Wenn einer eine Reise tut… Die „Amsterdam Away Story“

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen......
Ein Teil der Salzburg Fans in Amsterdam am Nieuwmarkt
Wenn einer eine Reise tut… Die „Amsterdam Away Story“
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Die offizielle Story

Mittwoch Abend traf sich der Teil der FC Red Bull Salzburg Fans, die mit dem Bus nach Amsterdam anreisten, im Bulls Corner. Bei Gerstensaft und anderen vergorenen Getränken stimmte man sich auf die Reise nach Amsterdam ein. Unserem „Blacky“, der in Amsterdam den Takt vorgeben sollte, wurde von den Fanclubs „El Toro“ und „Raging Bulls“ ein neues „Spielgerät“ übergeben:

Tamara (links, "El Toro") und Alex (mitte, "Raging Bulls") überreichen Blacky (rechts) seine neue Trommel.

Tamara (links, „El Toro“) und Alex (mitte, „Raging Bulls“) überreichen Blacky (rechts) seine neue Trommel.

Mit guter Laune im Gepäck gings nach Amsterdam, wo wir uns am Nachmittag trafen und erste Lieder zum aufwärmen anstimmten. Dann fuhren wir zum Spiel, sangen uns die Seele aus dem Leib und gewannen bekanntermaßen mit 0:3. Dann fuhren die meisten Heim. Es war eine schöne Auswärtsfahrt.

The „missing things“

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes werden ab nun alle Eigennamen verfremdet. Ebenso werden die Tatsachen bewusst überzeichnet, denn der „gewöhnliche Salzburg Fan“ ist ja per se eine anständige Person. Und Ironie schreibt man mit langem „i“.

Bengale bei der PauseDie beiden Albus-Busse fuhren voran. Mit an Bord eine „nette“ Anzahl an Ordnern, die beim „Stop“ die Lage sondierten. Der erste „Problemfan“ wurde sogleich festgestellt. Martin M. (wie gesagt, alle Namen verfremdet) geriet durch das Abfackeln zu großer Zündhölzer (umgangssprachlich auch „Bengale“ genannt) in den Fokus der gestrengen Herren. 

Gerüchteweise soll es sich bei diesem „Problemfan“ um die selbe Person handeln, die am Nachmittag in der Amsterdamer Innenstadt einen roten Weihrauchtopf verloren hat. Aber dazu später.

Während in Bus 1 die pyrotechnischen Aktionen unter Kontrolle gebracht wurden, gab es im zweiten Bus den ersten Unfall. Ein Salzburg Fan aus Wien unterschätzte die Wirkung der mitgebrachten Getränke und entledigte sich dieser nach Überschreitung des persönlichen Eichstrichs. Bus Nummer 3 machte die Not zur Tugend. In diesem Bus war die Anzahl an organisierten Fans in der Minderheit, der Großteil bestand aus Reisewilligen aller Altersstufen, die Amsterdam auch kulturtechnisch kennenlernen wollten. So bleib dieser Minderheit nicht viel über, als die anderen Fahrgäste mit dementsprechender „Reisemusik“ (Onkelz, Kat. C., Frei.Wild, etc.) und Trinksprüchen bei Laune und munter zu halten.

Nach vielen Stunden trafen die Busse in Amsterdam ein. Während die einen direkt den Treffpunkt am Nieuwmarkt anfuhren, ging es für die anderen noch auf einen Abstecher ins Hotel zum „frisch machen“. Es bleib beim „Abstecher“, denn wie sich vor Ort herausstellte, wurden die Zimmer vom Reisebüro (der seinerseits die Zimmer wieder über einen „Zwischenhändler“ buchte) nicht bezahlt. „Keine Geld – keine Zimmer!“ gab die Dame an der Rezeption in bestem „holl-deutsch“ von sich. Man beschloss fluchend das Gepäck wieder im Bus zu verstauen und den Treffpunkt anzufahren. Die überforderten Busfahrer sollten es in der Zwischenzeit „richten“.

Eine kleine Wanderung durch die Innenstadt von Amsterdam war angesagt. Durch enge Gassen ging es bei regnerischem Wetter zum Nieuwmarkt.

Amsterdam Gassen

Am Nieuwmarkt angekommen, zeigte sich, dass die Jungs und Mädls ihre Prüfung in Ortskundigkeit abgelegt haben. Treffpunkt war das Café del Mondo:

Ein Teil der Salzburg Fans in Amsterdam am Nieuwmarkt

Dieses Café ist ein bekannter Treffpunkt der Ajax Fans und „beliebter“ Schauplatz vom Krawallen in der Innenstadt. Also – die perfekte Wahl, um gemütlich etwas zu trinken und zu feiern 🙂

Unsere SKB (Szenekundinge Beamte) arbeiteten mit einer sehr netten holländischen Kollegin zusammen, die im ständigen Kontakt mit den örtlichen Beamten war. Das war auch gut so, denn nur wenig später kam die Meldung, dass sich ein Salzburg-Fan in der Ausübung seiner bevorzugten Tätigkeit (Vernichtung von alkoholischen Getränken) so gestört fühlte, dass ihn die örtlichen Herrschaften der Exekutive für einige Stunden „genauer“ unter die Lupe nehmen wollten. Eine Freilassung des Deliquenten war für 16.30 Uhr vorgesehen. Damit nicht auch noch die Heimfans provoziert werden, riet die holländische SKB zur Ruhe. Man solle nicht „auffällig werden, dann wird auch nichts passieren“. die Antwort der Salzburger sah dann so aus:

