Das Erfolgskonzept Rangnick/Schmidt: Eine Zwischenbilanz

Salzburg12.at zieht eine ausführliche, und durchwegs positive Zwischenbilanz nach den ersten Monate unter Ralf Rangnick und Roger Schmidt....
Schmidt Rangnick
Das Erfolgskonzept Rangnick/Schmidt: Eine Zwischenbilanz
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Nach dem peinlichen Ausscheiden gegen Düdelingen, einem 0-4 Halbzeitrückstand in der Südstadt, oder auch nach einem katastrophalen 0-2 gegen Rapid von einem ‚Erfolgskonzept‘ zu sprechen erscheint auf den ersten Blick vermessen, fast dreist. Vor allem wenn man sich überlegt, dass all diese schauerlichen Ergebnisse in nur wenigen Wochen eingefahren wurden – unmittelbar nachdem man im Vorjahr das nationale Double gewonnen, und das Europa League-Sechzehntelfinale erreicht hatte.
Mittlerweile ist allerdings Licht am Ende des Tunnels erkennbar. Grelles Licht sogar. Man muss nur gut genau hinsehen…

Wider allen Erwartens war Ricardo Moniz kurz vor Saisonbeginn von seiner Funktion als Cheftrainer zurückgetreten. Ein Radikalumbau des Teams war die Folge, initiiert vom neuen Sportdirektor Ralf Rangnick. Sadio Mané (20), Kevin Kampl (21), Isaac Vorsah (24), Rodnei (26), Havard Nielsen (18) und dessen Landsmann Valon Berisha (19) waren seine bisherigen Einkäufe. Was auffällt – und was sowohl Schmidt als auch Rangnick selbst nie müde werden zu betonen – ist, neben dem außergewöhnlich niedrigen Durchschnittsalter, dass all diese Spieler über eine gewisse Dynamik verfügen. Sie eignen sich gut für das, was Schmidt bei Paderborn unter dem Namen ‚Powerfußball‘ praktizieren ließ. Oder für jenen Spielstil, den Ralf Rangnick jahrelang in Hoffenheim prägte.
So gerne in den Medien also die Einkaufspolitik von Red Bull Salzburg als unsinnig und willkürlich abgetan wird, soviel Konzept steckt in diesem Fall in Wahrheit dahinter. Sportdirektor, Trainer, Spielermaterial – die drei grundsätzlichen Führungskräfte fast jedes Fußballvereins – passen erstmals in der Red Bull-Ära perfekt zusammen.

Damit ist nun endlich auch der Weg für die lang ersehnte Kontinuität geebnet. Dass Rangnick und Schmidt ihre Arbeit sehr langfristig planen zeigt beispielsweise auch die Verpflichtung des erst 15-jährigen Zymer Bytygi.

Trotz aller guten Vorzeichen enttäuschte Red Bull Salzburg zu Saisonbeginn jedoch auf ganzer Linie. Blamable Auftritte gegen Dudelange F91 waren da kein Einzelfall, sondern nur der absolute Höhepunkt eines furchtbaren Saisonstarts.
Mit den von Roger Schmidt gewünschten Neuverpflichtungen, dem allmählichen Finden einer Stammformation sowie der täglichen Trainingsarbeit – vor allem im taktischen Bereich – konnte man allerdings sehr rasch Fortschritte erkennen.
Inzwischen ist Red Bull Salzburg seit 8 Pflichtspielen unbesiegt, Tabellenführer, und dass man zur Zeit sehr attraktiv Fußball spielt hat zuletzt selbst die Tageszeitung ÖSTERREICH eingestanden.

Zuletzt hatte sich folgende Startaufstellung gebildet:

Wobei Leute wie Nielsen oder Maierhofer hierbei auf der Bank sitzen müssen, und mit Mendes da Silva momentan auch ein unumstrittener Stammspieler verletzt ist. Man sieht also, auch die Dichte des Kaders ist durchaus beeindruckend. Und auch qualitativ weiß er zu überzeugen:

Mit Walke hat man nach wie vor einen großteils starken Rückhalt. Bis auf den spielmitentscheidenden Fehler gegen Rapid ist auf ihn eigentlich immer Verlass.

