Hitradio Ö3 hat ausgedüdelt

Ö3 erlebt einen peinliche Schlappe.. Dafür übt sich der "Düdelingen Fanclub Österreich" in Sachen Bashing - unter dem Deckmantel "Satire"....
Hitradio Ö3
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Zugegeben. Die sportliche Niederlage des FC Red Bull Salzburg gegen den Fußballzwerg F91 Dudelange (Düdelingen) aus Luxemburg tat und tut den Fans in der Seele weh. Doch Fußball ist eben nicht kalkulierbar. Nach der zum geringen Teil sachlichen Analyse des Ausscheidens aus der Championsleague Qualifikation durch die Medien, bildete sich sogar ein „Düdelingen Fanclub Österreich“, ein Sammelbecken von Leuten, die mit im Strom des Medienbashings gegen die Salzburger schwimmen. Gehyped wurde das Ganze aber dann noch vom „Staatsrundfunk für Junggebliebene“ – dem Ö3 mit Sitz in der Bundeshauptstadt.

Wer nimmt es mit Düdelingen auf?

So der Titel der Radiokampagne. Hobbymannschaften wurden aufgerufen sich bei Ö3 zu melden. Eine solche sollte dann im Herbst gegen die Luxemburger antreten und die „Ehre Österreichs“ wieder herstellen. Diese Thematik wiederholte der Ö3 dann so oft, wie die Songs aus den Charts. Zu oft für die Salzburg-Fans, die sich dann (so wie ich) beim Sender beschwerten und nahezu alle die selbe Antwort bekamen:

Sehr geehrter Herr Januschewsky!

Vielen Dank für Ihr E-Mail!

Ihr Feedback zu unserer Aktion „Rache an Düdelingen“ nehmen wir sehr ernst, denn es liefert wichtige Anhaltspunkte für die laufende Arbeit am Programm.

Lassen Sie mich dazu jedoch folgendes anmerken: Das Ausscheiden von Red Bull Salzburg in der Qualifikation der Champions League gegen den F91 Düdelingen wurde von vielen österreichischen und internationalen Experten als „deutliche Niederlage“ eingeschätzt. Die Überlegenheit des Amateurteams war überraschend und verdient großen Respekt. Der Titel der Aktion „Rache an Düdelingen“ ist sicher auch mit der gehörigen Portion Augenzwinkern zu betrachten. Ich gebe Ihnen Recht, dass hier der Bogen nicht überspannt werden darf, im Vordergrund steht für uns natürlich der Spaß am Fußballspiel.

Die gesammelten Reaktionen und die sehr große Anzahl an Anmeldungen zeigen uns, dass die Aktion bei vielen Hörern und Vereinen hervorragend ankommt. Und wir freuen uns darauf, mit viel Humor, Freude am Spiel, Leidenschaft und ein wenig Kampfgeist und sportlichem Ehrgeiz (ja, der gehört für uns auch dazu) eine tolle Mannschaft ins Rennen zu schicken. Keinesfalls soll es also eine Hetze gegen Red Bull Salzburg sein. Ob die Geschichte ein dermaßen großes Interesse ausgelöst hätte, wenn es sich dabei um einen anderen Fußballverein gehandelt hätte, kann ich an dieser Stelle nicht sagen. Im Vordergrund steht aber vor allem der große Respekt gegenüber dem F91 Düdelingen, eine Mannschaft wie Red Bull Salzburg zu besiegen.

Ich hoffe, Sie können unserer Sicht der Dinge etwas abgewinnen und würde mich freuen, Sie weiter als kritischen Hörer/kritische Hörerin unseres Programms begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael H.
Hitradio Ö3 | 0800 600 600

1500 Vereine folgten dem Aufruf des Senders, schließlich wurde der „SC Ortmann“ aus Niederösterreich gezogen. Doch es war nichts anders, als eine Hetze gegen den amtierenden Doublesieger. Auch ich habe der Vereinsführung von Düdelingen eine „gesalzene“ Mail geschrieben. Sportlich – und da brauchen wir nicht weiter diskutieren – geht das Ausscheiden der Salzburger leider völlig in Ordnung. Aber würde F91 Düdelingen bei dieser Ö3-Aktion mitmachen, dann bräuchten die Luxemburger einiges an Nachhilfe in Sachen „Fairplay“. Doch seit gestern ist alles anders.
 

