Christian Schwegler: „Mit vollen Hosen aus der Kabine“

Christian Schwegler im exklusiven SALZBURG12.at Interview über sein Spiel in der Fremde und wie ein leidenschaftliches Publikum den Gegner beeindruckt. ...
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Christian Schwegler im SALZBURG12.at Interview

Christian Schwegler im SALZBURG12.at Interview

Die neue Serie auf SALZBURG12.at: In den nächsten Monaten zeigen wir euch die Spieler vom FC Red Bull Salzburg, wie ihr noch nicht kennt. Den Beginn macht der im Moment verletzte Christian Schwegler. Im Interview spricht er über sein Spiel in der Fremde und wie ein leidenschaftliches Publikum den Gegner beeindruckt.

SALZBURG12.at: Hallo Christian, danke dass du dir für uns und unsere Leser Zeit nimmst. Gleich zu Beginn die erste Frage. Rechnest du nach dreieinhalb Jahren in Österreich noch in Franken um?

Christian Schwegler: (lacht) Ja, leider schon. Aufgrund des schlechten Kurses. Wie ich nach Salzburg gekommen bin war dieser noch auf 1,50, mittlerweile ist er auf 1,20. Aber ganz im Ernst, irgendwann wird mein späterer Lebensmittelpunkt wieder in der Schweiz sein, auch wenn es mir sehr gut in Österreich gefällt.

SALZBURG12.at: Du hast mit vier Jahren angefangen, Fußball zu spielen. Hast du dir jemals erträumt, dass es dazu kommt, dies nun hauptberuflich zu machen?

Christian Schwegler: Klar war es ein Kindheitstraum von mir. Man hofft es natürlich Tag für Tag, allerdings rechnet man in diesem Alter nicht damit. Umso schöner ist es nun, dass ich diesen Beruf ausführen kann.

SALZBURG12.at: Du hast das Fußballspielen beim FC Grosswangen erlernt, bist dann über den Leistungskader U18 beim FC Luzern schließlich 2001 in den A-Kader aufgenommen worden. Wie war das Gefühl, den ersten Profi-Vertrag in Händen zu halten?

Christian Schwegler: Ich war noch ziemlich jung damals, stand noch mitten in meiner kaufmännischen Ausbildung und konnte das damals gar nicht so wahrnehmen. Erst nach und nach habe ich dann realisiert, dass ich meinen Traumberuf ausführen kann und das macht einen dann auch Stolz.

Christian Schwegler im Zweikampf gegen Burgstaller (c) GEPA

Christian Schwegler im Zweikampf gegen Burgstaller (c) GEPA

SALZBURG12.at: Haben deine Eltern deinen Weg, Fußballprofi zu werden, immer unterstützt und mitgetragen?

Christian Schwegler: Meine Familie war immer dabei. Mein Vater konnte zu diesem Zeitpunkt nicht Autofahren, so hat meine Mutter immer als Taxi fungiert um mich und meinen Bruder (Pirmin Schwegler, Profi bei Eintracht Frankfurt / Anm. d. Red.) immer von zu Hause nach Luzern zu fahren. Die öffentlichen Verkehrsmittel waren schlecht, so hat uns unsere Mutter immer chauffiert und waren auch bei jedem Spiel dabei. Dies ist heute natürlich schwieriger, jedoch versuchen sie auch jetzt noch, trotz großer Distanz, ab und zu vorbeizukommen. Es gibt auch Eltern, die ihre Kinder pushen und zu solch einer Karriere „treiben“, dies war jedoch bei uns nicht der Fall. Sie haben uns unterstützt, wo es nur ging, allerdings war der Wunsch „Fußballprofi“ immer unser eigener.

SALZBURG12.at: Wie war das mit deinem Bruder? Habt ihr euch gegenseitig gepusht um euch abwechselnd immer voranzutreiben?

