38% Ballbesitz und totale Dominanz

Salzburg führt Ajax in derem Stadion vor. Eine Analyse....
38% Ballbesitz und totale Dominanz
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38% Ballbesitz und totale Dominanz

Red Bull Salzburg zerstörte gestern den Barcelona-Bezwinger Ajax Amsterdam in dessen Stadion. Man setzte dabei wie gewohnt auf unfassbares Pressing – die taktische Ausrichtung der Salzburger unterschied sich aber insofern von vergangenen Partien, als man weit weniger ballbesitzorientiert spielte und stattdessen auf schnellen Torabschluss bedacht war. Die schwache Viererkette von Ajax, sowie ihr viel zu offensiv ausgerichtetes Mittelfeld spielten dieser Spielweise total in die Hände und ermöglichte eine Machtdemonstration von Salzburg.

Salzburg begann mit jener Startformation, die sich schon seit einiger Zeit als stärkstmögliche herauskristallisiert hatte. Während man in der Bundesliga – oder auch in vergangenen Europa League-Auftritten – ein 4-4-2 mit offensiven, hinterlaufenden Außenverteidigern und einem Christoph Leitgeb zwischen den Strafräumen spielt, kann die gestrige Ausrichtung eigentlich nur als 4-2-4 beschrieben werden: Andreas Ulmer und Christian Schwegler waren in ihrer Spielweise viel zurückhaltender, Leitgeb hielt sich fast ständig neben Ilsanker auf, dafür waren Kampl und Mané quasi von Defensivaufgaben befreit.

Startformation vs Ajax [4-2-4]

Startformation vs Ajax [4-2-4]

Der Plan war offensichtlich, das Mittelfeld rasch zu überbrücken und mit der Geschwindigkeit von Mané oder schnellem Zusammenspiel zwischen Kampl, Soriano und Alan für Torgefahr zu sorgen.

Während die Viererkette relativ tief stand, und Ilsanker/Leitgeb den Raum um den Mittelkreis nur selten verließen, setzten die vier Offensivspieler einen Ballführenden Amsterdamer bedingungslos unter Druck. Auffallend war auch, wie nahe zueinander sich Kampl, Alan, Soriano und Mané positionierten – sowohl bei eigenem Ballbesitz als auch in der Defensivarbeit.  Ajax Amsterdam war mit dieser Spielweise hoffnungslos überfordert – Kombinationen der Salzburger konnten nicht gestoppt werden, eigene Angriffsversuche endeten fast immer in Fehlpässen.

Vor einiger Zeit hatte Schmidt Barcelona als das spielerische Ziel seiner Tätigkeit bei Salzburg beschrieben – in Wahrheit präsentierte sich Salzburg gestern aber viel eher mit der Dynamik von Borussia Dortmund/Liverpool und die taktische Variante, das Team in sechs designierte Defensivspieler und vier pressende Offensivkünstler zu teilen erinnerte massiv an José Mourinhos Real Madrid.
Nachfolgend einige Videos dieser Mannschaften, um die Ähnlichkeit zum Salzburger Fußball zu veranschaulichen:

Der einzige Unterschied zu den genannten Mannschaften liegt darin, dass Salzburg noch aggressiver vorgeht, und zwar über mindestens 60 Minuten hinweg.

Torgefährlich wurde Salzburg gestern immer dann, wenn man den Ball hoch erobern konnte, oder aus blitzschnellen Kontern. Salzburg kam es hierbei sehr entgegen, dass Ajax mit nur einem einzigen – noch dazu relativ unbeweglichen – 6er spielte, sodass sich um den Mittelkreis herum unfassbare Räume ergaben (siehe Screenshots – Situation 1 zeigt die Entstehung des 1-0, Situation 2 demonstriert wie viel Platz Soriano vor seinem sensationellen Weitschuss hatte)

1-0 Ajax

3-0 AjaxSalzburg nutzte diese Spielsituationen hervorragend aus und beeindruckte mit unfassbar genauem Passspiel. Weiters konnten Kampl und Mané trotz aller Härte und Bemühungen der Amsterdamer praktisch nie am Dribbling gehindert werden.

Hinten ließ man bis zur Nachspielzeit nichts Nennenswertes zu, was vor allem an den sensationellen Einzelleistungen aller vier Verteidiger lag. Darüber hinaus hatte man sich offensichtlich darauf verständigt, im Zweifelsfall den Ball einfach zu erklären anstatt einen gefährlichen Ballverlust zu riskieren – auch hier ein markanter Unterschied zu den meisten Bundesligapartien, in denen Befreiungsschläge um jeden Preis vermieden werden.

Gegen Ende der Partie ging man dann doch wieder zum ballbesitzorientierten Spiel über – Ziel war es nicht mehr Tore zu schießen, sondern unter allen Umständen keines mehr zu kassieren. Und es gelang tatsächlich.

Zusammenfassend

Roger Schmidt hat seine Mannschaft ausgezeichnet eingestellt und taktische Flexibilität bewiesen. Ajax war, wie schon Bayern München, dem Salzburger Pressing keineswegs gewachsen und geriet mit Fortdauer des Spiels immer mehr in Panik.

Salzburg hatte nur 38% Ballbesitz und spielte 230 Pässe weniger als die Hausherren und hat das Spiel dennoch in allen Belangen dominiert. Das Rückspiel dürfte – bei allem Respekt für Ajax – lediglich Formsache sein, und auch in einem Achtelfinale gegen Basel oder Tel Aviv wären die Bullen definitiv zu favorisieren.

Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
Ein Kommentar
  • Ajax Amsterdam in Salzburg: Macht den Sack zu! › SALZBURG12.at
    25 Februar 2014 at 9:09
    Leave a Reply

    […] dem mehr als überraschenden Auswärtssieg gegen Ajax Amsterdam haben die Salzburger einen ganz dicken Polster vor dem Rückspiel am […]

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