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Analyse: Grandioses Spiel mit bitterem Ende
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Red Bull Salzburg konnte dem 18-fachen türkischen Meister nicht nur Paroli bieten, sondern ihm über weite Strecken des Spiels auch das eigene Spiel aufzwingen. Roger Schmidts Devise „Pressing ist die beste Verteidigung“ erwies sich als sehr effektiv – bis gegen Ende des Spiels die Kräfte nachliesen.
Eine Analyse.

Durchaus erwartungsgemäß behielt Schmidt die Startformation vom 5-1 gegen die Austria gänzlich bei:

die Startformation (4-4-2)

Bis auf Ilsanker, Ramalho, Hinteregger und Gulácsi orientierten sich auch diesmal wieder alle Spieler gnadenlos nach vorne – sei es, um die Zentrumsspieler von Fenerbahce zu pressen, nach Ballverlusten den Ball rückzuerobern oder bei eigenem Ballbesitz vor dem Ball eine Anspielstation zu bieten. Besonders Kampl und Mané konnten hier mit Einsatz und Geschwindigkeit punkten.

Salzburg versuchte, wie schon gegen die Austria, schon in den ersten Minuten jeder Halbzeit für klare Verhältnisse zu sorgen – und tatsächlich kreierte man in den Minuten 1 – 15 bzw. 45 – 60 die meisten Torchancen, ließ sie jedoch allesamt ungenutzt. Insbesondere Soriano erwischte einen rabenschwarzen Tag – an einem guten hätte allein er wohl mindestens zwei Treffer erzielt.

Das 1-0 kam letztendlich etwas unverhofft, da in den Minuten zuvor das Spiel in Richtung Ausgeglichenheit gekippt war. Dennoch war es zweifelsohne hochverdient – und wunderschön herausgespielt noch dazu: Ilsanker spielt den idealen Vertikalpass in die Spitze, Kampl macht das, was normalerweise nur Messi oder seinesgleichen tut – und Alans Heber setzt dem ganzen schließlich die Krone auf. Die Freude kennt keine Grenzen!

Sogleich erhöhten die Gäste jedoch das Tempo. Zwar ohne wirklich gefährlich zu werden, jedoch gelang es ihnen zumindest die Oberhand im Mittelfeld zu gewinnen. Salzburg war nunmehr hauptsächlich durch Konter gefährlich, besonders durch phantastische Antritte von Mané, die teilweise sehr an jene eines gewissen Kameruners erinnerten. Doch auch diese Halbchancen konnte Salzburg nicht nutzen.

Von Minute zu Minute wurde Fenerbahce nun entschlossener, während den Bullen – die 70 Minuten lang extremen Aufwand betrieben hatten – langsam die Kräfte abhandenkamen. Schmidt reagierte – brachte Hierländer und Berisha als Unterstützung für die Defensive und Reyna als mögliche Anspielstation bei schnellen Gegenangriffen. Der junge Peruaner fand jedoch keineswegs ins Spiel und scheint dem europäischen Fußball noch nicht gewachsen zu sein.

Dann kam die 94. Spielminute – und es offenbarte sich schmerzlich der fehlende Plan B im Salzburger Spiel: Längst waren die Spieler nicht mehr frisch genug, um Fenerbahce vorne unter Druck zu setzen, und dennoch versuchte man es weiterhin. So ziemlich jede andere Mannschaft hätte in den letzten Minuten des Spiels versucht alle Mann hinter dem Ball zu belassen, oder zumindest die Flügel zu doppeln, doch genau das tat Salzburg nicht (siehe Graphik – nur drei Salzburger hinter dem Ball, Ulmer allein gegen zwei Fenerbahce-Angreifer) – und bezahlte letzten Endes dafür.

ungeordnete Defensivabteilung

ungeordnete Defensivabteilung vorm Elfmerpfiff

Das Ergebnis ist deutlich schlechter als es die Mannschaft verdient hätte, doch es lässt definitiv alle Möglichkeiten offen. Der hochkarätigen Salzburger Offensive ist auch in Istanbul ein ähnliches Kombinations-Feuerwerk zuzutrauen – erst recht wenn Mané und Kampl wieder derart gut Fußball spielen. Und wenn Soriano dann auch noch ins Tor trifft – ja, dann könnte das Wunder vom Bosporus tatsächlich Realität werden.

Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. 🙂

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