1-0. Salzburg So-Gut-Wie-Meister!

Red Bull Salzburg gewinnt in Hütteldorf und entscheidet damit 3 Runden vor Schluss die Meisterschaft quasi für sich!...
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Red Bull Salzburg kürt sich ausgerechnet in Hütteldorf zum Quasi-Meister, ein Ex-Rapidler und Fanliebling besorgt den wunderbaren Endstand – sehr viel besser kann ein Fußballnachmittag nicht verlaufen.
In einem intensiven, kontroversen, teils unfairen, aber auch – für österreichische Verhältnisse – absolut hochklassigen Spitzenspiel hieß es am Ende 1-0 für die Roten Bullen. Ein Spielbericht!

Während bei den Rapidlern erwartungsgemäß Markus Heikkinen fit wurde und Hofmann den Rücken freihielt, tat gleiches für Salzburg bzw. Leonardo der nicht länger gelb-gesperrte David Mendes da Silva. Svento bekam auf der „Läuferposition“ den Vorzug gegenüber Christoph Leitgeb und Gonzalo Zarate scheint mittlerweile wieder auf der rechten Seite gesetzt zu sein.

Es standen einander also zwei sehr ähnliche Elfen gegenüber – beide Trainer boten ihren technisch besten Akteur auf der 10er-Position, zwischen einer Doppelsechs, bestehend aus einem zweikampf- und einem laufstarken Spieler, und dem Strafraumstürmer auf.  Auf den Flügeln spielten mit Burgstaller/Drazan bei Rapid jedoch tendenziell etwas offensivere Akteure als bei Salzburg (Jantscher/Zarate), dafür bekamen Ulmer und Schwegler deutlich mehr Freiheiten im Spiel nach vorn als die Rapid-Außenverteidiger.

Isolierte Sturmspitzen

Sowohl Maierhofer als auch Alar hatten in diesem Spiel einen sehr schweren Stand.
Einerseits lag das daran, dass beide in keinster Weise mit ihrem jeweiligen Spielmacher ins Zusammenspiel kamen – gerade bei Salzburg ist genau das schon seit einigen Spielen ein Problem. Andererseits fehlte auch die nötige Unterstützung von der Seite: Wie bereits erwähnt waren die Salzburger Flügelspieler anfangs eher auf die Defensive bedacht. Bei Rapid war das Problem dagegen eher, dass Burgstaller keineswegs für diese Position geboren ist und immer eher den Zug zum Tor hat anstatt einen Flankenlauf zu starten. Christopher Drazan spielte auf der linken Seite mal wieder eine grottenschlechte Partie, warum Peter Schöttel ihn aufgestellt hat weiß ausschließlich Peter Schöttel.

Hinzu kam, dass beide Teams relativ hoch verteidigten – vermutlich auch mit dem Hintergedanken die Stürmer so von ihrem 16er fernzuhalten.

Rasante Anfangsphase

Dennoch ging die Partie sehr munter los. Zarate auf der einen Seite und Burgstaller auf der anderen erspielten sich passable Einschussmöglichkeiten. Die beste Szene der ersten Hälfte ging jedoch zweifelsohne auf Leonardos Konto – Leonardo erkämpft sich wie so oft an diesem Abend den Ball, spielt den idealen Doppelpass mit dem aufgerückten Schwegler und zieht mit dem schwächeren linken Fuß ab – Königshofer kann mit Müh und Not klären.

Den Negativhöhepunkt der ersten Spielhälfte stellte ein denkbar dummes „taktisches Foul“ von Kulovits dar, das Jakob Jantscher zum Abheben zwingt und mit einer starken Schultergelenkszerrung endet. Moniz brachte daraufhin Leitgeb für die 10er-Position, Leonardo wich auf den linken Flügel um dort Jantscher zu ersetzen.

Formationen nach der frühen Jantscher-Verletzung

 

Die zweite Hälfte brachte recht früh den besten Angriff der Bullen: Nach 49 Minuten kombiniert sich Salzburg spielend einfach durchs Rapid-Mittelfeld, zwingt damit die Viererkette dazu tiefer zu stehen, Leonardo schlägt – mit dem linken Fuß wohlgemerkt – eine unglaublich genaue Flanke die der am 5er wartende Stefan Maierhofer nur noch einnicken musste. 1-0, Meisterschaft entschieden! Man sieht, ein einziges Mal brachte Salzburg seine Flügelspieler ideal in Position, ein einziges Mal drängte man die Rapid-Abwehr sehr weit zurück – und schon fiel das erlösende Tor.

