Was wurde aus… Johan Vonlanthen?

Marc Waschnig auf der Suche nach ehemaligen Salzburg Kickern. Heute eines der größten Talente, aus dem leider nicht mehr wurde......
Johan Vonlanthen
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Johan Vonlanthen

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Er galt als eines der größten Talente, das bisher bei Red Bull Salzburg spielte, aber leider nie über die Rolle eines Rotationsspielers hinauskam. Es handelt sich hierbei um den in Kolumbien geborenen Schweizer Johan Vonlanthen Benavídez.

Seine Ausbildung genoss er in seiner Jugend bei den Berner Young Boys, bereits mit 16 Jahren durfte er zum ersten Mal in der höchsten Schweizer Liga auftreten (damals noch Nationalliga A). Nach nur 2 Saisonen bemerkte PSV Eindhoven sein Talent und holte ihn 2003 in die Niederlande. Als jüngster Spieler der Eredivise qualifizierte er sich, durch den 2. Platz in der Liga für die Champions League.
Ruhm erlang er jedoch vor allem durch sein historisches Tor bei der EM 2004 in Portugal: in der 26. Minute traf er gegen Frankreich und ging dadurch als jüngster EM-Torschütze in die Geschichte ein.

2006 wechselte er in die Mozartstadt zu Red Bull Salzburg und fand sich im offensiven Mittelfeld wieder. In seiner ersten Saison wurde er für fast jedes Spiel aufgestellt und konnte sich 5-mal in die Torschützenliste eintragen.
Giovanni Trapattoni war jedoch nicht ganz mit seiner Leistung zufrieden, da er nie den entscheidenden Einfluss auf das Spiel ausüben konnte, daher spielte er auch nur in 13 von 42 Spielen die vollen 90 Minuten durch.

Zudem musste sich Johan Vonlanthen einer Operation an der Leiste unterziehen. Sein Comeback verlief eher durchwachsen, was auch dazu führte, dass die Anzahl seiner Einsätze schrumpfte. Er wurde in die Nachwuchsmannschaft abgeschoben und wechselte bald darauf zurück in die Schweiz zum FC Zürich auf Leihbasis (mit Kaufoption, welche 2010 jedoch nicht gezogen wurde).

Nachdem er unter den Trainern Trapattoni und Adriaanse seine Chancen nicht nutzte, wurde er nach seiner Rückkehr an die Salzach unter Huub Stevens gar nicht und unter Moniz nicht sofort in den Kader aufgenommen, erst im März 2011. Trotz einer weiteren Chance wurde sein Vertrag im Sommer 2011 nicht verlängert und somit musste er den Verein endgültig verlassen.

Daraufhin wechselte er zurück in sein Geburtsland Kolumbien und spielte für Itagüí Ditaires. Die Besonderheit an seinem Vertrag lag darin, dass er eine Klausel enthielt, welche es ihm erlaubte, an Samstagen nicht zu arbeiten. Der Grund dafür war die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, welche dies vorschrieb.
Dabei handelt es sich um eine protestantische Freikirche (diese wurde im 19. Jahrhundert in den USA gegründet).
Nach nur 6 Einsätzen in 5 Monaten wurde der Vertrag wieder aufgelöst. Gründe wurden von keiner Seite genannt, klar ist jedoch, dass der von der Freikirche geheiligte Samstag immer wieder für Probleme zwischen ihm und dem Team sorgte.

Nach einigen Monaten der Vereinslosigkeit verkündete er der schweizerischen „Blick“ seinen Rückzug aus dem Fußballgeschäft. Er wolle seinen Sohn in Kolumbien großziehen und ihm all seine Zeit widmen. Finanziell müssen sich Johan Vonlanthen und seine Familie keine Sorgen machen, denn in Europa hat er so viel verdient, dass er sich mit nur 26 Jahre zur Ruhe setzen konnte. Ob dies jedoch ein endgültiger Rücktritt sei, ließ er offen, denn „wenn Jesus will, dass er spielt, wird er wieder spielen!“ (aus seinem Brief an die Zeitung „Blick“).

 „Ich bin mir bewusst, dass ich eigentlich noch zehn Jahre als Fußballer vor mir hätte, um es noch einmal zu versuchen. Doch meine Liebe zu Gott ist viel größer! Für all das, was ich im Fußball erleben durfte, kann ich nur Danke sagen.”

(Zitat aus seinem Brief an die Zeitung „Blick“)

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Marc Waschnig-Theuermann

Marc Waschnig-Theuermann befasst sich schon seit seiner Kindheit mit der schönsten Nebensache der Welt; sowohl aktiv mit Freunden als auch passiv in der Red Bull Arena. Der Jurist hat das Gewinnspiel "Journalist für einen Tag" gewonnen und schreibt seitdem für SALZBURG12.at. @salzburg12at folgen
3 Anzahl der Kommentare
  • Marijan Kelava
    12 November 2012 at 17:35
    Leave a Reply

    Schade, dass dieser Fanatismus einen großartigen Fussballer ruiniert (hat).

    • Alex Januschewsky
      13 November 2012 at 9:21
      Leave a Reply

      Vollkommen richtig. Er hätte ein echt toller Spieler werden können…

  • Fred
    21 Dezember 2012 at 20:58
    Leave a Reply

    Ha, ha, Fussballfans und Fanatismus – da gibt es wohl keine grossen Unterschiede zwischen Fussball- und Glaubensfanatikern. 🙂

    Vielleicht ist er ja glücklicher als wir alle.

    Und wie viele Karrieren wurden vom Erfolg, Alkohol und Geld zerstört und endeten im Abgrund.

    Hätte ihn auch lieber weiter spielen gesehen, aber Johan's Entscheid und den muss man respektieren.

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