„So wie wir spielen nicht sehr viele“

Zusammenfassung der zurückliegenden Hinrunde....
IF Elfsborg vs FC Red Bull Salzburg
Beim Hinspiel gab's für die Schweden nichts zu holen.
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Hinter uns liegt eine grandiose Herbstsaison – vermutlich die beste der gesamten Red Bull-Ära. Red Bull Salzburg spielt heuer einen Fußball, der sowohl einzigartig, wunderschön als auch äußerst effizient ist. Ein Rückblick.

Red Bull Salzburg begann die Saison 2013/14 zwar als Verfolger – insofern, als man 2012/13 keinen einzigen Titel einfahren konnte – insgeheim aber doch als großer Favorit der Massen. Zurecht, zumal die Bullen die gesamte Rückrunde über ohne Niederlage geblieben waren, und zudem im letzten Saisonspiel die Austria nahezu vorführten. Hatten die Austrianer damals noch Ausreden parat, so mussten sie spätestens nach dem 5:1 in Runde 2 die Überlegenheit der Salzburger anerkennen. Bereits in Runde 1 konnte man gegen Wiener Neustadt einen 5:1-Sieg feiern – man konnte also durchaus von einem Traumstart in die Liga sprechen.

Nur vier Tage nach der Galavorstellung gegen den amtierenden Meister traf man im Champions League-Playoff auf Fenerbahce Istanbul, den türkischen Serienmeister. Normalerweise müsste man annehmen, dass Salzburg gegen den mit Stars gespickten Kader der Türken (Champions League-Sieger Raul Meireles, Bruno Alves – DER Verteidiger der WM 2010, etc.) keinerlei Chance haben dürfte. Und wenn, dann nur durch eine sehr defensive Spielweise.
Die Bullen taten allerdings das krasse Gegenteil: im Heimspiel überrannten sie Fenerbahce förmlich durch Pressing und Gegenpressing. Salzburg hatte an diesem Abend Chancen für mehrere Spiele, nutzte letztlich aber nur eine einzige. Hinten war man – trotz so offensiver Spielweise – unglaublich sicher. Die proaktive Verteidigungsweise von Schmidt machte sich sehr lange bezahlt. Problematisch wurde die Situation erst dann, als Salzburg die Kräfte abhandenkamen und sie nicht mehr so viel Druck auf den ballführenden Gegner ausüben konnten. Hier hätte man wohl reagieren, und die gesamte Spielausrichtung nach hinten verlagern müssen. Stattdessen behielt man die hohe Verteidigungslinie bei, und wurde in der Nachspielzeit dafür bestraft.

Salzburg - Fenerbahce [4-1-3-2]

Salzburg – Fenerbahce [4-1-3-2]

Salzburg zeigte an diesem Abend eine unfassbare spielerische Leistung, die wegen schlechter Chancenauswertung und naivem Defensivverhalten gegen Ende jedoch leider unbelohnt blieb. Im Rückspiel konnte man ebenfalls spielerisch mithalten, beging jedoch schwere Abwehrfehler und schied infolgedessen leider aus.

In der Bundesliga lief es weiterhin gut, wobei man gegen Innsbruck und Sturm jeweils nur ein 1:1 einfuhr. Das letztgenannte Spiel bedeutete gleichzeitig auch das Ende von Marco Meilinger in der Startformation von Red Bull Salzburg – seit seiner Auswechslung gegen Sturm spielte er in Schmidts Plänen nur noch eine periphere Rolle. Stattdessen rückte für die nächsten Spiele Hierländer in die Mannschaften, dessen laufintensives Spiel genau dem entspricht, was sich Schmidt von einem zentralen Mittelfeldspieler erwartet.

Eine Serie von 32 ungeschlagenen Bundesligaspielen wurde am 10. November mit einer furchtbaren Niederlage in der Südstadt beendet, der gleich im nächsten Spiel ein 1:2 gegen Rapid folgte. In der darauffolgenden Partie schoss man allerdings Ried mit 4:0 ab, insofern wurde auch diese Mini-Krise rasch überwunden.

In der Europa League-Gruppenphase hatte man inzwischen eine phantastische Siegesserie gestartet, die auch im sechsten und letzten Spiel Esbjerg nicht abreißen sollte. Auffällig ist, dass Salzburg in der Europa League noch weitaus spielfreudiger agiert als in der Bundesliga, und vor allem Spieler wie Kampl und Mané erst auf der europäischen Bühne ihr ungeheures Potential voll ausschöpfen können. Ein weiterer großer Vorteil der Salzburger ist der, dass ihr Spielstil enorm unterhaltsam ist und Wiedererkennungswert besitzt. „Es spielen nicht sehr viele so wie wir“ meinte Schmidt erst neulich – und hat damit vollkommen Recht. Eigentlich fiele mir keine einzige Mannschaft ein, die auch nur annähernd so dynamisch und gleichzeitig ästhetisch auftritt wie unsere Bullen im Jahr 2013/14. Gut möglich, dass – sollte Salzburg in der Europa League noch einige Runden überstehen – demnächst große internationale Aufmerksamkeit um dieses Team entsteht, so wie etwa damals um das FC Porto das auf dem Weg zum Europa League-Sieg so eindrucksvoll die Spielweise von Andre Villas-Boas verkörperte. Man merkt jedenfalls, wie sehr die Spieler darauf brennen, gerade in Europa aufzuzeigen und jedes Spiel aufs Neue ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen.

In Sachen mannschaftlicher Entwicklung ist erwähnenswert, dass Leitgeb sich nach zwischenzeitlichem Formtief im Laufe der Saison wieder zurück in die Startelf gespielt hat und dort mittlerweile wieder zum absoluten Spielmacher der Mannschaft avanciert ist. Er wirkt fitter als je zuvor und schaltet sich nun auch viel häufiger in die Offensive ein.

Salzburg in den letzten Saisonspielen [4-2-3-1]

Salzburg in den letzten Saisonspielen [4-2-3-1]

Was die 6er-Position angeht dürfte in den letzten Partien ein „Kampf“ zwischen André Ramalho und Stefan Ilsanker entbrannt sein: Ramalho hatte quasi die gesamte Hinrunde über in der Innenverteidigung gespielt, ist aber eigentlich für eine Mittelfeldrolle prädestiniert da er über enorme Torgefährlichkeit und technisches Vermögen verfügt. Ilsanker war auf der 6 weitestgehend gesetzt – und erledigte seine Aufgabe eigentlich sehr gut. Sein offensichtliches Manko ist jedoch jenes, dass er sich kaum in Offensivaktionen einschaltet und generell technisch eher limitiert ist. Hier gilt es für Schmidt zwischen brasilianischer Fußballkunst und österreichischer Disziplin abzuwägen.
Für die Rückrunde bleibt zu hoffen, dass Soriano wieder einsatzfähig sein wird. Einerseits verfügt der Spanier über herausragende Qualitäten, andererseits wirkt sein Stellvertreter – Valon Berisha – in der 10er-Rolle sehr unkomfortabel.

Salzburgs Top-Formation [4-4-2]

Salzburgs Top-Formation [4-4-2]

Das beste Spiel der Hinrunde war zweifelsohne das 4:0 gegen die Wiener Austria! Eine wahre Machtdemonstration, fast ohne Fehler. Sollte Red Bull Salzburg den kontinuierlichen Aufwärtstrend  unter Roger Schmidt auch in der Rückrunde fortsetzen, so steht einem nationalen Double und guten Auftritten in der Europa League absolut nichts mehr im Wege.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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