In der Viererkette hatte Isaac Vorsah ein denkbar schlechtes Debüt, wirkt mittlerweile aber sehr sicher. Zusammen mit Schiemer verteilt er außerdem die Bälle äußerst gut (nicht umsonst haben beide in ihrer Karriere schon öfters im defensiven Mittelfeld gespielt).
Der wohl größte, und positivste Unterschied zum Vorjahr hat sich auf der Rechtsverteidiger-Position abgespielt. Bereits Ricardo Moniz war alles andere als ein Schwegler-Fan, probierte  sogar Stefan Hierländer zum Außenverteidiger umzufunktionieren, musste sich im Endeffekt aber eingestehen dass es gegenüber Schwegler einfach keine brauchbaren Alternativen gab. Aus diesem Grund verpflichtete man Florian Klein, noch ehe die Saison beendet war.

Dann kam es jedoch ganz anders, und Moniz verließ eben den Verein. Schwache Auftritte von Schwegler und gute Leistungen von Klein ließen ihn nach einiger Zeit aber auch unter Roger Schmidt zum Stammspieler aufsteigen. Und das tut dem Salzburger Spiel mehr als gut!
Während Christian Schwegler beinahe ausschließlich im Abwehrdrittel zu finden war, sich abseits des Balles praktisch nicht bewegte und nur ausnahmsweise mal einen Gegenspieler überspielte ist all das bei Florian Klein völlig undenkbar. Klein ist ein athletischer, offensiv ausgerichteter Außenverteidiger der stets eine Anspielstation bietet und so der Mannschaft hilft in Ballbesitz zu bleiben.

Apropos Ballbesitz: Vor einigen Tagen meinte Schmidt in einem Interview, Spiele wie gegen die Admira (0-4 zur Halbzeit, Anm.) könne er noch am ehesten damit erklären dass die Spieler zu ungeduldig waren. Immer vertikal spielen wollten, anstatt, wenn nötig, auch mal horizontal – einfach um am Ball zu bleiben. So lief man zu Saisonbeginn in dutzende Konter.

Doch auch was das angeht hat sich die Mannschaft unglaublich gesteigert. Leitgeb und Berisha spielen fabelhaft zusammen, oder für Jonathan Soriano auf. Hinteregger/Mendes machen bevorzugt die sicheren Pässe zum Nebenmann. Ein Konzept dass in den letzten Spielen absolut aufgegangen ist und Ballbesitzwerte zwischen 55 und 65% einbrachte.
An der Stelle muss erwähnt werden wie unglaublich gut und wichtig Christoph Leitgeb ist. In Sachen Geschwindigkeit und Ausdauer ist er in Österreich vermutlich unerreicht, seine Passquote ist seit jeher phantastisch. Was ihn heuer NOCH besser macht: Er hat viel mehr Zug zum Tor entwickelt, findet viel mehr Chancen vor. Außerdem sucht er noch häufiger die Schnittstellen in der Abwehr, und findet sie auch meistens. In der Regel steht dann Soriano allein vorm Tor und schießt daran vorbei.

Auch an den Flügeln ist man gut besetzt – Mané und Kampl sind beide sowohl technisch stark als auch dynamisch. Gegenüber dem Vorjahr (Jakob Jantscher + Zarate bzw. Teigl) hat man sich hier definitiv verbessert.

Es handelt sich hierbei wohl um den besten Kader der gesamten Red Bull-Ära. Auch der Trainer wirkt absolut kompetent, dass Rangnick es ist weiß man sowieso.
Die Zeichen der Zukunft stehen also gut wie lange nicht, und mich persönlich würde es keineswegs wundern wenn Red Bull Salzburg die Tabellenführung bis zum Saisonende nicht wieder abgibt und zu Beginn der kommenden Saison – vorausgesetzt man behält den eingeschlagenen Weg bei – endlich der Einzug in die Königsklasse gelingt.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
2 Anzahl der Kommentare
  • Martin Rausch
    14 Oktober 2012 at 21:32
    Leave a Reply

    ein sehr guter Bericht, nur stand es zur Halbzeit 3:1 für die Admira und nicht 4:0. Wir haben das 3:0 zu einem 3:4 gedreht und haben dann leider noch durch Schicker das 4:4 kassiert 🙁

  • Hofer
    24 Oktober 2012 at 14:29
    Leave a Reply

    Guter Kommentar; jedoch lagen wir bei Admira 3:1 zurück und nicht 4:0

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