Schiri und Stürmer verhindern Auswärtssieg

Analyse und Einzelkritik zur Niederlage in Hütteldorf....
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Red Bull Salzburg hat am Sonntag – und das nicht etwa daheim, sondern im heiligen Hanappi zu Hütteldorf – Rapid phasenweise an die Wand gespielt und spielerisch seine Favoritenrolle absolut gerechtfertigt. Wegen einer skandalös schlechten Schiedsrichterleistung sowie ähnlich miserabler Chancenauswertung stand letzten Endes aber wieder ein 0-2 zu Buche.
Salzburg12.at analysiert ein ungerechtes Spitzenspiel, und vergibt anschließend auch noch Noten!

Salzburg ging genauso ins Spiel wie in die letzten, so erfolgreichen, Partien. Mit der einzigen Ausnahme, dass David Mendes da Silva (mehr oder weniger) fit gewoden war – und stattdessen Franz Schiemer verletzungsbedingt ausfiel. Mendes da Silva wurde wie immer im Mittelfeld eingesetzt, Martin Hinteregger durfte/musste dafür wieder zurück in die Innenverteidigung.
Diese erzwungenen Umstellungen schadeten Salzburg insofern defensiv sehr stark, als Mendes eindeutig nicht bei vollen Kräften war, und Martin Hinteregger neben Isaac Vorsah einen sehr mäßigen Tag erwischte.
Zu sagen, DESHALB habe man das Spiel verloren wäre eine billige Ausrede – aber die defensive Instabilität ging doch zu einem großten Teil von diesen Personalien aus.

Die Startformation

Im Mittelfeld spielte Christoph Leitgeb erneut zwischen den Linien, diesmal allerdings nicht so effektiv wie sooft: Nach starken ersten 15 Minuten war speziell er nach dem Rückstand komplett verunsichert, und konnte die Bälle nicht so gut und sicher verteilen wie ansonsten. Auch die übermäßige Härte einiger Rapidler ihm gegenüber machte ihm sichtlich zu schaffen.
Valon Berisha dagegen machte ein hervorragendes Spiel – sei es durch einen perfekten Lochpass auf Andreas Ulmer, Ballsicherheit oder solide Defensivarbeit.

Steffen Hofmann

Der spielstarke Kapitän der Hütteldorfer war neben Burgstaller und Boyd eigentlich der einzige den die Gäste so richtig zu fürchten hatten. Doch allein schon aus Formationsgründen konnte man mit ihm gut umgehen: Leitgeb und Berisha machten die Räume eng wenn Kulovits oder Heikkinen am Ball waren, David Mendes kümmerte sich dahinter um Hofmann.
Einfluss auf das Spiel nahm der Mann mit der Maske nur mittels eines Freistoß, der selbstverständlich keiner war.

Salzburg in der Offensive

Die Offensivbemühungen der Bullen wurden größtenteils sehr gut und strukturiert vorgetragen. Was auffiel war dass am Sonntag Ulmer offensiv deutlich aktiver war als Klein – ein krasser Gegensatz zu fast allen bisherigen Saisonspiele. Zwei seiner Vorstöße hätten mit besseren Abschlüssen durchaus zu Toren führen können, und auch die Szene bei der Mané elfmeterwürdig gefoult wurde leitete Ulmer mit einem guten Vorstoß ein.

Ansonsten fiel auf dass sich Soriano sehr oft ins Mittelfeld fallen ließ, und dafür Kevin Kampl den Weg nach innen suchte. Berisha und Leitgeb verteilten die Bälle überwiegend zu Ulmer (der am Ende auch die meisten Ballkontakte hatte) oder spielten den Risikopass hinter die Abwehr. Meistens ging dieser sogar auf, nur wollte an diesem Nachmittag einfach kein Salzburger ins Tor treffen…

Was den Salzburgern abging war eigentlich nur die gewohnte Ballsicherheit. Der erdrückende Ballbesitz der letzten Spieltage. Hier fehlte es ganz offensichtlich an nötigem Zutraun nachdem man auf so ungerechte und unerwartete Weise in Rückstand gegangen war.

Zweite Halbzeit

Die zweite Hälfte begann Salzburg mit Georg Teigl, der für den erschöpft wirkenden David Mendes eingewechselt wurde. Deutlich mehr Offensive also von Roger Schmidt!
Doch dann erneut die kalte Dusche: Nach einem Einwurf von Rapid kommt Burgstaller mittels Körper- und Armeinsatz an Ulmer vorbei, schlägt eine hervorragende Flanke und Klein kommt nicht rechtzeitig an Terrence Boyd heran. Auch wenn in solchen Szenen gerne den Innenverteidigern die Schuld zugesprochen wird, Vorwürfe muss sich hier nur Andi Ulmer gefallen lassen. Anstatt defensiv hinter Burgstaller, der mit dem Rücken zum Tor steht, zu verteidigen lässt er sich leichtfertig ausspielen. Abgesehen davon hat das Burgstaller aber natürlich auch wirklich wirklich gut gemacht.