Christian Schwegler: In der Kindheit waren wir immer draußen bis es dunkel war, sind meistens die letzten beiden am Bolzplatz gewesen. Dies hat sich dann schon ergeben, dass wir uns dann gegenseitig angespornt, gefördert und gefordert haben.

SALZBURG12.at: Hast du zu ehemaligen Freunden aus der Kindheit, mit welchen du früher gekickt hast, noch Kontakt?

Christian Schwegler: Mit 16 bin ich nach Luzern gezogen, da gibst du dann deinen Freundeskreis Großteiles auf. Da musst du dich dann entscheiden, was in diesem Alter sehr schwer ist, ob du das Ziel „Profi“ konsequent und diszipliniert verfolgst oder du weiterhin mit deinen Freunden herumhängen willst. Ich hab mich dann für ersteres entschieden und so hat der Kontakt zu den Schulfreunden abgenommen. Allerdings ergab sich auch nach und nach ein neuer Freundeskreis. Das hat sich so ergeben, doch es war gut so.

Christian Schwegler zum ersten Mal in der Red Bull Arena (c) GEPA

Christian Schwegler zum ersten Mal in der Red Bull Arena (c) GEPA

SALZBURG12.at: Im Sommer 2005 hat es dich von Luzern nach Bielefeld verschlagen. Wie kam es dazu, dass du von der Arminia verpflichtet wurdest und, in weiterer Folge, wie ist es für einen jungen Menschen im zarten Alter von 21 Jahren in einem unbekannten Land fernab der Heimat zur Gänze auf sich alleine gestellt zu sein und weder das gewohnte Umfeld noch die bekannten Gesichter zu haben?

Christian Schwegler: Ich war in Luzern schon in jungen Jahren Führungsspieler und hatte sogar das Kapitänsamt inne, allerdings sind wir dann abgestiegen. Dies war für mich der Punkt zu sagen, ich muss was Neues machen, ich muss den nächsten Schritt wagen. Und dann kam die Anfrage von Bielefeld. Mir fiel es zwar schwer von zu Hause wegzugehen, hab mich jedoch schließlich für diesen Schritt entschieden. In Deutschland lief es dann nicht wirklich gut. Als Spieler war es für mich keine erfolgreiche Zeit, auch weil ich mich mit zunehmender Dauer nicht wohlgefühlt habe. Als Mensch hat es mich schon vorangebracht.

SALZBURG12.at: Wenn man in ganz jungen Jahren ins Ausland geht, gibt es dann auch das Risiko, dass die fußballerischen Leistungen darunter leiden?

Christian Schwegler: Es kommt ganz darauf an, wie du dich im Verein zurechtfindest. Wenn du den Sprung in die Mannschaft schnell schaffst und du zur Gänze integriert wirst, dann darf es eigentlich kein Problem sein. Dann baust du dir auch dort ein Umfeld auf, in welchem du dich wohlfühlst. In Bielefeld ist es jedoch nicht nach Wunsch gelaufen. Ich habe zwar in der Vorbereitungszeit viele Spiele gespielt, ich kam jedoch in der Bundesliga dann fast nicht zum Zuge. Dann beginnst du zu überlegen ‚was passt nicht?‘ – und sehnst dich nach einer Veränderung. Hier kommt einfach auch dann die Psyche zum Tragen.

SALZBURG12.at: Nach dem Abenteuer Bielefeld verschlug es dich Anfang 2006 wieder zurück in die Heimat, zu den Young Boys Bern. Dort hat man dich ja gekannt, geschätzt und wusste auch, was man an Christian Schwegler hat. Woran erinnerst du dich jetzt noch gerne, wenn du an diesen Lebensabschnitt zurückdenkst?

