So hat man’s nicht verdient…

Red Bull Salzburg bringt die Führung in der Südstadt nicht über die Zeit...
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Die Fans der „roten Bullen“ hatten die Taschenrechner nach dem Last-Minute-Sieg im Westderby und dem Remis der Austria in Wr. Neustadt schon gezückt. Sechs Punkte aus den Spielen gegen die Admira und der SV Ried – und dann das direkte Duell am Ostersonntag in Wien. Da geht doch noch was!
Wenngleich Roger Schmidt selbst die Sicherung von Platz zwei als oberstes Gebot betitelte, so hoffte man insgeheim trotzdem noch auf den „Turning-Point“ in der Liga.

Führung mit erster Torchance

Die Partie in der Trenkwalder-Arena begann vor 2.300 Zuschauern bedächtig und ohne große Highlights. Die erste erwähnenswerte Szene fand in Minute 16 statt und brachte die Gäste gleich in Führung. Sadio Mané setzte zu einem Solo an, ging an drei Admiranern vorbei und legte perfekt für den am Sechzehner lauernden Leitgeb auf. „Leiti“ fackelte nicht lange, zog ab und setzte den Ball mit der Innenseite an die rechte Innenstange, von welcher der Ball in den Maschen landete.

Danach verwaltete Salzburg das 0:1. Berisha kam in Minute 21 zu einem Distanzschuss, die Führung konnte damit jedoch nicht ausgebaut werden. Die ohne die gesperrten Leistungsträger Plassnegger und Ouedraogo agierenden Admiraner fanden lange kein Rezept, um die Gäste-Führung in Gefahr zu bringen.

Admira gleicht aus

Bis kurz vor der Pause. Weber flankte den Ball an den zweiten Pfosten, Segovia legte per Kopf auf Tito ab, der nahm das Spielgerät mit der Brust an und erzielte per Volley den Ausgleich.

Hielt heute fast alles: Jürgen Macho / © GEPA, Martin Hörmandinger

Hielt heute fast alles: Jürgen Macho / © GEPA, Martin Hörmandinger

Im Gegenzug hatten die „roten Bullen“ jedoch die Gelegenheit, sofort wieder in Führung zu gehen. Kampl bediente Sadio Mané, dessen Schuss von der rechten Seite konnte Admira-Goalie Macho parieren. Die Kugel landete direkt vor Valon Berisha, der aus zehn Metern abzog, jedoch erneut an Jürgen Macho scheiterte.

Nach der Pause hätten die Fans von Red Bull Salzburg auf einen Sturmlauf ihrer Mannschaft gehofft, leider verkam dieser Sturm zu einem lauen Lüftchen.

Denn vieles wollte dem regierenden Meister in der Südstadt im zweiten Durchgang nicht gelingen. Sadio Mané prüfte Jürgen Macho in der 64. Minute mit einem Distanzschuss, der ehemalige ÖFB-Teamgoalie konnte jedoch parieren.

Die letzten fünfzehn Minuten spielten die Gastgeber sogar noch zu zehnt, nachdem Seebacher für ein Foul an Mané knapp außerhalb des Sechzehners die gelb-rote Karte sah. Der daraus resultierende Freistoß war die letzte Prüfung für den Admira-Schlussmann, der auch diese Gelegenheit der Bullen entschärfen konnte.

So kann’s nicht gehen

Das war’s. Von Minute 78 an fanden die „Bullen“, unsere „Bullen“, keine einzige Gelegenheit vor, um doch noch die drei Punkte mit nach Salzburg nehmen zu können. Das war einfach zu wenig. Viel zu wenig. Da zählt auch die Tatsache, dass man seit dem Wiederaufstieg der Admiraner im Jahr 2011 in der Südstadt noch nie gewinnen konnte und die Trenkwalder-Arena kein gutes Pflaster ist, nicht. Sechs Spiele in Folge verlor die Kühbauer-Elf zu Hause, bis heute der amtierende Double-Sieger aus Salzburg antrat.

Quo vadis, Roger Schmidt? / © GEPA, Martin Hörmandinger

Quo vadis, Roger Schmidt? / © GEPA, Martin Hörmandinger

Mit solchen Leistungen braucht man zum einen gar nicht nach Favoriten schielen und auf Patzer des Tabellenführers hoffen, wenn man selbst nicht in der Lage ist, diese dann auch zu nutzen. Zum anderen ist es dann, auch wenn es wehtut, vielleicht besser, den zweiten Tabellenrang abzusichern. Man hat es nämlich definitiv eher der schwachen Form der Verfolger als der eigenen Leistung zu verdanken, dass Platz zwei im Moment ziemlich abgesichert ist.

Als Red-Bull-Salzburg-Fan kann ich die momentane Unsicherheit, speziell in der Defensive, irgendwie nicht verstehen. Gerade Isaac Vorsah, im Herbst noch ein Turm in der Abwehr, schießt gefühlt mit jedem dritten Ballkontakt einen Bock. Dadurch lassen sich viele anstecken. Alexander Walke strahlt bei weitem nicht mehr die Sicherheit aus, welche er noch im Herbst an den Tag legte.

Weiters krankt es am Spielaufbau. Bekommt jemand den Ball, ist es für eben jenen schwierig, eine gute Anspielposition zu finden. Es mangelt speziell an Bewegung in der Truppe. Wenn dann mal Pässe in die Tiefe gespielt werden, so fehlt diesen oftmals die Präzision.

Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse aus der Admira-Partie ziehen und am kommenden Samstag, im Spiel gegen die SV Ried, Reaktionen zeigen. Mit Ralf Rangnick und Roger Schmidt hat man ja zwei Personen, die die Salzburger nach dem Düdelingen-Sommer und der Rapid-Heimpleite schon einmal „aus dem Dreck“ gezogen haben.

Zahlen, Daten, Fakten

Tipp3 Bundesliga, 23. Spieltag (Nachtrag)
FC Admira Wacker – FC Red Bull Salzburg 1:1 (1:1)
Trenkwalder-Arena, 2.300 Zuschauer

Tore:
0:1 Leitgeb (16.)
1:1 Tito (44.)

Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Christoph Lumetzberger

Christoph Lumetzberger ist Red Bull Salzburg Fan durch und durch. Tolle Spiele, schöne Tore und emotionale Momente mit seinem Lieblingsteam ziehen ihn immer wieder ins schönste Stadion Österreichs, die Red Bull Arena. Über diese Website: "SALZBURG12.at ist ein tolles Projekt hinter dem ich zu 100% stehe!"
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