Bullen besiegen Europacupanwärter

Erneut ging der Titelverteidiger in Rückstand, erneut drehte er das Spiel. Warum es so kam lest ihr hier......
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In einem, für österreichische Verhältnisse, durchaus temporeichen Spiel setzt sich Red Bull Salzburg verdientermaßen durch. Das Spiel war einerseits geprägt von individuellen Fehlern, andererseits aber auch aus mannschaftstaktischer Sicht sehr interessant – eine Analyse.

In seinem zweiten Spiel seiner zweiten Ära als Rapid-Interimscoach wählte Zoran Barisic eine sehr interessante Startformation: Heikkinen und Kulovits  bildeten die Doppelsechs, einige Meter davor spielte der junge Dominik Wydra. Eine Art 4-2-1-3 also. Wydra ist bekannt für Passgenauigkeit und enorme Laufeistung – und genau die wollte Rapid sich gegen den Titelverteidiger zunutze machen: Zusammen mit Alar und den zwei Flügelspielern betrieb Wydra in den ersten 30 Minuten intensives Pressing und hinderte Salzburg so in seinem Spielaufbau.
Barisic hatte bereits vor dem Spiel angesprochen, dass er Salzburg zwar sehr offensiv erwarte, dies aber nicht zulassen wolle. Mit spielerischen Mitteln – das wusste bei Rapid wohl jeder – konnte das gegen die technisch beschlagenen Bullen nicht gelingen, also versuchte man es durch Laufarbeit und Zweikampfstärke.

die Startformationen

die Startformationen

Als Schwachpunkt der Salzburger hatte Rapid ganz offensichtlich Stefan Ilsanker ausgemacht. Sobald der Torwarttrainer-Sohn den Ball hatte, wurde er sofort massiv von Wydra attackiert. Ilsanker meisterte diese schwierige Aufgabe jedoch überraschend gut und ließ sich nicht zu unnötigen Ballverlusten hinreißen. Nach 15 Minuten hatte Dominik Wydra bereits 3 Fouls an Ilsanker begangen, nach 28 Minuten wurde er vom Schiedsrichter zum ersten Mal vehement ermahnt.

Da das Spielkonzept von Rapid in erster Linie auf extremem Energieaufwand basierte war klar, dass Salzburg, je länger das Spiel dauern würde, immer mehr die Kontrolle über müde gewordene Rapidler gewinnen würde. Bereits im letzten Drittel der ersten Halbzeit zeichnete sich dies ab, als Salzburg seinerseits Pressing betrieb, Bälle gewann und gut kombinierte. In einer dieser Situationen wurde Mané von Heikkinen regelwidrig gestoppt – im Parallelspiel WAC – Sturm gab es für eine ähnliche Szene die Rote Karte, hier ließ Drachta unverständlicherweise weiterspielen.

Bei den Roten Bullen spielte Alan anstatt des Magen/Darm-erkrankten Soriano. Bereits im Vorfeld war klar, dass sich dies negativ auf unser Spiel auswirken könnte: Nicht etwa weil Alan nicht genauso gut Tore schießen kann wie Soriano, nein, vielmehr weil Soriano im Kombinationsspiel sehr wichtig für unsere Mannschaft ist. Er lässt sich oft ins Mittelfeld zurückfallen, lässt Bälle prallen und besitzt die technischen Fähigkeiten, allein gegen zwei Verteidiger den Ball solange zu halten bis das Salzburger Mittelfeld nachgerückt ist. Alles Dinge, wie weniger zu Alans Spezialitäten gehören.
Er und Hierländer, der mit der robusten Spielweise von Rapid nicht wirklich zurecht kam, verschenkten leider etliche Bälle. Positiv hervorzuheben sind diesbezüglich dagegen die Flügelspieler Kampl und Mané, die wie immer kaum vom Ball getrennt werden konnten.

Die ersten 5 Minuten der zweiten Halbzeit begann Salzburg ähnlich wie Rapid die erste, jedoch entstanden aus den Angriffsbemühungen in diesem Zeitraum keinerlei zwingende Einschussgelegenheiten. Danach riss Rapid wieder das Ruder an sich.

Die spielentscheidende Phase

In der 60. Minute wurde ein unterirdisch spielender Christian Schwegler ausgetauscht – eingewechselt wurde Florian Klein, der zuletzt keinerlei Spielpraxis sammeln durfte. Nur 2 Minuten später spielte Gerson einen tollen Wechselpass, der mit besserem Timing jedoch sicher zu verteidigen gewesen wäre. Klein hüpfte allerdings am Ball vorbei, Sabitzer fand Alar und der das Tor. Rapid war mit der ersten echten Gelegenheit in Führung gegangen!

Aber nur 52 Sekunden später erzielte Alan den Ausgleich: Mané erobert mal wieder einen Ball, Hierländer spielt sofort und ideal auf Alan, dessen Abschluss sehr an seine glorreiche Zeit vor seinem Kreuzbandriss erinnerte.
Wenige Minuten später bewies Florian Klein seine Qualitäten im Offensivspiel: sehenswert umspielt er Sabitzer und Kulovits, wobei sich letzterer zu einem Foul hinreißen lässt; Elfmeter; Alan; Tor. (Hier sah man im übrigen schön den Unterschied zwischen Klein und Schwegler – letzterer hätte wohl kaum einen Stellungsfehler begangen wie Klein beim 0-1, andererseits auch garantiert nicht mit einem so tollen Vorstoß den Elfmeter rausgeholt…)

Normalerweise hätte Salzburg nun vor Selbstvertrauen gestrotzt, den Ball ruhig zirkulieren lassen und die Partie souverän nachhause gespielt. Gestern war der Mannschaft jedoch deutlich anzumerken, welch extremer Druck auf ihr lastet. Immer wieder drosch man den Ball einfach aus der Gefahrenzone, anstatt die Situation spielerisch zu lösen. Ein Glück, dass die Offensivabteilung der Gastgeber momentan ein Tief durchlebt – ansonsten hätte es durchaus nochmal spannend werden können.

So aber nutzte Svento einen hervorragenden Lochpass von Kampl, um in Minute 90 endgültig für die Entscheidung zu sorgen.

Zusammenfassend

Unterm Strich hat Salzburg gestern zwar nicht in allen Belangen überzeugt, den Druck  auf die Wiener Austria aber doch um einiges erhöht. Eine Leistung wie gestern sollte in jedem Fall genügen, die nächsten 4 Spiele zu gewinnen – und sollte dies gelingen bedarf es nur einer einzigen Niederlage der Veilchen, um ein „Finale dahoam“ am letzten Spieltag zu ermöglichen.
Wer wird denn eigentlich Meister, Herr Schmidt? – „Wenn wir es noch einmal selbst in der Hand haben, wird Salzburg Meister.“

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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