Ein Abgang mit Fragezeichen

Diese Transferpraxis wirft Fragen auf....
Ein Abgang mit Fragezeichen
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SOCCER - RBS vs Esbjerg

Das war’s also mit Sadio Mané und Salzburg. Wie nun auch der letzte Fan erfahren musste, wechselte der Linksaußen auf die Insel – genauer zu FC Southampton. Als Summe geistert irgendetwas von € 15 Mio. durch den medialen Äther (obwohl über solche Summen eigentlich immer Stillschweigen herrscht). Sollte dies stimmen, hat Salzburger wenigstens eine „passable“ Rendite durch diesen Verkauf erzielt. Aber die Vorgangsweise ansich ist mehr als fragwürdig.

Die Geschichte im Zeitraffer

Sadio Mané hatte beim FC Red Bull Salzburg einen Vertrag bis 2016. In der Winterpause 2013/14 gab es schon Wechselgerüchte – eine „wertigere“ Liga soll es sein und so wurde einige namhafte Vereine in die Medienlandschaft geworfen, die Sadio unbedingt haben wollten. Die Angebote dürften allesamt zu mager ausgefallen sein, Sadio begann die Saison 2014/15 wieder im Dress des FC Red Bull Salzburg.

Doch in dieser Saison erreichte Sadio Mané ein Angebot von Borussia Dortmund – sportlich sehr verlockend für den Senegalesen und finanziell wohl nicht nur für ihn, sondern auch für seine Spielerberater der „Arena11 Sports Group“. Eine Einigung mit den Deutschen gab es nicht, wenngleich es ziemlich „knapp“ gewesen sein dürfte, wie Sportdirektor Ralf Rangnick bei SKY erklärte:

Das eigentlich Tragische an der ganzen Geschichte war, dass wir mit einem deutschen Spitzenklub in Gesprächen waren, die sehr konstruktiv in die richtige Richtung gegangen sind. Und dass ausgerechnet in der Phase wo wir relativ nahe dran waren, eine Einigung zu erzielen, er nicht mehr in der Lage war zu spielen, ist tragisch.

Ja, Sadio war nicht mehr „in der Lage“ zu trainieren, der Kopf war nicht frei und so brach er das Training nach 10 Minuten ab. Zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Auch zum darauffolgenden Training erschien er nicht, vor dem wichtigen Spiel gegen Malmö blieb der Vereinsführung nichts über, als Sadio Mané zu suspendieren. Der Rest ist bekannt und eine gewisse Mitschuld an der Niederlage gegen Malmö haftet an Mané.

Was sind Verträge wert?

Letztendlich einigte sich der FC Red Bull Salzburg mit FC Southampton aus der Premier League, die nicht nur eine Rekordsumme hinlegten, sondern auch die Gewissheit haben, einen Spieler in ihren Reihen zu wissen, der sich aus Verträgen wohl nicht viel macht. Bei aller Dankbarkeit – immerhin trug Sadio Mané viel zum Erfolg der Salzburger in der letzten Saison bei – aber so kann das ja nicht sein. Was ist denn ein Vertrag noch wert, wenn man durch Arbeitsverweigerung relativ leicht aus seinem Dienstverhältnis entlassen werden kann? Mann stelle sich vor, dieses Beispiel macht Schule! Dem FC Red Bull Salzburg bliebt nichts anderes über, als Mané gehen zu lassen, auch wenn ihn viele Fans gerne für (zumindest) die Saison auf der Ersatzbank des FC Liefering versauern sehen wollten.

Präsident des SFV fordert Sperre

Die Vorgangsweise von Mané ist problematisch. Das weiß auch der Präsident des Salzburger Fußballverbandes und Anwalt Herbert Hübel und fordert deswegen eine längere Sperre für Mané:

Spieler, die ihren Vertrag einseitig brechen, sollen die Spielberechtigung so lange verlieren, so lange der Vertrag gelaufen wäre. Diese Maßnahme würde mit dem Arbeitsrecht durchaus konform gehen. Das Verhalten des Spielers ist kein Zufall. Da sind meistens auch Manager oder Personen im Hintergrund, die mit solchen Dingen Geld verdienen wollen. Dem gehört ein Riegel vorgeschoben.

Diese Forderung können wir in dieser Form unterschreiben. Allerdings würde diese Vorgehensweise wohl nur innerhalb Österreichs praktikabel sein. Für weitergehende, länderübergreifende, Sanktionen liegt der Ball bei den internationalen Fußballverbänden. 

Ein weiterer Tchoyi?

Bei dieser Cause werden Erinnerungen an Somen Tchoyi wach. Auch Somen, körperlich weit entwickelter als Mané, aber eine ähnliche Diva, suchte sein Heil in der Premier League und wechselte in der Saison 2010/11 auf die Insel zu West Brom. Dort steuerte er in 47 Einsätzen nur 8 Tore bei. Zu wenig für die Engländer, sein Vertrag lief aus und Somen saß auf der Straße. In der Saison 2012/13 „erbarmte“ sich der FC Augsburg und holte ihn. Dort kam er nur zweimal zum Einsatz. Mittlerweile ist Tchoyi wieder arbeitslos. Ob Sadio Mané sich in England durchsetzen wird, wird die Zukunft zeigen.

In Salzburg jedenfalls hat Sadio Mané seine Beliebtheit verspielt.

Was meint ihr? Soll Sadio Mané international gesperrt werden?

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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
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