Analyse: Salzburg führt Austria vor

Salzburg ließ den FAK am Samstag alt aussehen! Wie und warum erfahrt ihr hier....
Schmidt Austria
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In einem denkwürdigen Spiel zeigte Red Bull Salzburg der Wiener Austria die Grenzen auf. In Sachen Pressing, Ballsicherheit und Kreativität kamen die Bullen der Perfektion dabei schon gefährlich nahe. Roger Schmidts Philosophie scheint endgültig etabliert zu sein.
Eine Analyse.

Was die Startformation anbelangte hatte Salzburg fast ident gegenüber dem letztwöchigen 5:1-Sieg begonnen – jedoch mit dem – wie sich herausstellen sollte – gravierenden Unterschied, dass Meilinger im rechten Mittelfeld Jantscher ersetzte. Ansonsten war das Personal dasselbe, und auch die Ausrichtung der Mannschaft knüpfte nahtlos an die Wiener Neustadt-Partie an.

die Startformation (4-4-2)

die Startformation (4-4-2)

hervorragende Doppelsechs

Bereits in der letzten Spielanalyse hatte ich kurz die Funktionsweise unseres zentralen Mittelfelds erläutert – Ilsanker als der, der die Bälle erobert, Kampl als Anspielstation, Ballverteiler und einer, der Druck auf das gegnerische Mittelfeld ausübt.
Ein sehenswertes Beispiel für die hervorragenden Pressing-Qualitäten Kampls war jene Situation, in der er Holland den Ball abnahm und in weiterer Folge Lindner, leider aber auch das Tor, überhob. Seine Vorstöße brachten ihm – wie schon gegen Wiener Neustadt – außerdem zwei sehenswerte Treffer ein.

Nicht ganz so auffällig, jedoch ähnlich wichtig für die Stabilität des Salzburger Systems ist Stefan Ilsanker. Indem er stets seine Position unmittelbar vor der Abwehr einhält gibt er einerseits dieser eine gewisse Absicherung, andererseits Kampl die Möglichkeit offensiv Akzente zu setzen. Weiters gewann er so ziemlich jedes Kopfballduell, 61,5% seiner Zweikämpfe und brachte immerhin 43 von 51 Pässen zum Mitspieler. Gegenüber dem Vorjahr hat er sich extrem gesteigert, und in den letzten Partien seinen Startplatz absolut gerechtfertigt!

ausgewechselter Schwegler

Ebenfalls stark verbessert präsentierte sich Christian Schwegler. Solides Defensivverhalten hatte man dem Schweizer schon lange attestiert, allein, im Offensivspiel wurde ihm berechtigterweise oft Teilnahmslosigkeit und Unbeholfenheit unterstellt. Aus diesem Grund hatte er im Vorjahr seinen Stammplatz zwischenzeitlich auch an Klein verloren.
Gegen die Austria leitete Schwegler allerdings mehrere Angriffe großartig ein – nicht zuletzt das 2:0, bei dem er sich gegen vier Gegenspieler durchsetzte.

Noch offensiver agierte Andreas Ulmer, der sich bei Salzburger Ballbesitz fast ständig im Angriffsdrittel befand. Besonders eindrucksvoll zeigte Ulmer, der einst bei Ried im linken Mittelfeld eingesetzt wurde, seine Offensivqualitäten beim 1:0.

Sowohl das 1:0 als auch das 2:0 gingen also maßgeblich auf das Konto von Außenverteidigern – sinnbildlich dafür, welch offensive und wichtige Rolle sie in den Vorstellungen von Roger Schmidt einnehmen.

die Offensivabteilung

Die unmittelbaren Offensivspieler – also die beiden Flügelspieler, Alan und Soriano – präsentierten sich alle auf ihre Art in guter Verfassung. Sadio Mané offenbarte zwar Schwächen im Kombinationsspiel, kam mit seinen Dribblings nicht immer durch, eroberte mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit allerdings viele Bälle. Außerdem unterstützte er Ulmer mit guter Defensivarbeit, was Dilaver und Gorgon sichtlich zur Verzweiflung brachte.

Marco Meilinger hatte bereits in den Vorbereitungsspielen überzeugt, und tat dies nun auch gegen den amtierenden Meister. Highlight seines Spiels war zweifelsohne die elegante Vorarbeit zum 1:0, aber auch in Mann-gegen-Mann-Situationen konnte er sich immer wieder durchsetzen.

Alan hat sich unter Schmidt vom Strafraumstürmer zu einem kompletten Angreifer weiterentwickelt. Während er zu Moniz‘-Zeiten meist ausschließlich im 16er tätig war, fungierte er am Samstag immer wieder als Doppelpass-Partner von Kampl, oder wenn nötig als fünfter Mittelfeldspieler.

Der überragende Mann war dennoch keiner der bisher genannten, sondern der Kapitän persönlich: Jonatan Soriano absolvierte am Samstag sein vielleicht bestes Spiel für Red Bull Salzburg. Beim 1:0 steht er ideal, beim 2:0 umkurvt er Lindner geschickt und trifft aus spitzestem Winkel aufs Tor, das 4:1 bereitet er mit einem seiner grandiosen Freistöße vor. In Sachen Mannschaftsdienlichkeit präsentierte er sich ebenfalls von seiner besten Seite. Außerdem motivierte er immer wieder seine Mitspieler. Österreichische Weltklasse!

Was nicht so gut war…

…und im Hinblick auf die Champions League-Qualifikation durchaus nachdenklich stimmt ist das Defensivverhalten. Einerseits liegt das an mannschaftstaktischen, andererseits an individuellen Faktoren.

So ansehnlich die extrem angriffsbetonte Spielweise der Salzburger ist, so anfällig macht sie uns auch auf schnelle Konter. Gegen Fenerbahce wäre es sicherlich kein Fehler, etwas weniger intensiv zu pressen und dafür ein paar Spieler mehr hinter dem Ball zu haben. Ansonsten, fürchte ich, droht bereits im Heimspiel das eine oder andere Gegentor aus einem schnellen Gegenstoß.

Individuelle Fehler unterliefen gegen die Austria insbesondere dem jungen Ramalho: Im Zweikampfverhalten agierte er oft sehr naiv (auf diese Weise verschuldete er auch den Gegentreffer), und mit Pässen direkt in die Füße des Gegners eröffnete er der Austria zahlreiche Gelegenheiten (im brenzligsten Fall konnte nur noch eine Heldentat Schweglers Schlimmstes verhindern). Hier bleibt zu hoffen, dass, je erfahrener er wird, desto weniger diese Fehler sich wiederholen.

Ein weiteres Problem ist die mäßige Geschwindigkeit der Außenverteidiger. Sowohl Ulmer als auch Schwegler ließen sich immer wieder von Jun und Gorgon – die selbst nicht unbedingt zu den Schnellsten der Liga zählen – überlaufen. Gegen flinke Flügelspieler könnte sich dies als große Schwachstelle erweisen.

Zusammenfassend

Auch wenn bei weitem nicht alles funktionierte, so kann man dennoch guten Gewissens von einer herausragenden Salzburger Leistung sprechen. Mittlerweile ist offensichtlich, dass Schmidt seinen Spielern eine genaue Spielidee vermittelt hat und diese diese mit ihrer individuellen Qualität auch umzusetzen in der Lage sind.
Und die Spitze des Salzburger Leistungsvermögens dürfte noch lange nicht erreicht sein, das Potential dieser jungen Mannschaft scheint nicht enden wollend zu sein. Ja, vielleicht ist diesmal ja tatsächlich etwas Großes im Entstehen!

Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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