Christian Schwegler: Eigentlich an ziemlich vieles. Bielefeld habe ich ad acta gelegt, Bern und Luzern sind dagegen Vereine, die ich nach wie vor verfolge. In Bern habe ich viel erlebt, auch abseits des Fußballs. Das war eine sehr prägende Zeit für mich. Wir hatten auch eine richtig tolle Mannschaft, dies bleibt einfach in Erinnerung (lacht). Der Grund warum ich Bern nach über drei Jahren jedoch wieder verlassen hab lag einfach darin, dass wir keinen Titel holen konnten. Wir standen zweimal im Pokalfinale, haben beide verloren. Außerdem wurden wir in der Meisterschaft dreimal Zweiter, irgendwann will man dann den nächsten Schritt gehen. In der Schweiz kamen wir am FC Basel einfach nicht vorbei. Die haben andere Möglichkeiten und andere Strukturen. Ich habe einfach nicht daran geglaubt, dass mit diesem Verein etwas zu gewinnen ist, was sich in den letzten Jahren leider auch bestätigt hat.

Christian Schwegler wird als neuer Spieler vorgestellt (c) GEPA

Christian Schwegler wird als neuer Spieler vorgestellt (c) GEPA

SALZBURG12.at: Ok gut, jetzt wissen wir, dass du durchaus Wechselabsichten hattest. Warum bist du 2009 dann aber gerade nach Salzburg gewechselt?

Christian Schwegler: Weil sie sich damals einfach am meisten um mich bemüht haben. Es war außerdem ein Wunsch von mir, nochmals ins Ausland zu wechseln. Es blieb zwar deutschsprachiger Raum, allerdings kann dir Erfahrungen, die du im Ausland gesammelt hast, niemand nehmen. Gerade als Mensch lernst du dadurch unheimlich viel dazu. Wie gesagt, Salzburg hat sich echt bemüht um mich, ich habe mir das Projekt hier angesehen und es hat mich beeindruckt.

SALZBURG12.at: Was hat dich im Detail beeindruckt und dazu bewogen?

Christian Schwegler: Genau dass, was ich in Bern nicht mehr gesehen habe. Die Möglichkeit, hier Titel zu gewinnen und auch etwas für meine Visitenkarte zu tun. Dinge wie Trainingsmöglichkeiten und die Infrastruktur sind alles angenehme Nebeneffekte und haben mir auch die Entscheidung leichter gemacht, jedoch lag mein Fokus von Beginn an auf den sportlichen Belangen.

SALZBURG12.at: Gab es noch andere Vereine die an dir dran waren?

Christian Schwegler: Es gab verschiedene Vereine, wobei Salzburg ziemlich früh an mir dran war. Es wurde für mich schnell konkret, sodass ich nicht noch eine andere Schiene fahren wollte und mir gesagt habe – komm, zieh’s durch!

Levski Sofia vs FC Salzburg in der Europa League (c) GEPA

Levski Sofia vs FC Salzburg in der Europa League (c) GEPA

SALZBURG12.at: Gleich in deinem Debütjahr für Red Bull Salzburg habt ihr im Europacup schier unglaubliches geschafft. In der damals neu gegründeten Europa League konntet ihr alle sechs Gruppenspiele, gegen Villarreal, Lazio Rom und Lewski Sofia, gewinnen. Speziell erinnert man sich, wenn man Christian Schwegler gegenübersitzt, an ein Spiel in Sofia. Minute 95, letzte Aktion des Spiels, du wirfst den Ball über die gesamte Lewski-Verteidigung – direkt auf Fränky Schiemer. Kopfball. Tor. 0:1. Sieg. Was ist von der damaligen Zeit noch in Erinnerung?

Christian Schwegler: Im Prinzip genau die Bilder, die du beschreibst. Solche Momente hat man immer noch vor Augen. Es war wirklich eine geile Europacup-Saison mit vielen super Spielen. Das Match in Sofia war ein richtiges „Dreck-Spiel“, es war arschkalt und die ganzen Bedingungen dort waren schrecklich. Zu den ganzen Umständen dann noch ein solch dreckiger Sieg – das war ein echtes Highlight.