Amsterdam Rauchtopf

Untermalt wurde das Farben- und Geruchsspektakel von den bekannten Fangesängen. Wie ihr seht und lest, haben sich die Fans ganz eindeutig an die Bitte der Exekutive gehalten:

Gegen 17.00 Uhr traf dann auch der vermisste „Häfnbruder“ – begleitet durch Fanservice und Freunde – wieder bei der Gruppe ein und verbrachte die letzten Minuten vor der Abfahrt zum Stadion mit seiner Lieblingsbeschäftigung.

Für einen Teil der Busse ging es um ca. 17.45 Uhr in Richtung Amsterdam ArenA, Bus Nummer 3 wurde auf Anweisung der Amsterdamer Polizei vom ursprünglichen Treffpunkt zum Nieuwmarkt umgeleitet, da sich der Treffpunkt im „Sperrgebiet“ befand. Dieser Bus wurde von einem Holländer gefahren, der aber wohl wenig ortskundig war und am Treffpunkt einfach vorbei fuhr. Man vereinbarte einen neuen Treffpunkt und begab sich – von berittenen Polizisten eskortiert – durch das „Sperrgebiet“. Bei Treffpunkt angekommen sahen die Fans den Bus nur mehr von hinten. Er konnte, wollte, dort nicht stehen bleiben und fuhr weiter. Die holländische SKB veranlasste daraufhin einen Wagen der Verkehrspolizei, den Bus zu stellen, damit man endlich zusteigen konnte.

Es braucht mehr als einen holländischen Mannschaftswagen der Polizei um einen Salzburger Bus zu stoppen! Der Polizeiwagen setzte sich schräg vor den Bus, Blaulicht inklusive. Doch der Busfahrer – mit dem Testosteron eines Tyrannosaurus vollgepumpt – ignoriert diese Sperre und umfuhr den Polizeiwagen – und so sahen die Fans wieder nur die Rücklichter (Anmerkung: mittlerweile lief man schon eine knappe Stunde dem Bus nach). Die begleitende Exekutive versicherte den Fans, dass etwaige „Tätlichkeiten“ der Fans gegen den Busfahrer als „Notwehr“ gewertet würden, sollte es dazu kommen! Letztendlich wurde der Bus von den Polizisten zu einem Einsteigeplatz geführt und die nassen und auch sonst „angepissten“ Fans durften einsteigen. 

Bei der Amsterdam ArenA angekommen wurde man mit einem enormen Aufgebot an Exekutive zum Eingang K geleitet. Wie bei einer mittleren Bergbesteigung ging es die steilen Treppen in den Oberrang hinauf, wo sich den Fans ein tolles Panorama der ArenA bot:

Panorama Amsterdam Arena

Über das Spiel an sich wurde ja ohnedies schon geschrieben, das Resultat ist bekannt und wurde natürlich auch in Amsterdam ausgelassen gefeiert. Nur einer feierte nicht. Erinnern wir uns bitte an den Salzburg-Fan, der am Nachmittag schwedische Gardinen in Holland von innen betrachten durfte. Er war nämlich nicht aufzufinden. Gleiches gilt übrigens für einen „fanatischen“ Auswärtsfahrer, dem von der örtlichen Stadionsecurity der Einlass verweht wurde. Jegliche Suchaktion verlief im Sande – die Herrschaften waren verschwunden.

Während sich Bus 1 und 2 nach dem Spiel wieder auf den Heimweg machten, „durfte“ Bus Nr. 3 nun endlich in sein schwimmendes Hotel:

Boatel

Das einzig „luxoriöse“ war die Beschriftung am Boatel.

Man bezog die Zimmer – äh Kajüten – fror sich den Hintern ab (Heizung war bei Bezug um 0.45 Uhr abgedreht und funktionierte bei einigen gar nicht), haderte mit der Dusche und dem Warmwasser und stieß sich ein- oder mehrmals den Kopf an dem eigenartigen Bettüberbau. Halbwegs ausgeruht ging’s zum Frühstück, aber nicht ohne Warnung eines Fans, der im Zivilberuf Koch ist: „Nicht den Schinken essen, der riecht schon!“. Um 10.00 Uhr verließen nun auch die letzten „bus-reisenden“ Fans Amsterdam – mit einem der Vermissten im Gepäck, der wohl eine „lustige Nacht“ in der Stadt verbracht haben dürfte.

Es war dann Freitag Nachmittag als der erlösende Anruf kam, dass auch der zweite Vermisste aufgetaucht war. Dieser meldete sich vom Hauptbahnhof in Frankfurt (?!?!). Wie er dort hinkam und wieso, wird wohl wie viele andere Kleinigkeiten auch unter das Motto „Was in Amsterdam passierte, bleibt in Amsterdam“ fallen…

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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
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