Adi Hütter neuer Salzburg Coach?
Die Lesezeit für diesen Artikel beträgt ca. 3 Minuten
Über unberechtigte Panik
Wir bitten dich um eine Bewertung
Die Mannschaft entwickelt sich unter Adi Hütter in eine andere Richtung

Die Mannschaft entwickelt sich unter Adi Hütter in eine andere Richtung

Red Bull Salzburg hat nach acht Bundesliga-Runden 18 Punkte und immerhin 31 Tore auf dem Konto. Gar nicht schlecht, sollte man meinen. Dennoch ist die Stimmung unter den Fans aktuell ziemlich schlecht, Medien versuchen bereits eine Krise herbei zu schreiben. Im Kreuzfeuer der Kritik stehen nicht die  Spieler, und auch die mentale Komponente wird vollständig ausgeblendet – den Sündenbock hat man längst in Adi Hütter gefunden. Ziemlicher Unsinn, wie ich im folgenden Artikel erklären werde.

Zuerst ist klar festzustellen, dass sich Salzburg aktuell in einer Umbruchsphase befindet. Warum ich das so ausdrücklich erwähne? Keiner scheint es zu kapieren. Es sei ja eh allés so wie im Vorjahr (nur schlechter). Doch bereits nach dem ersten Bundesligaspiel war klar absehbar, dass Hütter massive Veränderungen im Salzburger Spielstil vornehmen möchte, und der Eindruck, den ich damals gewonnen habe, hat sich seither mehr als bestätigt. Salzburg spielt ballbesitzorientierter, weniger Pressing- und Konter-fixiert. Eigentlich eine sehr gute Sache, bestes Beispiel ist der Nachbar Deutschland: 2010 machte man als reine Kontermannschaft erstmals auf sich aufmerksam, war vom Weltmeistertitel aber letztlich ziemlich weit entfernt. Heute, vier Jahre später, dominiert man gegen jeden Gegner das Mittelfeld und wurde so unlängst Weltmeister. Leider verkennen viele Fans, dass es nicht nur einen Weg zum Erfolg gibt, dass mehr Pressing nicht automatisch mehr Erfolg bedeutet.

Jedenfalls entwickelt sich die Mannschaft aktuell in eine andere Richtung, ob nun zum Guten oder Schlechteren. Allein deshalb gebührt dem Trainerteam eine gewisse Schonfrist. Schmidt hat man selbst ein Düdelingen verziehen, Hütter hat in der Bundesliga aktuell ein Torverhältnis von 31:5 vorzuweisen.

Weiters hat mit Sadio Mané vor kurzem DER Spieler dieses Teams die Mannschaft verlassen. Soriano und Kampl waren unter den Fans zwar stets beliebter, der beste Spieler war in meinen Augen aber immer Mané. Keiner konnte aus dem Nichts für so viel Gefahr wie er sorgen. Schwer vorzustellen dass man mit Mané in Malmö oder Klagenfurt ähnlich chancenlos gewesen wäre. Ich gebe auch zu bedenken, dass der Erfolg auch unter Schmidt erst mit der Verpflichtung von Mané eingekehrt ist.

Frust nach CL-Aus

Die wichtigste Komponente in der aktuellen Mini-Krise ist aber definitiv im Kopf der Spieler zu suchen: Frustration nach dem Champions League-Aus. Schon viel größere Mannschaften hatten mit derartigen Enttäuschungen lange zu kämpfen, und Salzburg gilt seit jeher als mental fragwürdige Mannschaft (man denke an das Basel-Rückspiel zurück). Es kann doch kaum Zufall sein, dass Salzburg die sechs Bundesligapartien vor dem CL-Ausscheiden souverän gewinnt (Torverhältnis 29:1!), und nach dem Malmö-Rückspiel plötzlich zwei Spiele in Serie verliert. Nein, das ist ein mentales Problem. Logischerweise ist es die Aufgabe des Trainers, derartige Probleme langfristig in den Griff zu bekommen – von heute auf morgen lässt sich ein solcher Rückschlag aber fast nie wegstecken.

Hinzu kommt, dass sich etliche Spieler aktuell im Formtief befinden. Ramalho oder Alan sind hier völlig offensichtliche Beispiele. Andere schießen aus wenigen Metern am leeren Tor vorbei. Nein, der Trainer ist hier nicht schuldig. Der Ausfall von Ulmer ist eine gravierende Schwächung – Ankersen ist einfach kein guter Ersatz. Auch von Bruno muss viel mehr kommen, in momentaner Verfassung ist Klassen unter Mané anzusiedeln.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jedes Urteil über Hütter einfach total verfrüht ist. Schwarz/Weiß-Denken sollte vermieden werden und Resultate nicht schlechter gemacht als sie tatsächlich sind (Torverhältnis 31:5, mehr Punkte als Schmidt in seiner ersten Saison zu diesem Zeitpunkt hatte). Sollte man in der Winterpause immer noch hinter dem WAC liegen und international nicht mehr dabei sein – ja, dann besteht durchaus Grund zur Sorge, beziehungsweise gar zur Panik. Aber das wird, da bin ich mir recht sicher, nicht passieren.

Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. 🙂

Tags:
Teile den Beitrag mit deinen Freunden:
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
1 Comment
  1. […] Älterer Artikel: Über unberechtigte PanikNeuerer Artikel Mannschaftsposter Shooting […]

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2010 - 2018 SALZBURG12.at | Partner von mobilitynews.at

Log in with your credentials

Forgot your details?