Leid und Freude sind Weggenossen des Lebens

Bitte bewerte diesen Beitrag Diese japanische Weisheit stand gestern im zentralen Mittelpunkt des Hinspiels der 2. Qualifikationsrunde der Champions League F91 Dudelange gegen Red Bull Salzburg. Der Pflichtsieg, aus...
Dudelange besiegt Salzburg
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Diese japanische Weisheit stand gestern im zentralen Mittelpunkt des Hinspiels der 2. Qualifikationsrunde der Champions League F91 Dudelange gegen Red Bull Salzburg. Der Pflichtsieg, aus dem keiner wurde. Die berühmte „gemähte Wiese“, die dann doch zu hoch war, um gemäht zu werden.

Einen detaillierten Spielbericht erspare ich dem geschätzten Leser, nicht zuletzt, da wir nicht live – weder vor Ort, noch via TV – dabei sein konnten und das Spiel ansich nicht anders beschreiben könnten, wie es der Verein auf seiner Webseite ohnedies tut.

Dennoch möchten wir ein paar Dinge näher betrachten, die uns vor allem nach – aber auch während des Spiels – aufgefallen sind.

Frühes Svento-Out

Schwerer Schlag für Dusan Svento

Schwerer Schlag für Dusan Svento / (c) GEPA Pictures

 Es waren noch keine 3 Minuten vergangen, als Flügelflitzer Dusan Svento nach einem Zweikampf vom Feld musste. Er wurde zwar behandelt, musste aber dann doch – gestützt auf die Betreuer – den Weg in die Kabine antreten. Eine unbestätigte Diagnose lautet Kreuzbandriss. Sollte sich dies bewahrheiten, wird der quirrlige Spieler für längere Zeit ausfallen. Für ihn kam in der 6. Minute die Neuerwerbung Florian Klein, der zwar in seiner Nebenposition auch Mitteldspieler ist, aber doch eher in der Verteidigung zu suchen ist.

Mit Dusan Svento verlor man gleich den Mann, der Gegenspieler bindet, der Flanken auf Maierhofer bringen kann und der auch immer für ein Tor gut ist. Schwerer Schlag für ihn und die Mannschaft! Trainer Roger Schmidt dazu:

„Die schlechteste aller Nachrichten ist die Verletzung von Dusan Svento, bei dem es nach einem Kreuzbandriss aussieht. Svento fliegt mit der Mannschaft wieder nach Salzburg retour, wo seine Verletzung genau untersucht wird.“

Auf diesem Weg: „Alles Gute Dusan! Werd‘ schnell wieder fit!“ 

David gegen Goliath

Die Favoritenrolle stand Salzburg noch nie gut. Da werden Erinnerungen an die Saison 2010/11 wach, als Salzburg gegen die Hobbykicker des HB Torshavn auswärts auch mit 0:1 verlor, aber das Heimergebnis von 5:0 machte das Weiterkommen fix. Ein Detail am Rande: Torshavn rang dem wesentlich stärkeren Malmö FF in der vergangenen Saison auch ein Unentschieden ab. Das ist eben Fussball.

Geld ist nicht alles, der Marktwert ist nur etwas für Statistiker. Exemplarisch sei hier die Gemeinsamkeit des FC Red Bull Salzburg mit der Mega-Millionentruppe Paris Saint Germain genannt. Obwohl Salzburg ein für Österreiche Verhältnisse grosses Budget zur Verfügung steht, sind die Salzburger – statistisch – gegen die Pariser „Fussballzwerge“. Zwei – drei „normale“ Spieler der Franzosen kosten soviel wie die gesamte Mannschaft der Salzburger. Und wie ging das Spiel in Salzburg gegen PSG in der vergangenen Saison aus? Richtig. Die Truppe aus Frankreich wurde mit einem 2:0 nach Hause geschickt und Salzburg stand in der KO-Phase der Europaleague. Der Ball ist eben rund und das Tor eckig. 

