„Wir haben einfach nicht gut Fußball gespielt“

Unsere Analyse des Heimsieges gegen die ersatzgeschwächten Neustädter....
soriano
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„Wir haben einfach nicht gut Fußball gespielt“. Das sagt Roger Schmidt. Nach einem 3-1 Heimsieg. Und er hat da durchaus Recht.
Auch wenn der Sieg – ungeachtet des zwischenzeitlichen Rückständs – nur selten gefährdet schien ist die Leistung gegen Wiener Neustadt sicherlich nicht über alle Zweifel erhaben: Zu viele Ballverluste im Mittelfeld, zu wenig Absicherung für die Viererkette, und in dieser wiederum einige individuelle Fehler. Trotzdem war nicht alles schlecht.
Eine Analyse.

Martin Hinteregger hatte sich gegen Rapid nicht sonderlich aufgedrängt, also beließ Schmidt Schiemer auf der 6, Dibon und Vorsah dahinter. Christoph Leitgeb war erkrankt, Stefan Hierländer an seiner statt endlich mal wieder Teil der Startelf. Für den gesperrten Kampl begann Teigl auf dem rechten Flügel.

Salzburg bis zur 35. Minute

Salzburg bis zur 35. Minute

All diese angeführten Personalien erwiesen sich für Salzburg als eher unvorteilhaft:

  • Schiemer fand im Mittelfeld nie so recht in die Zweikämpfe, ging dafür in der Innenverteidigung schrecklich ab.
  • Mit Christoph Leitgeb fehlte der heimliche Spielmacher. Seine Fähigkeit die Bälle zu halten und zu verteilen und die Geschwindigkeit des Aufbauspiels nach seinem Belieben zu diktieren mangelte ganz offensichtlich. Hierländer, der etliche Monate verletzt gewesen war, verlor im Mittelfeld einige Bälle leichtfertig und hatte auch deutlich weniger Ballkontakte als Leitgeb sie normalerweise hat.
  • Kampl machte gegen Rapid einen hervorragenden Eindruck. Vor allem wusste er mit guter, enger Ballführung unter jeglicher Bedrängnis zu überzeugen. Ein Talent, das Teigl definitiv nicht mitbringt. Soriano und Berisha hatten gegen Rapid tolle Pässe mit Kampl ausgetauscht, wussten mit Teigl aber sehr wenig anzufangen.
    Teigls Stärke liegt vielmehr darin, mit seiner Antrittsschnelligkeit hinter die gegnerische Viererkette zu kommen. Da Wiener Neustadt außergewöhnlich tief verteidigte bot sich ihm diesmal aber kaum Platz, in den er hätte sprinten können. Ein einziges Mal gelang es ihm dennoch – doch da scheiterte er leider an Siebenhandl.

Ansonsten war abermals das enorme Tempo im Salzburger Angriffsspiel offensichtlich: Die Innenverteidiger tauschten kaum Pässe miteinander aus, sondern verteilten die Bälle sofort an Hierländer oder Berisha (selbst Schiemer und die Außenverteidiger wurden oft direkt überbrückt). Eine sehr attraktive Spielweise, die auch sehr effektiv sein kann. Wenn sie funktioniert.

Wenn sie das – so wie gestern – nicht tut, läuft man allerdings Gefahr in Konter zu laufen. Und genau das passierte. Nach Abspielfehlern oder gescheiterten Dribblings liefen die Neustädter oft seelenruhig auf die Salzburger Viererkette zu. Hier gilt es künftig anzusetzen – es gilt weniger Abspielfehler produzieren, aber andererseits vor allem mehr Absicherung für die unmittelbare Verteidigung zu bieten. Hierländer und Berisha agierten einfach viel zu offensiv, und zumindest einer von beiden hätte wohl mehr Defensivaufgaben zugeteilt bekommen sollen.

Auffällig ist, wie sehr sich die Offensivkraft der Bullen im Zentrum zentriert. Die Flügelspieler suchen stets den Weg zur Mitte, versuchen kurze Pässe mit Soriano auszutauschen und so hinter die Abwehr zu kommen: Alle drei Tore fielen durch die Mitte, das 1-1 nach einem kurzen Pass von Mané auf Soriano.

Auch das 2-1 war ein Innbegriff des typischen Salzburger Angriffspiels: Ulmer mit dem vertikalen Pass auf Mané, Mané mit dem vertikalen Pass hinter die Abwehr, Tor. So einfach kann Fußball sein.
Dann kam auch noch Alan zu seinem Comeback-Treffer, und entschied damit vorzeitig die Partie.

Fazit 

Mit Schiemer im Mittelfeld schwächte Schmidt die Defensive seiner Mannschaft, war jedoch mutig genug diesen Fehler schon in der 35. Minute zu korrigieren.

Salzburg ließ erneut viel zu viel zu und konnte, wie schon gegen Rapid, nicht über 90 Minuten konstant gut nach vorne spielen. Das Tempo mit dem die Angriffe vorgetragen wurden beeindruckte – ob das allein am Ende zum Meistertitel reichen kann darf aber bezweifelt werden.

Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
3 Anzahl der Kommentare
  • Bundesliga (Österreich): Red Bull Salzburg vs. SC Wiener Neustadt 3:1 | rotebrauseblogger
    5 März 2013 at 16:22
    Leave a Reply

    […] RBS-Bericht, Salzburg12-Bericht, Salzburg12-Analyse, SC-Bericht […]

  • Eisprinz
    4 März 2013 at 12:56
    Leave a Reply

    gute Analyse. Bitte mehr davon.
    Schmidt lernt sein Team immer besser kennen. Er ist ein intelligenter und taktisch versierter Coach, das kann man mit Sicherheit schon feststellen. RR und RS geben dem Team Zeit zum Reifen. Jeder Spieler bekommt mehrere Chancen, sich zu beweisen. Und das ist auch gut so. Schätze, daß es im Sommer wieder Bewegung im Kader geben wird. Aber im Gegensatz zu den vergangenen Jahren bin ich überzeugt, daß es sich um ein Finetuning handeln wird, das die Bullen stärker macht und Defizite ausmärzt.

  • ROUND UP zur 24. Runde der tipp3-Bundesliga › SALZBURG12.at
    4 März 2013 at 10:44
    Leave a Reply

    […] Punkte – das zählt. In einer mäßigen Darbietung konnte der Meister das Spiel noch drehen. Die Salzburger gerieten früh in Rückstand – […]

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