Die beste Kombination des Tages liefern die Bullen um die 60. Minute herum – Kevin Kampl spielt den pfeilschnellen Teigl ideal frei, dieser läuft allein auf Königshofer zu. Und dann geschehen drei Dinge:

1. Teigl übersieht den mitgelaufenen Mitspieler neben ihm, will die Situation allein lösen.
2. Teigl ist schneller als der Ball! Beim Versuch den Torwart zu überspielen lässt er die Kugel einfach hinter sich liegen.
3. Königshofer trifft Teigls Beine, nicht aber den weit dahinter kullernden Ball. Der nächste klare, nicht gegebene Elfmeter für die Roten Bullen!

In Minute 72 (mittlerweile spielte man mit fünf! Stürmern) wäre man beinahe aus einer Standardsituation heraus erfolgreich gewesen, doch hier konnte sich Königshofer mit einer starken Parade auszeichnen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar dass den Salzburgern kein Treffer mehr gelingen würde.

Spielerisch wusste man erneut absolut zu überzeugen. Was einen – neben der Unleistung des Schiedsrichters Harkam – um die Früchte brachte war letzten Endes einfach die Unfähigkeit, einige der dutzenden Hochkaräter zu nützen. Jonathan Soriano stach hier mal wieder heraus – wie ein ehemaliger Barcelona-Stürmer dermaßen schlecht vor dem Tor agieren kann ist mir ein absolutes Rätsel.

Unterm Strich ist die Niederlage überaus bitter, alles andere als ein Heimsieg gegen die Admira am Samstag und eine Meisterfeier nach 36 Runden wäre ob der enormen spielerischen Qualität allerdings mehr als überraschend.

Einzelkritik

Alexander Walke 6/10 Punkte- Den Freistoß von Steffen Hofmann zu halten wäre definitiv möglich gewesen, ihm Schuld zuzusprechen würde allerdings zu weit gehen. Beim 0-2 absolut chancenlos, ansonsten kaum geprüft

Florian Klein 5/10 – Eines seiner schlechteren Spiele. Offensiv fast nicht im Spiel, beim 0-2 nicht gedankenschnell genug

Isaac Vorsah 4.5/10 – Seine Lethargie in der Innenverteidigung stellt allmählich ein absolutes Problem dar. Auch was sein Passspiel anbelangt besteht großer Aufholbedarf. Einzig im Zweikampfverhalten weiß er zur Zeit voll und ganz zu überzeugen

Martin Hinteregger 5/10 – Wie oben bereits erwähnt. Möglicherweise einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden. Sein ansonsten so gutes Passspiel ließ ihn dieses Mal oft im Stich, hier und da mischten sich Stellungsfehler in sein Spiel… das muss, wird aber auch garantiert, besser werden.

Andreas Ulmer 7/10 – Bis auf die angesprochene Situation, bei der er einfach viel zu forsch agierte, ein rundum gelungenes Spiel von ihm. Seine Hereingaben waren gefährlich, seine Laufwege intelligent – weiter so!

David Mendes da Silva 5/10 – Hat nur wenige Fehler begangen, dass ihm körperliche Fitness und Spielpraxis fehlten merkte man aber ganz eindeutig. Deshalb zu Recht zur Halbzeit ausgetauscht.

Christoph Leitgeb 6/10 – Ein genialer Pass war dabei, ansonsten aber auch einige gefährliche Ballverluste. Wirkte nicht so ruhig am Ball wie er es normalerweise ist.

Valon Berisha 8/10 – Dynamisch, pass- und zweikampfstark! Mein Man of the Match.

Kevin Kampl 6.5/10 – Im Grunde genommen ziemlich gut, fast an allen gefährlichen Szenen beteiligt. Hat aber auch zwei 100%ige vergeben

Jonathan Soriano 4/10 – Der Spiel von uns, der zur Zeit sicher am meisten frustriert. Braucht einfach viel zu viele Gelegenheiten um erfolgreich zu sein. Oft wirkt er im Abschluss auch unnötig lässig

Sadio Mané 6/10 – Seine ungeheure Geschwindigkeit sorgte auch in der Rapid-Abwehr für Verwirrung, letzten Endes kam dieses Mal aber sehr wenig Produktives bei seinen Flügelläufen heraus.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
2 Anzahl der Kommentare
  • SV Ried empfängt den Meister aus Salzburg › SALZBURG12.at
    22 November 2012 at 11:13
    Leave a Reply

    […] Spiel gegen Rapid “stört” die Erfolgskurve der Mozartstädter. Von dieser “eigenartigen” Partie mal abgesehen, wusste Salzburg durchwegs zu begeistern. Mit Powerfussball, Kampf bis […]

  • Alex Januschewsky
    31 Oktober 2012 at 5:08
    Leave a Reply

    Starke Analyse Dominik Seitlhuber!

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