Die Kurve gekratzt

Das verrückte Spiel gegen die Admira in einer Analyse. Extra: Die Stimmen von Schmidt und Hinteregger....
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Nach 45 Minuten hatten viele Roger Schmidt und seine Mannschaft schon zum Teufel oder sonst wohin gewunschen. 3-0 war es zu diesem Zeitpunkt bereits gestanden – für die Heimmannschaft, die Admira also.
Ein Treffer von Neuzugang Nielsen, eine Halbzeitansprache die sich womöglich gewaschen hat, und zwei weitere Treffer brachten die Salzburger jedoch wider allen Erwarten doch wieder heran. Durch Stefan Maierhofer ging man zwischenzeitlich in Führung, am Ende reichte es allerdings nur zu einem – am Ende leistungsgerechten – Unentschieden.

„Ein Trainer ist keine Idiot“ hatte Giovanni Trapattoni – einer von vielen Ex-RedBull-Trainern, damals aber noch bei Bayern – schon 1998 verkündet.
Wollte man provokant sein, man könnte tatsächlich behaupten Roger Schmidt hätte versucht dies zu widerlegen, so absurd war seine Startaufstellung.

Gegenüber der schwachen Vorstellung gegen Vizemeister Rapid veränderte er seine Mannschaft gleich an 5 Positionen, und das System gleich mit.
Statt 4-2-3-1 und Doppelsechs war es nun Mendes da Silva allein, der im defensiven Mittelfeld aufräumen musste. Nicht viel sicherer erschien bereits vor Angriff die Viererkette – der langsame Schiemer als Rechtsverteidiger (erst vor kurzem hat er betont, dass er die Innenverteidigung deutlich bevorzugt), ausgerechnet gegen Patrick Jezek, eine Innenverteidiger-Paarung aus Sekagya und Douglas da Silva, links der zuletzt abgemeldete Hinteregger.

Gerade gegen einen Gegner wie die Admira konnte man schon vor der 1. Minute erahnen, dass dieses Experiment einfach nicht gut gehen konnte. Die Südstädter sind berühmt und berüchtigt für ihr Konterspiel, also hätte man unbedingt Wert auf Kompaktheit und eine gesicherte Defensive legen müssen – in Wahrheit tat man genau das Gegenteil.

Schmidt wollte ganz offensichtlich eine Reaktion auf das zuletzt Gezeigte zeigen. Vor allem wollte er offensiv beeindrucken. Dass bei seiner Aufstellungsvariante zu viel Offensive und viel zu viel Brechstange im Spiel war, konnte jedoch selbst ein Fußballlaie vorhersehen.

Ein Mix aus Fehlern von Schiemer (zu langsam für Jezek), Mendes da Silva (ohne Anspielstation, weil ohne Leitgeb neben sich) und Douglas führte dann zu einem mehr oder weniger verdienten 0-3 Rückstand.
Die entscheidende Wendung gab wenig später allerdings der 19-jährige Norweger Nielsen der Partie: Nachdem er zuvor bereits zwei 100%ige vergeben hatte, schloss er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine sehr ansehnliche Kombination zum 1-3 ab.

In der Kabine musste sich einiges getan haben, denn wie verwandelt kamen die Bullen aus ihr zurück. Mit einem Kampfgeist nämlich, den man so seit Ewigkeiten nicht mehr bewundern durfte. Außerdem machte Roger Schmidt, spät aber doch, seine Fehler rückgängig: Sekagya und Douglas verließen das Feld, Hinteregger und Schiemer rückten nach innen, Zarate und Hierländer auf die Außenverteidigerpositionen.

RB Salzburg, 2. Halbzeit  [4-1-3-2]

RB Salzburg, 2. Halbzeit [4-1-3-2]

Und nur wenige Sekunden waren gespielt, hieß es bereits 2-3. Erneut war es Nielsen, der getroffen hatte. Dann fand Stefan Maierhofer so richtig in die Partie, legte erst das 3-3 mustergültig auf,  traf danach mit einem Lupfer nur Aluminium, nur um anschließend doch noch das 4-3 zu erzielen. Eine hervorragende Vorstellung des Majors!
Zum Sieg reichte es dennoch nicht, da auch den Admiranern noch ein 4. Treffer gelang.

Zusammenfassend

Für ein Spiel wie dieses wurde der Begriff „Licht und Schatten“ wohl erfunden. Eine komplett jenseitige Startaufstellung, eine blamable erste Spielhälfte und eine furiose zweite…

Unterm Strich ist die Partie durchaus als positiv zu sehen, jedoch nur wenn a) die Spieler durch die geglückte Aufholjagd Selbstvertrauen gewonnen haben … und b) Roger Schmidt die richtigen Lehren aus seinen Fehlern gezogen hat.

Stimmen nach dem Spiel:

Kategorien
FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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