Schüttengruber verhindert Meisterfeier

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Minamino hat den Sieg in der Nachspielzeit am Fuß / © GEPA
Minamino hat den Sieg in der Nachspielzeit am Fuß / © GEPA
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Es hätte die große Meisterparty in Altach werden sollen. Die Mannschaft von Adi Hütter kam mit einer Serie von fünf gewonnenen Pflichtspielen in die Cashpoint-Arena nach Altach, wo man im Cup-Viertelfinale Anfang April noch mit 4:0 siegreich war. Man brauchte einen „Dreier“, um den Titelkampf bereits am heutigen Nachmittag im Ländle für sich entscheiden zu können. Doch es kam anders.

Ein Start wie im Bilderbuch

Alles begann standesgemäß. Eigentlich sogar perfekt. Salzburg ließ dem Anstoß direkt das herrliche 1:0 von Valon Berisha folgen, ohne den Altachern auch nur einmal das Spielgerät zu überlassen. Der zuletzt groß aufspielende Naby Keita bewieß Übersicht, bediente den am rechten Flügel völlig freistehenden Benno Schmitz, der Zeit hatte, sich den Ball herzurichten und in den Sechzehner reinzuflanken. Dort nahm Berisha das Leder volley und versenkte es, unhaltbar für Altach-Keeper Kobras, unter der Querlatte.

Valon Berisha bringt Salzburg mit einem Traumtor nach 23 Sekunden in Front / © GEPA

Valon Berisha bringt Salzburg mit einem Traumtor nach 23 Sekunden in Front / © GEPA

Ein grandioser Auftakt in das Spiel, der mitgereiste Anhang konnte sein Glück kaum fassen und stimmte bereits „Wir werden Meister“-Klänge an.

Vom frühen Rückstand konnten sich die Altacher jedoch erstaunlich schnell erholen und bereiteten den Gästen mit zunehmender Zeit immer mehr Probleme. Vor allem der schussstarke Ismael Tajouri und Altmeister Hannes Aigner harmonierten perfekt. So auch in der 28. Minute, als der von der Austria an Altach verliehene Tajouri einen Eckball gefährlich zur Mitte beförderte, Aigner gegen Hinteregger ein Kopfballduell gewann und das Spielgerät unhaltbar im langen Eck unterbrachte.

Der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich brachte den Gastgebern einen zusätzlichen Motivationsschub, die Salzburger waren in dieser Phase des Spiels großteils mit „reagieren“ beschäftigt.

Altach erhöht die Schlagzahl

Fortuna brauchte die Elf von Adi Hütter dann kurz vor der Pause. Zunächst setzte Darko Bodul den Ball ans Außennetz und in der Nachspielzeit erzielte Hannes Aigner den sehenswerten, vermeintlichen Führungstreffer mit einem Lupfer über Gulacsi. Allerdings verwehrte Schiedsrichter Schüttengruber diesem wegen angeblichem Abseits zu unrecht die Anerkennung. Nicht der einzige Patzer des Unparteiischen am heutigen Nachmittag.

Kurz nach Wiederbeginn hatten die Salzburger nämlich bei einem Handspiel von Schmitz Glück, dass die Pfeife des Referees stumm geblieben ist, denn der junge Deutsche lenkte eine Flanke vom Ex-Salzburger Mahop aus kurzer Distanz mit dem rechten Arm ins Toraus.

Schüttengruber drückt den Stempel auf

Den negativen Höhepunkt seines heutigen Schaffens lieferte der oberösterreichische Schiedsrichter dann nach 75 Minuten. Der eingewechselte Seeger wurde steil angespielt und holte zum Abschluss aus. Hinteregger war mitgelaufen, spitzelte den Ball noch vor dem Altacher weg und wurde von eben diesem hinten an der Wade getroffen. Beide gingen zu Boden und Schüttengruber gab zur Verwunderung der Zuschauer, zum Entsetzen der Salzburger Elfmeter und zu allem Überfluss noch die rote Karte für den Salzburger Abwehrchef.

