Analyse: Rapid bleibt ein Angstgegner

Erneut kommt RBS daheim gegen Rapid nicht über ein X hinaus. Eine Analyse....
Rapid Angstgegner
Rapid Angstgegner
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Nach einem eigentlich sehr starken Saisonstart konnte Red Bull Salzburg gegen Rapid Wien erneut keine drei Punkte einfahren. Von den letzten 10 Heimspielen gegen die Hütteldorfer konnte damit lediglich ein einziges gewonnen werden.
Verantwortlich für das bittere Unentschieden waren unter anderem die unangenehme Spielweise der Rapidler, schwache Wechsel von Roger Schmidt und die nach wie vor bestehende Unfähigkeit, in wirklich wichtigen Spielen zu reüssieren. Eine Analyse.

Salzburg begann die Partie erwartungsgemäß, nämlich so, wie man schon die letzten Spiele bestritten hatte. 4-4-2, Hierländer neben Ilsanker, Alan neben Soriano. Klein ersetzt weiterhin den verletzten Schwegler.

Gleich in der ersten Spielminute findet Rapids Burgstaller (nachdem Ulmer mal wieder sehr weit eingerückt war) eine recht gute Torchance vor – danach ist von den Gästen aber kaum mehr was zu sehen. Beinahe schon destruktiv tritt der einstige Titelanwärter in der Red Bull Arena auf – hohe Bälle und hohe Ellbogen, das war weitestgehend das Spielkonzept des selbsterklärten Rekordmeisters.
Die Bullen zeigen sich davon deutlich beeindruckt, finden nicht richtig ins Spiel, vor allem Präzision ist Mangelware. Dennoch hätte man bereits nach 8 Minuten in Führung liegen können: Ulmer, der sich in letzter Zeit zum absoluten Offensiv-Leistungsträger entwickelt hat, erkämpft toll den Ball, bringt diesen ideal zur Mitte, doch Alan bleibt seiner schwachen Form der letzten Partien treu und vergibt diese Chance. Ansonsten waren es vorwiegend die Antritte von Sadio Mané, die insbesondere Christopher Trimmel, aber auch die Rapid-Abwehr als Ganzes durcheinander brachten: Mané auf Soriano, der legt nochmal quer, doch Kampl nimmt dem perfekt postierten Hierländer die Kugel vom Fuß. Somit vergibt Salzburg auch diese große Tormöglichkeit.

Danach präsentierte sich Soriano als wunderbarer Spielmacher: sein erster Pass für Mané ist noch etwas zu steil, der zweite allerdings ideal. Anstatt den Ball jedoch souverän ins rechte Eck zu schieben will Mané stattdessen zwischen Novotas Beinen hindurch einpassen. Natürlich scheitert dieses Unterfangen. Unverzeihlich beim Spielstand von 0-0 in einem derartigen Spitzenspiel!

Schließlich fällt doch noch das 1-0. Im Abschluss hat Hierländer zwar Glück, in der Entstehung war das Tor allerdings absolut typisch für die Spielweise der Salzburger: Kampl umkurvt mit einem schnellen Antritt („Die ersten 5-6 Meter mit dem Ball, das ist meine große Stärke!“) einen Rapidler, sieht den Nebenmann, Tor. Ansonsten hatte Kevin Kampl dieses Mal aber eher weniger Einfluss auf das Spiel der Bullen.

Kurz nach der Pause brachte Roger Schmidt Marco Meilinger für Alan. Mit dem Hintergedanken, zugunsten von Spielkontrolle nun weniger Zug aufs Tor auszuüben. Eine katastrophale Entscheidung, zumal die Rapidler mit dem Angriffsfußball der ersten Hälfte heillos überfordert schienen und auch keinerlei offensive oder defensive Steigerung der Gäste zu erwarten war. Alan befindet sich, wie bereits weiter oben angedeutet, zurzeit zwar in einer ziemlich schlechten Phase, ihn in gerade dieser Phase des Spiels auszuwechseln – gar das erfolgreiche 4-4-2-System aufzulösen – war allerdings schlicht und ergreifend falsch. Und Schmidt sollte den Preis dafür leider noch bezahlen müssen.

Von Rapid kam weiterhin rein gar nichts, bis schließlich Ilsanker völlig grundlos seinen Platz vor der Abwehr verlässt und sich Meilinger äußerst leichtfertig den Ball abnehmen lässt. Plötzlich läuft Steffen Hofmann völlig unbedrängt auf die hoch verteidigende Viererkette der Salzburger zu, und schon zu diesem Zeitpunkt ist eigentlich klar, dass es wenige Sekunden später 1-1 stehen wird. Mangelhaftes taktisches Verhalten auf allen Ebenen, das einerseits auf den zweifellos vorhandenen jugendlichen Leichtsinn unserer Mannschaft zu schieben ist – allerdings können andererseits derartige Versäumnisse durch akribische mannschaftstaktische Vorbereitung auf ein Spitzenspiel bereits im Vorhinein ausgeräumt werden. Sich in Führung liegend im eigenen Stadion von einem derart durchschnittlichen Team auskontern zu lassen ist jedenfalls zutiefst inakzeptabel, und letztendlich Hauptgrund für ein unbefriedigendes Unentschieden.

Allgemein zeichnet sich die beunruhigende Tendenz ab, dass unter Roger Schmidt zwar über weite Strecken brillanter Fußball gezeigt wird, man in wirklich wichtigen Spielen aber häufig an taktischen Nativitäten und stümperhafter Chancenauswertung scheitert. Bei aller Bewunderung für den – das darf man auch nach unliebsamen Ergebnissen nicht vergessen – herausragend schönen Fußball, den Salzburg heuer spielt, so ist in diesen Belangen baldige Besserung zu erhoffen, wenn nicht sogar einzufordern – denn sowohl der Torabschluss als auch taktische Disziplin lassen sich definitiv trainieren. Im Gegensatz zur Neutralität des Schiedsrichters – die sollte eigentlich vorausgesetzt sein

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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