Red Bull Salzburg Jahresrückblick 2012: Kommerzler und Bullenschweine

Teil 2 unseres Jahresrückblicks beschäftigt sich mit weniger erfreulichen Dingen im Jahr 2012....
Das Ausscheiden gegen Düdelingen dominierte im (sozialen) Web
Das Ausscheiden gegen Düdelingen dominierte im (sozialen) Web
Red Bull Salzburg Jahresrückblick 2012: Kommerzler und Bullenschweine
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Das Ausscheiden gegen Düdelingen dominierte im (sozialen) Web

Das Ausscheiden gegen Düdelingen dominierte 2012 im (sozialen) Web

Hass und Spott im (sozialen) Web

2012 ging’s für die Salzburg-Fans so richtig in die „Vollen“. Seit der Rettung (ja – ich schreibe ganz bewusst „Rettung“, auch wenn das einige naturgemäß anders sehen) der maroden Austria Salzburg im Jahr 2005 ist – so selbstkritisch muss und darf man wohl sein – einiges schief gelaufen. Unbedachte Aussagen, die die Historie des Vereins in Abrede stellten, werden heute immer noch gerne – Web-auf-und-ab – den Salzburgern um die Ohren geworfen. Auch wenn man sich längst zur Geschichte bekannt, Rest-Österreich will das nicht wahr haben.

Man will es auch nicht wahr haben, dass Red Bull Salzburg Fans hat. Gerne werden die tausenden „Fußballnarrischen“ von Hinz und Kunz als „Konsumenten“ bezeichnet. „Kommerzler“ und andere Sticheleien sind ja noch freundlich. „Bullenschweine“ gehört ja mittlerweile auch zum Standardgesang der gegnerischen Fankurve.

Leider haben auch 2012 viele das Wort „Kommerz“ noch nicht begriffen. Eine Kommerzialisierung im Zusammenhang mit Fußball steht eigentlich nur für die Vermarktung des selben. Trikotwerbung, Bandenwerbung, Verkauf von Übertragungsrechten oder einfach Sponsoring im Allgemeinen. Der kommerzialisierte Fußball wurzelt in der Einführung des Profifußball, welcher im „Geburtsland des Fußball“ – England – bereits 1885 eingeführt wurde. Eine Kommerzialisierung des Fußballs ist bis in die untersten Ligen heute durchaus üblich, denn bekanntlich ist „ohne Moos nix los“.

Der „Konsument“ ist eine Person, der Waren und/oder Dienstleistungen zur Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse erwirbt. Wenn man sich die Definitionen dieser beiden Begriffe nun vor Augen hält, soll mir ein einziger Fußballfan – egal ob in Österreich oder anderswo – nun ehrlich sagen, er sei kein „Konsument“ oder „Kommerzler“. Doch leider befürchte ich, dass es viele trotzdem nicht verstehen werden.

Ja, zugegeben, Red Bull Salzburg hat kein wirkliches Geldproblem. Dank unseres „Fuschler Getränkeherstellers“. Und darauf scheinen die meisten neidisch zu sein, auch wenn das nie jemand zugeben würde. Was wäre wenn „Red Bull“ bei einem anderen Verein eingestiegen wäre?

Immer am Thema vorbei

Der „Beißreflex“ in Richtung Red Bull Salzburg ist ganz besonders in den sozialen Medien zu beobachten, deren Popularität auch 2012 nicht stagnierte. Im Gegenteil. Wenn die Webseite xyz.at über Red Bull Salzburg berichtet – auch wenn es nur um so banale Meldungen geht, dass ein Spieler nach langer Verletzung wieder im Training steht – konzentriert sich ein großer Teil der Kommentare gar nicht auf die Meldung selber. Teil einer Strategie? Ohne hier Verschwörungstheorien zu erfinden, ist dies natürlich ein „Teil der Show“. Egal, wo und in welchem Zusammenhang „Red Bull Salzburg“ vorkommt, wird gleich mal munter drauf eingehauen. Schon fast „episch“ ist es, wenn eine Webseite nach der Meinung der Salzburg-Fans fragt. Unter den ersten 3 Kommentaren sind mit 99%iger Sicherheit 2 Kommentare a la „Salzburg hat keine Fans“ oder „In Salzburg nur die Austria“ dabei. Es geht definitiv den meisten Leuten nicht um eine vernünftige Diskussion um die dort geposteten Inhalte, sondern nur um’s Bashing ansich. Nein, wir werden jetzt nicht beginnen zu jammern oder uns als die „armen, unverstandenen“ Salzburg-Konsumenten hinstellen. Wir haben damit leben gelernt, auch wenn’s uns manchmal gehörig auf die Nerven geht, dass man nicht einmal „normal“ über den Fußball diskutieren kann.

