

Seit nunmehr 15 Jahren begeistert sich Sebastian für das runde Leder und somit auch den Salzburger Fußball. War es zu Beginn noch die violette Salzburger Mannschaft gewesen, so hofft er mittlerweile auf Siege der roten Bullen. Auch wenn er aufgrund seines Journalismus-Studiums zurzeit seine Zelte in Wien aufgeschlagen hat, ist der 24-Jährige so oft es ihm möglich ist bei den Spielen in der Red Bull Arena vor Ort.

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