Rapid war danach wahnsinnig harmlos, Salzburg aber auch sehr abgeklärt. Bis auf einen sehenswerten Versuch von Steffen Hofmann brachte es der Vize in Spe auf keine ernsthafte Torgelegenheit.

„Verschörgenhofert?“

Am Ende, da waren sich bei Rapid fast alle einig, hätte man den Sieg dennoch ganz viel verdient gehabt. Und nur der Rapid-hassende Schörgenhofer hatte etwas dagegen, so der Grundtenor bei vielen Rapid-Spielern und –Fans.

Vier große Aufreger hatten die 90 Minuten zu bieten – eine Tätlichkeit von Kulovits abseits des Spielgeschehens, ein Ellbogencheck von Maierhofer im Kopfballduell mit Pichler, sowie zwei angeblich regelwidrige Handspiele im Salzburg-Strafraum.

Der allgemeinen Rapid-Logik zufolge sind die Vergehen folgendermaßen zu beurteilen:

Kulovits Ellbogeneinsatz abseits des Spielgeschehens gegen Leonardo ist kein Foulspiel, er hat ihn ja kaum berührt, Maierhofers Zweikampf mit Pichler ist eine Tätlichkeit und somit glatt Rot.

Nun, folgendermaßen steht das FIFA-Regelwerk dem Ganzen gegenüber:

„Eine Tätlichkeit liegt vor, wenn ein Spieler einen Gegner abseits des Balls übermäßig hart oder brutal attackiert.“ – abseits des Balls hat sich Maierhofer nichts zuschulde kommen lassen, Kulovits dagegen schon.

Maierhofers Ellbogencheck war natürlich dennoch gesundheitsgefährdend und überharte Zweikampfführung – eine Gelb/Rote Karte (Maierhofer war zu diesem Zeitpunkt bereits verwarnt, Anm.) wäre also gerecht gewesen.

Unterm Strich kann man festhalten, dass der Schiedsrichter beide Situationen nicht erkannt oder nicht richtig beurteilt hat und somit beiden Mannschaften ein Ausschluss erspart blieb.

In Sachen Handspiel ist die Sache fix erklärt: Laut Regelwerk ist 1. die Absicht und 2. die Natürlichkeit der Bewegung von Bedeutung. Beim Handspiel von Mendes da Silva kann weder Absicht noch Unnatürlichkeit vorliegen – schließlich springen von 10 Spielern mindestens 9 genau so zum Kopfball hoch.

Bei Maierhofer ist logischerweise auch keine Absicht gegeben, selbst der größte Schelm wird ihm vermutlich nicht unterstellen sich den Ball absichtlich an die Hand geköpfelt, und damit eine Großchance für Rapid kreiert zu haben… Über Natürlichkeit der Bewegung lässt sich streiten, als definitiv unnatürlich kann man die Handhaltung Maierhofers aber garantiert nicht beschreiben.

Dem Regelwerk zufolge hat Schörgenhofer hier also keinen Fehler begangen.

Alle die in Schörgenhofer einen Rapid-Feind sehen, mögen sich im übrigen nochmals die 29. Runde, und im Konkreten das Rapid-Spiel gegen Wiener Neustadt zu Gemüte führen. In dieser Partie waren beide Treffer der Grün-Weißen irregulär, und Schiedsrichter war eben dieser Robert Schörgenhofer…

Zusammenfassend

Red Bull Salzburg hat nicht nur dieses Spiel hochverdient für sich entschieden, sondern in Bälde auch hochverdient die österreichische Meisterschaft. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat die Mannschaft Größe bewiesen und konstant wichtige Punkte eingefahren!

Der Ärger der Rapidler ist ansatzweise verständlich, unterm Strich jedoch großteils unbegründet.

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FC Red Bull Salzburg
Dominik Seitlhuber

19-jähriger Taktikfanatiker aus Niederösterreich. :)
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