Düdelingen

Der wohl größte Tiefpunkt war – wie schon im sportlichen Teil unseres Jahresrückblicks angesprochen – der total verpatzte Einstieg in die Champions League. Es sollte der Halb-Amateur-Klub F91 Dudelange „Düdelingen“ sein, der die wohl größte Bashing-Kampagne gegen die Salzburger auslöste. Sportlich – und das sei hier vollkommen unbestritten – war das wohl eine der größte Bauchlandungen, die der Salzburger Verein je „hingelegt“ hat, was allerdings DANN (und auch noch heute) in den diversen Medien zu lesen war und ist, spottet jeder Beschreibung.

Die wohl größte Aktion kam vom Staatsrundfunk ORF – genauer vom Radiosender Ö3. Man suchte nach dem Ausscheiden der Salzburger eine österreichische Amateurtruppe, die es mit den Düdelingern aufnehmen sollte. Im August wurde eine niederösterreichische Amateurmannschaft gelost, die es mit den Düdelingern aufnehmen sollte. Dies wurde zum medialen Atomschlag gegen Salzburg hochgepusht. Nutzte alles nichts – der Ö3 holte sich bei den Luxemburgern eine saubere Abfuhr. So „konterte“ der Ö3 dann auf seiner Facebookseite:

„Düdelingen will nicht mehr?? Tja, wer ist da Schuld? UEFA, ÖSV, FPK, IWF oder doch das Ö3-Wecker-Team? Hat jemand kalte Füße bekommen oder einfach keinen Humor? Ein Ö3-Beauftragter ist bereits nach Düdelingen entsendet worden, um alle Klarheiten zu beseitigen! … Das waren eben Verhandlungen zwischen Amateuren. Versprochen: Beim nächsten Mal beauftragen wir 12 Anwälte in dunklen Anzügen für wasserfeste Verträge. 😉
Aber keine Sorge: Der SC Ortmann bekommt sein Spiel. Eines, das mit Sicherheit in die Vereins-Chronik eingehen wird!“

Minder witzig. Und das fanden nicht nur die Salzburg-Anhänger. Hat eigentlich nun der SC Ortmann ein „Spitzenspiel“ bekommen?

Ins selbe Horn stießen auch ein Rapid- und ein Austria Wien-Anhänger in seltener Einigkeit, die auf Facebook den „Düdelingen Fanclub Österreich“ gründeten. Diese „Satire“ Seite will nun Speerspitze sein, die Missstände „in der Struktur des österreichischen Fußballs aufzuzeigen“. Herz statt Kommerz (da ist das „böse“ Wort schon wieder) ist Programm. Und man verkauft ganz „unkommerzielle“ T-Shirts mit den jeweiligen Slogans:

Unkommerzielle "Herz statt Kommerz" Shirts des Düdelingen Fanclubs

Unkommerzielle „Herz statt Kommerz“ Shirts des Düdelingen Fanclubs

Die minder geistreichen Bilder, die zu großen Teilen gegen Red Bull und deren Aktivitäten in Sachen Fußball abzielen, erspare ich dem Leser. Das „Red Bull Bashing“ hat sich damit eine eigene Facebook-Seite gegönnt.

Doch in den letzten Tagen bekamen die Basher saftig eine vor den Latz geknallt. Zum einen wurde bei 90minuten.at das Wort „Düdelingen“ zum Fußball-Unwort gekürt. Mit einer für österreichischen Medien bemerkenswerten Begründung durch die Jury (Austria Wien-Kapitän Manuel Ortlechner, FM4-Mitbegründer Martin Blumenau, und 90minuten.at-Chefredakteur Michael Fiala):

„Am 17. Juli 2012 verliert Red Bull Salzburg mit 0:1 gegen F91 Dudelange. Eine Woche später scheidet Salzburg in der 2. Qualifikationsrunde zur UEFA-CL gegen den Verein aus Luxemburg aus. Dieser Tag wird in den Geschichtsbüchern des FC Red Bull Salzburg keine besondere Erwähnung finden, ist aber dennoch eines der dominierenden Wörter im zweiten Halbjahr 2012. Düdelingen ist von diesem Zeitpunkt an Synonym für Basher und oberflächliche Kritiken in den Medien. Ein Begriff, der wie ein Damoklesschwert über Red Bull Salzburg hängt.“

Düdlingen als Synonym für Basher und oberflächliche Kritik in den Medien. Und das ist vollkommen richtig so! Denn de facto niemand analysierte das Ausscheiden der Salzburger sachlich. Ich ziehe immer noch meinen Hut vor dieser Begründung, der sicherlich nicht aus Salzburg-Fans – äh „Konsumenten“ – bestehenden Jury.

