Über eine gute Basis und einen würdigen Gegner

Salzburg holt in Basel ein 0-0! Eine Analyse....
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Nachdem man die ersten acht Spiele der heurigen Europa League-Hauptrunde gewonnen hatte, rechnete man sich logischerweise auch in Basel Siegchancen aus. Das Spiel gestaltete sich aufgrund einer ausgezeichneten Abwehrleistung von Basel jedoch als deutlich anspruchsvoller als etwa die Partien gegen Ajax Amsterdam. Zum Sieg reichte es wegen mangelnder Chancenauswertung nicht, doch auch das 0-0 ist ein mehr als brauchbares Ergebnis.
Eine Analyse.

Bereits im Vorhinein wurde erwartet, dass Murat Yakin eine sehr destruktive, abwartende, körperbetonte Spielweise anstreben würde. Genau so sah der Basler Spielplan dann tatsächlich aus – anstatt als Heimmannschaft auf Ballbesitz und Chancenerarbeitung aus zu sein, war es Basels primäres Bestreben, das Spiel zerfahren zu halten.

Um dies zu erreichen bot Yakin eine 3er-Kette auf, wobei die beiden Degen-Brüder auf den offensiven Außenverteidigerpositionen spielten und bei langfristigem Ballbesitz von Salzburg die 3er- zur 5er-Kette werden ließen.

Salzburg musste auf Alan verzichten, was Schmidt dazu nötigte, vom 4-4-2 abzuweichen und eine Art 4-2-3-1 mit Mané, Zulj und Kampl auf einer horizontalen Linie aufzubieten. Alans Abwesenheit war nicht insofern schmerzhaft, als Zulj nicht gut gespielt hätte (denn er spielte in Wahrheit ziemlich gut.), sondern vielmehr deshalb weil Alan als Torjäger und wichtiger Pressingspieler vermisst wurde.  Deswegen spielte Salzburg deutlich verhaltener, und erst in der 65. Minute war erstmals eine Pressing-Aktion zu sehen, die von der Intensität an das Ajax-Hinspiel erinnerte.

Salzburgs Formation gegen Basels 3er-Kette

Wie sooft gegen eine 3er-Kette lag der Schlüssel der gegnerischen Mannschaft auch diesmal darin, mit schnellen Flügelspielern den Raum zwischen Innenverteidigern und offensiven Außenverteidigern auszunutzen. Da Kampl eher spielmachender Zentrumsspieler denn Flügelspieler ist war schnell klar, dass Manés Dribblings Salzburg größte Möglichkeit sein würden, zum Torerfolg zu kommen. Tatsächlich war Mané Salzburgs aktivster Spieler und so gut wie an jeder Torchance beteiligt – zweimal gelang es ihm sogar, den letzten Verteidiger zu überspielen. Ist er ansonsten ein Vorbild in Sachen Effizienz, traf er gestern aber sehr oft falsche Entscheidungen oder stolperte im entscheidenden Moment.

Eine weitere Möglichkeit eine 3er-Kette auszuhebeln wäre, die eigenen Außenverteidiger weit aufrücken zu lassen und so die offensiven Außenverteidiger des Gegners in 1-gegen-2-Situationen zu drängen. Jedoch war Ulmer – der ein absoluter Spezialist ist, wenn es darum geht Mané zu überlaufen und den Ball gefährlich zur Mitte zu bringen – leider nicht verfügbar, und Svento konnte ihn nicht annähernd ersetzen. Auf der anderen Seite spielte Schwegler nicht so entschlossen wie zuletzt, beziehungsweise musste er in der Halbzeit auch ausgewechselt werden. Dass man die zweiten 45 Minuten mit den BackUp-Außenverteidigern absolvieren musste war eine offensichtliche Schwächung für das Außenverteidiger-betonte Spiel der Salzburger.
Während Mané und die Salzburger Außenverteidiger grundsätzlich von der Basler 3er-Kette profitierten, litt Soriano massiv unter ihr – von den drei Innenverteidigern kümmerten sich meist zwei um ihn, und ihm fehlten leider die körperlichen Voraussetzungen (sowohl Robustheit als auch Schnelligkeit) um sich dagegen durchzusetzen.  Folgedessen kam er auch auf lediglich 33 Ballkontakte.

Individuell hervorzuheben waren bei Salzburg insbesondere die beiden Innenverteidiger, wobei Ramalho noch deutlich stärker als Hinteregger war. Der Brasilianer bewies Ruhe im Zweikampf und spielte exzellente lange Pässe in den Fuß von Soriano beziehungsweise auf den Kopf von Zulj.

Zusammenfassend

Insgesamt lief das Spiel so, wie man sich ein normales Europa League-Spiel erwartet, also völlig konträr zum Hinspiel gegen Ajax Amsterdam. Sprich: das Pressing der Salzburger war weit weniger intensiv und der Gegner folgedessen weit besser im Spiel. Hatte Salzburg noch Ajax mit 39% Ballbesitz zerstört, hatte man gestern mit 51% zwar weitaus mehr davon, allerdings paradoxerweise trotzdem deutlich weniger Dominanz über das Spielgeschehen. Dies lag unter anderem auch daran, dass Basel kompakt und körperbetont agierte, was in dieser Form gegen Salzburg sonst nur Rapid zustande bringt.

Dennoch gelang es, sowohl ein Tor der Schweizer zu verhindern als auch selbst zahlreiche Hochkaräter herauszuspielen – etwas mehr Präzision in entscheidenden Spielsituationen hätte das Duell bereits nach 90 Minuten locker zu Salzburgs Gunsten entscheiden können.

Das Ergebnis ist grundsätzlich ein sehr gutes, jedoch steigt die Gefahr auszuscheiden mit Fortdauer des Spiels exponentiell an, sofern es Basel wieder gelingt Salzburg vom Tore schießen abzuhalten. Schmidt ist sich dessen garantiert bewusst und wird seine Mannschaft dementsprechend aggressiv einstellen.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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