Salzburg erteilt auch schwedischem Meister Lehrstunde

Elfsborger wurde gestern regelrecht erniedrigt. Eine Analyse....
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Nachdem heuer bereits der österreichische Meister, der türkische Vize und zuletzt auch die SV Ried spielerisch auseinandergenommen wurden, erwischte es diesmal – durchaus überraschend – den schwedischen Meister. Elfsborg hatte man als anspruchsvollen Gast erwartet, was es in Wahrheit nicht wirklich war. Salzburg dagegen wurde der hohen Erwartungshaltung mehr als gerecht, und lieferte die womöglich beste Leistung der Saison ab.
Eine Analyse.

Salzburg begann mit derselben Startformation wie beim 5-0 in Ried und mit dem offensichtlichen Auftrag, intensives Pressing zu betreiben. Was im Grunde nicht überraschte, zumal Salzburg schon in den Duellen mit Fenerbahce Istanbul und Zalgiris Vilnius überaus offensiv – ja, sogar noch angriffslustiger als in der Bundesliga – agiert hatte.
Jedenfalls waren die Rollen – und das lag auch an der sehr defensiven Ausrichtung des schwedischen 4-5-1 – sehr rasch verteilt – gefühlte 80% Ballbesitz für den favorisierten Gastgeber, der Gegner ausschließlich aufs Verteidigen und den einen oder anderen schnellen Gegenstoß fixiert.
Salzburg kam mit der beinahe destruktiven Spielweise der Schweden eigentlich bestens zurecht, musste das eigene Spiel dazu aber durchaus adaptieren: Zum Beispiel suchte in diesem Spiel Ramalho außerordentlich oft den langen Pass auf einen der beiden Flügel, genauso wie Hierländer einige Male erfolgreich hoch hinter die Viererkette spielte. Ansonsten fiel auf, dass Ulmer fast immer hinter Mané blieb und diesen erst in den letzten unbedeutenden Minuten einige Male überlief – in der Bundesliga geht er zumeist deutlich sorgloser vor. Schmidt hatte also offensichtlich Respekt vor dem schwedischen Meister, was sich auch darin äußerte, dass Salzburg ihnen möglichst gar nicht den Ball überlassen wollte: normalerweise steht im Salzburger Spielaufbau in erster Linie unmittelbarer Zug zum Tor im Vordergrund – geradlinig, ausnahmslos. Gestern dagegen hatte insbesondere beim Herausspielen aus der Abwehr Sicherheit und Ballbesitz offensichtlich oberste Priorität. Dennoch blieb man vorne herrlich direkt, und fand somit einen guten Mittelweg aus Ballbesitz und Chancenerarbeitung.

Nach einigen vergebenen Großchancen und zunehmender Angespanntheit im Publikum sorgte Alan für das erlösende 1-0. Die Art, wie das Tor entstand ist hierbei wieder auch typisch für das unverkennbare Salzburg-System: einige kurze, schnelle Pässe um den Mittelkreis herum spielend, danach allein auf die Viererkette zulaufend, auf die Flügel verlagernd, Tore schießend! In diesem Fall mit besonders schönem Abschluss.
Auch beim 2-0 ist es das Zusammenspiel zwischen Kampl und Alan, das den Treffer ermöglicht. Das 3-0 war dem ersten Treffer im Grunde sehr ähnlich: Hierländer dribbelt allein auf die Abwehr zu, verteilt auf den Flügel, Tor. Allgemein ist es erstaunlich, wie sehr die Salzburg-Tore einander ähneln – immer steckt ein gewisses, offensichtlich penibelst einstudiertes Muster dahinter – Tore durch Zufall gibt es unter Schmidt fast nicht. Dass er dem Zufall wirklich gar keinen Raum einräumen will zeigt sich auch gut darin, dass selbst Eckbälle neuerdings nicht in hohem Bogen Richtung Strafraum getreten werden, sondern wenn möglich kurz abgespielt. Hier besteht zwar noch Optimierungsbedarf, an sich ist die Idee mit einer derart spielstarken Mannschaft die Ecken überwiegend kurz auszuführen aber nur logisch und richtig.
Das 4-0 war dann die perfekte Veranschaulichung der großen Salzburger Stärken an diesem Abend: präzise hohe Bälle aus der Abwehr heraus, sowie der darauf folgende Querpass in die Füße von Soriano – 2 Pässe, 1 Tor, so effizient kann man Fußball spielen.

Musste man vor kurzem noch schmunzeln als ein Grödiger Red Bull Salzburg als potentiellen Europa League-Finalisten bezeichnete, so bin ich mittlerweile fast geneigt Salzburg selbst ganz, ganz viel zuzutrauen. Dass es zum großen Wurf reichen wird ist zwar unrealistisch, und damit zu spekulieren erscheint eigentlich vermessen – optimiert man das System weiterhin, und kann vor allem der alles überragende Kampl seine Form konservieren, so steht aber – so viel kann man schon sagen – zumindest dem problemlosen Aufstieg ins Sechzehntelfinale nichts im Wege.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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