SALZBURG12.at: Wenn man über Christian Schwegler spricht, haben viele das Bild des Menschen an der Außenlinie vor Augen. „Spox.com“, ein deutsches Online-Portal, hat dich nach dieser Torvorlage als „Einwurfmonster“ bezeichnet und dich, sollte „Einwurf“ irgendwann mal olympisch werden, zum Medaillenkandidaten auserkoren. Wann sehen wir Christian Schwegler für die Schweiz bei den Olympischen Spielen?

Christian Schwegler: (lacht) Die Schweiz war ja heuer im Sommer erstmals im Fußball bei Olympia dabei, den „Einwurf“ müsste man als Disziplin noch erfinden.

Christian Schwegler bereitet einen seiner Einwürfe vor (c) GEPA

Christian Schwegler bereitet einen seiner Einwürfe vor (c) GEPA

SALZBURG12.at: Jetzt ganz im Ernst, warum kannst du den Ball weiter werfen als alle anderen, und dass nicht um einen, sondern gleich um zehn Meter?

Christian Schwegler: Puh, da gibt es eigentlich kein Geheimnis. Ich weiß es selber nicht, warum. Viele denken, ich trainiere das bewusst und mache dafür spezielle Übungen, aber es ist viel plausibler. In der Jugendzeit habe ich bemerkt, dass ich weit einwerfen kann und dann hat sich das so ergeben.

SALZBURG12.at: Früher sind ja einige Tore durch deine Einwürfe vorbereitet worden. Dem Afolabi-Ausgleich gegen Rapid und dem Pokrivac-Tor gegen Hapoel gingen jeweils deine Einwürfe voraus. Trainierst du dies bewusst?

Christian Schwegler: Nein, überhaupt nicht. Huub Stevens hat früher vermehrt auf Standards gesetzt, sodass er ab und zu im Training zu mir gesagt hat „Geh mal raus und mach ein paar Einwürfe“ damit wir unser Positionsspiel darauf aufbauen konnten und ein Gefühl dafür bekamen. Es kommt definitiv auch auf den Trainer drauf an. Mittlerweile hab ich’s ewig nicht mehr gemacht, jedoch werden die Einwürfe trotzdem nicht weniger weit aufgrund dessen.

SALZBURG12.at: In etwa so wie Fahrradfahren – dies verlernt man normalerweise ja auch nicht mehr?

Christian Schwegler: (schmunzelt) Genau.

SALZBURG12.at: Hast du manchmal das Gefühl, dass du von Außenstehenden nur auf das reduziert wirst, Christian Schwegler ist gleich weiter Einwurf? Denn schließlich bist du ja auch ein ausgezeichneter Fußballer und es geht ja auch um Fuß-, nicht um Handball.

Christian Schwegler: Gewisse Spieler können vielleicht nicht so gut damit umgehen, wenn sie auf so etwas beschränkt werden. Aber ich lass mich davon nicht irritieren. Ich weiß ja, dass ich Fußballspielen kann. Es ist halt auffällig und einzigartig, denn es gibt nicht viele die das können und machen. Dann ist es auch logisch, dass die Leute den Spieler aufgrund dieses Merkmals im Kopf bewahren. Damit habe ich überhaupt kein Problem.

SALZBURG12.at: Wie geht es dir, wenn du mitbekommst, dass Jahr für Jahr Spieler aus dem Ausland nach Österreich kommen und diese von Fans anderer Vereine und diversen Medien verunglimpft werden und ihnen nachgesagt wird, nur wegen des Geldes nach Salzburg gekommen zu sein? Wie entgegnest du solchen Vorwürfen?

Christian Schwegler: Ich weiß ja, warum ich hier bin. Ich will sportliche Erfolge haben, dies ist das primäre Ziel. Leute haben dann oft ein Bild von Millionären, das ist schon ein extremes Bild. Ich weiß ja was ich verdiene, darum muss ich doch manchmal lachen darüber, kann jedoch damit ganz gut umgehen.