Kein Tor des Majors in Luxemburg

Kein Tor des Majors in Luxemburg / (c) GEPA

Torsperre und Chancenauswertung

Die ambitionierten Luxemburger, die ja nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen hatten, luden die Salzburger nicht gerade ein, ihnen ein Tor zu machen. Zum einen stand die Verteidigung gut, zum anderen muss man – wieder einmal – die mangelnde Chancenauswertung als Grund für die Niederlage anführen. Der „Major“ Stefan Maierhofer konnte in den Testspielen überzeugen, gestern gelang ihm kein Treffer. Der 2,02-Meter-Mann ist auf die hohen Bälle vom Flügel angewiesen. Durch den frühen Ausfall von Dusan Svento und die Abwesenheit des erkrankten Jakob Jantscher fehlten dem „Langen“ schon mal zwei seiner Flankengeber. Auch wenn es wie eine Ausrede klingt, ist das sicherlich eine Tatsache. Stefan ist kein „Edeltechniker“, der im Mittelfeld Bälle erobert und allein damit auf das Tor zurennt. Er braucht den hohen Ball und der geht dann auch von Fall zu Fall in die Maschen. Gestern leider nicht.

Soriano mit Gelb/Rot out

Soriano wurde mit Geld-Rot vom Platz gestellt / (c) GEPA

Stürmerproblem

Wenn der „Lange“ nicht trifft und ein Svento früh ausfällt, dann wär ja da noch Jonathan Soriano, der aber leider immer noch nicht wirklich in Salzburg „angekommen“ ist. Er kann Tore schiessen, dies hat der bei Barcelona immer wieder demonstriert. Zweifelsohne kommt auch er zu guten Chancen, aber leider bleibt es oftmals bei diesen. Aber die Frage ob Soriano beim Rückspiel treffen wird, stellt sich für das Rückspiel ohnedies nicht. In der 77. Minute sah der Spanier Geld und wurde – überhart – nach einer „Schwalbe“ in der 90. Minute vom Schiedsrichter mit Gelb-Rot vom Platz gestellt. Damit wird er neben Svento beim Rückspiel fehlen. Bleibt zu hoffen, dass ein Jakob Jantscher schnell wieder fit wird und kommenden Dienstag in der Startelf stehen kann.

Faktum ist jedoch, dass Salzburg der kaltblütige Stürmer fehlt. Auch wenn ein Maierhofer immer wie ein „Ackergaul“ am Feld arbeitet, er ist angewiesen „gefüttert“ zu werden. Wie es scheint, wollen die Salzburger ja noch am Transfermarkt aktiv werden, Gerüchte und Namen kursieren haufenweise im Internet. Wenn man wirklich die „Mission: CL-Gruppenphase“ ernst nimmt, dann muss an dieser Position eine Verstärkung her.

Des einen Leid, des anderen Freud

Bei einer Niederlage gegen einen „Fußballzwerg“ ist eines immer gewiss: Spott und Hohn der Medien und der gegnerischen (Liga)Fans. Und die gab es in den letzten Stunden haufenweise. Ohne Zweifel kann man das Resultat kritisch betrachten und darüber schreiben. Im „guten Ton“ hat sich gestern aber der Großteil vergriffen. Dass man von einer „Blamage“ spricht, ist verständlich, aber die anderen Titel und Kommentare bringen jeden Spam-Filter zum Glühen. Man hat wohl – wieder einmal – vergessen, dass die Champions League (auch die Qualifikation) Punkte für die 5-Jahres-Wertung bringt, von der dann vor allem andere Vereine als Salzburg profitieren. Aber sei’s drum, in Österreich regiert die Vereinsbrille – Schade eigentlich.

Selbstkritik

Wenn man von anderen kritisiert wird, dann gehört das im (Fußball)Leben zur Tagesordnung. Wirkliche Größe beweist man allerdings erst, wenn man sich selber kritisiert und mit der eigenen Leistung ins Gericht geht. So meinte gestern Goalie Alexander Walke:

„Das war eine Katastrophe. Wir haben schlecht gespielt, haben uns keine Chancen herausgearbeitet. Wir sind völlig unter unseren Möglichkeiten geblieben und haben einfach unsere Leistung nicht abgerufen, das darf nicht passieren.“

Auch Coach Roger Schmidt ging mit der Mannschaft hart ins Gericht:

„Wir haben heute eine Leistung geboten, wie ich sie von meiner Mannschaft nicht gekannt habe. Das einzig Positive war heute, dass es erst das Hinspiel war und wir nächste Woche die Möglichkeit haben, das Ganze zu korrigieren. Wenn wir es bisher nicht gewußt haben so ist jetzt klar, dass wir das Rückspiel außerordentlich ernst nehmen müssen.“

Kopf hoch, Brust raus!

