Etwas andere Bullen demütigen Rapid

Analyse einer Demütigung....
Adi Hütter FC Red Bull Salzburg
Adi Hütter darf zufrieden sein
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Das erste Spiel der Bundesligasaison 2014/15 war mit Salzburg – Rapid gleich jenes Spiel, welches als Aushängeschild dieser Liga gilt. Fast immer waren Spiele zwischen den Hütteldorfern und den Bullen hart umgekämpft, spielerisch hochwertig und vor allem spannend. Salzburg konnte die hohen Erwartungen absolut erfüllen – fast schon übertreffen – Rapid dagegen war schwach wie lange nicht mehr.
Das Spiel offenbarte außerdem einige taktische Anpassungen, die Adi Hütter in der Sommerpause einstudiert haben dürfte. Eine Analyse.

Salzburg vs. Rapid [4-4-2]

Salzburg vs. Rapid [4-4-2]

Bereits bei Grödig legte Hütter außerordentlich großen Wert auf Ballbesitz – in den meisten Spielen hatte sein Team mehr als 50% davon, was für einen Aufsteiger äußerst bemerkenswert war. Selbst in den Spielen gegen Red Bull Salzburg versuchte sich Grödig an langen Ballstafetten, während der Rest der Liga sich in der Red Bull Arena ausschließlich auf Konter beschränkte.
Auffällig war auch, dass Hütter in seinen ersten Interviews als Salzburger immer von „Offensivfußball“ predigte, während Schmidt eher Worte wie „Pressing“ oder „schnelles Umschaltspiel“ gebrauchte, um seine Fußballphilosophie zu charakterisieren. Natürlich legt auch Hütter großen Werte auf diese Tugenden, doch bereits vor dem Spiel konnte man vermuten, dass Salzburg etwas weniger intensiv pressen und dafür noch besser kombinieren würde. Und genau das passierte auch.

Sehr interessant war hierbei die Rolle von Sadio Mané, der meist äußerst zentral agierte, fast wie ein Spielmacher, und so auch zu vielen Ballkontakten kam. Kampl dagegen hielt sich die meiste Zeit auf dem Flügel auf und sorgte bei eigenem Ballbesitz für die nötige Breite. Unter Roger Schmidt war meist das Gegenteil der Fall gewesen: Kampl in der Spielmacherrolle, Mané mit deutlich weniger Ballkontakten, dafür aber mehr Zug zum Tor. Auch Alan hatte eine deutlich spielerischere Rolle zu erfüllen als im Vorjahr – immer wieder wurde er mit dem Rücken zum Tor angespielt, in der Hoffnung, er könnte den Ball ablegen und so den Ballbesitz aufrecht erhalten (was ihm meistens sehr gut gelang).
In Sachen Pressing war zu erkennen, dass dieses deutlich weniger kraftaufwendend und risikoreich praktiziert wurde – war es im Vorjahr für Soriano und Alan noch Standard, den gegnerischen Torwart sofort unter Druck zu setzen, wurde Novota weitestgehend nicht am Herausspielen gehindert.

Die gröbsten Veränderungen zeigten sich allerdings eindeutig im Defensivverhalten.  In der Schmidt-Ära war die tragende Komponente im Salzburger Defensivspiel bedingungslose Offensive: selbst wenn man in Unterzahl war übte man sofort Druck auf den Gegenspieler aus, auch auf das Risiko hin, ausgespielt zu werden. Gegen Rapid dagegen verteidigte Salzburg sehr konventionell – nicht unbedingt abwartend, aber eben deutlich weniger risikobehaftet. Auch die Verteidigungshöhe verschob sich etwas nach hinten.

Die Außenverteidiger, Schwegler und Ulmer, agierten genauso offensiv wie in der Saison 2013/14, jedoch mit dem Unterschied, dass sie weniger Zug zum Tor entwickelten und stattdessen ihre Positionen an der Seitenlinie einhielten. Ein gutes Beispiel hierfür ist das 2-0: Im Vorjahr wäre Andreas Ulmer mit ziemlicher Sicherheit Richtung 5-Meter-Raum gestartet, diesmal verweilte er auf der Außenposition und spielte schließlich eine tolle Flanke in Alans Laufweg.

Zusammenfassend

Wie genau Adi Hütter seine Mannschaft eingestellt hat kann auch ich natürlich nur erahnen, und viele meiner Beobachtungen mögen auch einfach auf Zufall oder einen gewissen Placebo-Effekt zurückzuführen sein, doch eine gewisse Entwicklung vom Powerfußball des Vorjahres zu einer ballbesitzorientierteren Spielweise war definitiv erkennbar und wird sich so auch durch diese Saison ziehen. Ob Hütter mit dieser etwas anderen Art zu spielen genauso erfolgreich, weniger erfolgreich, oder gar noch erfolgreicher als sein Vorgänger sein wird, bleibt freilich noch abzuwarten.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
Ein Kommentar
  • Über unberechtigte Panik › SALZBURG12.at
    16 September 2014 at 7:47
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    […] Keiner scheint es zu kapieren. Es sei ja eh allés so wie im Vorjahr (nur schlechter). Doch bereits nach dem ersten Bundesligaspiel war klar absehbar, dass Hütter massive Veränderungen im Salzburger Spielstil vornehmen möchte, und der Eindruck, […]

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