Christian Schwegler gegen Gonzalo Zarate (c) GEPA

Christian Schwegler gegen Gonzalo Zarate (c) GEPA

SALZBURG12.at: Das heißt, du nimmst es mit einem Lächeln auf, wenn dir jemand an den Kopf wirft „Du bist ein Söldner, du kommst nur zum Abkassieren!“?

Christian Schwegler: Klar, weil ich ja weiß warum ich hier bin. Es gibt Vereine da bekommt man ganz andere Summen, darum muss man es etwas mehr mit Humor nehmen. Klar ist es nicht schön, wenn man einfach abgestempelt und in eine Schublade gesteckt wird, aber mir ist wichtig, dass meine Freunde wissen, warum ich das ganze hier mache. Die auch wissen, warum ich hier bin und das mache, dass ich kein Söldner sondern ein guter Mensch bin und deshalb kann ich damit gut leben.

SALZBURG12.at: Der FC Red Bull Salzburg wartet seit der Übernahme der Austria im Jahre 2005 darauf, in die UEFA Champions League einzuziehen. Seit dieser Zeit waren aus der Schweiz der FC Thun und, fast als Stammgast, der FC Basel in der Königsklasse. Was machen die Schweizer Klubs, bei ähnlicher Ligastruktur, richtiger als die Österreicher?

Christian Schwegler: (überlegt) Dies ist schwierig zu beantworten. Der FC Basel hat natürlich einen tollen Koeffizienten in der Fünf-Jahres-Wertung, den wir zuletzt auch aufgebessert haben, und sind immer gesetzt in der Liste. Zuletzt sind sie sogar schon mal direkt reingekommen, da der Koeffizient der Schweiz so gut ist. Bei Thun damals war das Ganze ein riesiger Lauf, eine einmalige Geschichte, die sich vielleicht niemals wiederholen wird. Außerdem haben die eine unheimliche Euphorie entfacht.

SALZBURG12.at: Euphorie – gutes Stichwort. Fehlt das hier im Moment?

Christian Schwegler: Auf jeden Fall bin ich denen dankbar die da sind. Die bringen Leidenschaft für uns mit und feuern uns auch an. Das ist klar. Aber es stimmt schon, dass im Moment zu wenige Leute da sind, es dürften ruhig mehr Leute kommen. Das würde während einem Spiel noch ein paar Extra-Prozentpunkte Motivation herauskitzeln. Klar gibt man 100 Prozent, ist eh kein Thema. Aber wenn du in einem Stadion spielst in dem 28.000 Zuschauer hinter der Mannschaft stehen, so wie es in der Europa League damals gegen Lazio oder Villarreal war, da ist richtig Feuer in der Bude gewesen und da hast du auch gesehen, wozu die Mannschaft fähig ist. Das kittet schon zusammen. Außerdem bewirkt das ja auch etwas beim Gegner, wenn hier die Hütte voll ist. Dann kommen die schon mit vollen Hosen aus den Kabinen heraus.

Eine volle Arena gegen Lazio Rom (c) GEPA

Eine volle Arena gegen Lazio Rom (c) GEPA

SALZBURG12.at: Du bist jetzt 28 Jahre alt. Perfektes Alter, allerdings hat man als Fußballer doch auch ein Ablaufdatum. Befasst du dich jetzt schon mit der „Zeit danach“, mit dem Karriereende?

Christian Schwegler: Ich denke, dass dies von Fußballer zu Fußballer unterschiedlich ist. Ich bin jemand, der sich viele Gedanken darüber macht und dies nicht einfach auf die leichte Schulter nimmt. Es sind nicht alle Millionäre (lacht), ich will auch nach dem Fußball noch etwas erreichen, hab‘ auch danach noch Ziele. Ob dies jetzt in der Privatwirtschaft oder im Fußball ist, kann ich noch nicht genau sagen.

SALZBURG12.at: Würde dich ein Trainerjob reizen?

