Roger Schmidt (GEPA)
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Ein Auftakt nach Beinahe-Maß
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Die Erwartung, ebenso wie natürlich die Anspannung, vor dem ersten Pflichtspieles der neuen Saison war naturgemäß groß – und Red Bull Salzburg konnte sie fast gänzlich erfüllen!
Über weite Strecken des Spiels zeigten die Bullen das, was gemeinhin Powerfußball genannt wird: intensives Pressing, wenig Ballkontakte, viel Effizienz. Einziger Wermutstropfen war der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer.

die Startformation

Roger Schmidt schickte im Großen und Ganzen jene Spieler aufs Feld, die sich in den Vorbereitungsspielen als Fixstarter herauskristallisiert hatten: Gulácsi im Tor, Ramalho und Hinteregger in der Innenverteidigung, Kampl neben Ilsanker, Soriano neben Alan. Einzige Überraschung war, dass Jakob Jantscher den Vorzug gegenüber einem in sensationeller Form befindlichen Meilinger bekommen hat – laut Schmidt hatte sich ersterer jedoch durch gute Trainingsleistungen förmlich aufgedrängt.

die Startformation (4-4-2)

die Spielidee

Die allgemeine Ausrichtung der Bullen war nicht nur offensiv, sondern fast schon das, was der Fußballfan oft „Hollywood“ nennt. Bereits im Vorjahr basierte das Offensivspiel der Salzburger in erster Linie darauf, in einem gewissen Bereich des Spielfelds – meist dem Zentrum vor dem 16er – Überzahl zu erzeugen, schnelle Pässe auszutauschen und so den Gegner zu überfordern. An dieses Prinzip wurde gegen Neustadt anknüpft, beziehungsweise es sogar auf die Spitze getrieben: oft fand man um den gegnerischen Strafraum herum um die 6 Salzburger auf engstem Raum. Den Neustädtern wurde so das kontrollierte Herausspielen aus der Abwehr fast unmöglich gemacht – gelang es ihnen jedoch, boten sich stets gute Kontergelegenheiten. Bessere Gegner – sei es die Austria, sei es Fenerbahce –  hätten dies sicher mehrere Male ausnutzen können.
Das Tor der Neustädter war jedoch weniger eine Konsequenz dessen, sondern hatte damit zu tun, dass Salzburg – sowohl in der Offensive als auch in der Defensive – extrem zentrumsorientiert spielt und so die Flügelposition oft völlig dem Gegner überlassen werden: Ulmer war weit eingerückt, sein Gegner hatte sehr viel Platz und nutzte diesen zu einem gut platzierten Flachschuss.

das Offensivspiel

Im Angriff agierte Soriano diesmal weit weniger zurückgezogen als gegen Ende der letzten Saison, sondern meist direkt neben Alan und an der Schulter eines Innenverteidigers. So konnte er seinen Torriecher noch besser ausspielen, was sich prompt in Form dreier Treffer bezahlt machte!

Sehr interessant war auch das zentrale Mittelfeld: hier rechneten viele damit, dass Ilsanker den alleinigen Staubsauger spielen würde, weit hinter Kevin Kampl. In der Praxis stellte es sich jedoch so dar, dass Kampl meist sehr zurückgezogen spielte, und beinahe von einer Doppelsechs die Rede sein konnte.
Der gravierende Unterschied lag allerdings in der Aufgabenverteilung: Ilsanker wird in erster Linie gebraucht, um Bälle zu erobern, Konter zu stoppen und die Bälle an Kampl, Innen- oder Außenverteidiger zu verteilen. Kampl dagegen suchte stets das Zusammenspiel mit Alan, Soriano oder den beiden Flügelspielern. Außerdem nutzte Kampl seine Dribbling-Qualitäten zu einigen Slalomläufen – und erzielte auf diesem Wege auch die Tore 4 und 5.

Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. 🙂

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