Das Jahr 2013

Wer jetzt wirklich glaubt, es würde sich im Jahr 2013 irgendwas am Bashing oder Verunglimpfungen ändern, wird zu 100% eines Besseren belehrt werden. Das Engagement von Red Bull im Fußball wird auch weiterhin in der Kritik der Medien und der „wahren“ Fans (Salzburg hat ja nur Konsumenten – bitte nie vergessen!) bleiben. Und sollte es 2013 wieder Neuverpflichtungen geben, werden diese auch nur wegen des Geldes in die Mozartstadt kommen. Andere Argumente wird man kaum hören. Auch wenn man in seriösen Interviews die Spieler immer wieder sagen hört, dass es definitiv in Österreich kein besseres sportliches Umfeld gibt, als das in Salzburg.

Meine aufrichtige Bewunderung gehört den Leuten, die tatsächlich hinter dem Verein und der Mannschaft stehen, denn diese haben seit 2005 wahrlich kein leichtes Leben. Leider gibt es nur wenige Leute, wie einen Herrn Oliver Riefler, die ihrem Unmut freien Lauf lassen UND deren Meinung auch gedruckt werden. Trotzdem werden Beiträge wie von Oliver Riefler niemanden in Rest-Fußball-Österreich zum Umdenken bewegen. Und so gilt auch für 2013 der Gesang, den wir in der Red Bull Arena bei jedem Heimspiel hören:

„Wir san Soizburga, kana mog uns, scheissegal!“

Und glaubt es uns: Es ist uns (mittlerweile) so egal, wie wir es singen. Auch wenn wir für Wien’s Bürgermeister Häupl „das Letzte“ sind…

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FC Red Bull Salzburg
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
4 Anzahl der Kommentare
  • h.waldenberger
    28 Dezember 2012 at 20:59
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    sehr feiner kommentar…übrigens, hab ö3 eine ordentlich beschwerde geschrieben, worauf ich prompt antwort erhalten habe. meine konsequenz aus dieser peinlichkeit ist, dass es bei mir nie wieder ö3 geben wird…

    • h.waldenberger
      28 Dezember 2012 at 21:10
      Leave a Reply

      p.s.: das interview von bürgermeister häupl im kurier hab ich mir auch angehört u. sofort an den feinen bürgermeister meine meinung gemailt…schauma, ob er so viel größe hat u. es eine antwort gibt…
      das gebashe wird nur schwächer werden, wenn die mannschaft erfolge hat, bei jedem misserfolg kommen alle wieder aus ihren löchern hervor…wobei ich genauso erstaunt bin, mit welche hartnäckigkeit medien, foren, sogar andere vereine u. personen des öffentlichen leben hier vorgehen…aber genau das ist es, was mich mit dieser mannschaft immer mehr verbindet…
      man darf nicht aufgeben…auf ein gute neues 2013! es soll das jahr unserer bullen werden…;)

  • Hans Nagl
    29 Dezember 2012 at 18:27
    Leave a Reply

    DANKE Alex, danke für diesen tollen Artikel. Wie wahr. Soll uns auch 2013 der Neid der "Fans" vom SV Maxglan, der grün-weissen Sch.. aus dem 14. usw. begleiten. Und als Salzburg-fan lasse ich mich sicher nicht von einem kleinen, kugelrunden, dem Alkohol zusprechendem Wiener "Politiker" beleidigen.

  • Autobuslenker
    7 Januar 2013 at 22:50
    Leave a Reply

    Schöner Artikel. Trauríg ist das wir in Österreich einfach zu viele (man verzeihe mir die Wortwahl) Dumme Idioten haben die nicht schnallen das jeder Cent der bei Salzburg investiert wird oder früher schon unter Stronach bei der Austria die Liga stärkt. Vielleicht nicht ganz so direkt die Bundesliga aber in allen Altersklassen der Nachwuchsakademien. Trotz der kurzen Zeit (5-6 jahre im Nachwuchsaufbau ist nicht viel) spielen schon einige aus unserem Naqchwuchs 1 Liga oder Bundesliga und sind tragende stützen bei anderen Vereinen (Meillinger).
    Wie schon oben gesagt die meisten Österreicher sind da einfach zu dumm mal darüber nachzudenken. Man schluckt einfach das was einem die "unpateiischen" Medien in Österreich vorgeben. Das ganze ist ja schon regelrecht Gehirnwäsche was sich z.B die ORF-Kommentatoren (oder soll ich lieber sagen Propagandasprecher) bei jedem ORF-Livespiel erlauben. Das schreib ich nicht weil ich Salzburg-Fan bin (nicht erst seit Red Bull auch schon davor). Ein wenig objektivität könnte sich die Medienlandschaft mal was von Deutschland abschauen. Ok dort gibts auch die Bild, aber wenn ich mir z.b ZDF Länderspielanalysen anschaue wo Deutschland z.b nicht gut gespielt hat bleibt das ganze immer auf einer Sachebene und wird Fair beurteilt. Das ist bei uns scheinbar unmöglich.
    Dafür schäm ich mich manchmal Österreicher zu sein. Traurig aber Wahr

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