Christian Schwegler: Grundsätzlich schon, allerdings weiß ich nicht, ob dies unbedingt im Profigeschäft sein würde. Ich kann mir eher vorstellen, im Jugendbereich zu arbeiten um dort die Jungs voranzutreiben. Auf menschliche Basis sehe ich mich auf alle Fälle in der Lage, der richtige Typ zu sein, um als Trainer zu arbeiten, kann mir jedoch auch vorstellen, meine Erfahrungen in die Privatwirtschaft miteinzubringen. Ich mache auch laufend Weiterbildungen, die Entscheidung lasse ich jedoch noch offen. Dem Zufall wird es jedenfalls nicht überlassen.

SALZBURG12.at: Wenn man an Eddie Gustafsson denkt, an das Foul vom LASK-Spieler Kragl an ihm, ist dies ein Ereignis wo man darüber nachdenkt, dass so etwas vielleicht das Karriereende bedeutet?

Christian Schwegler: Heutzutage gibt es immer weniger Spieler, die aufgrund von einer Verletzung die Karriere beenden müssen. Die Medizin ist da schon sehr weit. Das Problem liegt eher darin, wenn man älter ist und sich schwer verletzt, dass man nicht mehr an das Niveau von früher herankommt, man bringt es nicht mehr „auf den Punkt“ wie früher, man erreicht das Level nicht mehr. Dies kann durchaus passieren. Außerdem kommen von hinten junge Spieler nach, die auf so etwas nur warten.

Christian Schwegler befindet sich im Aufbautraining (c) GEPA

Christian Schwegler befindet sich im Aufbautraining (c) GEPA

SALZBURG12.at: Du bist momentan rekonvaleszent, hast dich am Sprunggelenk verletzt. Wie geht es dir momentan, wie ist der aktuelle Stand?

Christian Schwegler: Ich bin immer noch in der Reha, hab jetzt noch eine Woche zu absolvieren. Dann kann ich hoffentlich noch die letzten Tage ins Mannschaftstraining einsteigen, beruhigt in den Urlaub fahren und im Januar die gesamte Vorbereitung absolvieren.

SALZBURG12.at: Urlaub. Schweiz?

Christian Schwegler: Ja, genau.

SALZBURG12.at: Aus der Sicht von Trainer Roger Schmidt betrachtet – warum sollte er im Frühjahr Christian Schwegler aufstellen?

Christian Schwegler: Klar muss ich mich neu empfehlen. Ich hab hier zwar schon einiges bewiesen, weiß aber auch dass im Fußball nicht die Vergangenheit sondern nur die Gegenwart zählt. Trotzdem hat man gesehen, dass ich zuverlässig bin und man auf mich zählen kann. In meiner Verletzungssaison haben wir den Meistertitel nicht geholt, da habe ich ein halbes Jahr lang gefehlt. In den beiden Jahren, in denen ich voll fit der Mannschaft zur Verfügung stand haben wir viele Erfolge gefeiert, habe auch ich meinen Beitrag dazu geleistet. Außerdem denke ich, dass ich immer noch in der Lage bin, der Mannschaft zu helfen.

SALZBURG12.at: Du hast bis 2014 Vertrag in Salzburg. Auf deiner Position spielt im Moment Florian Klein. Siehst du dich noch immer in der Lage, Stammspieler bei Red Bull Salzburg zu sein und jedes Wochenende 90 Minuten zu spielen?

Christian Schwegler: Klar ist es das Ziel! Natürlich gibt es oft andere sportliche Auffassungen von Trainern und Sportdirektoren, die eine andere Philosophie oder Vorstellung von einem rechten Verteidiger haben, wo man sich dann hinsetzten muss und feststellt, es macht keinen Sinn mehr. Davon gehe ich hier in Salzburg jedoch nicht aus. Daher sehe ich mich schon in der Lage, den Konkurrenzkampf wieder aufzunehmen, dieser schadet ja auch nicht sondern soll einen sogar noch besser machen. Schlussendlich wird man dann sehen, wer zum Zug kommt. Der bessere wird im Normalfall spielen, manchmal ist es auch nicht der bessere sonder der Spieler, der ins Idealbild des Trainers passt. Wenn es so ist, muss man das akzeptieren. Das ist jedoch noch Zukunft und wird sich dann zeigen.