Der Luxemburger Meister dementiert

 
Den Luxemburgern wurde scheinbar etwas ganz anderes versprochen, als Ö3 seinen Hörern erzählte. Nämlich ein „Galaspiel gegen einen Bundesligaverein“. So meinte Carlo Eyschen, Präsident der Marketingkommission beim Luxemburger Meister gestern im Interview 
„Wir sind F91 Düdelingen und treten nicht bei solchen Begegnungen an. Uns wurde zunächst ein Galaspiel gegen einen Verein aus der höchsten Spielklasse in Österreich in Aussicht gestellt. Von einem Amateurclub war aber nie und nimmer die Rede.“
(Quelle).Ein mehr wie herber Rückschlag für das Hitradio, das die zahlreichen Postings auf deren Facebook-Seite nur mehr wie folgt kommentieren konnte:
Wir haben leider auch noch keine genauen Infos dazu und sind gerade dabei, die Sache abzuklären. Sobald wir mehr wissen, werden wir umgehend unsere HörerInnen informieren. Wir bitten dich um etwas Geduld!
Via „copy / paste“ kam der Standardspruch von den verschiedensten Mitarbeitern des Wiener Senders. Es hat sich ausgedüdelt, lieber Ö3!
 

Und der „Düdelingen Fanclub Österreich“?

Ja, den gibt es immer noch. Über 22.000+ Leute des „Düdelingen Fanclub Österreich (DFÖ)“ folgen übrigens den Ausführungen eines Rapid- und eines Austria-Wien-Anhängers, was wahrscheinlich die wenigsten wissen. 22.000+ Leute, die im Strom schwimmen und sich hinter das deklarierte Programm stellen:
 

1) „Herz statt Kommerz“: Gegen überbezahlte Fußballer und für mehr „Seele“ im schönsten Spiel der Welt. Der Fußball soll nicht ein Spielball für Marketing-Strategien sein! Es ist ein großer Unterschied zwischen einem Sponsor und einem gekauftem Club! Obwohl wir – auch das sollte gesagt sein – Herrn Mateschitz selbst für das was er in seinem Leben geleistet hat aufrichtig bewundern. 

2) „Gebt der Jugend eine Chance!“: Mehr österreichische Nachwuchs-Fußballer statt zweit- oder drittklassigen Legionären. Für strengere Beschränkungen in der Fußball-Liga, auch EU-Legionäre sind Legionäre und mit diesen gleichzusetzen! 

3) „Solidarität für LASK, Austria Salzburg und den GAK!“ – Egal ob man Sturm Graz-, Blau-Weiss Linz-, Rapid- oder Austria Fan ist: Legendäre Clubs darf man nicht sterben lassen, denn gerade von der Rivalität lebt doch der Fußball! 

4) „Management-Fehler aufzeigen!“: Bei Rapid und Austria gibt es z.b. auf der Management-Ebene Leute denen nicht bewusst ist, dass ein Verein ohne Fans nichts ist. Das wollen wir auf satirische Art und Weise künftig in Erinnerung rufen. 

5) „Remember Düdelingen“: Das Startthema der Seite wird weiterhin nicht zu kurz kommen. Die Fußballern von Red Bull Salzburg sollen die ganze Saison daran erinnert werden welchen Schaden sie für den österreichischen Fußball angerichtet haben. Wir fordern Spenden für karikative Einrichtungen von den Spielern! Denn es kann keiner behaupten er hätte dieses Geld verdient!

 
Bei genauerer Betrachtung dieses „Programms“ erkennt der unvoreingenommene Leser, worum es hier wirklich geht. „Rest-Österreich gegen Salzburg!“ ist der Fokus, eine Diskreditierung ist Programm. Und damit es nicht so offensichtlich ist, packt man einen Punkt 4 ins Programm, wo man „künftig“ dann „satirisch“ über Fehler bei den Wienern Vereinen sprechen will. Von der angesprochenen Satire finde ich sehr wenig auf dieser Seite. Statt dessen ruft man zu Wettbewerben auf, Bildmontagen einzusenden, wo dann so hochtrabend geistige Ergüsse wie dieses Bild herauskamen:
 
maierhoferNeben den zahlreichen Mutationen von Red Bull Logos und anderer Firmen, sucht man sein Heil auch noch in einem T-Shirtshop wo man aktuell 5 verschiedene Bashing-Motive und ein neutrales anbietet. Diese Shirts sollen „die Mannschaft Red Bull Salzburg über die Saison begleiten und die Spieler daran erinnern wie sehr sie eigentlich dem österreichischen Fußball geschadet haben. Passenderweise gibts die Shirts u.a. in Grün-Weiss oder Violett-Weiss.“
 
