10 Jahre im Zeichen der roten Bullen

10 Jahre Red Bull im Salzburger Spitzenfußball....
Aus Austria Salzburg wird Red Bull Salzburg
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Vor genau 10 Jahren – also am 6. April 2005 – übernahm der Fuschler Getränkekonzern Red Bull die 2000 gegründete und finanziell schwer angeschlagene Salzburg Sport AG zu 100% und damit auch die abstiegsgefährdete SV Austria Salzburg. So meinte RB-Boss Didi Mateschitz damals:

“Selten haben wir eine Entscheidung länger und genauer geprüft als jene, in das österreichische bzw. internationale Fußballgeschehen einzusteigen”

Aus gegebenem Anlaß: Ein Rückblick auf 10 Jahre Red Bull im Salzburger Fußball.

Alles neu in Salzburg

„Neue Besen kehren gut“ lautet ein bekanntes Sprichwort. Doch so „gut“ kam der Start von Red Bull im Fußballgeschäft nicht bei allen an. Red Bull wechselte die Trikotfarben in Rot und Weiß, das bekannte „Violett“ wurde aus dem Blickfeld verbannt. Auch das Logo und der Vereinsname wurde geändert, was aber in Salzburg keineswegs ein Novum war, denn der Verein hieß zuletzt 1993 „SV Austria Salzburg“. Das traditionelle Gründungslogo war in einer modernisierten Variante letztmals 1978 im Einsatz (findet man u.a. auch in der Wikipedia).

Dennoch stieß die Vorgehensweise und so manche übermotivierten „Sager“ einem Teil der Anhängerschaft auf, die daraufhin „SV Austria Salzburg“ mit dem Logo aus den 1950er Jahren und den Farben Violett/Weiß neu gründeten. Nicht alle „traditionellen“ Fans gingen diesen Weg mit. Aber diese „Story“ kennen wir alle und die soll hier heute nicht Thema sein.

Der FC Red Bull Salzburg steht aber letztendlich doch zur Geschichte des Vereins. So auch gesehen 2013, als der Verein den 80. Geburtstag im Stadion feierte und dem Ehrentag ein eigenes Stadionmagazin widmete.

In Österreich Spitzenklasse, in Europa etabliert

2005/06: Schon im ersten Jahr, damals noch unter Kurt Jara, holten Alexander Zickler und Co. den Vizemeistertitel. Aus der Salzburg Sport AG wurde eine GmbH.

Kurt Jara mit Rene Aufhauser

Kurt Jara mit Rene Aufhauser

2006/07: Ein Jahr später schrieben die Salzburger unter Giovanni Trapattoni Geschichte. Meistertitel – mit 75 Punkten und 19 Punkten Vorsprung trugen sich die „Roten Bullen“ in die Geschichtsbücher ein. Dabei erzielten die Salzburger 72 Tore. International war in der CL-Qualifikation in der 3. Runde gegen Valencia Schluss. Im UEFA-Cup beendeten die Blackburn Rovers die europäischen Ambitionen.

Giovanni Trapattoni

Giovanni Trapattoni

2007/08: In der Championsleague Quali war in der letzten Qualifikationsrunde gegen Donezk Schluß, im UEFA-Cup flog man gegen AEK Athen aus dem Bewerb. Auch in der Meisterschaft landete man „nur“ auf Platz 2. Der Verein reagierte und holte im Juli 2008 Co Adriaanse als neuen Trainer.

Co Adriaanse mit Sportdirektor Heinz Hochhauser

Co Adriaanse mit Sportdirektor Heinz Hochhauser

2008/09: Das Jahr des Marc Janko. Der sympathische Kicker traf 39mal und eleminierte den Vereinsrekord von Oliver Bierhoff. International war in der 1. Hauptrunde des UEFA-Cups (wieder) Schluß. Diesesmal scheiterte die Elf am FC Sevilla. In Österreich wurden die Salzburger erneut Meister, allerdings mit einer 86:50-Torquote.

Marc Janko mit 39 Treffern in einer Saison

Marc Janko mit 39 Treffern in einer Saison

2009/10: Im Juni 2009 löste Huub Stevens Co Adriaanse ab. „Satz mit X“: Auch in dieser CL-Quali scheiterten die Salzburger, sorgten aber in der Europa League für Aufsehen: Der FC Red Bull Salzburg ging aus allen sechs Spielen (FC Villarreal, Lazio Rom und Lewski Sofia) als Sieger hervor. Gegen Standard Lüttich war aber Schluß. In der Bundesliga schien der der Meistertitel fix – bis zur 31. Runde. Im Spiel gegen den LASK verlor Salzburg seinen Stammgoalie Eddie Gustafsson durch ein böses Foul von Lukas Kragl. Mit Ach und Krach retteten die Salzburger aber den Titel – mit einem Punkt Vorsprung vor Austria Wien.

Huub Stevens - wieder ein neuer Trainer in Salzburg

Huub Stevens – wieder ein neuer Trainer in Salzburg

2010/11: In der Playoff-Runde der Championsleague war Hapoel Tel Aviv der Stolperstein. In der Gruppenphase der Europa League traf man auf Juventus Turin, Manchester City und Lech Posen – und wurde mit nur 2 Punkten Letzter. In der Bundesliga endete man – nach wenigen spielerischen Highlights – zwar am 2. Platz, aber Stevens stand massiv in der Kritik. Der Verein wechselte Stevens gegen das Duo Moniz/Kovac aus.

