Mateschitz und RB-Anhänger als Nazis betitelt. Ein Kommentar.

Geschmacklose Entgleisung beim Spiel Erzgebirge Aue gegen RB Leipzig....
Erzgebirge Aue Fans betiteln RB-Anhänger und Mateschitz als Nazis
Erzgebirge Aue Fans betiteln RB-Anhänger und Mateschitz als Nazis
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Zu einer nahezu unglaublichen „Entgleisung“ kam es beim Spiel Erzgebirge Aue gegen RB Leipzig in der 2. deutschen Bundesliga. Den Besuchern und Fernsehkameras wurde folgendes Bild präsentiert:

Erzgebirge Aue Fans betiteln RB-Anhänger und Mateschitz als Nazis

Erzgebirge Aue Fans betiteln RB-Anhänger und Mateschitz als Nazis

Unter diesem mehr als fragwürdigen Transparent fand man dann noch folgendes Bild von Red Bull Boss Dietrich Mateschitz:

Mateschitz als Nazi dargestellt | Foto: WORBSER

Mateschitz als Nazi dargestellt | Foto: WORBSER

In der sozialen Medienlandschaft versuchen nun die Fans von Erzgebirge Aue und Sympathisanten dieser sinnbefreiten Aktion das ganze als Satire darzustellen. Gar nicht satirisch fand das Aue-Präsident Helge Leonhardt, der sich im Namen des Vereins bei RB Leipzig entschuldigte:

Beim Zweitligaspiel des FC Erzgebirge Aue gegen RB Leipzig wurden am späten Freitagabend im Sparkassen-Erzgebirgsstadion Aue Plakate und Banner mit zutiefst unsportlichen Inhalten gezeigt.Diese Machenschaften verurteilt der FC Erzgebirge Aue auf das Allerschärfste! Mit Leuten, die Plakate und Banner mit derart verabscheuungswürdigen Inhalten in unser Stadion bringen und zeigen, wollen wir nichts zu tun haben! Eine Minderheit sorgte gestern Abend dafür, dass ein für den FC Erzgebirge Aue sportlich erfolgreicher Abend einen ungenießbaren Beigeschmack bekommen hat. Wir können und möchten uns hierfür bei RB Leipzig e.V. entschuldigen.

Ein pikantes Detail am Rande ist, dass ein von RB Leipzig Anhängern mitgebrachtes Transparent mit der Aufschrift „Rasenball gegen Rassismus“ vom FC Erzgebirge Aue verboten wurde, da der Verein „kein politisches Statement im Stadion“ wolle:

rb-fans transparent rasenball gegen rassismusDen Leipzig-Fans gelang es allerdings doch – trotz Verbot – das Banner im Gästesektor zu platzieren.

Soweit die Vorgeschichte.

Je suis Aue

In einer peinlichen Anlehnung an die tragischen Vorfälle von Paris rund um das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ versuchen nun die Anti-RBler die Aktion auf der Tribüne mit „Satire“ zu rechtfertigen. Diese Personen hätten wohl zuvor besser den Duden zur Hand nehmen sollen, der den Begriff Satire treffend definiert:

Kunstgattung (Literatur, Karikatur, Film), die durch Übertreibung, Ironie und [beißenden] Spott an Personen, Ereignissen Kritik übt, sie der Lächerlichkeit preisgibt, Zustände anprangert, mit scharfem Witz geißelt

Man kann Kritik an RB üben, sich darüber lächerlich machen und auch spotten. Das tun in Österreich seit dem Einstieg von Red Bull in den Fußball viele Personen. Seit dem es RB Leipzig gibt, noch ein paar Millionen mehr. Mit all dem haben wir Fans Leben gelernt und oftmals zaubert uns die Engstirnigkeit ein Lächeln ins Gesicht. Doch einen Fan und den Boss einer namhaften Firma als Nazi zu titulieren ist weder Kritik noch Satire, sondern – neben möglichen rechtlichen Konsequenzen – ein nahzu unglaublicher Vorwurf.

Gipfel der Geschmacklosigkeit

Abgesehen vom juristischen Tatbestand ist die Gleichsetzung einer Fangruppierung bzw. eines Geldgebers mit den Nationalsozialisten, deren Greueltaten jegliche Vorstellung eines normalen Menschen bei weitem übertreffen, wohl der Gipfel der Geschmacklosigkeit.

Man muss Red Bull Vereine nicht mögen. Man muss auch kein Red Bull trinken. Aber hier unbedacht mit dem Begriff „Nazi“ umsich zu werfen, überschreitet jede Grenze! Jede!

Und was jetzt?

Der FC Erzgebirge Aue hat sich bei RB Leipzig entschuldigt, was ansich die logische Konsequenz war. Aber dies kann nur der erste Schritt sein. Der zweite Schritt muss eine Fülle von Stadionverboten für diese Leute sein, auch wenn Aue-Präsident Helge Leonhardt nur von einer „Minderheit“ spricht.

Die nächste Konsequenz muss wohl nun auch von der deutschen Liga selber kommen. Denn wer Antirassismus-Transparente verbietet, aber Nazi-Spruchbänder zulässt, darf mit einer einfachen Entschuldigung nicht davon kommen. Ein Ermittlungsverfahren wurde seitens des DFB bereits eingeleitet:

Der DFB verurteilt diesen Vorfall. Nazi-Vergleiche sind unter keinen Umständen zu tolerieren. Wir erwarten nun von Erzgebirge Aue, dass der Verein diese Vorgänge umgehend und lückenlos aufklärt und die Verantwortlichen ermittelt.

 

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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
Ein Kommentar
  • “Eindeutig ein Schritt zuviel!” ⚽ SALZBURG12.at
    9 März 2015 at 17:53
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    […] leer oder man sieht sich mit einem “bösen” Transparent (die ja auch schon zum Teil abartige Auswüchse genommen haben) konfrontiert. Gerne wird auch gegen die “Kommerzialisierung des […]

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