Die Causa „Manuel Schüttengruber“

Manuel Schüttengruber griff wieder einmal daneben. Und wieder bei Hinteregger....
Manuel Schütengruber | Foto: Steindy, Wikipedia
Manuel Schütengruber | Foto: Steindy, Wikipedia
Die Causa „Manuel Schüttengruber“
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16. Mai 2015. Ort: Altach, Cashpoint Arena.
Ein Spieler von SCR Altach im Konter, FC Red Bull Salzburg Verteidiger Martin Hinteregger ist zur Stelle, spitzelt den Ball weg. Der Altach-Spieler trifft noch kurz Hinteregger am „Wadl“, beide stolpern, kommen zu Fall.

Auftritt Manuel Schüttengruber, Schiedsrichter der Begegnung. Kompromisslos zeigt der Oberösterreicher auf den Elfmeterpunkt und Hinteregger die Rote Karte. Aufregung beim „Delinquenten“, bei der Mannschaft, beim Trainer, bei den Moderatoren des Spiels und bei den Salzburg-Fans. Wieder Schüttengruber, wieder Hinteregger, wieder Rot. Ein Déjà-vu.

Der Elfmeter wurde verwandelt, das Spiel endet Unentschieden, die Meisterschaftsentscheidung – vertagt. Nach dem Spiel tritt Manuel Schüttengruber vor die Sky-Kamera, betrachtet die Situation nochmal und quittiert diese mit den Worten:

„Auch nach dem Videostudium ist eine Entscheidung sehr schwer zu treffen. Ich würde nicht von einer richtigen oder einer Fehlentscheidung sprechen. Es war ein Kontakt da.“

Die mangelnde Selbstreflexion war am Tag später auch Schiedsrichterboss Robert Sedlacek „too much“. Gegenüber dem Kurier meint Sedlacek:

„Die Leistung von Schüttengruber war fehlerhaft und unglücklich. Das kann  passieren. Aber die Äußerungen im TV sind für mich völlig unverständlich. Das ist ein FIFA-Referee. Auf diesem Niveau und nach den eindeutigen TV-Bildern ist es unvorstellbar, so etwas nicht zu sehen. Wir weisen die Schiedsrichter ja auch darauf hin, dass sie öffentlich zu ihren Fehlern stehen sollen. Das hätte ich mir erwartet.“

Sedlacek lässt Schüttengruber nun bis Saisonende pausieren. Dem Ansuchen, die Social-Media-Auftritte auf Facebook und Twitter einzustellen, ist Schüttengruber bereits nachgekommen.

Fehler machen ist menschlich. Diese einzugestehen ebenso.

Jeder Mensch macht Fehler. Und – dies sei vorausgeschickt – ich möchte mit keinem Schiedsrichter der Welt tauschen, die binnen Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen müssen. Doch stellt man sich die Frage, ob Manuel Schüttengruber eine persönliche Fehde mit den Salzburgern oder im speziellen Martin Hinteregger „auszufechten“ hat.

Fall 1: Gulacsi
In der 23. Runde gegen Admira Wacker faustet Goalie Peter Gulacsi einen Ball weg, der heranstürmende Vastic kann nicht mehr bremsen und rennt in den ungarischen Keeper hinein. Schüttengruber zeigt dem Goalie Gelb und entscheidet auf Elfmeter. Krasse Fehlentscheidung. Aber immerhin pariert der Keeper den Strafstoß.

Fall 2: Hinteregger
Im ÖFB Cup zwischen Altach und Salzburg gehen Hinteregger und Aigner zu Boden. Manuel Schüttengruber wollte zunächst Freistoß für Salzburg geben, ließ sich aber von seinem weit entfernten Linienrichter (und Bruder) umstimmen, der einen „Faustschlag“ von Hinteregger sah. Fazit: Hinteregger flog mit Rot vom Feld und fehlte im wichtigen Spiel gegen Rapid Wien.

Fall 3: Und wieder Hinteregger
Am Samstag, wie schon oben ausführlich beschrieben, stellte – erneut gegen Altach – Manuel Schüttengruber wieder Hinteregger wegen nichts vom Feld. Der fälschlich gegebene Elfmeter führte dazu, dass die Meitsterschaftsentscheidung vertagt wurde.

In keinem dieser Fälle zeigte sich Manuel Schüttengruber einsichtig, die „Rechnung“ bekam er nun vom obersten „Schiedsrichter-Chef“ präsentiert.

Geschieht ein Wunder? Wohl nicht in Österreich.

Im Gegensatz zu den Engländern, wo in solchen Fällen auch schon einmal Karten wegen solcher Fehlentscheidungen zurückgenommen werden, ist es in der Alpenrepublik Usus, den Spieler zumindest für ein Spiel zu sperren.

Und wenn nicht Wunder geschehen, wird Martin Hinteregger im Spiel gegen Sturm Graz fehlen. Zu unrecht verurteilte Menschen werden freigesprochen. In unserer Liga ist dieses Rechtsverständnis wohl noch nicht angekommen. Hier besteht dringender Reformbedarf. Aber „Reformen“ und „Österreich“ in einem Satz zu nennen, ist ja fast schon ein Frevel. Jede andere Entscheidung des Strafsenats wäre ja fast schon als fußballtechnischer Feiertag in den Kalenders zu vermerken.

(Titelbild: Wikipedia / Steindy)
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Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
Ein Kommentar
  • Der nächste Matchball zum Meistertitel ⚽ Red Bull Salzburg ⚽ SALZBURG12.at
    19 Mai 2015 at 7:38
    Leave a Reply

    […] konnte der FC Red Bull Salzburg in Vorarlberg nicht nutzen. Einer der Gründe war ein mittlerweile beurlaubter Schiedsrichter. Nun haben es die Salzburger wieder selber in der Hand – im Mittwochsspiel gegen SK Sturm […]

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