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Und das nächste steht am Wochenende bereits an. Da ist der Meister zu Gast beim SK Sturm Graz (21.7.2012, UPC Arena, Anpfiff: 16.00 Uhr). Bis dahin müssen die Salzburger Kicker diese Niederlage weggesteckt haben und sich der Verteidigung des Meistertitels widmen – die Bundesliga startet. Gegen die „Blackies“ muss Selbstvertrauen getankt werden, das im Rückspiel gegen Dudelange dringend – neben einer ordentlichen Portion „Offensivpower“ – gebraucht wird! Ein Sieg ist nahezu Verpflichtung, um das eigene Ego für die kommenden Aufgaben zu stärken.

Der zwölfte Mann

Es ist ein Faktum, dass der zwölfte Mann eine wichtige Rolle während eines Fußballspiels hat. Das eigene Publikum, die Fans, waren schon unzählige Male ein wesentlicher Faktor, wenn es um Sieg oder Niederlage geht. Und genau dieser zwölfte Mann hat beim Rückspiel kommenden Dienstag die Möglichkeit zu zeigen, was in ihm steckt. „Anfeuern bis zur totalen Heiserkeit“ ist angesagt. Und hier darf sich die Spreu vom Weizen nicht trennen! Jeder Verein (Betonung liegt hier auf „jeder“) hat „Fans“ und „Zuseher“. Erstere kommen bei Regen, Schnee, Badewetter – unabhängig vom Tabellenplatz und Gegner, zweitere „wenn es gerade passt und es sie freut“. Das ist weltweit so. Aber gerade bei einem so wichtigen Spiel braucht die Mannschaft jede Unterstützung von den Rängen. Auch wenn die Salzburger gestern sauber ins fußballerische Fettnäpfchen getreten sind, soll – nein – muss man hinter den 11 Leuten am Platz stehen und seinen Beitrag leisten! Und wir wünschen – nein fordern – ein volles Stadion in diesem wichtigen Spiel!

 

Das Rückspiel der 2. Runde der Champions League Qualifikation gegen F91 Dudelange findet am
Dienstag, 24.7.2012, 18.00 Uhr in der Red Bull Arena
statt! Karten können direkt im Stadion (Ticketing Center, Ost-Tribüne) oder online bezogen werden.

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Die 3. Halbzeit
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky wurde 1968 in Salzburg geboren und ist seit Mitte der 1970er Jahre Fan des Salzburger Spitzenfußballs - mit Leib, Herz und Seele. Er war Mitglied von heute nicht mehr existenten SV Austria Salzburg Fangruppierungen, ging aber den Weg der Fan-Neugründung im Jahr 2005 nicht mit. Seit 2010 ist er Herausgeber von SALZBURG12.at und zuständig für Neuigkeiten, Vorberichte sowie die Liveberichterstattung von den Spielen. Ebenso ist er Mitglied von Sports Media Austria, der Vereinigung österreichischer Sportjournalisten.
2 Anzahl der Kommentare
  • Folgt morgen die Revanche? › SALZBURG12.at
    1 Juni 2013 at 23:36
    Leave a Reply

    […] Nach erfolgreichem Cup-Start gegen den Wiener Sportklub, dem “verhauten” Hinspiel in Luxemburg in der 2. Runde der Champions League Qualifikation und dem sehr engangierten Auftreten und Sieg […]

  • Gustafsson und Hinteregger: Nüchtern und stocksauer | SALZBURG12.at
    18 Juli 2012 at 13:23
    Leave a Reply

    […] sind die Kicker des FC Red Bull Salzburg nach ihrem gestrigen “Fehltritt” wieder in Salzburg gelandet. Christian Lows war vor Ort am Flughafen und konnte für euch […]

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