Passenderweise Grün-Weiß oder Violett-Weiß? Hmmm. Welche österreichischen Vereine spielen denn in diesen Farben und sind – wie der „Betreiber“ in Wien ansässig? Ein Schelm, wer böses dabei denkt! Aber auch an diesen Fall hat der Betreiber gedacht und schreibt gleich darunter:
 
In weiterer Folge planen wir nach der großen Red Bull Salzburg-Welle jetzt schon weitere Aktionen wo wir auf satirische Art und Weise z.b. auf Miss-Stände bei den beiden Wiener Großclubs hinweisen möchten. Die Mannschaften selbst haben sich natürlich nicht bis auf alle Knochen und noch weiter bis ins Knochenmark blamiert und haben daher (zurzeit?) keinen Spott verdient. Aber die Management soll dann eine reingewürgt bekommen, was ja rückblickend betrachte ohnedies schon gemacht wird. Stichwort Edlinger/Häupl/Stadionausbau – der Fußballinteressierte erinnert sich.
 
Aber immerhin hat es diese Facebook-„Satire“-Seite (wobei ich die Satire immer noch verzweifelt suche) in zahlreiche Medien geschafft und fleißig Presseaussendungen versendet. Und damit es nicht so offensichtlich Wien-vs.-Salzburg-lastig ist, hat man im LASK ein neues Opfer gefunden. Nun „schnappt“ man sich Fanclubs des LASK und will mit denen gemeinsam die Missstände erarbeiten, „satirisch“ verpacken und LASK-Präsident Reichel „um die Ohren werfen“. Dieser Düdelingen Fanclub bezeichnet sich selbst als „Sprachrohr aller Fans!“ – ah – und bitte den satirischen Hintergedanken nie vergessen.
 
Prinzipiell bedeutet Satire ja „gesellschaftliche Missstände aufzeigen“. Doch alles, was man bis jetzt von den Betreiber sehen konnte, war „Bashing“ – per definitionem „verbale Angriffe“, gepaart mit mehr oder minder großem Anteil an Geschmacklosigkeiten und Angriffen auf einzelne Personen oder Marken. Freilich, der Grad zwischen Satire und Bashing ist schmal. Letzteres ist der Salzburg-Fan ja seit Jahren gewohnt und kann damit im Normalfall auch gut umgehen. Was einzelne Medien allerdings losgetreten, der „Düdelingen Fanclub Österreich“ dann ausgebaut und die Redaktionsmitglieder des Ö3 dann auf die Spitze getrieben haben, hat die Grenze des guten Geschmacks dann doch weit überschritten. In den Medien ist die „Düdelingen-Pleite“ nahezu kein Thema mehr, der Ö3 hat gestern eine bittere Niederlage in ihrer Kampagne gegen Salzburg eingefahren, nur der „Düdelingen Fanclub“, der hält die Suppe noch am Kochen.
 
Und wenn der DFÖ ihren Programmpunkt 4 (wir erinnern uns: „Die Fußballern von Red Bull Salzburg sollen die ganze Saison daran erinnert werden welchen Schaden sie für den österreichischen Fußball angerichtet haben.“) wirklich in die Tatsache umsetzen, dann sag ich nur „Challenge accepted!„. Wir Fans, Freunde und Unterstützer werden uns – vielleicht nicht ganz soooo satirisch – weiterhin mit der Thematik befassen und die bewusst gesteuerten Aktionen gegen unseren Verein aufdecken und hinterfragen. 
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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
2 Anzahl der Kommentare
  • Gernot Ko
    2 August 2012 at 15:06
    Leave a Reply

    Peinlich für Ö3, peinlich für Red Bull und peinlich für den österreichischen Fussball,…
    nuff said,…

  • Florian Floimair
    2 August 2012 at 9:05
    Leave a Reply

    Peinlich für Ö3

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