Niko Kovac und Ricardo Moniz übernehmen

Niko Kovac und Ricardo Moniz übernehmen

2011/12: Der Fokus lag verstärkt auf Spielern der eigenen Akademien. Aus der 2. Mannschaft zog man Martin Hinteregger, Daniel Offenbacher, Marco Meilinger und Georg Teigl hoch, aus der Akademie in Brasilien folgten Alex Rafael und Jefferson Cardoso (allerdings nur bis zur Winterpause, dann gingen beide wieder zurück nach Brasilien). In der Gruppenphase der Europa League trafen die Salzburger auf Bratislava, Athletic Bilbao und Paris Saint Germain. Nach dem legedären Heimsieg gegen PSG beendeten die Salzburger die Gruppe als Zweiter. Im 1/16tel Finale traf man auf Metalist Charkiw, wo man gnadenlos unterging. In Österreich holten die Salzburger hingegen das erste Double der Vereinsgeschichte. Nach einem Sieg gegen die SV Ried im Cup, durften die Salzburger erstmals den Pokal in Empfang nehmen.

2012/13: Am 12. Juni 2012 trat Ricardo Moniz nach internen Streitigkeiten als Cheftrainer zurück. Nur 12 Tage später übernahm ein damals unbekannter Deutscher namens Roger Schmidt die Salzburger Elf. Bei einem Grillabend anlässlich des Trainingslagers in Leogang baten wir (unter anderem) Roger Schmidt erstmal vor die Kamera:

Zusätzlich wurden Ralf Rangnick als neuer Sportdirektor und Gérard Houllier als Global Sports Director vorgestellt. Doch Schmidt hatte einen schlechten Einstand. Gegen die unbekannte Mannschaft F91 Dudelange (Düdelingen) flog man vorzeitig aus der CL-Qualifikation und musste sich viel Spott gefallen lassen. Salzburg wurde am Transfermarkt massiv aktiv und holte Spieler wie Kevin Kampl, Sadio Mané, Valon Berisha, Havard Nielsen, Isaac Vorsah, Rodnei, Florian Klein oder auch Stefan Ilsanker in die Mozartstadt. Dennoch reichte es in Österreich nur für Platz 2, allerdings stellten die Salzburger erneut einen vereinsinternen Rekord mit 77 Punkten und 91 Toren auf. Dennoch: Roger Schmidts persönliche, familiäre und freundliche Art und die Taktik, wie er die Elf spielen ließ, machten den Trainer zur wohl beliebtesten Person im Verein – zumindest seit dem Einsteig von Red Bull.

Roger Schmidt mit Ralf Rangnick

Roger Schmidt mit Ralf Rangnick

2013/14: Das Jahr des Roger Schmidt und der großen Emotionen! In der Gruppenphase der Europa League fegte man Standard Lüttich, Esbjerg fB und IF Elfsborg vom Feld und beendete die Gruppe ohne Punktverlust. Im 1/16tel-Finale hieß der Gegner Ajax Amsterdam. Und auch diese Hürde nahmen die Salzburger! Jeder der knapp 1000 mitgereisten Fans schwärmt heute noch vom 0:3-Auswärtserfolg in den Niederlanden. Im Achtelfinale scheiterte man am FC Basel. Das Verhalten der Basel „Fans“ stösst heute noch sauer auf. In Österreich hingegen war man dafür umso erfolgreicher. Meistertitel bereits am 28. Spieltag, Cupsieger – das zweite Double in der Vereinsgeschichte. Mit 110 geschossenen Toren stellten die Salzburger auch gleich einen Bundesligarekord auf. Den Tabellenzweiten – Rapid Wien – hängte man gleich um 18 Punkte ab. Roger Schmidt – Mann des Jahres! Gefeiert und geliebt. Und auch im Fokus der „besseren“ Ligen.

Soriano, Mané, Kampl und Co demontieren Ajax Amsterdam

Soriano, Mané, Kampl und Co demontieren Ajax Amsterdam

2014/15: Nach für die Fans zermürbenden Medienberichten wurde es immer konkreter, dass Roger Schmidt in Salzburg nicht zu halten war. Und so verließ der Deutsche die Salzburger in Richtung Heimat zu Bayer Leverkusen. Der Verein machte SV Grödig Coach Adi Hüter zum neuen Cheftrainer. Die Champions League wurde wieder nicht erreicht. Nun scheiterten die Salzburger an Malmö FF. Die Europa League Gruppenphase brachte Celtic Glasgow, Dinamo Zagreb und Astra Giurgiu. Mit fünf Siegen und einem Unentschieden gewann man die Gruppe souverän, dann war aber gegen FC Villarreal Schluss. Zum aktuellen Zeitpunkt führt man die Bundesliga Tabelle an. Auch im Cup ist man im Rennen.

Adi Hütter übernimmt im Mai 2014 das Traineramt von Roger Schmidt

Adi Hütter übernimmt im Mai 2014 das Traineramt von Roger Schmidt

10 Jahre, 5 Meistertitel, 2 Doublesiege

In 10 Jahren Red Bull erreichten die Salzburger sehr viel. Fünf Meistertitel (von acht) und 2 Cup-Titel gehen in dieser Zeit auf das Konto der Salzburger. Der „große Traum“ – die Championsleague Gruppenphase wurde den Salzburgern seit 1994 verwehrt. In der Europa League zeigten die Salzburger jedoch, was sie können und holten rund die Hälfte aller Punkte der österreichischen Vertreter. Der FC Red Bull Salzburg liegt in der aktuellen Reihung in der 5 Jahreswertung europaweit auf Platz 46 – noch vor namhaften Vereinen wie AS Roma, Borussia Mönchengladbach, VfL Wolfsburg oder Fenerbahçe SK.

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FC Red Bull Salzburg
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
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