Die entscheidende Szene: Hinteregger klar vor Seeger am Ball / © GEPA

Die entscheidende Szene: Hinteregger klar vor Seeger am Ball / © GEPA

Wilde Proteste der Gäste halfen nichts, der Schiedsrichter ließ sich von seiner Entscheidung nicht abbringen und schickte den reklamierenden Hinteregger unter die Dusche. Hannes Aigner verwandelte indes den Elfmeter zum 2:1 für Altach.

Der katastrophale Auftritt von Manuel Schüttengruber hat eine nicht unbedeutende Vorgeschichte, denn zuletzt war der Unparteiische bei mehreren Salzburg-Spielen mit unfassbaren Fehlentscheidungen negativ aufgefallen. Beim 4:1 der Hütter-Elf bei der Admira Anfang März entschied er kurz nach der Pause nach einem regelkonformen Einsatz von Peter Gulacsi gegen Toni Vastic auf Elfmeter für die Gastgeber und einen Monat später stellte der Schiri Martin Hinteregger nach einem harmlosen Zweikampf mit Hannes Aigner vom Feld. Vielleicht sollte man sich in der Bundesliga überlegen, künftig auf die Dienste des FIFA(!!!)-Schiedsrichters Schüttengruber zu verzichten. Der heutige Auftritt alleine würde dafür bereits reichen.

Wenn diese Fehlentscheidung einen positiven Aspekt zulässt, dann jenen, dass die Salzburger nach dem Rückstand mit der Wut im Bauch das Heft in die Hand nahmen und aus ihrer Lethargie erwachten, in welcher sie sich über weite Strecken der Partie befunden hatten.

Marcel Sabitzer hatte nämlich in der Schlussphase nach Stanglpass von Ulmer den Ausgleich am Fuß, schoss allerdings aus kürzester Distanz Altach-Keeper Kobras an, der den Ball im Nachfassen packen konnte.

Sabitzer mit Schadensbegrenzung

Trotz allem sorgte der Teamspieler wenig später für den Ausgleich. In Abwesenheit vom standesgemäßen Freistoßschützen Jonny Soriano, der aufgrund einer Sprunggelenksverletzung nur im Freizeitgewand auf der Bank saß, trat Sabitzer zu einem zentralen Freistoß an und versenkte die Kugel aus etwa 25 Metern unter gütiger Mithilfe von Martin Kobras im linken unteren Eck.

Sogar der Sieg wäre in der Nachspielzeit noch drinnen gewesen, allerdings scheiterte der eingewechselte Minamino nach schönem Solo aus kurzer Distanz am Altach-Keeper, sodass sich beide Teams am Ende mit einem leistungsgerechten Remis trennten.

Die Meisterfeier der Salzburger muss damit noch auf sich warten lassen, die nächste Möglichkeit bietet das morgige Wiener Derby. Sollte Rapid dieses nicht gewinnen, darf gegen 18:15 Uhr der Meistersekt geöffnet werden. Die nächste sportliche Möglichkeit hätte die Hütter-Elf am kommenden Mittwoch beim SK Sturm.

Spielinfo

Tipico Bundesliga, Saison 2014/15, 33. Spieltag

SCR Altach

Tipico Österreich Bundesliga LogoSamstag, 16. Mai 2015
16.00 Uhr

FC Red Bull Salzburg

SCR Altach Trikot

2:2

FC Red Bull Salzburg Trikot auswärts
Cashpoint-Arena, 6.017 Zuschauer, SR: Schüttengruber
 94. Minuten Spielzeit 
Aigner (28.)
Aigner (75./Elfmeter)
TorschützenBerisha (1.)
Sabitzer (87.)
Bodul, Ortiz, SeegerGelbe Karten
Gelb-Rote Karten
Rote KartenHinteregger
Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: "SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!"
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