SALZBURG12.at: Christian Schwegler privat. Du kommst nach einem anstrengenden Trainingstag nach Hause – wartet dort jemand auf dich?

Christian Schwegler: Ja, ich habe eine Freundin seit fünf Jahren. Wir haben ein gutes Verhältnis, eine gute Beziehung. Irgendwann kommt jetzt bestimmt auch mal der Kinderwunsch, ich bin mittlerweile ja auch 28. Es ist einfach angenehm, wenn du nach Hause kommst und jemand auf dich wartet, der dich unterstützt. Das passt mir schon sehr.

SALZBURG12.at: Zum Abschluss haben wir noch einen Wordrap für dich vorbereitet. Bereit?

Christian Schwegler: Klar.

SALZBURG12.at: Dann legen wir los.

Hustinettenbär oder Ricola?

Ricola

Almdudler oder Rivella?

Rivella. Patriotisch (lacht)

Lieblingsband

Coldplay

Lieblingsfilm

Blood Diamond

Lieblingsverein außerhalb Österreichs

Eintracht Frankfurt (lacht) – hat familiäre Gründe

Lebensmotto

Man soll sich immer daran erinnern, wie gut es einem geht und dass es vielen, vielen Leuten sehr viel schlechter geht als uns.

Bolzplatz oder FIFA

Bolzplatz, ich spiel keine PlayStation mehr. Da wurde ich früher immer von meinem Bruder vernichtet.

Frühaufsteher oder Langschläfer

eher Langschläfer

Wenn ich 60 bin, werde ich…

gesund sein

Kunstrasen oder Naturgrün

ein gutes Naturgrün

Wer ist dein liebster Mitspieler?

Leitgeb

Wer ist der Witzbold in der Mannschaft?

Sekagya

Wintersport: Schi oder Snowboard?

Weder, noch. Ich hab mit den Jahren den Spaß daran verloren. Ich mag auch lieber den Sommer als den Winter.

Haustier?

ein Hund

SALZBURG12.at: Christian, besten Dank für deine Zeit.

Christian Schwegler: Gern geschehen.

Das Interview führten Marijan Kelava und Christoph Lumetzberger.

 

Christian Schwegler mit Christoph Lumetzberger

Christian Schwegler mit Christoph Lumetzberger

Christian Schwegler mit Marijan Kelava

Christian Schwegler mit Marijan Kelava

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FC Red Bull Salzburg
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
5 Anzahl der Kommentare
  • XXX
    6 Dezember 2012 at 20:47
    Leave a Reply

    top interview! kicker niveau;)

    • Marijan Kelava
      7 Dezember 2012 at 12:42
      Leave a Reply

      Hui! Danke für die Blumen! Wir haben uns bemüht viele Aspekte zu beleuchten und in die Tiefe zu gehen 🙂

      Danke!!!

  • SALZBURG12.at
    6 Dezember 2012 at 14:40
    Leave a Reply

    Wir können versichern, lieber Lukas, dass wir beide die Ehre hatten, mit ihm ein Interview über 45 Minuten zu führen und uns auch beide mit ihm haben ablichten lassen. /cl

  • Lukas Hillebrand
    6 Dezember 2012 at 14:34
    Leave a Reply

    Schaut aus wie eine Fotomontage. Ein Foto ist echt 😀

    • Marijan Kelava
      6 Dezember 2012 at 14:45
      Leave a Reply

      Wir waren zu dritt, da ists halt schwer alle 3 Leute auf das Foto zu bringen 😉 Wir haben 45 Minuten mit Christian gesprochen 😉

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